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KULTURNACHRICHTEN
 

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Samstag, 16. Februar 2013

Berlinale: Goldener Bär für rumänischen Film "Die Stellung des Kindes" - Drehbuch-Bär für verfolgten iranischen Filmemacher Panahi

Der rumänische Film "Die Stellung des Kindes" ist bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Das Werk des Regisseurs Calin Peter Netzer erhielt bei den 63. Internationalen Filmfestspielen den ersten Preis. Mit dem Silbernen Bären als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde die Chilenin Paulina García für ihre Darstellung in dem Liebesfilm "Gloria". Bester Schauspieler wurde der Bosnier Nazif Mujic für seine Rolle als Vater einer Roma-Familie in dem Film "Eine Episode im Leben eines Eisensammlers". Geehrt wurde außerdem der in seiner Heimat verfolgte iranische Filmemacher Jafar Panahi. Er erhielt den Silbernen Bären zusammen mit seinem Kollegen Kamboziya Partovi für das Drehbuch zu dem geheim gedrehten Film "Geschlossener Vorhang". Der Iran hatte Panahi trotz mehrfacher Bitte der Bundesregierung nicht zur Berlinale ausreisen lassen.

 

Medientheoretiker Stadler: Selektive Wahrnehmung nimmt durch Google zu

"Der gesamtgesellschaftliche Vorrat an geteiltem Wissen nimmt ab." Das meint der Medientheoretiker Felix Stadler in Bezug auf die Personalisierung der Suchergebnisse bei Google. Stadler ist Professor für Digitale Kultur an der Zürcher Hochschule der Künste. Er sagte der "taz", was jemand bei Google finde, hänge von seiner Person ab - beziehungsweise davon, wofür die Suchmaschinen einen halte. Eine Rolle spielten etwa Standort, Spracheinstellung und Suchen in der Vergangenheit. Stadler findet das insofern bedenklich, als dadurch die selektive Wahrnehmung der Welt zunehme. So könnten verschiedene Gruppen mit ihrer jeweils eigenen Sichtweise auf die Welt sich einander nicht mehr verständlich machen.

 

Auktionshaus annuliert umstrittenen Verkauf von chinesischem Siegel

Bei dem Objekt handelt es sich möglicherweise um Raubkunst. Deswegen hat das französische Auktionshaus Artcurial jetzt den Verkauf eines chinesischen Siegels aus Jade annulliert. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, Käufer und Verkäufer seien informiert worden. Grund für den Schritt seien die Emotionen, die die Auktion in China hervorgerufen habe. - Das Siegel war im vergangen Dezember für 1,1 Millionen Euro an einen anonymen Telefonbieter gegangen. Dagegen hatte unter anderem die Gesellschaft zum Schutz chinesischer Kunst in Europa protestiert. Ihrer Ansicht nach wurde das Siegel 1860 bei der Plünderung des kaiserlichen Sommerpalastes durch britische und französische Truppen in Peking entwendet.

 

Berlinale-Jury-Mitglied Dresen lobt Won Kar-wai

"Wir sollen Filme auszeichnen, nicht vernichten." Das sagt der Regisseur Andreas Dresen, der Mitglied der Berlinale-Jury ist. Er verriet der Zeitung "Die Welt", diese Devise habe Jury-Präsident Wong Kar-wai direkt am Anfang ausgegeben. Er habe die Mitglieder darum gebeten, zunächst das zu sagen, was ihnen an einem Film gefallen habe. Überhaupt leite der Asiate die Sitzungen mit großer Ruhe. Im Laufe des Wettbewerbs hat sich die Jury nach Dresens Angaben sehr oft besprochen. Meistens habe man sich nach den Filmen eine halbe Stunde lang zusammengesetzt und erste Eindrücke formuliert. - Die Preisträger des Goldenen und der Silbernen Bären werden heute Abend bekannt gegeben.

 

Regisseurin Campion: Entdeckung von HBO-Serie war für mich Revolution

Englischsprachige Serien erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Für die neuseeländische Filmemacherin Jane Campion war insbesondere die HBO-Serie "Deadwood" ein Erweckungserlebnis. Campion sagte dem Berliner "Tagesspiegel", sie könne sich noch genau daran erinnern, "Deadwood" für sich entdeckt zu haben. Sie habe das Format als Revolution empfunden und sich gefragt, wer so etwas in Auftrag gebe. Campion hatte 1993 für den Film "Das Piano" als bisher einzige Frau die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen. Auf der diesjährigen Berlinale stellte sie ihr Seriendebüt "Top of Lake" vor.

 

Evangelische Kirchen sollen nicht zu Moscheen werden

"Es ist eine geistliche Zumutung." Mit diesen Worten wendet sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, gegen die Umwidmung von Kirchen in Moscheen. Der Zeitung "Die Welt" sagte er, der Islam habe ein anderes Gottesbild als das Christentum. Das Hauptproblem bei solchen Umwidmungen sei aber nicht theologischer, sondern emotionaler und religionspolitischer Natur. - Der EKD-Ratsvorsitzende räumte aber auch ein, dass die Kirche nicht alle ihre Gebäude halten könne. Gute Möglichkeiten für eine Weiternutzung sind aus seiner Sicht zum Beispiel soziale Wohnprojekte.

 

Jahn: Wartezeiten zur Einsicht in Stasi-Unterlagen nehmen zu

Wer Einsicht in seine Stasi-Akte nehmen will, muss Geduld haben. Der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, hat darauf hingewiesen, dass die Wartezeiten immer länger werden. Jahn sagte der "Berliner Zeitung", am Ende des vorigen Jahrzehnts habe die Bearbeitungsdauer noch bei durchschnittlich zwei Jahren gelegen. Inzwischen seien es drei Jahre. Grund sei die zuletzt zunehmende Zahl der Anträge bei gleichzeitigem Personalabbau. Jahn sagte, wenn die Politik nichts tue, würden die Wartezeiten weiter steigen. Forderungen wolle er aber aus der Situation nicht ableiten. Seiner Behörde stünden jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Von so viel Geld zur Aufarbeitung der Vergangenheit könnten andere Länder nur träumen.

 

Britischer Theatermacher will gegen Ausweisung aus Uganda kämpfen

Er will seine Ausweisung aus Uganda nicht hinnehmen. Der britische Theatermacher David Cecil sagte der Zeitung "The Guardian", er werde dafür kämpfen, wieder in das Land zurückkehren zu dürfen. Er leide sehr darunter, dass er seine Freundin und seine zwei Kinder habe zurücklassen müssen. - Cecil musste Anfang der Woche aus Uganda ausreisen. Die Behörden erklärten zur Begründung, er sei ein unerwünschter Immigrant. Zuvor hatte sich der Produzent geweigert, ein Theaterstück abzusetzen, in dem der Hauptcharakter homosexuell ist. Homosexualität ist in Uganda verboten.

 

Chef von ägyptischer Altertümerverwaltung: Ausländische Archäologen kommen langsam zurück

Nach der Revolution in Ägypten standen archäologische Ausgrabungen in dem Land weitgehend still. Außerdem wurden viele aus dem Ausland finanzierte Projekte gestoppt. Nach Angaben des für die Altertümerverwaltung zuständigen Staatsministers Mohammed Ibrahim kommen die Archäologen aber langsam zurück. Zugleich sagte Ibrahim der Nachrichtenagentur "Reuters", die Altertümerverwaltung versuche zur Zeit, gestohlene Objekte wiederzufinden. So seien etwa auf dem Höhepunkt des Aufstandes gegen den langjährigen Machthaber Hosni Mubarak gut 40 Objekte aus dem Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz in Kairo gestohlen worden. Davon habe man bisher 15 zurückerhalten.

 

Stefan Raab: Politiker sollten zu Privatleben schweigen

Das Abendland wird nicht untergehen, wenn Stefan Raab das Fernseh-Duell vor der Bundestagswahl moderiert. Davon ist der Entertainer jedenfalls selbst überzeugt. Er sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", er wolle die Aufgabe übernehmen und könne derartige Befürchtungen zerstreuen. - Gestern hatte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seinen Widerstand gegen Raab als möglichen Moderator des TV-Duells mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgegeben. Zuvor hatte das Kanzleramt erklärt, man werde sich nicht in die Entscheidung um die Moderation einmischen. Raab sagte weiter, er halte nichts von Politikern, die sich mit ihrem Privatleben in den Medien inszenierten. Er habe bei manchen das Gefühl, sie verkauften "ihr letztes Stückchen Seele für drei Oma-Stimmen".

 

Frankreich gibt von Nationalsozialisten geraubte Kunstwerke zurück

Die Gemälde werden den Erben ihrer rechtmäßigen Eigentümer übergeben. Frankreich gibt zwei jüdischen Familien insgesamt sieben Kunstwerke zurück, die von den Nationalsozialisten gestohlen worden waren. Das berichten mehrere Medien. Vier der Bilder hingen derzeit im Pariser Museum Louvre. Die französische Regierung habe bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Ansprüche der Familien gerechtfertigt seien.

 

USA: Bischöfe gegen Gesundheitsreform

Die katholische Kirche in den USA läuft Sturm gegen ein geplantes Gesetz zur Empfängnisverhütung. Der Erzbischof von Baltimore, William Lori, hat alle 535 Kongress-Abgeordneten angeschrieben. In dem Brief wirft er der Regierung Obama vor, die Überzeugungen von Gläubigen nicht zu respektieren. Die Kirche wehrt sich dagegen, dass künftig alle Arbeitgeber verpflichtet werden, im Rahmen der Krankenversicherung auch Verhütungsmittel mit zu finanzieren. Kirchliche Arbeitgeber wollen für sich Ausnahmen von dieser neuen Regel durchsetzen. Die entsprechende Klausel der Gesundheitsreform soll in diesem Sommer in Kraft treten.

 

Attentat auf investigativen Journalisten in Sri Lanka

Wer hinter dem Anschlag steckt, ist noch unklar. In Sri Lanka haben Unbekannte einen investigativen Journalisten in einem Hotel in Colombo angeschossen. Faraz Shaukatally arbeitet für die Zeitung "Sunday Leader". Nach Angaben seiner Kollegen und der Behörden wurde er schwer verletzt. Die Menschenrechtsgruppe "Free Rights Movement" kritisierte, die Regierung Sri Lankas unternehme zu wenig gegen derartige Vorfälle. Deshalb gebe es immer wieder Gewalt gegen Medienvertreter.

 

Bangladesch: Offenbar Blogger ermordet

In Bangladesch ist ein bekannter Blogger getötet worden. Seine Familie sagte der Nachrichtenagentur "Reuters", Rajib Haider sei gestern Abend vor seinem Haus erstochen worden. Er sei gerade von einer Demonstration nach Hause gekommen, die er mit organisiert habe. Der Mord stehe möglicherweise im Zusammenhang mit Haiders Artikeln gegen Islamisten. - In Dhaka waren gestern hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Die Proteste dauern seit Tagen an und richten sich unter anderem gegen die islamistische Partei Jamaat-e-Islami.

 

"Handelsblatt" baut 80 Stellen ab

Am Ende sollen es zehn Prozent weniger Stellen sein. Das "Handelsblatt" baut 80 von gut 800 Arbeitsplätzen ab. Wie die Verlagsgruppe in Düsseldorf mitteilte, sind vor allem Angestellte in der Verwaltung betroffen. Auch zwölf Führungskräfte würden das Haus verlassen. Es seien bereits Gespräche zwischen dem Betriebsrat, dem Verleger Dieter von Holtzbrinck und den Geschäftsführern aufgenommen worden.

 

US-Richter genehmigt nach Insolvenz Kredite für Spezialeffekt-Firma "Rhythm & Hues"

Die Oscar-Nominierung nützt in diesem Fall wenig: Das US-Spezialeffekt-Unternehmen "Rhythm & Hues" hat Insolvenz angemeldet. Von der Firma stammt unter anderem der digitale Tiger in dem Film "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger". Er ist für elf Oscars nominiert, unter anderem in der Kategorie "Visuelle Effekte". Wie mehrere US-Medien berichten, gibt es für "Rhythm & Hues" aber noch Hoffnung: Ein Insolvenzrichter habe kurzfristige Kredite durch die Universal-Filmstudios und das Fernseh-Netzwerk "Fox" genehmigt. So solle ermöglicht werden, dass das Unternehmen laufende Projekte beende.

 

Hackerangriff auf Facebook

Nutzerdaten sollen nicht betroffen sein. "Facebook" ist nach eigenen Angaben Ziel einer Angriffserie von Computerhackern geworden. Das Online-Netzwerk teilte in San Francisco mit, der "ausgefeilte Angriff" sei bereits im vergangenen Monat entdeckt worden. Man habe die Polizei informiert und Ermittlungen eingeleitet. - In den vergangenen Wochen waren unter anderem der Kurznachrichtendienst Twitter, die "New York Times" und die "Washington Post" Ziel von Hackerangriffen geworden. Vor zwei Tagen meldete auch die "Süddeutsche Zeitung" eine Attacke.

 

"Tatort"-Kommissar Joachim Król bekommt neue Partnerin

Ihre Zusammenarbeit wird nur eine Episode bleiben. Joachim Król bekommt in seiner Rolle als "Tatort"-Kommissar Frank Steier bald eine neue Partnerin. Wie der Hessische Rundfunk mitteilte, wird die Film- und Theater-Schauspielerin Alwara Höfels ihn in einer Folge mit dem Arbeitstitel "Der Eskimo" als Kommissars-Anwärterin unterstützen. Höfels werde allerdings nur dieses eine Mal Króls Assistentin spielen. Über eine neue feste Partnerin soll den Angaben zufolge bis zum Herbst entschieden werden. Bisher hatte Król mit Nina Kunzendorf ein Ermittler-Duo gebildet. Die 41-Jährige verkündete bereits vor einigen Monaten ihren Ausstieg aus dem Frankfurter "Tatort".

 

Assanges Aufenthalt in ecuadorianischer Botschaft kostet London fast drei Millionen Pfund

Julian Assange kommt Großbritannien teuer zu stehen. Wie die Polizei in London mitteilte, hat der Polizeieinsatz vor der ecuadorianischen Botschaft das Königreich bisher 2,9 Millionen Pfund gekostet. Das Gebäude werde rund um die Uhr bewacht. - Der Mitgründer der Enthüllungs-Plattform "Wikileaks" hält sich seit fast acht Monaten in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London auf. Ecuador hatte Assange dort Asyl gewährt, weil die britische Justiz ihn nach Schweden ausliefern will. Dort soll er sich vor Gericht wegen Vergewaltigungsvorwürfen verantworten.

 

Norwegischer Fernsehsender zeigt zwölf Stunden lang Kaminfeuer

Wie das Programm beim Publikum ankam, ist noch nicht bekannt. Der öffentlich-rechtliche norwegische Fernsehsender NRK hat gestern Abend 12 Stunden lang Bilder eines Kaminfeuers ausgestrahlt. Dazu wurden passende Gedichte und Musik präsentiert. Zusätzlich gaben Experten Tipps zum Anzünden und zur richtigen Lagerung von Feuerholz. Einer der Produzenten erklärte vor der Sendung, er rechne damit, dass mehr Leute einschalteten als gewöhnlich. Die Norweger hätten aufgrund der Kälte im Land eine besondere Beziehung zu Feuer. - NRK hatte in der Vergangenheit bereits Quotenerfolge mit ähnlichen Programmen, etwa der achtstündigen Übertragung einer Zugfahrt von Oslo nach Bergen.

 

Eisbär Knut ab heute im Naturkundemuseum Berlin ausgestellt

Das Berliner Naturkundemuseum rechnet in den kommenden Wochen mit einer sechsstelligen Besucherzahl. Ab heute kann nämlich der ausgestopfte Eisbär Knut im Foyer des Hauses besichtigt werden. Für das Präparat wurde das echte Fell des Bären über einen Kunststoffkörper gezogen. Zu sehen sein soll es zunächst bis zum 15. März. Weil Knut in der Vorhalle steht, ist die Besichtigung kostenlos. - Der Eisbär war vor knapp zwei Jahren im Berliner Zoo gestorben.