Montag - Freitag · 6:30 | 7:30 | 8:30 | 9:30 | 10:30 | 11:30 | 14:30 | 15:30 | 16:30 Uhr
Samstag · 6:30 | 7:30 | 8:30 | 9:30 | 10:30 | 11:30 Uhr
Sonntag · 9:30 | 11:30 Uhr
Der Streit um ein russisches Denkmal im estnischen Tallinn ist in der vergangenen Nacht eskaliert. Mindestens ein Mensch kam bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei ums Leben. Mehr als fünfzig Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt, 300 festgenommen. Die Behörden hatten nachts um 3 Uhr 40 entschieden, mit der lange geplanten Verlegung des Denkmals sofort zu beginnen. Bereits am Abend protestierten etwa tausend Vertreter der russischen Minderheit an dem Monument zu Ehren der russischen Soldaten. Die Bronzestatue wurde noch im Morgengrauen abgebaut; wo sie sich derzeit befindet, ist nicht bekannt. Einem Parlamentsbeschluss zufolge soll das Denkmal aus dem Stadtzentrum auf einen Friedhof verlegt werden. Das Moskauer Außenministerium bezeichnete die Aktion als "blasphemisch". Auf diesen Versuch, "die Lehren des Zweiten Weltkriegs umzuschreiben", werde man reagieren müssen.
Unter dem Druck der Sicherheitspolitik werden Gesellschaften weltweit immer weniger freiheitlich, meinen die Teilnehmer des amerikanischen PEN-Festivals. In den Gesprächen in New York habe man festgestellt, dass es sich um einen globalen Trend halte, sagte der Autor Ilja Trojanow im Deutschlandradio Kultur. Diese Parallelität sei erschreckend. Auch deutsche Politiker wie zuletzt Innenminister Schäuble betrieben ganz bewusst eine Verengung der Offenheit unserer Gesellschaft. Ilja Trojanow forderte seine Schriftsteller-Kollegen und alle Intellektuellen auf, gegen diese Entwicklungen vorzugehen und vor ihnen zu warnen.
Orhan Pamuk soll nun doch noch seinen Berliner Doktorhut bekommen. Wie die Freie Universität mitteilt, wird der türkische Literaturnobelpreisträger die Ehrendoktorwürde am kommenden Freitag entgegennehmen. Ursprünglich war die Verleihung schon für Anfang Februar geplant, doch damals hatte der Schriftsteller seine Deutschlandreise kurzfristig abgesagt, wie vermutet wurde aus Angst vor Terroranschlägen. Der 54-jährige Pamuk wird von der FU als "Ausnahmeerscheinung der Weltliteratur" geehrt.
Nach rund 140 Jahren sah die Universität von Virginia die Zeit für eine Entschuldigung gekommen. Die US-Hochschule bedauert, dass sie in der Zeit von 1819 bis 1865 Sklaven ausgebeutet hat. Die Zwangsarbeiter erbauten die Universität. Der Rektor erklärte nun, man sehe sich dem Prinzip der Gleichheit verpflichtet und verurteile die Sklaverei als abscheulich. Mit ihrer Entschuldigung folgt die Uni dem Beispiel der Staaten Maryland und North Carolina.
Sinkende Auflagenzahlen? Kein Problem. Griechische Zeitungsverleger haben zu einem einfachen Mittel gegriffen, um wieder mehr Kunden zu gewinnen: Beim Kauf einer Zeitung gibt es eine CD mit pornografischem Material gratis dazu. Doch die Staatsanwaltschaft hat den Verlagen nun einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie der griechische Rundfunk berichtet, droht den Herausgebern in Zukunft eine Anzeige wegen Verletzung des Schamgefühls.