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KULTURNACHRICHTEN
 

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Freitag, 10. November 2006 14:30 Uhr

Wettiner-Prinz verteidigt Verkauf von Kunstschätzen

Auch ein Wettiner-Prinz muss sehen, wo er bleibt. Prinz Albert von Sachsen hat den Verkauf wertvoller Tierplastiken verteidigt. Man habe weder Platz noch Mittel für die Unterbringung und Pflege dieser Werke, sagte er der 'Dresdner Morgenpost'. Seine Familie lebe zur Miete, und die bedrückenden Lebensverhältnisse machten solche Einnahmen nun einmal notwendig. Außerdem habe das Land Sachsen keinerlei Interesse an einem Rückkauf der Plastiken gezeigt. Die Wettiner hatten die Figuren aus der Porzellansammlung Dresden erst kürzlich vom Freistaat zurückerhalten, da es sich um 1945 enteignetes Kunstgut handelte. Der Verkauf war von Experten kritisiert worden.

 

Griechenland empfängt Fragment des Erechtheion-Tempels

Im Bemühen um die Rückführung seiner Kulturgüter ist Griechenland wieder einen kleinen Schritt weiter. Kulturminister Giorgios Voulgarakis nahm in Athen vor Fernsehkameras ein Fragment des Ereichton-Tempels auf der Akropolis in Empfang. Zurückgegeben hatte es eine schwedische Renterin. Einer ihrer Vorfahren hatte das Fragment Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Tempel entwendet. Voulgarakis erneuerte bei dieser Gelegenheit das Angebot seines Landes, Gegenstände aus der griechischen Antike an andere Staaten zu verleihen, wenn diese weitere Teile des Frieses des Parthenon-Tempels und anderer Akropolisbauten zurückgeben.

 

Streit im Kölner Erzbistum - Ex-Pressesprecher von Kardinal Meisner klagt auf Schmerzensgeld

Es rumort im Kölner Erzbistum. Grund ist die Entlassung des langjährigen Pressesprechers Manfred Becker-Huberti vor einigen Tagen. In Bistumskreisen wird dem konservativen Kölner Kardinal Meisner seitdem nicht nur ein Mangel an Mitmenschlichkeit vorgeworfen, da Becker-Huberti erst aus der Presse von seiner Ablösung erfuhr. Kritisiert wird auch, dass sein Nachfolger Stephan Georg Schmidt - ein Mann des streng konservativen 'Opus Dei' - in Personalunion auch Chefredakteur der 'Kirchenzeitung Köln' wird. Damit verkomme das Blatt zum reinen Erfüllungsorgan, so die Kritik. Deutlich wurde heute der scheidende Chefredakteur Erich Läufer in einem Leitartikel. Darin heißt es, die Arroganz der Macht nehme dem Gottesvolk die Luft zum Atmen. Der entlassene Becker-Huberti klagte heute auf Schmerzensgeld. Er sehe sich durch die Art seiner Ablösung demontiert, sagte er in Köln.

 

Popkorn und Chips im Vatikan - Erstmals Filmpremiere im Kirchenstaat

Der Papst lädt ins Kino ein. Zur Uraufführung des Jesus-Films "Es begab sich aber zu der Zeit..." werden 7.000 Cineasten im Vorführsaal des Vatikans erwartet. Die Filmpremiere am 26. November ist die erste im Kirchenstaat. Der Erlös der Benefizveranstaltung ist für den Bau einer Schule im israelischen Mughar bestimmt, wo Christen, Muslime und Drusen gemeinsam lernen. In den deutschen Kinos ist der Film ab dem 7. Dezember zu sehen.

 

EU-Kommission warnt: Bald keine James-Bond-Filme in Deutschland mehr?

Die EU-Kommission hält die deutsche Haltung zu Schleichwerbung für überzogen. Beamte der Brüsseler Behörde warnten, wenn sich Berlin bei der geplanten Fernseh-Richtlinie durchsetze, dürften bald keine James-Bond-Filme mehr gezeigt werden. Agent 007 gilt als Experte für Produkt-Platzierungen: Allein in dem Film "Stirb an einem anderen Tag" brachten 20 Unternehmen ihre Ware unter und zahlten dafür rund 55 Millionen Euro. In der kommenden Woche beraten mehrere EU-Gremien über neue Regeln für Werbung im Fernsehen.