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KULTURNACHRICHTEN
 

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Sonntag, 26. Februar 2012

Oscar für iranischen Film "Nader und Simin"

Bei der 84. Oscar-Verleihung in Los Angeles sind die ersten Trophäen vergeben worden. Die iranische Produktion "Nader und Simin - Eine Trennung" erhielt den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Das Scheidungsdrama von Regisseur Asghar Farhadi hatte unlängst auch einen Golden Globe und vor einem Jahr bereits den Goldenen Bären auf der Berlinale gewonnen. Als beste Nebendarstellerin wurde die US-Amerikanerin Octavia Spencer für ihre Leistung in dem Rassendrama "The Help" ausgezeichnet. Der deutsche Regisseur Wim Wenders ging leer aus. Er war mit seinem Tanzfilm über die verstorbene Leiterin des Wuppertaler Tanztheaters, Pina Bausch, in der Kategorie bester Dokumentarfilm nominiert. Der Oscar erhielt die US-Produktion "Undefeated" über ein Football-Team aus Memphis.

 

Kabarettist Max Uthoff mit renomierten Kleinkunstpreis ausgezeichnet

Der Kabarettist Max Uthoff hat in Mainz den Deutschen Kleinkunstpreis erhalten. Die Jury lobte, er lege "charmant und durchtrieben die Kluft zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeit frei". Uthoff wurde in der Sparte Kabarett geehrt und ist einem breiten Publikum aus der Fernsehsendung "Neues aus der Anstalt" bekannt. Der Preis wurde zum 40. Mal vom Theater Unterhaus verliehen und gilt als eine der bedeutendsten Kleinkunst-Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Als erster wurde 1972 der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch geehrt.

 

Klassik-Trompeter Maurice André gestorben

Der Klassik-Trompeter Maurice André ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb er im Alter von 78 Jahren in der südwestfranzösischen Stadt Bayonne. Mit international bekannten Dirigenten nahm André mehr als 250 Schallplatten und CDs auf, darunter zahlreiche mit Preisen ausgezeichnete Werke.

 

"The Artist" gewinnt "Independent Spirit Awards"

Wenn in einem französischen Film nicht gesprochen wird, hat er Aussicht auf internationalen Erfolg. Die Macher des Stummfilms "The Artist" siegten auch bei den "Independent Spirit Awards", die einen Tag vor den Oscars im kalifornischen Santa Monica vergeben wurden. Das Werk des Regisseurs Michel Hazanavicius erhielt insgesamt vier Preise, darunter die Hauptkategorien. Für die "Independent Spirit Awards" können nur Produktionen nominiert werden, die maximal 20 Millionen Dollar gekostet haben.

 

"Golden Raspberries": Adam Sandler gleich elfmal nominiert

Bewusst im Vorfeld der Oscar-Verleihung platziert werden auch die Nominierungen für die "Goldenen Himbeeren". Dabei geht es um die schlechtesten Filme und die peinlichsten Darstellungen der Saison. Diesmal steht der amerikanische Komiker Adam Sandler hoch im Kurs. Er wurde gleich elfmal nominiert, für drei verschiedenen Filme. Er teilt diese zweifelhafte Ehre aber immerhin mit einigen ganz Großen: Auch Nicole Kidman und Nicolas Cage sind in diesem Jahr unter den Nominierten. Die "Golden Raspberries" werden von einem Verband von Filmkritikern und Fans vergeben.

 

Bischof Zollitsch: "Bibeln" statt "googeln"

Wer Antworten auf offene Fragen sucht, sollte nicht immer "googeln", sondern manchmal auch "bibeln". Dazu ruft die katholische Kirche auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, schreibt in einem Hirtenbrief zur Fastenzeit, die Bibel gebe hilfreichere und verlässlichere Antworten als das Internet. - Katholiken und Protestanten feiern in ihren Gottesdiensten an diesem Wochenende den Beginn der Fastenzeit, die bis Ostern dauert. Die evangelische Kirche hat in diesem Jahr das Motto "Gut Genug" ausgegeben und will dazu anregen, sieben Wochen lang auf Perfektionismus zu verzichten.

 

Westerwelle fordert Freiheit für iranischen Pfarrer

Die Religion zu wechseln ist kein Verbrechen. Das betont Außenminister Guido Westerwelle. In der "Bild am Sonntag" fordert er den Iran auf, den dort zum Tode verurteilten Pfarrer Youcef Nadarkhani freizulassen. Der Iraner war 1998 vom Islam zum Christentum konvertiert und hatte die Leitung einer kleinen protestantischen Gemeinde übernommen. 2010 wurde ihm deshalb der Prozess gemacht. Westerwelle erklärt dazu, der Geistliche habe nur Gebrauch von der völkerrechtlich garantierten Religionsfreiheit gemacht, die auch im Iran gelte.

 

Zwei Tote durch Brand auf Antarktisstation

In der Antarktis ist eine Forschungsstation der brasilianischen Marine abgebrannt, zwei Soldaten sind dabei ums Leben gekommen. Etwa 40 weitere Soldaten und Forscher konnten auf einem nahegelegenen chilenischen Stützpunkt in Sicherheit gebracht werden. Wie die brasilianische Regierung mitteilt, war das Feuer nach einer Explosion im Maschinenraum ausgebrochen. Die Station "Comandante Ferraz" wurde komplett zerstört. Sie war seit 1984 in Betrieb. Erforscht wurden unter anderem die Ökosysteme der Antarktis. Während die Löscharbeiten noch laufen, erklärte Präsidentin Dilma Rousseff bereits, man werde die Basis in jedem Fall wieder aufbauen.

 

Chinesen besuchen Obama im Internet

Barack Obama hat unerwarteten Besuch aus China - allerdings nur virtuell. Zahlreiche Internet-Nutzer hinterließen in den vergangenen Tagen Kommentare auf einer Wahlkampf-Seite des US-Präsidenten Kommentare auf chinesisch. Die vielfältigen Einträge reichen von lustigen Sprüchen bis hin zu politischen Forderungen. Es handelt sich um eine Seite beim Internet-Dienst Google+. Beobachter gehen davon aus, dass die Kommentare tatsächlich aus China stammen. Soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ werden von der Regierung in Peking routinemäßig blockiert. Ob diese jüngste Lockerung Absicht oder ein Versehen ist, blieb zunächst offen.

 

Prozess gegen Konrad-Adenauer-Stiftung in Ägypten beginnt

Demokratie, Marktwirtschaft, Menschenrechte: Das sind Themen, mit denen sich die Konrad-Adenauer-Stiftung befasst, und zwar weltweit. Der Leiter ihres ägyptischen Büros, Andreas Jacobs, steht nun in Kairo vor Gericht. Ihm und 42 anderen Beschuldigten aus internationalen Organisationen wird vorgeworfen, ohne staatliche Erlaubnis gearbeitet zu haben. Jacobs und eine weitere Mitarbeiterin der Adenauer-Stiftung durften das Land seit dem Beginn der Ermittlungen nicht verlassen. Etwa die Hälfte der Beschuldigten in Ägypten stammen aus den USA, die anderen aus europäischen und arabischen Staaten.

 

Forscher: "Politik hat keine Antworten für die Generation Internet"

Die traditionelle Politik hat keine Antworten auf die Fragen der "Generation Internet", meint der Berliner Protestforscher Dieter Rucht. Dies sei ein Grund für die anhaltende Kritik am Urheberrechts-Abkommen ACTA, sagte Rucht der dpa. Die Bewegung könne jedoch auch schnell wieder abebben, weil sie keinen organisatorischen Unterbau habe. - Gestern gab es in zahlreichen europäischen Städten erneut Demonstrationen gegen das internationale Abkommen, es beteiligten sich aber weniger Menschen als vor zwei Wochen. ACTA wird in Europa derzeit rechtlich überprüft, weil auch einige Regierungen Bedenken angemeldet haben.

 

Murdoch versucht's noch einmal: Start der neuen "Sun on Sunday"

Großbritannien hat ein neues Boulevard-Blatt aus dem Hause Murdoch. Das Projekt "Sun on Sunday" war erst vor einer Woche vorgestellt worden, nun ist die erste Ausgabe erschienen. Im Editorial heißt es, die Reporter der neuen Sonntagszeitung sollten die Werte des Anstands respektieren. Britische Journalisten bewerten die Berichte in der Erstausgabe als vergleichsweise zahm. Die "Sun on Sunday" ersetzt die "News of The World", die im vergangenen Sommer nach einem Abhör-Skandal eingestellt worden war. - Erste Titelgeschichte der neuen Zeitung ist der Bericht einer Fernsehmoderatorin über ihre schwierige Entbindung.

 

Schweden: Schauspieler Erland Josephson im Alter von 88 Jahren gestorben

Der schwedische Schauspieler Erland Josephson ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb er gestern Abend im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in Stockholm. Bekannt wurde Josephson vor allem durch seine Hauptrollen in den Ingmar-Bergman-Filmen "Szenen einer Ehe" sowie "Fanny und Alexander". Er führte aber auch Regie und schrieb Romane und Theaterstücke.

 

US-Bluesmusiker Louisiana Red gestorben

Der US-Bluesmusiker Louisiana Red ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Das teilte seine Ehefrau in Hannover mit. Der Gitarrist und Sänger lebte seit 1982 in Deutschland. Zeitweilig spielte Louisiana Red in der Band von Blues-Legende John Lee Hooker.