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Mittwoch, 15. Oktober 2008 09:30 Uhr

Buchmesse: Orhan Pamuk kritisiert Türkei / "Bücher werden noch immer verboten"

Der Hang des türkischen Staates, Bücher zu verbieten und Schriftsteller zu bestrafen, hält nach Ansicht von Orhan Pamuk noch immer an. Der Schriftsteller formulierte seine Kritik zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse - deren Gastland in diesem Jahr die Türkei ist. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte die Einschätzung, dass die Türkei beim Thema Meinungsfreiheit noch ein Stück des Weges vor sich habe. Der türkische Staatspräsident Gül beteuerte dagegen, die Einschränkungen hätten abgenommen oder seien bereits gänzlich verschwunden. Die nackten Zahlen zur Buchmesse sind diese: 402.000 Titel von mehr als 7.300 Ausstellern aus 100 Ländern - darunter etwa 250 türkische Schriftsteller und 150 Verlage aus dem Gastland.

 

Berliner Kino Zoo-Palast schließt seine Türen

Der rote Teppich wird für einige Zeit fehlen. Das traditionsreiche Berliner Kino Zoo-Palast soll einem Neubau weichen. Nach der Wiedereröffnung werde der große Saal des Hauses wieder für die Premieren der Berlinale zur Verfügung stehen, kündigte der Kinobetreiber UCI Kinowelt an. Bei der Planung des neuen Gebäudes wolle man darauf achten, den Charakter des Zoo-Palastes als Festivalkino zu erhalten und die technische Ausstattung und den Komfort zu verbessern. Mit den Bauarbeiten soll im Jahr 2010 begonnen werden.

 

Moskauer Militärgericht lehnt Aufarbeitung von Katyn-Massaker ab

Als Präsident der Sowjetunion räumte Michail Gorbatschow einst die Schuld seines Landes am Massaker von Katyn ein - doch die russische Justiz lehnt eine Beschäftigung mit dem Fall weiter ab. Ein Moskauer Militärgericht hat eine Beschwerde von Angehörigen gegen die Einstellung des Verfahrens zurückgewiesen. Die Opfer des Verbrechens seien nie identifiziert worden, hieß es zur Begründung. Sowjetische Geheimpolizisten hatten während des Zweiten Weltkriegs mehr als 4.000 polnische Soldaten und Zivilisten in einem Wald in der Nähe der polnischen Stadt Smolensk erschossen und in Massengräbern verscharrt.

 

Einstweilige Verfügung gegen Romy-Schneider-Roman

Der neue Romy-Schneider-Roman "Ende einer Nacht" von Olaf Kraemer darf auf der Frankfurter Buchmesse nur mit geschwärzten Passagen präsentiert werden. Das Landgericht Frankfurt habe die Verbreitung der ursprünglichen Fassung des Buchs per einstweiliger Verfügung untersagt, teilte der Blumenbar-Verlag mit. In dem Roman geht es um die letzten Stunden der 1982 gestorbenen Schauspielerin. Die Familie der Künstlerin monierte sieben Passagen, in denen eine persönliche Nähe von Romy Schneiders Mutter Magda zu Adolf Hitler beschrieben wird. Der Verlag prüft, ob er gegen den Gerichtsbeschluss Widerspruch eingelegt will.

 

Karl Marx "Kapital" verkauft sich besser

Ein Bestseller ist es nicht gerade, aber die Verkaufszahlen werden besser. Die Rede ist von Karl Marx' Standardwerk "Das Kapital". Der Philosoph sei wieder in Mode, sagte Jörn Schütrumpf, Geschäftsführer des Berliner Karl-Dietz-Verlags, der "Neuen Rhein Zeitung". Der Verkauf des ersten Bandes habe sich seit 2005 verdreifacht und liege in diesem Jahr bei 1.500 Exemplaren.

 
 

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