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KULTURNACHRICHTEN
 

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Zeitschriftenverleger kritisieren Programm der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Wie schön könnte die deutsche Fernsehlandschaft sein, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender wieder ein spannendes Programm machen. Das meint zumindest der Präsident des Verbandes der Deutschen Zeitschriftenverleger, Hubert Burda. Stattdessen liefen ARD und ZDF den Werbeeinnahmen hinterher und kopierten die Seifenopern der privaten Konkurrenz, sagte Burda zum Auftakt der Zeitschriftentage in Berlin. Im Mittelpunkt der Konferenz steht das Engagement der Zeitschriften im Internet.

 

Springer-Konzern plant Boulevardzeitung in Frankreich

Gibt es bald eine französische "Bild"-Zeitung? Der Axel-Springer-Verlag prüft im Zuge seiner weiteren Expansion in Europa die Gründung einer Boulevardzeitung in Frankreich. Das sagte Vorstand Andreas Wiele dem "Handelsblatt". Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. In Polen verlegt der Konzern erfolgreich das Boulevardblatt «Fakt» und die Tageszeitung «Dziennik». In Russland bringt Springer ab Freitag die Lifesyle-Zeitschrift "OK" heraus.

 

Galerist Rudolf Zwirner erhält Art-Cologne-Preis

Für seine Verdienste um die Vermittlung moderner Kunst ist der Galerist Rudolf Zwirner mit dem Art-Cologne-Preis geehrt worden. Zwirner gehörte zu den Gründern des 1967 erstmals organisierten Kunstmarkts Köln, aus dem die heutige Messe Art Cologne hervorgegangen ist. Bei der Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises würdigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Rüttgers Zwirner als Galeristen, der auch die wirtschaftliche Kraft von Kunst und Kultur im Blick habe.

 

Preis für Holocaust-Karikaturen im Iran vergeben

Ein Kran mit einem Davidstern baut eine Mauer vor den muslimischen Felsendom in Jerusalem - und die einzelnen Stücke dieser Mauer setzen sich zu einem Bild des Eingangstores zum Konzentrationslager Auschwitz zusammen. Besonders einfallsreich ist die Siegerkarikatur nicht, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Die Zeichnung des marokkanischen Grafikers Abdallah Derkaoui hat den ersten Preis beim iranischen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb gewonnen, den eine iranische Zeitung als Reaktion auf die Mohammed-Karikaturen in Dänemark ausgerufen hatte. Unter den Einsendungen waren offenbar auch viele aus Europa. Der zweite Preis ging an einen Franzosen, dessen Name geheim gehalten wurde.

 

Umstrittene Mozart-Oper wird im Dezember in Berlin aufgeführt

Die aus Furcht vor islamistischer Gewalt abgesetzte Mozart-Oper "Idomeneo" wird am 18. Dezember wieder in Berlin aufgeführt. Eine weitere Vorstellung ist nach einer Mitteilung der Deutschen Oper Berlin für den 29. Dezember geplant. Die Absetzung der Inszenierung von Hans Neuenfels durch die Intendantin Kirsten Harms im September hatte eine heftige Debatte über die Kunstfreiheit ausgelöst. In der Inszenierung werden die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed gezeigt.

 

FAZ: Baden-Württemberg will ein Gemälde kaufen, das dem Land schon längst gehört

Günther Oettinger, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kann - wie die F.A.Z. herausgefunden hat - "nicht richtig rechnen". Denn Oettinger will mittels Spenden offenbar ein Gemälde kaufen, das schon längst dem Land gehört. So hat es die Zeitung recherchiert. Es geht um das Bild "Markgrafentafel" von Hans Baldung Grien, das nach Angaben des Ministerpräsidenten "unbestritten" dem Haus Baden gehöre. Mit der Hilfe von Sponsoren will er es der Adelsfamilie abkaufen - das ist Teil der neuen Strategie im Handschriftenstreit. Die "Frankfurter Allgemeine" berichtet nun, das bedeutende Kunstwerk gehöre dem Land schon längst, nämlich seit 1930. Und in einem Kommentar schreibt das Blatt, Oettinger habe wohl vergessen, in seinen Haushaltsbüchern nachzusehen.

 

Hertha BSC will Zeichen gegen Rechts setzen

Im Fußballstadion von Hertha BSC herrschen ab sofort genaue Vorschriften für die Garderobe der Fans. Wer Kleidung von Firmen wie "Thor Steinar" oder anderen bei Rechtsradikalen beliebten Labels trägt, kommt nicht hinein. Der Berliner Bundesligist will die neuen Regeln beim Heimspiel am Samstag erstmals durchsetzen. Wie es auf der Homepage des Vereins weiter heißt, soll damit ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt werden.

 

Kritik an Star-Choreograph William Forsythe in Dresden: Zu wenig Produktionen vor Ort

William Forsythe soll was tun für sein Geld. In Dresden wird dem Star-Choreographen am Festspielhaus Hellerau zu wenig Engagement vorgeworfen. Die Landeshauptstadt zahle jährlich 1,5 Millionen Euro an Forsythes Tanz-Ensemble, während dieses neue Produktionen lieber andernorts zeige, kritisierte der kulturpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Wilm Heinrich. Als Beleg führte er die Uraufführung der Forsythe-Produktion 'Heterotopia' vor wenigen Tagen in Zürich an. Hellerau-Intendant Udo Zimmermann wies die Kritik zurück. Zahlreiche Forsythe-Aufführungen hätten wegen Verzögerungen bei der Sanierung des Festspielhauses Hellerau nicht stattfinden können. Der Choreograph werde die versäumten Aufführungen 2007 nachholen.

 

US-Schriftsteller William Styron gestorben

Seine Themen waren Rassismus, Klassenunterschiede und persönliche Schuld. Bereits mit 26 Jahren legte der Schriftsteller William Styron sein Debüt "Geborgen im Schoße der Nacht" vor - die Geschichte des Selbstmordes eines jungen Mädchens. 1968 erhielt er den Pulitzer Preis für seinen Roman "Die Bekenntnisse des Nat Turner", in dem er einen fiktiven Sklavenaufstand im 19. Jahrhundert beschrieb. Das weltweit erfolgreiche Buch provozierte jedoch auch Kritik von Bürgerrechtlern, die darin die Geschichte der Schwarzen verfälscht sahen. Zu Styrons bekanntesten Werken gehört auch "Sophies Entscheidung", das mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt wurde. - Im Alter von 81 Jahren ist William Styron auf Martha's Vineyard im US-Bundesstaat Massachusetts gestorben.

 

Barbra Streisand erbost Fans mit Anti-Bush-Witzen

Barbra Streisand lässt sich ihre Witze über George Bush nicht nehmen. Bei einem Konzert in Florida wurde sie mit einem vollen Getränkebecher beworfen, nachdem sie sich über den US-Präsidenten lustig gemacht hatte. Auch an anderen Aufführungsorten während ihrer aktuellen Tour habe es bereits wütende Reaktionen aus dem Publikum gegeben, berichtet die BBC. Die Sängerin - seit Jahrzehnten bekannt als politisch aktive Liberale - will die Anti-Bush-Sketche dennoch im Programm lassen. Dazu zählt auch der Auftritt eines Präsidenten-Darstellers, der mit der Streisand ein Lied singen will - das Angebot nimmt sie an und schlägt als Titel "Enough Is Enough" vor.

 

Gespaltene Kritiken für "Marie Antoinette"

Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde "Marie Antoinette" ausgebuht. So schlimm kommt es jetzt zum Kinostart zwar nicht für Sofia Coppolas neuen Film, aber so richtig begeistert sind die meisten Kritiker auch nicht. Die Zeitung "Die Welt" kritisiert die Regie als "kraftlos" und "unentschieden". Denselben Vorwurf erhebt auch die "Frankfurter Rundschau". Man verstehe nicht, ob die Regisseurin das Ende der von ihr - Zitat - "wehmütig bebilderten Monarchie" als Befreiung oder als Barbarei ansehe. Die "Frankfurter Allgemeine" dagegen bricht eine Lanze für den Film. Wer keinen Spaß daran habe, wie hier Kostüme, Perücken, Tischdekorationen und Schuhe inszeniert würden, dem sei auch nicht zu helfen.

 

Folterszene aus neuem Bond-Film herausgeschnitten

James Bond hat Glück - sein neues Abenteuer wird für ihn weniger schmerzhaft als zunächst vorgesehen. Aus "Casino Royale" wurde eine Szene herausgeschnitten, in dem ein Folterer dem Geheimagenten brutal mit einem Teppichklopfer in den Unterleib schlägt. Die Kürzung um einige Sekunden wurde vorgenommen, damit der Film in Großbritannien eine Altersfreigabe ab zwölf Jahren bekommen kann. Trotzdem ist der Streifen mit Daniel Craig als 007 der längste Bond, den es je gab. Er dauert 144 Minuten.

 

Oliver Stone dreht Olympia-Werbefilm

Nach dem Vietnam-Krieg, der Ermordung John F. Kennedys und dem Anschlag auf das World Trade Center nimmt sich Oliver Stone nun dem Sport an. Der Regisseur wurde für einen Werbefilm zu den Olympischen Spielen im Jahr 2008 in Peking verpflichtet. Der Zeitung 'Beijing News' sagte Stone, sein Projekt solle vom kulturellen Austausch zwischen China und der Welt handeln. Er ist bereits der dritte namhafte Regisseur, der für die Olympia-Kampagne gewonnen wurde. Auch der Italiener Giuseppe Tornatore und der Iraner Majid Majidi haben zugesagt.

 

Zwei Strafanzeigen gegen satirischen Film "Borat"

Was darf Satire? Mit dieser alten Frage muss sich die Staatsanwaltschaft Hamburg befassen, und zwar im Hinblick auf den Film "Borat", der in Deutschland heute anläuft. In zwei Strafanzeigen wird dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen Volksverhetzung vorgeworfen. Er spielt in dem Film einen dummen, rassistischen und antisemitischen Reporter.

 

Asche von "Titanic"-Kind im Atlantik verstreut

Sie wollte am selben Ort ruhen wie ihr Vater - deshalb wurde die Asche von Ellen Walker im Atlantik verstreut. Ihr Vater war vor 94 Jahren beim Untergang der Titanic ums Leben gekommen, während ihre damals 19-jährige, mit ihr schwangere Mutter überlebte. Die Geschichte klingt nicht nur ähnlich wie die Story der Verfilmung mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet, sie ist es auch. Das Schicksal von Ellen Walker lieferte die Idee für das Drehbuch.

 

Wissenschaftler: Promiskuität führt zu gesünderen Babys

Untreue führt zu gesünderem Nachwuchs. Zu diesem Schluss sind australische Wissenschaftler gekommen, nachdem sie das Liebesleben der Beutelmaus untersucht haben. Weibchen, die sich mit mehreren Männchen paaren durften, wurden dabei einer Vergleichsgruppe von monogam lebenden Tieren gegenübergestellt. Mit dem Ergebnis, dass die Jungen der promisken Weibchen eine dreimal höhere Überlebensrate erreichten.

 

Studie: Gesungen wird meistens da, wo niemand hinhört

Wir lassen uns das Singen nicht verbieten - aber das ist auch gar nicht mehr nötig, denn aus der Öffentlichkeit ist es sowieso schon fast verschwunden. Laut einer Studie der Berliner Musikwissenschaftlerin Martha Brech singt die große Mehrheit der Bevölkerung in irgendeiner Form - aber die meisten nur da, wo niemand sie hören kann. Unter der Dusche, zu Hause beim Putzen oder im Auto. Natürlich gibt es auch hier wieder große Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Letztere singen nämlich weniger, und oft seien die einzigen Gesänge, die Männer anstimmten, die Anfeuerungs-Hymnen im Fußball-Stadion.

 

Studie: Jeder zehnte Jugendliche hatte mit 14 Jahren bereits Sex

Jugendliche sind braver als die Erwachsenen denken. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung räumt mit dem Mythos auf, Mädchen und Jungen hätten immer jünger und immer häufiger Sex. Wenn das in der Bevölkerung anders wahrgenommen werde, dann liege das wahrscheinlich an der ausführlichen Einzelfallberichterstattung in den Medien, sagte Direktorin Elisabeth Pott in Köln. Im Alter von 14 Jahren haben der Untersuchung zufolge zwölf Prozent der Mädchen und zehn Prozent der Jungen Geschlechtsverkehr. Diese Zahlen sind nach Angaben von Pott konstant geblieben.

 

Besonders teurer Tequila kommt ins Guiness-Buch der Rekorde

Für besonders guten Wein werden zuweilen Mondpreise gezahlt - für Tequila war das bisher noch nicht der Fall. Aber jetzt hat es eine Flasche des mexikanischen Schnapses in das Guiness-Buch der Rekorde geschafft. Umgerechnet 175.000 Euro hat ein Sammler in den USA dafür gezahlt. Der hohe Preis kommt jedoch nicht wegen der außergewöhnlichen Qualität des Getränkes zustande, sondern wegen dessen Verpackung. Die Flasche besteht nämlich aus Platin und gehört zu einer Sonderproduktion, von nur 32 Stück. Es gibt sie auch in den Variationen Gold und Silber.

 

Australien will gigantischen Sonnenschutz für Barrier Reef bauen

Ein Sonnenschirm für die Fische. In Australien ist ein gigantischer Sonnenschutz für das gefährdete 'Great Barrier Reef' geplant. Kilometerlange Stoffbahnen sollen an Stegen über dem weltberühmten Korallenriff aufgehängt werden. Eine Regierungssprecherin verwies in Canberra auf neueste Forschungen, wonach die Riffe wegen der Wassererwärmung durch den Klimawandel innerhalb von 20 Jahren zerstört werden könnten. Australien handelt nicht nur aus Umweltschutzgründen: Das Great Barrier Reef bringt dem Staat jährliche Tourismus-Einnahmen von umgerechnet 3,5 Milliarden Euro.

 

Minirock-Verbot in Südkorea wird abgeschafft

Miniröcke sind in Südkorea künftig ganz offiziell erlaubt. Die Regierung in Seoul plant nach einem Zeitungsbericht die Abschaffung einiger veralteter Gesetze, die schon lange nicht mehr angewandt worden sind. Neben dem Verbot von Miniröcken zählt dazu auch das Gesetz, das falsches Schornsteinreinigen unter Strafe stellt. Die Vorschriften stammen allesamt aus der Zeit der Militärdiktatur. Seit deren Ende im Jahr 1987 zeigen die Frauen ohnehin schon so viel Bein, wie sie wollen.

 
 

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Péter Nádas über sein Opus magnum "Parallelgeschichten" - Buchpremiere in Berli

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