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Die 'Süddeutsche Zeitung' spricht von einem "dreisten Versuch der Veruntreuung." Jahrelang haben das Land Baden-Württemberg und das badische Markgrafen-Adelshaus um das Eigentum an den Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe gestritten. Nun, so die Zeitung und zahlreiche andere Kritiker, spreche das Land einen Teil der historischen Dokumente ohne Not dem Adelshaus zu. Die Empörung ist auch deshalb groß, weil die Schriften verkauft werden sollen. Mit dem Erlös sollen die Markgrafen für die bisherige und zukünftige Instandhaltung ihres Schlosses Salem am Bodensee entschädigt werden. Ministerpräsident Günther Oettinger beeilte sich nun zu erklären, dass all jene Dokumente unverkäuflich seien, die in Baden entstanden seien oder von Baden handelten. Landesbibliothek-Direktor Michael Ehrle hatte zuvor beklagt, bei einer Rückgabe werde sein Haus etwa 3.500 der insgesamt 4.200 Handschriften verlieren und damit auch seine überregionale Bedeutung.
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