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Donnerstag, 05. Oktober 2006 16:30 Uhr

Landesregierung in Stuttgart sucht im Streit um Handschriftenverkauf nach Alternativen

In den Streit um den Verkauf der 'badischen Handschriften' kommt Bewegung. Nach Kritik aus dem In- und Ausland suche die Landregierung in Stuttgart nun nach Alternativen, sagte FDP-Fraktionschef Ulrich Noll der DPA. Statt der mittelalterlichen Handschriften sollten nun andere Kunstwerke - etwa Gemälde - veräußert werden. Es sollten Mäzene gesucht werden, die Kunstwerke kauften und diese dann in den Museen der Öffentlichkeit zugänglich machten, erläuterte Noll. Ursprünglich war geplant, mit dem erwarteten Erlös der Handschriften von 70 Millionen Euro Schloss Salem am Bodensee in Stand zu setzen.

 

Schriftsteller würdigen ihren verstorbenen Kollegen Oskar Pastior

Er hatte einen "spielerischen und sanftmütigen Klarblick". So hat sich der ungarische Schriftsteller György Konrád an seinen Freund Oskar Pastior erinnert. In welchem Land auch immer der rumäniendeutsche Dichter gewesen sei: er habe sich stets an seine Sprache klammern können. Der rumänische Schriftsteller Mircea Dinescu sagte, er habe immer gehofft, dass Pastior nach Rumänien zurückkehre. Dort habe sich die deutsche Kultur inzwischen verflüchtigt. Pastior starb in der vergangenen Nacht im Alter von 78 Jahren in Frankfurt. Der Büchner-Preis wird ihm nun in zwei Wochen posthum verliehen.

 

Berliner Opern steigern Auslastung

Berlins Opern haben Grund zur Freude. Die Ausnutzung ihrer Plätze ist im ersten Halbjahr auf gut 72 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Auslastung der drei Häuser 66 Prozent betragen. Nach Angaben der Stiftung Oper in Berlin kamen 130.000 Besucher in die Staatsoper Unter den Linden, in der Komischen Oper waren es 100.000. Die Deutsche Oper, das größte der drei Häuser, zählte 91.000 Besucher, allerdings nur von Januar bis April. Danach konnte das Haus wegen Renovierungsarbeiten nicht genutzt werden.

 

Komponist Friedrich Cerha erhält "Goldenen Löwen" der Musik-Biennale Venedig

Einen "Goldenen Löwen" gibt es jetzt auch für Musiker. Der Komponist Friedrich Cerha erhält als erster diese Auszeichnung der Musik-Biennale von Venedig. Der 80-Jährige Österreicher wird damit für sein Lebenswerk geehrt. In der Begründung heißt es, Cerha habe in den Sechziger Jahren an der Entwicklung der Musiksprache entscheidend mitgewirkt. Die Biennale würdigte vor allem Cerhas Vervollständigung von Alban Bergs Oper "Lulu" sowie seinen musikdramatischen Zyklus "Spiegel".

 

"Bibel in gerechter Sprache" auf Frankfurter Buchmesse vorgestellt

Was würde Martin Luther zu dieser Übersetzung sagen? Fünf Jahre haben mehr als 50 Wissenschaftler im Auftrag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau daran gearbeitet, frauen- und judenfeindliche Wendungen aus der Bibel zu streichen. Heute wurde das politisch korrekte Werk auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Die "Bibel in gerechter Sprache" - wie sie von den Machern genannt wird - dürfte allerdings für manche Kontroverse sorgen. Nicht jeder Theologe ist begeistert von den "Apostelinnen" und den "Jüngerinnen Jesu" .

 
 

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