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Die Erforschung der europäischen Koran-Rezeption ist wieder einen kleinen Schritt weiter. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben in einem Archiv in Sevilla Fragmente einer Koran-Übersetzung des spanischen Theologen Johannes von Segovia aus dem 15. Jahrhundert entdeckt. Sie befänden sich als Randnotiz in einem anderen Werk Segovias und liessen Aufschlüsse über dessen Übersetzungstechniken zu, sagte der Altsprachler Reinhold Glei dem Deutschlandradio Kultur. Für die Fachwelt sei dies eine Sensation. Johannes von Segovia war damals der Überzeugung, dass die christliche Kirche ein falsches Bild vom Islam vermittle. Dieses wollte er durch eine neue Übersetzung korrigieren, die er gemeinsam mit einem muslimischen Gelehrten vornahm. Dieses vielleicht eindrucksvollste Beispiel eines christlich-muslimischen Gemeinschaftsunternehmens im Mittelalter gilt bis heute als verschollen.
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