Ob Katharina Wagner ihrem Wunsch, die Bayreuther Festspiele zu leiten, mit dieser Inszenierung nähergekommen ist? Aus Sicht des Publikums wohl eher nicht: Bei ihrem Regiedebut mit den 'Meistersingern von Nürnberg' übertönten laute Buh-Rufe die wenigen wohlwollenden Bekundungen. Unterschiedlich fällt auch das Fazit der Nachrichtenagenturen aus: Zwar gelängen Katharina Wagner originelle Szenen, doch lasse die Aufführung nur selten eine klare dramaturgische Linie erkennen, schreibt dpa. Stattdessen entfalte sie ein bizarres Panoptikum, wo Ur-Opa Richard in der Unterhose tanze, ein Nackter aus der Kiste steige und am Ende das Regieteam kurzerhand verbrannt werde. Der Deutsche Depeschen-Dienst stellt immerhin fest, dass die Regisseurin teils komische, teils rätselhafte Bilder von großer Kraft gefunden habe.
"Er war am besten, wenn er der Minimalist und Melancholiker sein konnte." Mit diesen Worten würdigt die 'Frankfurter Rundschau' den Schauspieler Ulrich Mühe, der am Sonntag an Krebs gestorben ist. Mühe habe eine intellektuelle, wache Sensibilität für seine Zeit gehabt und auch sein Spiel sei, wo es am besten war, nachdenklich, argumentativ, tastend gewesen, so das Blatt. Ähnlich sieht das die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung'. Der Schauspieler habe sich seinen Rollen auf Samtpfötchen genährt. Und am Ende habe er jede Nuance erfasst und den Part gemeistert und sich einverleibt, ganz zart und vorsichtig, ist da zu lesen. Auf eine knappe Formel bringt es der Wiener 'Standard'. Für ihn war Mühe ein mit den Wassern der Hochklassik gewaschener Grübler - ein begnadeter Handwerker ohne Allüren.
Er galt als leidenschaftlicher Büchermacher. Jetzt ist der Verleger Gerd Hatje im Alter von 92 Jahren gestorben. Der gebürtige Hamburger hatte 1945 im baden-württembergischen Calw einen Verlag für Kunst, Fotografie und Architektur gegründet. 1990 verkauft Hatje sein Haus, daraus wurde nach einer Zusammenführung der Hatje Cantz Verlag.
Bis heute gilt die so genannte "Sophien-Ausgabe" von Goethes Gesamtwerk als wichtige Referenz für die Forschung. Von Christoph Martin Wieland gab es bislang noch keine solche "historisch-kritische Ausgabe". Das ändert sich nun: Der neben Lessing und Lichtenberg bekannteste Dichter und Übersetzer der deutschen Aufklärung bekommt nun auch eine wissenschaftliche Edition. Sie soll "Oßmannstedter Ausgabe" heißen, nach Wielands ehemaligem Landgut bei Weimar. Die Universität Jena nimmt sich des 36-bändigen Projektes an, gefördert wird es von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 2,5 Millionen Euro.
Matt Damons Stern hat die Nummer 2343. Für den 36-jährigen Schauspieler wurde jetzt auf dem 'Walk of Fame' in Hollywood eine eigene Plakette enthüllt. 1998 erhielt er gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Ben Affleck den Oscar für das Drehbuch zu dem Film 'Good Will Hunting', in dem er selbst ein verstörtes Mathematik-Genie spielt. Ab Herbst ist er in dem Film 'The Bourne Ultimatum' zu sehen.