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KULTURNACHRICHTEN
 

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Samstag · 9:30 | 10:30 | 11:30 Uhr
Sonntag · 9:30 | 11:30 Uhr

Piusbrüder vergleichen Protest gegen CSD mit Widerstand gegen Nationalsozialismus

Die Piusbruderschaft sorgt mit immer neuen Aktionen für heftigen Widerspruch. Diesmal geht es um einen sehr umstrittenen Bezug: Die traditionalistische Bruderschaft hat ihren Protest gegen den Christopher-Street-Day in Stuttgart mit dem Widerstand der Katholischen Kirche gegen den Nationalsozialismus verglichen. Auch wird der Umzug der Schwulen und Lesben als "pervers" bezeichnet und als "Propaganda für die sodomitische Sünde". Die Stuttgarter CSD-Veranstalter sprachen von Hetze und stellten Strafanzeige. der Grünen-Politiker Volker Beck regte an, die Bruderschaft vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.

 

JD Salinger hat Erfolg vor Gericht: Fortsetzung von "Fänger im Roggen" erscheint nicht

Die Welt wird doch nicht erfahren, was aus Holden Caulfield geworden ist. Jerome David Salinger hat vor einem New Yorker Gericht einen ersten Erfolg erzielt: Die umstrittene Fortsetzung seines Bestsellers "Der Fänger im Roggen" darf vorerst nicht veröffentlicht werden. Geschrieben hat das Buch der Schwede Fredrik Colting. Die Richterin argumentierte, das Erzählmuster des Nachfolge-Buches spiegle das Original zu sehr wider und bediene sich daraus mehr als nötig. Auch die Sprache Coltings sei fast identisch, bis hin zum Gebrauch von Wörtern wie "goddam", "phony", "crumby" oder "lousy". Colting selbst hatte stets gehofft, seine Fortsetzung des großen Klassikers könnte auf Interesse und Gnade bei JD Salinger stoßen.

 

Yoko Ono gewinnt Rechtsstreit um Lennon-Video

John Lennon raucht Marihuana und scherzt, man müsse Richard Nixon mal eine Portion LSD in den Tee mischen. Zehn Stunden dauert das verrauschte Schwarz-Weiß-Video über den damals 29-Jährigen - und die Rechte an dem Material gehören nun Yoko Ono. John Lennons Witwe gewann den Rechtsstreit gegen eine Produktionsfirma aus Massachussetts. Das Unternehmen sah sich selbst als Besitzer an und klagte, weil die Videobänder gestohlen und dann an Yoko Ono verkauft worden seien.

 

Kölner Glockenspiel hat Stockhausen gelernt

Das Glockenspiel am Kölner Rathaus hat dazugelernt. Vier Monate lang war es still - Grund war der Einsturz des Stadtarchivs. Wenn die Glocken nun ab kommenden Montag wieder erklingen, dann auch mit zeitgenössischer Musik, genauer gesagt mit dem "Tierkreis - 12 Melodien der Sternzeichen" von Karlheinz Stockhausen. Die 48 Glocken wiegen 14 Tonnen und sind selbst in Kölscher Musik kundig: die "Höhner" und die "Bläck Fööss" stehen ebenfalls auf dem Spielplan.

 

Müller-Karpe: "Nicht genug Bewusstsein für Handel mit Raubkunst"

In Deutschland gibt es nicht genügend Bewusstsein für den Handel mit Raubkunst aus Ländern wie dem Irak. Der Archäologe Michael Müller-Karpe sagte im Deutschlandfunk weiter, im Kunsthandel seien archäologische Objekte aus legaler Herkunft sehr selten. Was bei offiziellen Grabungen gefunden werde, gehe meistens in ein Museum. Was dagegen im deutschen Kunsthandel angeboten werde, könne im Prinzip nur aus Raubgrabungen stammen. Die deutsche Rechtslage lasse durchaus zu, dass etwas getan werde - es werde aber nicht genug getan. Müller-Karpe hat zur Zeit ein Goldgefäß im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz in Verwahrung. Es stammt nach seinem Gutachten aus dem Irak, und um den Besitz wird heftig gestritten.

 

Piratenpartei: Verkauf von "Pirate Bay" ändert nichts an unserer Arbeit

Die Piratenpartei sieht ihre Ziele durch den Verkauf der Internet-Tauschbörse "Pirate Bay" überhaupt nicht in Frage gestellt. Parteichef Dirk Hillbrecht sagte im Deutschlandradio Kultur, die Piratenpartei sei nie der politische Arm von Pirate Bay gewesen. Inhaltlich gehe man viel weiter als die Tauschbörse, etwa in Sachen Patent- und Bürgerrechte. - Die "Pirate Bay" ist von einem schwedischen Software-Unternehmen aufgekauft worden und soll auf eine legale Basis gestellt werden. Dirk Hillbrecht meinte, grundsätzlich müsse das Urheberrecht in Deutschland überarbeitet werden: zur Zeit seien die Verwertungsstrukturen noch stark zentralisiert - und das entspreche nicht mehr den Gegebenheiten des Internet.

 

Franzosen kaufen sich bei TV-Produktionsfirma Brainpool ein

Stefan Raab hat jetzt französische Kollegen in der Firmenleitung. Das Pariser Unternehmen 'Banijay Entertainment' hat Raabs Produktionsfirma 'Brainpool' zur Hälfte übernommen. Ein Brainpool-Sprecher sagte dem Branchendienst 'Kress', damit erhalte man Zugriff auf den attraktiven Format-Katalog der Franzosen sowie neues Kapital für eine weitere Internationalisierung. 'Brainpool' produziert unter anderem Sendungen für Oliver Pocher, Christian Ulmen und Anke Engelke.

 

Medienkonzern Gannett (USA Today) streicht 1.400 Stellen

Jetzt sind die Zahlen amtlich: Der amerikanische Medienkonzern Gannett streicht 1.400 Stellen, die meisten davon in den kommenden Wochen. Grund sind wie überall in der Branche die einbrechenden Werbeeinnahmen. In einer Mitteilung des Unternehmens, das unter anderem die Zeitung "USA Today" herausgibt, heißt es: "Es gab vielversprechende Anzeichen einer Erholung, aber die Verbesserungen sind nicht stabil genug." Bei Gannett arbeiten zur Zeit noch 41.500 Mitarbeiter - 2008 war bereits ein Zehntel der Stellen weggefallen.

 

WAZ-Gruppe sucht neue Wege im Printmarkt

Die Essener WAZ-Gruppe sucht nach neuen Produkten im Printbereich - und hat dazu Stefan Aust beauftragt. Die Agentur des ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteurs soll überlegen, was überhaupt noch auf dem Markt unterzubringen ist und dabei auch das Konzept eines wöchentlichen Nachrichtenmagazins durchspielen, berichtet der Mediendienst "Kress". Die konkreten Ideen müssten sich nicht im bisherigen Geschäftsrahmen des WAZ-Konzerns bewegen.

 

Springer will mit Studentenbewegung an einen Tisch

Der Springer Verlag will wissen, wie es damals wirklich war. Vorstandschef Mathias Döpfner hat in Berlin erklärt, der Verlag wolle sich im Oktober mit seinen einstigen Gegnern aus der Studentenbewegung der sechziger Jahre an einen Tisch setzen. Dem Haus sei bewusst, so Döpfner, dass seinerzeit journalistische Fehler gemacht worden seien. Man werde nichts vertuschen, wünsche sich das aber auch von jenen, die bis heute unbeirrt an den alten Mythen festhielten. Kritiker warfen der BILD-Zeitung seinerzeit unter anderem vor, mit reaktionären und reißerischen Berichten zur Eskalation der Gewalt beigetragen zu haben.

 

Suche nach Entwurf für Einheits- und Freiheitsdenkmal geht weiter

Das Ringen um ein "Einheits- und Freiheitsdenkmal" geht in die nächste Runde. Kulturstaatsminister Bernd Neumann meinte, der zuständige Bundestagsausschuss habe beschlossen, in einem sogenannten Einladungswettbewerb gezielt - so wörtlich - 'besonders qualifizierte Künstler und Architekten' anzusprechen. Auch solle das Denkmal inhaltlich nicht mehr überfrachtet werden, sondern nur noch an die friedliche Revolution 1989 in der DDR erinnern. Das erste Verfahren war abgebrochen worden, weil die Jury unter mehr als 500 Bewerbern keine 20 geeigneten Entwürfe finden konnte.

 

Streit um Bayreuther Festspiele: Verwaltungsrat bittet Gewerkschaften um Zeit

Der Verwaltungsrat der Bayreuther Festspiele bittet um mehr Zeit. Der Vorsitzende Toni Schmid versichert, im Streit mit den Gewerkschaften sei der Festspielleitung, Zitat: "im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten sehr an einer tariflichen Einigung gelegen". Allerdings werde das nicht bis zum 24. Juli klappen - am 25. beginnen die Festspiele mit dem Tristan. Schmid betonte, in Bayreuth sei eben alles komplizierter, und das wohl schon seit Richard Wagner. Die Gewerkschaften drohen mit Streik, weil die Verhandlungen um einen Tarifvertrag aus ihrer Sicht gescheitert sind.

 

Studie: Aborigines öfter in sozialen und familiären Konflikten

Die Lage der Aborigines in Australien bleibt sehr schwierig. Die Regierung des Landes veröffentlichte eine Studie, nach der die Kinder der Ureinwohner besonders von Missbrauch bedroht sind. Die Gefahr ist sechsmal höher als bei anderen Kindern. Auch die Mord-Rate und die Wahrscheinlichkeit, eine Haftstrafe zu erhalten, liegen hoch - zudem schaffen zwei Drittel der jungen Leute ihren High-School-Abschluss nicht. Die Aborigines wurden von den ersten Siedlern erheblich drangsaliert. Lange Jahre wurden ihre Kinder zu weißen Familien gebracht und dort als Hausangestellte ausgebildet. Australien hat 21 Millionen Einwohner, 500.000 sind Aborigines.

 

Weltnaturschutz-Union: "17.000 Tierarten sind weltweit bedroht"

Fast 17.000 Tierarten in aller Welt gelten als bedroht. Das ist eine der bitteren Erkenntnisse der Weltnaturschutzunion IUCN. Aus ihrem Bericht geht hervor, wie der Mensch seine Lebensgrundlage zerstört - etwa durch Abholzung und Überfischung. Das wiege sogar noch schwerer als der ebenfalls hausgemachte Klimawandel. Die IUCN betont, das seit Jahren angestrebte Ziel, den Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten, werde bis 2010 nicht erreicht. Analysiert wurden fast 45.000 Tierarten - allein in Europa gelten zum Beispiel nahezu 40 Prozent aller Süßwasserfische als "bedroht".

 

Verbesserte Wasserqualität lockt Fische zurück in den Rhein

Die Angler wird es freuen: Im Rhein tummeln sich wieder fast alle Fischarten. Die Internationale Kommission zum Schutz des Flusses teilt mit, dass die Sanierungsmaßnahmen Erfolg gezeigt haben. Die Wasserqualität ist nun wieder so gut, dass die Fische zurückgekehrt sind. Allerdings müssten der Rhein und seine Zuflüsse noch naturnäher gestaltet werden - nur so könnten Wanderfische wie der Lachs problemlos zu ihrem Geburtsgewässer zurückfinden.

 

Hermann Nitsch: "Ich arbeite in Richtung Gesamtkunstwerk"

Musik, sagt Hermann Nitsch, ist ein ganz wesentlicher Bestandteil meiner Aktionen. Der österreichische Künstler und Mitbegründer des "Wiener Aktionismus" sagte der dpa, der Ursprung seiner Musik liege im Schrei, im Erregungszustand, der quasi "vor-verbal" sei. Am Samstag wird im Nitsch-Museum im niederösterreichischen Mistelbach zum ersten Mal seine zweistündige Sinfonie aufgeführt - inklusive Synthesizer, Ratsche und Trillerpfeife. Nitsch ist bekannt durch sein "Orgien-Mysterien-Theater" - das sind rituelle Happenings, bei denen er Tierkadaver und Blut einsetzt, um über den Ekel eine Katharsis, eine seelische Läuterung im Sinne von Aristoteles, zu erreichen.

 

Wiener Albertina nach Wasserschaden bereits zur Hälfte geräumt

Glück im Unglück hat das Wiener Albertina-Museum. Gut eine Woche nach dem Wassereinbruch wurden bislang an keinem Kunstwerk Schäden festgestellt. Die Aufbewahrungskassetten sind jedoch feuchter als erlaubt: Darum müssen alle Gemälde ausgelagert werden. Die Hälfte der 950.000 Werke ist schon in Sicherheit. Wie das Wasser nach den schweren Regenfällen in das Lager eindringen konnte, ist unklar. Letztlich hat der Gebäudeverwalter die Vernichtung der Kunstschätze verhindert: Er hatte Blechdächer über den Regalen anbringen lassen, ursprünglich als Schutz vor Staub.

 

'Mosaik von Lod' in Israel soll öffentlich gezeigt werden

Fische, wilde Tiere und zwei Handelsschiffe: sie sind auf dem bunten "Mosaik von Lod" zu sehen. Es stammt vermutlich aus dem dritten Jahrhundert nach Christus und war 1996 in der israelischen Stadt Lod entdeckt worden. Archäologen bedeckten es später wieder mit einer schützenden Sandschicht. Sie wurde jetzt entfernt, um das Mosaik zu restaurieren. Dann soll es öffentlich gezeigt werden; zuerst in New York und dann wieder in Lod.

 

US-Schauspieler Karl Malden im Alter von 97 Jahren gestorben

Er spielte in fast 70 Hollywood-Filmen, doch berühmt wurde er vor allem durch eine Krimiserie. Karl Malden ist im Alter von 97 Jahren in Kalifornien gestorben. Nicht nur in Deutschland war er populär als Detectiv Lieutenant Mike Stone in der Serie 'Die Straßen von San Francisco', die in den 70er Jahren auch Michael Douglas bekannt machte. 1952 gewann Karl Malden einen Oscar für seine Rolle im Film 'Endstation Sehnsucht'. Zu sehen war er außerdem in Filmen wie 'Baby Doll' und 'Das war der Wilde Westen'.

 

Untersuchung: Sexistische Witze schüren Gewalt gegen Frauen

Sexistische Witze machen Männer toleranter für Gewalt gegen Frauen. Das fanden Psychologen der Universität Granada heraus. Ihrer Studie zufolge akzeptierten Männer, die mit sexistischen Witzen konfrontiert wurden, frauenverachtendes Verhalten eher als andere Testpersonen. Sie seien aber generell anfälliger für frauenfeindliches Benehmen gewesen.

 

"Mittelschweres schwarzes Loch" nachgewiesen

Es gibt verschiedene Sorten von schwarzen Löchern. Die ganz kleinen heißen "stellare Löcher" und umfassen drei bis hundert Sonnenmassen. Die riesigen "galaktischen Löcher" haben bisweilen eine milliardenfach größere Masse als die Sonne. Das Magazin "Nature" berichtet nun, dass Forscher zum ersten Mal auch ein mittelschweres schwarzes Loch nachgewiesen haben: Es handelt sich um eine extrem starke Röntgenquelle - sie liegt 290 Lichtjahre von der Erde entfernt und besitzt etwa 500 Mal mehr Masse als die Sonne.

 

"Dutzende von Songs": Wie groß ist Michael Jacksons musikalischer Nachlass?

Wieviele Songs hat Michael Jackson tatsächlich hinterlassen? Tommy Mottola, der frühere Chef von Sony Music, sagte jetzt, viele Dutzend Lieder hätten es nicht in ein Album geschafft. Dazu zählten auch die Aufnahmen, die Jackson vor kurzem mit dem R&B-Sänger Akon und mit will.i.am von den Black Eyed Peas gemacht habe. Die Trauerfeier für Michael Jackson wird im übrigen nicht auf der Neverland Ranch stattfinden. Seine Familie will den genauen Ort in Kürze mitteilen.

 

Neuseeland: Nackte Flugbegleiterinnen im Sicherheits-Video

Die Sicherheits-Hinweise in Flugzeugen können einen gewissen Reiz ausüben. Eine neuseeländische Airline zeigt in dem üblichen Film kurz vor dem Start ganz einfach nackte Flugbegleiterinnen. Die Uniform ist ihnen auf den Körper gemalt, und die einschlägigen Körperteile werden durch strategisch platzierte Sicherheitsgurte verdeckt, wenn sie die Notausgänge und Sauerstoffmasken erläutern. Originell, einnehmend und lustig sei das - findet die Fluggesellschaft.

 

700 Euro für ein Mittagessen: Römisches Lokal ging zu weit

Diese Rechnung war nun wirklich zu gesalzen. Ein Prominenten-Restaurant in Rom hat einem japanischen Touristenpaar für ein Mittagessen sagenhafte 700 Euro abgenommen. Allein das draufgeschlagene Trinkgeld lag bei 115 Euro. Auf die Beschwerde der Urlauber hin meinte der Besitzer: "So sind nun mal die Preise". Pech für ihn: Die Japaner erstatteten Anzeige, die Polizei nahm das Restaurant in Augenschein, entdeckte Verstöße gegen diverse Vorschriften - und schloss das Lokal.