Montag - Freitag · 6:30 | 7:30 | 8:30 | 9:30 | 10:30 | 11:30 | 14:30 | 15:30 | 16:30 Uhr
Samstag · 9:30 | 10:30 | 11:30 Uhr
Sonntag · 9:30 | 11:30 Uhr
Es war die wohl umstrittenste Rede in diesem Jahr - die Regensburger Vorlesung von Benedikt dem Sechzehnten. Nun erfährt der Papst eine späte Genugtuung: Das Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik kürte seinen Vortrag zur "Rede des Jahres 2006". Der meisterhaft komponierte Vortrag sei gezielt missverstanden worden. Die Worte des Papstes über das Verhältnis von Glaube und Vernunft, heißt es, seien eine Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit religiösem Fundamentalismus. - Nach der Rede hatte es Proteste in muslimischen Ländern gegeben. Dort war der Eindruck entstanden, der Papst habe den Propheten Mohammed beleidigt.
Die abgehackten Köpfe von Buddha, Mohammed, Jesus und Poseidon sind nun doch auf der Bühne zu sehen. An der Deutschen Oper Berlin war im September aus Furcht vor islamistischen Übergriffen die umstrittene Inszenierung von Mozarts "Idomeneo" abgesetzt worden. Heute wird das Werk nun wieder gezeigt - allerdings haben einige muslimische Vertreter, die kommen wollten, inzwischen doch wieder abgesagt, und das gab heute noch einmal Diskussionsstoff. Zugesagt haben indes Reporter aus den USA, Saudi-Arabien und der Türkei, ebenso der Bundesinnenminister. Die Aufführung findet unter starkem Polizeischutz statt.
Für unsere Schüler wären es echte Sternstunden. In einem offenen Brief haben mehr als 100 Professoren für die bundesweite Einführung eines neuen Pflichtfaches plädiert: die Astronomie. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert aus dem Schreiben, das an Bundestag und Landesparlamente geht. Die Astronomie sei die Wissenschaft, die den Menschen am stärksten mit seiner Vergangenheit und seiner Zukunft verbinde. Nur in vier Bundesländern - allesamt im Osten - stehe das Fach bereits auf dem Lehrplan.
Aus Ägypten erreichen uns keine guten Nachrichten. El Dschasira meldet, ein Gericht habe der Bahai-Religion jeden rechtlichen Status verweigert. Die 2.000 Mitglieder der Gemeinde wollten ihr Recht auf Anerkennung und freie Religionsausübung einklagen. Die Richter aber bezeichneten die Bahai als pro-israelische Abtrünnige.
Fußballer sind nun einmal Spielkinder. Das gestand der Brasilianer Ronaldinho dem Magazin "Neon". Er sitze oft vor dem PC bei einem Videospiel. Und wie auf dem echten Rasen vertraue er auch am Rechner nur sich selbst. Folglich spiele er beim virtuellen Fußball meistens den Ronaldinho. Nur eines erspare er sich: Brasiliens Auftritte bei der WM 2006 nachzuspielen. An diese Partien erinnere er sich nur ungern, und das 0:1 gegen Frankreich könne man am Computer auch kaum wiedergutmachen.
Mummenschanz, Latüchte, Schnickschnack oder Potztausend: All diese wunderschönen deutschen Wörter sind vom Aussterben bedroht. Auch der Schutzmann kommt nur noch im Großstadtrevier der ARD um's Eck und Groschengräber sind mit dem Euro verschwunden. Nun will eine Jury das "schönste bedrohte Wort" küren, und Jakob Hein und Eva Menasse sollen einen symbolischen Preis verleihen, eine Plastik in Form eines Käse-Igels. Einsendeschluss ist der 28. Februar - und das ist kein Kokolores.
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Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons 12.02.2012
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Wien, Burgtheater, Kasino: Luis Buñuel "Der Würgeengel" Regie: Martin Wuttke
Sendezeit: 12.02.2012, 23:52
Péter Nádas über sein Opus magnum "Parallelgeschichten" - Buchpremiere in Berli
Sendezeit: 12.02.2012, 23:45
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