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Samstag · 9:30 | 10:30 | 11:30 Uhr
Sonntag · 9:30 | 11:30 Uhr
Schlimmer kann ein Feuilleton-Verriss kaum ausfallen. Für den Kritiker der Zeitung 'Die Welt' ist Christian Weises Inszenierung von Shakespeares 'Sommernachtstraum' in Salzburg einfach "grottenschlecht". Weise verblödele den Shakespeare- Klassiker in einer Weise, die jeder Provinzschmiere zur Unehre gereichen würde. Für Salzburg, das Festival des Luxus und der Moden, sei dies eine Schande und ästhetische Bankrotterklärung. Die 'Süddeutsche Zeitung' kritisiert, Weises Inzenierung stehe für die Tendenz, dieses doch ziemlich abgründige Stück zu verniedlichen. Die 'F.A.Z.' schließt ihren Verriss mit den Zeilen: "Selten war des Kobold Pucks Flehen um freundlichen Beifall so bitter nötig wie an diesem enttäuschenden Abend."
Leichte Kost ist die Musik von Giacinto Scelsi nicht gerade - doch in Salzburg wurde sie begeistert gefeiert. Bei den dortigen Festspielen wurde Christoph Marthalers neues Musiktheater 'Sauser aus Italien. Eine Urheberei' vom Publikum in der alten Salzsiederei mit enthusiastischem Beifall bedacht. In dem Stück lässt der Regisseur seine Schauspieler zur minimalistischen Musik Scelsis absurde Dialoge sprechen und groteske Pantomimen oder Slapstick-Nummern spielen. 'Sauser' bildete den Abschluss der Reihe 'Kontinent Scelsi', in der Werke des 1988 gestorbenen italienischen Komponisten aufgeführt wurden.
Jetzt droht auch noch Riccardo Chailly mit seinem Abgang aus Leipzig. Der Generalmusikdirektor der dortigen Oper will drohende weitere Kürzungen für sein Haus nicht akzeptieren. Falls die Stadt weiter sparen wolle, schliesse er persönliche Konsequenzen nicht aus, sagte der Dirigent der 'Leipziger Volkszeitung'. Chailly ist auch Kapellmeister des Gewandhaus-Orchesters. Erst im Juni hatte sich die Stadt wegen Differenzen über die Zukunft der Oper vorzeitig von deren Intendant Henri Maier getrennt.
Vor einem Monat noch hatte er auf der Bühne gestanden. Jetzt ist der Schauspieler Richard Beek im Alter von 83 Jahren gestorben, wie das Bayerische Staatsschauspiel mitteilte. Seit 2001 war er Mitglied des Ensembles. Davor stand er 46 Jahre bei den Münchner Kammerspielen auf der Bühne. Beek hatte auch Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen, darunter zuletzt in den deutschen Spielfilmen 'Vaya Con Dios' und 'Vom Suchen und Finden der Liebe'.
Sasha Waltz ist die 'Choreografin des Jahres'. Die Berlinerin wurde in einer Kritiker-Umfrage der Fachzeitschrift 'Ballet-Tanz' gewählt. Gelobt wurden unter anderem ihre internationalen Tourneen und ihre kürzlich in Luxemburg uraufgeführte Oper 'Medea'. Zudem habe Sasha Waltz mit dem Berliner Kulturzentrum 'Radialsystem' einen neuen Kunstraum geschaffen. 15.29 h
Der Stauffenberg-Film 'Valkyrie' steht unter keinem guten Stern. Hauptdarsteller Tom Cruise ist wegen seiner Scientology-Mitgliedschaft seit Wochen wieder verstärkt in der Kritik. Jetzt gab es bei den Dreharbeiten in Berlin auch noch Verletzte. Elf Statisten stürzten von der Ladefläche eines fahrenden Lastwagens; einer von ihnen wurde dabei schwer verletzt, wie die örtliche Feuerwehr mitteilte. Auch so mancher Berliner Autofahrer dürfte über den Film fluchen: Am Wochenende wurden für die Aufnahmen mehrere Straßen gesperrt - und das sicher nicht zum letzten Mal. In 'Valkyrie' geht es um das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944.
Das in Wien ansässige Internationale Presse-Institut hat gegen die Abschaltung der UKW-Sendungen des britischen Senders BBC in Moskau protestiert. Der russische Privatsender "Bolschoi-Radio" und BBC-Partner hatte am Wochenende mitgeteilt, dass er die Programme des BBC-Weltdienstes nicht mehr ausstrahlen werde. Nach Informationen der BBC wurde der russische Sender von staatlichen Stellen dazu gezwungen. - Nach Angaben von IPI-Direktor Fritz versucht die Regierung in Moskau seit dem Jahr 2000, mehr Kontrolle über die elektronischen Medien zu gewinnen.
Im Kampf gegen die Mafia sieht Roberto Saviano auch die Intellektuellen gefragt. Das organisierte Verbrechen habe keine Angst vor der Polizei, vor den Gerichten und vor Verurteilungen, sagte der italienische Autor der 'Süddeutschen Zeitung'. Wenn jedoch Leser und Journalisten eine dauernde Aufmerksamkeit herstellten, komme die Mafia in Schwierigkeiten. Er hält die Präsenz italienischer Banden in Deutschland für weitaus größer, als es die sechs Morde von Duisburg erahnen lassen. So kontrollierten die Mafia-Gruppierungen Ndrangheta und Camorra weite Bereiche der ostdeutschen Bauindustrie. Saviano ist Autor eines vielbeachteten Sachbuchs über die Mafia und nach Morddrohungen untergetaucht.
Eines ihrer Lieder heißt 'Career Girl'. Jetzt will Schlagersängerin Vicky Leandros erneut Karriere machen - und zwar in der Politik. Die 54-jährige kandidiert für das griechische Parlament. Oppositionsführer Giorgos Papandreou habe sie gebeten, für die sozialistische Pasok-Partei anzutreten, sagte sie in Piräus. Vicky Leandros ist kein Politik-Neuling: Bereits im Oktober gelang ihr der Einzug in den Rat der Hafenstadt. Nicht wenige hoffen nun, dass die Sängerin in die Fußstapfen der berühmten griechischen Schauspielerin Melina Merkouri tritt. Die hatte in den 90er Jahren mit Erfolg das Amt der griechischen Kulturministerin ausgeübt.
Ein Kirchen-Künstler muss nicht immer gläubig sein. Das findet Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin in Köln. Wenn die beiden Kirchen Aufträge zu vergeben hätten, sollten sie nicht zuerst fragen, ob der Künstler katholisch oder evangelisch sei, sagte sie der Nachrichtenagentur KNA. Wichtiger sei, was ein Maler oder Bildhauer zu existenziellen Fragen zu sagen habe. Die Dombaumeisterin forderte auch kleinere Gemeinden auf, ihre Kirchen durch Kunst zu prägen. Manchmal tue es weh, wenn am Altar ein falscher Perserteppich oder ein Stück Auslegware liege. In Kirchen müsse es anders aussehen als in Mehrzweckhallen.
Ein Maler sorgt für Ärger in der europäischen Kulturhauptstadt. Sorin Tara, wegen allerlei Provokationen in Rumänien durchaus umstritten, führt in Hermannstadt eine Privatfehde gegen den deutschstämmigen Bürgermeister Klaus Johannis. Auf drei in einer Bibliothek ausgestellten Bildern wird das Stadtoberhaupt unter anderem als Ratte verunglimpft. In einer Erklärung bezeichnete Tara den Bürgermeister als Diktator. Er kritisierte, dass seine Kunst in den Veranstaltungen der Kulturhauptstadt keine Rolle spiele. Tara steht unter anderem wegen des Vorwurfs in der Kritik, Kontakte zu rechtsradikalen Politikern zu pflegen.
In drei Jahren soll die Karlsbrücke wieder in neuem Glanz erstrahlen. Eine umfangreiche Renovierung des 650 Jahre alten Bauwerks hat heute in Prag begonnen. Brüchige Steine sollen ersetzt und die Isolierung erneuert werden. Die Arbeiten kosten rund 7,7 Millionen Euro. Prag-Touristen müssen auf den beliebten Spaziergang über die Moldau nicht verzichten: Die Brücke bleibt während der Renovierung geöffnet.
Kunstkritik darf nicht lauwarm daherkommen. Das meint Hanno Rauterberg, Kulturredakteur der Wochenzeitung 'Die Zeit'. Die Kritik dürfe sich vor klaren Stellungnnahmen nicht scheuen und es ruhig auch einmal krachen lassen, sagte Rauterberg im Deutschlandradio Kultur. Dies bedeute ja nicht, dass man dem Publikum vorschreibe, was es zu mögen habe. Rauterberg führt die Zurückhaltung vieler Kunstkritiker unter anderem auf das geringe Zeilenhonorar für freie Mitarbeiter zurück. Daher sei mancher darauf angewiesen, auch Katalogbeiträge zu schreiben oder Reden auf Vernissagen zu halten. Damit gebe es in der Kultur eine journalistische Rollenverquickung, die in anderen Bereichen wie der Politik unerwünscht sei.
Der Weltverband der Bibliotheken wird künftig von einer Deutschen geführt. Die Generaldirektorin der Berliner Zentral- und Landesbibliothek, Claudia Lux, wurde per Briefwahl von über 1.500 Mitgliedsverbänden und Institutionen aus 150 Ländern für das Amt bestimmt. Claudia Lux tritt es noch in diesem Monat bei der diesjährigen Weltkonferenz des IFLA-Verbands in Oslo an. Die IFLA wurde 1927 in Edinburgh gegründet.
Auf seinen früheren Sender Sat 1 ist Roger Schawinski nicht mehr gut zu sprechen. Der frühere Geschäftsführer sagte dem 'Spiegel', durch die Streichung von Arbeitsplätzen und eigenproduzierten Programmen erhöhten die neuen Finanzinvestoren zwar mit einem Fingerschnippen den Umsatz pro Mitarbeiter. Ein neues Programm durch Wiederholungen zu ersetzen, sei aber kurzfristiges Controller-Fernsehen und könne nicht lange gutgehen. Schawinski bekräftigte auch seine Kritik an den öffentlich-rechlichen Sendern. Diese seien verzweifelt, weil ihnen die jungen Zuschauer wegliefen. Jetzt versuchten sie, das Privatfernsehen zu kopieren. Die Telenovelas etwa würden in ihrer plattesten Form bei ARD und ZDF vorgeführt.
Nach den jüngsten Skandalen um gefährliches Spielzeug geht China ungewöhnliche Wege, um die Verbraucher zu beruhigen. Der Chef der chinesischen Qualitätssicherungsbehörde trat jetzt in einer Mischung aus Talkshow und Verkaufssendung im staatlichen Fernsehen auf. Man könne das Spielzeug bedenkenlos in die Hand nehmen, demonstrierte er etwa bei einer kleinen Plastikfigur, die zuletzt Teil einer Rückrufaktion war. Schließlich seien die hohen Bleiwerte lediglich in den winzigen Augenbrauen des Männchens enthalten gewesen. Der hohe Beamte schloss mit den Worten, China habe drei Millionen hart arbeitende Menschen, die Spielzeug herstellten, um Kinder weltweit glücklich zu machen.
Den Geisteswissenschaften in Deutschland gehen die Professoren verloren. Nach Angaben des Deutschen Hochschulverbands sind zwischen 1995 und 2005 insgesamt 663 Stellen nicht wiederbesetzt worden. Dies sei ein Rückgang von 11,6 Prozent, sagte DHV-Präsident Bernhard Kempen in Bonn. Gleichzeitig sei die Zahl der Studierenden in diesen Bereichen jedoch gestiegen. Eine Qualitätsverbesserung des Hochschulsystems sei so nicht möglich. Überdurchschnittlich ist der Abbau von Professorenstellen in der Philologie und bei den Erziehungswissenschaften.
"Die Kemalisten in der Türkei sind nicht mehr reformfähig." Der deutsch-türkische Publizist Zafer Senocak stellt den Erben des Staatsgründers Atatürk ein schlechtes Zeugnis aus. Die Kemalisten und ihre Partei CHP würden jede politische Tendenz auf Grundlage des Islams pauschal verdammen, kritisierte Senocak im Deutschlandradio Kultur. Damit werde aber die Hälfte der Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt. Senocak bedauerte, durch den Stillstand bei den Kemalisten werde die Kluft in der türkischen Gesellschaft immer tiefer.
Russlands Muslime befürchten einen religiösen Konflikt. In einem Brief an Präsident Wladimir Putin warnt der russische Rat der Muftis davor, der Forderung der russisch-orthodoxen Kirche nach Einführung eines Schulfachs 'Grundlagen der orthodoxen Kultur' nachzugeben. Damit versuche die Kirche, das Gesetz Gottes an den Schulen einzuführen, heißt es in dem Schreiben. Die Muftis warnen vor einem "Zwang zum Glauben" und einer "Klerikalisierung Russlands". Die Reaktion der orthodoxen Kirche kam prompt: Ein Vertreter sprach in der Zeitung 'Kommersant' von einer gezielten Kampagne von Atheisten.
Schlechte Straßenmusikanten sollen in Hannover bald keine Chance mehr haben. Zumindest, wenn es nach dem Willen der dortigen CDU geht. Sie will in der Landeshauptstadt einen Qualitätsausweis für die Musiker einführen. Sie müssten beim Vorspielen in der städtischen Musikschule erst beweisen, dass sie ihr Instrument auch beherrschten, sagte CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Besucher von Straßencafes würden gegenwärtig im Stundenrhythmus von wechselnden Kapellen beschallt und müssten dabei viele schräge Töne ertragen.
Sie war das erste asiatische Supermodel. Die Japanerin Sayoko Yamaguchi erlangte in den siebziger Jahren auf den internationalen Laufstegen Weltruhm. Ihr Markenzeichen war ihr schimmerndes, streng gerade geschnittenes schwarzes Haar. Yamaguchi war auch als Theaterund Filmschauspielerin tätig und entwarf Bühnenkostüme. Jetzt ist sie im Alter von 57 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.
Jetzt soll Rocky Glück bringen. In dem serbischen Dorf Zitiste ist eine drei Meter große Statue des Hollywood-Boxers enthüllt worden. Zitiste wurde in den vergangenen Jahren von Überschwemmungen und Erdrutschen getroffen und geriet in den Ruf, Unglück anzuziehen. Jetzt soll die von einem kroatischen Künstler geschaffene Skulptur für Touristen und Medienrummel sorgen. Rocky ist nicht der einzige Film-Haudegen, der auf dem Balkan als Statue verewigt wurde: Im herzegowinischen Mostar steht seit zwei Jahren eine Skulptur von Kung-Fu-Legende Bruce Lee.
In Großbritannien sollte auch ein Katholik gekrönt werden können. Der Bischof der schottischen Diözese Motherwell, Joseph Devine, wehrt sich gegen den seit Jahrhunderten geltenden Ausschluss von Katholiken von der britischen Thronfolge. In einem Brief an die im schottischen Parlament vertretenen Parteien schreibt er, der sogenannte 'Act of Settlement' aus dem Jahr 1701 sei eine nationale Schande und ein Vergehen an Katholiken. Das Gesetz war kürzlich wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, weil der Enkel von Königin Elizabeth, Peter Phillips, eine katholische Kanadierin heiraten will. In diesem Fall müsste er auf seinen zehnten Platz in der Thronfolge verzichten.
Ein 5.000 Jahre altes Kaugummi. Wissenschaftler der britischen Universität Derby fanden es bei Ausgrabungen in Finnland, wie sie im BBC-Fernsehen berichteten. Das Stück Birkenharz mit Zahnabdrücken enthalte Karbolsäure und habe deshalb wie ein Zahnpflegekaugummi gewirkt.