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Der Fall Helene Hegemann sorgt weiter für Wirbel. Seit der 17-jährigen Autorin vorgeworfen wird, ihr Bestseller "Axolotl Roadkill" sei in Teilen ein Plagiat, hagelt es Reaktionen. Jetzt meldet sich der Verlag zu Wort, der das vermeintliche Original herausgegeben hat - den Roman "Strobo", erschienen bei "Sukultur". Der Verlag ist nicht an einem Streit interessiert: Geschäftsführer Frank Maleu sagte der dpa, man habe kein Interesse daran, das Buch von Helene Hegemann schlechtzureden. Aber wenn man Dinge von anderen übernehme, müsse man vorher fragen. In einer Presseerklärung des Verlages klingt das schärfer: Dort heißt es, Hegemann schmücke sich mit fremden Federn - und diese Federn gehörten dem Schriftsteller Airen. Der Autor mit diesem Pseudonym prüft gerade, in welchem Umfang Helene Hegemann bei ihm abgeschrieben hat. Die 17-Jährige selbst hat in der Zeitung "Die Welt" eingeräumt, ihre Quellen nicht aufgeführt zu haben. Das habe mit Nachlässigkeit und mit, so wörtlich, "uneingestandenem Narzissmus" zu tun.
Nächster Versuch für ein Einheitsdenkmal in Berlin. Kulturstaatsminister Neumann gibt bekannt: Ab sofort können sich Architekten und Künstler bewerben. Der Sieger soll am 3. Oktober bekanntgegeben werden, dem Tag der deutschen Einheit. Bei der ersten Ausschreibung hatte keiner der mehr als 500 Entwürfe überzeugt. Neumann sagte, die Zielsetzung sei präzisiert worden - Schwerpunkt sollten die Erinnerung an die friedliche Revolution 1989 und die Wieder-Erlangung der Einheit bilden. Beim ersten Wettbewerb sollte noch die gesamte Freiheitsgeschichte seit 1848 gewürdigt werden.
Es müssen wieder Unterrichtsfächer in den Mittelpunkt rücken, in denen Umgangsformen und der Dialog eine Rolle spielen. Das sagte Professorin Jutta Allmendinger im Deutschlandfunk - sie leitet das Wissenschaftszentrum Berlin. Sie meinte, Bildung müsse auch soziale Kompetenzen einschließen und plädierte für einen Bildungsbegriff, der nicht nur auf Noten und kognitive Fähigkeiten setzt. Darauf hätten sich auch die Experten beim kleinen Bildungsgipfel in Berlin verständigt. Jutta Allmendingers Traum beinhaltet darüber hinaus eine individuelle Ausbildung mit Ganztagsschule, Sozialpädagogen, längerem gemeinsamen Lernen und der Möglichkeit, mal für ein Jahr auszusetzen.
Shakespeare-Freund, begebe Er sich in die Waffenkammer! So der Appell der "New York Times". Das Blatt ist begeistert, denn die britische "Royal Shakespeare Company" wird zu einem ungewöhnlichen Besuch anreisen. Im kommenden Jahr gastiert die Truppe gleich sechs Wochen lang mit fünf Stücken im Big Apple. Dafür wird das Original-Theater aus Stratford-upon-Avon nachgebaut, und zwar in der alten "Armory", der Rüstkammer des 7. New Yorker Regimentes. Das ist ein großer Backsteinbau an der Park Avenue. Gespielt werden unter anderem "Wie es euch gefällt" und "Romeo und Julia".
Henry Rollins hat George Bush eine Million Mal beleidigt. Das sagte der Schauspieler dem "Standard" aus Wien. Henry Rollins ist bekannt für seine Spoken-Word-Performances und ist jetzt nach langer Zeit mal wieder in Wien aufgetreten. Er würde dafür bezahlen, um Bush einmal ins Gesicht zu sagen: Ich glaube, sie gehören ins Gefängnis. Doch auch mit Obama, den er gewählt hat, ist Rollins nicht zufrieden: Er verstehe nicht, dass ein intelligenter Mensch gerade jetzt mehr Truppen nach Afghanistan schicke. Alexander der Große, Dschingis Khan, die Briten und die Russen - alle seien gescheitert und hätten gelernt: Afghanistan verlässt man nur auf der Bahre.
Hugh Hefner lässt es sich ziemlich gut gehen - obwohl es dem "Playboy" ziemlich schlecht geht. Darum ist der Gründer des Erotik-Magazins von Aktionären verklagt worden. Das meldet der Internetdienst "TMZ.com". Trotz der Krise bleibe Hefner im Rampenlicht und zeige sich mit seinen Mädchen in der Playboy-Villa. Auch habe er zwei Gelegenheiten versäumt, den Verlag zu einem guten Preis zu verkaufen. Hefner ist 83. Den Playboy hat er 1953 ins Leben gerufen. Ende der Neunziger Jahre sei eine Aktie noch 36 Dollar wert gewesen, klagen die Aktionäre - heute seien es nur noch gut drei Dollar. Ein Heft aber koste schon 5 Dollar 99.
Bislang erinnert in Chisinau nur ein Grabstein am Bahnhof an die Verbrechen während der Stalin-Herrschaft. Nun bekommt die moldawische Hauptstadt ein Denkmal, das den Namen auch verdient. Der Bronzeguss ist zwölf Meter lang und zwei Meter hoch. Er soll Ende des Jahres aufgestellt werden, im Gedenken an die Opfer der Diktatur und die Deportationen in der ehemaligen Sowjetrepublik. Das Bürgermeisteramt erklärte, die kommunistische Maschinerie habe hunderttausende Menschenleben zerstört - allein in den Vierziger Jahren seien aus Moldawien zehntausende Bürger nach Sibirien und Kasachstan deportiert worden.
Ob es mehr als eine Image-Kampagne ist, wird sich in einigen Jahren zeigen. Das "Tihar Central Jail" in Neu-Delhi gilt als eines der größten Gefängnisse der Welt. Nun will Direktor Gupta den riesigen Komplex im Westen der indischen Hauptstadt zu einem grünen Gefängnis machen: Die Anlage soll nach einem Bericht der Agentur AFP auf Solarenergie und Biogas umgestellt werden. Das Wasser soll aufbereitet, der Abfall recycelt werden. - In Tihar leben mehr als 11.000 Häftlinge auf 160 Hektar. Ausgelegt ist das Gefängnis für 6.250 Insassen.
Im Iran sind mittlerweile 65 Journalisten in Haft. Das teilen die "Reporter ohne Grenzen" mit und beklagen, noch nie seit der Gründung der Organisation 1985 sei die Zahl so hoch gewesen. Auch das Internet sei seit Samstag Abend wieder beeinträchtigt, und viele Telefonkunden könnten keine SMS verschicken. Offensichtlich tue das Regime alles, um die bevorstehenden Demonstrationen der Opposition zu verhindern. Im Iran wird in diesen Tagen der 31. Jahrestag der Revolution von 1979 gefeiert - mit der größten Kundgebung ist am Donnerstag zu rechnen.
China reagiert auf Kritik nach wie vor mit Gefängnis. Jetzt ist Tan Zuoren zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der 55-jährige Aktivist hatte nach dem schweren Erdbeben in Sichuan im Jahre 2008 nachgeforscht, warum so viele Schulen einstürzten. Damals kamen tausende Kinder ums Leben. Ein Gericht sprach ihn nun der "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" schuldig. Das berichten Menschenrechtler aus Hongkong. Tan Zuoren hat mit dem Künstler Ai Weiwei zusammengearbeitet: Weiwei hat in seinem Blog die Namen von mehr als 5.000 Kindern dokumentiert, die bei dem Beben umkamen.
Google attackiert die sozialen Netzwerke. Wie das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichten, will die Suchmaschine schon bald Funktionen anbieten, die denen von "Facebook" und "Twitter" gleichen. Dann könnten die Nutzer von Google Mail kleine Botschaften und Status-Meldungen in Echtzeit verschicken und Aktivitäten ihrer Kontakte beobachten. Eingebunden werden sollen auch Youtube und die Fotoseite "Picasa" - beide gehören dem Konzern. Google Mail gilt mit 146 Millionen Nutzern als drittgrößter E-Mail-Dienst der Welt, hinter Hotmail von Microsoft mit mehr als 340 Millionen Nutzern und Yahoo Mail mit 285 Millionen Kunden.
Das Bistum von Quimper in der Bretagne ist unbeugsam. Das Büro des Bischofs hat ein Konzert in der Kathedrale von Quimper untersagt. Geplant war ein Klavierkonzert im Rahmen eines Chopin-Festivals. Die Zeitung "Le Télégramme" zitiert einen Brief des Bistums. Darin heißt es, Chopin sei zwar ein großer Künstler - die ersten Aufgaben einer Kirche seien aber das Gebet und das Lob Gottes. Solist Didier Squiban ist dennoch erleichtert, dass das Konzert nun in einer Kapelle stattfinde: Dort sei die Akustik ohnehin besser.
Pünktlich zu seinem neuen Film "Wolfman" bekennt Benicio del Toro: Er hat eine Schwäche für Monster. Bei einem Pressegespräch in Mexiko-Stadt meinte er, er sei immer auf der Seite von Monstern gewesen. Der jetzt von ihm verkörperte Werwolf und andere düstere, literarische Figuren seien noch nie gut weggekommen. - In dem Film spielt auch Anthony Hopkins mit. Angelehnt ist "Wolfman" an den Universal-Horrorklassiker "Der Wolfsmensch" aus dem Jahre 1941.
Diese Manuskripte gelten als besonders wichtig für die Schleiermacher-Forschung. Die Berliner Staatsbibliothek spricht von einem Glücksfund und hat die Schriften des Theologen und Philosophen aus Privatbesitz erworben: mit dabei sind Nachschriften von Predigten aus den Jahren 1817 bis 1822 und ein Druckmanuskript für die bedeutende Schrift "Über die Religion - Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern". Der Protestant Friedrich Schleiermacher lehrte etwa in Halle. Später predigte er in der Berliner Dreifaltigkeitskirche. Er kannte sich in vielen Disziplinen aus und gilt bis heute als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Geistesgeschichte.
In dem Skandal um Missbrauch in der katholischen Kirche ermittelt nun das Aachener Bistum gegen zwei Priester. Der Sonderbeauftragte kündigte an, zunächst mit den mutmaßlichen Opfern zu sprechen. Für einen konkreten Verdacht sei es noch zu früh. Die Staatsanwaltschaft wurde noch nicht eingeschaltet. Neuigkeiten auch aus dem Bistum Hildesheim: Dort soll der Nachfolger eines unter Missbrauchverdacht geratenen Paters jahrelang geschwiegen haben - obwohl er von den Vorwürfen wusste. Er sei zum Schweigen angewiesen worden, sagte er Spiegel-Online.
In diesem Fall wiegt das Recht des Kindes am eigenen Bild schwerer. Darum darf nach einem Urteil des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes der Film "Der entsorgte Vater" nur gekürzt gezeigt werden. Regisseur Douglas Wolfsperger hatte zwei Sekunden lang ein älteres Foto seiner Tochter eingeblendet. Das alleinige Sorgerecht besitzt die Mutter, die vor Gericht zog und Recht bekam: Das Informations-Interesse der Öffentlichkeit muss zurückstehen. Der Film darf nur gezeigt werden, wenn das Gesicht des Kindes unkenntlich gemacht wird. In dem Dokumentarfilm geht es um fünf Väter, denen der Umgang mit ihren Kindern verweigert wird.
Karsten Schwanke will unbedingt auch für das Abenteuer im Titel der Sendung stehen. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" in einem freundlichen Porträt über den 41-jährigen Meteorologen und Moderator von "Abenteuer Wissen" im ZDF. Immer stehe er draußen - egal, welcher Wind wehe, egal, welches Wetter herrsche. Und er versuche sich als Übersetzer - zwischen dem, was steife Wissenschaftler im Elfenbeinturm von sich gäben - und was entspannte Zuschauer um 22.15 Uhr noch verstehen könnten. - Laut SZ kommt "Abenteuer Wissen" auf einen Marktanteil von 10 Prozent. Zitat Schwanke: Je besser man die Leute unterhält, desto besser behalten es die Leute.
Er sieht aus wie ein etwas kleinwüchsiger Scheich und ist erster Klasse von Dubai nach Riad geflogen. Gemeint ist ein arabisch sprechender Roboter. Er trägt den Namen Ibn Sina - nach dem Universalgelehrten aus dem 11. Jahrhundert, den wir als Avicenna kennen. Der kleine Roboter war zwar in Begleitung, checkte aber selbst ein und entspannte sich danach ein wenig in der Lounge. Für den Flug benötigte Ibn Sina unzählige Genehmigungen - sein humanoider Körper birgt jede Menge Metall. Am Ende aber verkündete die Flughafenbehörde, man sei sehr stolz, einen so prominenten Gast an Bord gelassen zu haben. 13.42
Gut gemachte Karteikarten haben schon manchem Studierenden die Vorbereitung auf Klausuren erleichtert. Zwei Studenten aus Köln haben jetzt im Internet einen Marktplatz für Lernhilfen gegründet. Auf "unidog.de" können Notizen hochgeladen und anderen Nutzern zugänglich gemacht werden. Wer besonders produktiv und gut ist, soll für seine Mühe sogar Geld bekommen. Nach Angaben der Betreiber haben sich bislang rund 10.000 Interessenten registriert. Auch Vorlesungsnotizen und Klausurlösungen stehen zur Verfügung. Die Informationen sind nach Hochschulen gegliedert, die Registrierung ist kostenlos.
Die "Frankfurter Rundschau" war für Anton Andreas Guha der Lebensmittelpunkt. Das schreibt die Zeitung über ihren ehemaligen Redakteur - er ist mit 72 Jahren gestorben. Begonnen habe er in den Nachrichten, Zuständigkeit Südamerika und Sicherheitspolitik. Wörtlich heißt es in der FR: "In der linksliberalen, eher von Norddeutschen dominierten Redaktion war er mit seinen bajuwarisch-böhmisch gemischten Wurzeln ein Exot." 1979 bekam Guha den Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Er schrieb Leitartikel und heimste viele Leserbriefe ein. Toni Guha war bis 2002 Redakteur der FR. Darum auch der Titel des Artikels: "Der Unermüdliche".
Das Marbacher Literatur-Archiv hat die Verlagsarchive von Suhrkamp und Insel übernommen - aber wer bezahlt das? In Marbach zählt man auf den Bund: Seit Jahrzehnten sei es Usus, dass der Bund eine Summe in Höhe der Landesmittel noch einmal drauflege, betonte der Marbacher Direktor Raulff. In diesem Fall wären das 1,5 Millionen Euro. Kulturstaatsminister Neumann zeigte sich überrascht: Es liege kein Förderantrag vor. Der sei aber nötig, wenn man ein Archiv kaufe und dafür Bundesmittel einkalkuliere. Im Haushalt 2010 stehe kein Geld zur Verfügung. Das Literaturarchiv nennt die Äußerungen spitzfindig: Ein Antrag bis Dezember 2009 sei nicht möglich gewesen, da man die Entscheidung der Erben über den Verkauf habe abwarten müssen.
Diese Nachricht hat das Statistische Bundesamt eigens zum Valentinstag herausgegeben: Der Import von Rosen geht zurück. Von Januar bis November 2009 wurden gut 940 Millionen Stück eingeführt - das ist ein Minus von 11 Prozent. Wichtigster Lieferant bleiben die Niederlande, von dort stammen mehr als zwei Drittel der Blumen. Es folgen Kenia und Sambia. Wie viele Rosen aus Deutschland die Bundesbürger kauften, konnten die Statistiker nicht sagen.
Christian Thielemann findet, der deutsche Klang sei gedeckter und dunkler als der französische oder italienische. Der designierte Chefdirigent der Staatskapelle Dresden hat das in der FAZ erläutert. In einem Rossini scheine die Sonne des Südens, bei Mendelssohn-Bartholdy dagegen die nördliche Sonne. Im Norden sei es, so Thielemann, klarer und dunkler. Die Menschen seien auf eine gute Art schwerfällig. Aber, Zitat: "wenn sie einmal in Fahrt gekommen sind, dann sind sie genauso feurig. Das spiegelt die Musik doch wunderbar genau wider." - Thielemann dirigiert ab 2012 fest in Dresden. Dort gibt es Personalprobleme: Generalmusikdirektor Fabio Luisi hat nach Querelen außervertraglich gekündigt. Der Fall wird wohl vor Gericht landen, weil das Kunstministerium erwartet, dass Luisi bis 2012 bleibt.
Der Begriff "Paparazzo" stammt bekanntlich aus dem Film "La dolce vita" von Federico Fellini. Dort gibt es einen Fotografen mit diesem Namen - und Fellini soll sich für diese Figur an einem Zeitgenossen orientiert haben: an Felice Quinto, der jetzt im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Quinto legte sich gerne mal in die Büsche und verkleidete sich sogar, um an das begehrte Motiv zu kommen. Fellini bot ihm an, die Rolle des Paparazzo selbst zu spielen, er lehnte aber ab. Nach einigen Jahren in Rom fotografierte Quinto in den USA für die Nachrichtenagentur AP und machte Bilder von John F. Kennedys Beerdigung.
Auch Ringo Starr hat jetzt seinen Stern in Hollywood. Der Schlagzeuger der Beatles bekam Nummer 2401 auf dem "Walk of Fame". Sein Stern liegt bei denen von John Lennon und George Harrison, in unmittelbarer Nähe der Plattenfirma "Capitol Records". Ringo kommentierte, es sei nett, gute Sicht auf ein Haus zu haben, das man selbst mitbezahlt habe. Auf dem "Walk of Fame" haben die Beatles auch noch einen Extra-Stern als Band. Nur Paul Mc Cartney hat noch keinen eigenen. Das soll aber nur an Terminproblemen liegen.