Zehn Essays, ein wenig Kunst und eine Erzählung - das ist das neue Kursbuch, das 170. seit 1965, das erste, seit die legendäre Intellektuellenzeitschrift im Jahr 2008 eingestellt wurde. Noch bevor man recht bemerken konnte, dass was fehlte, hat der Murmann Verlag das Kursbuch wiederbelebt.
Die Geschichte von Pip und seinem unverhofften Reichtum zählt zu den komplexesten des berühmten britischen Autors Charles Dickens. Die neue Übersetzung arbeitet Dickens' Sprachwitz und sein parodistisches Talent glänzend heraus.
Im Jahr 2003 erhielt Alexander Kluge den Georg-Büchner-Preis für sein umfangreiches literarisches Werk. In seinen Geschichtensammlungen "Chronik der Gefühle" malt er ein weit gefächertes Panorama menschlichen Lebens und sucht die Lücken der Freiheit in einer diabolischen Geschichte: "Wohin fliehen? Was heißt Macht? Wem kann man trauen?"
Immer freitags sprechen wir mit Buchhändlern aus ganz Deutschland. Von ihnen wollen wir wissen, wie sie Neuerscheinungen und aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt einschätzen. Heute mit Ute Romeike von der HörbuchHandlung in Düsseldorf.
Der neue Roman von Leonardo Padura spielt im Exilantenviertel in Havanna, kurz vor Ende des Kalten Krieges. Dabei geht es nicht nur um eine triviale Kriminalgeschichte: Padura spiegelt die Atmosphäre eines ziemlich irrealen kubanischen Sozialismus wider.
Für seine Hörspielarbeiten wurde Schorsch Kamerun bereits mit dem Preis der Kriegsblinden ausgezeichnet und für sein Hörspiel "Hanns Eisler - Hollywood Elegien" war er für den Radiopreis "Prix Italia" nominiert. Jetzt ist sein Stück über die "Stadt der Engel" als CD herausgebracht worden.
Mit faschistischen Musterstädten und einem Mega-Kanal wollte Benito Mussolini in die Geschichte eingehen, 30.000 italienische Bauern wurden dafür umgesiedelt. Vom Schicksal dieser Menschen erzählt Antonio Pennacchi in seinem neuen Roman.
Block 10 war ein besonderer Ort in der Hölle von Auschwitz. Dort vollzogen Ärzte ihre grausamen Experimente an Gefangenen - mit Röntgenstrahlung, Giftspritze und Skalpell. Die Probanden, meist Frauen, litten qualvoll. Hans-Joachim Lang hat ihre Geschichte aufgeschrieben.
Im Westen gelten die märchenhaften Opern des Russen Nikolaj Rimski-Korsakow als schwer vermittelbar. Doch das könnte sich schon bald ändern - auch dank einer grandiosen Inszenierung von Korsakows "Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch" in Amsterdam.
Die fundamentale Konfrontation zweier Kulturen machte Wolfgang Rihm zum Thema seiner Oper "Die Eroberung von Mexiko": Im Mittelpunkt des Musiktheaters stehen Atztekenherrscher Montezuma und Eroberer Cortés. Als großen Wurf bezeichneten Kritiker die Uraufführung 1992 in Hamburg.
Schon Friedrich II. von Preußen wusste, dass es nicht reicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich jedoch nicht sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert in ihrem Buch das Herrschaftsverständnis Friedrichs.
Der Schweizer Journalist und Schriftsteller Erwin Koch setzt dort an, wo Hollywood aufhört: nach dem ersten Kuss. Er beschreibt Paare, ohne sie zu bewerten. Keine der Geschichten lässt den Leser kalt, auch wenn sie ohne sensationelles Geschehen auskommen.
In seinem neuen Roman beschreibt der US-Autor Nicholson Baker einen irrwitzigen Vergnügungspark der Lust , in dem sich die Besucher mit seltsamen Hightech-Apparaturen befriedigen können. Ein Baker-typisches versponnenes Buch voll irrlichterndem Sprachwitz.
Seine Hommage an Ennio Morricone ließ den Pianisten Jens Thomas vor zehn Jahren auf einen Schlag in den Jazz-Himmel aufsteigen. Er wurde mit Preisen überhäuft, spielte auf den großen Festivals. Nun hat er eine eigenwillige CD herausgebracht: mit AC/DC-Stücken als Jazz-Balladen.
Samuel Butler erlebte die Mentalität der englischen Puritaner des 17. Jahrhunderts. Gegen ihre übertriebene Tugendhaftigkeit und ihre Selbstgerechtigkeit schrieb er sein satirisches Gedicht "Hudibras". Es stieß auf große Resonanz bis ins 19. Jahrhundert hinein.
Charles Dickens war einer der berühmtesten englischen Schriftsteller seiner Epoche. Bis heute zählen seine Werke zu den meistgelesenen Klassikern der Weltliteratur. Der Erfolg von Dickens liege vor allem in seiner Schreibtechnik begründet, meint unser Literaturkritiker Joachim Scholl.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 7.2.2012
Die Geschichte von Pip und seinem unverhofften Reichtum zählt zu den komplexesten Werken von Charles Dickens. Die neue Übersetzung arbeitet sein parodistisches Talent glänzend heraus.
Das Hauptwerk von Warlam Schalamow, die "Kolyma-Geschichten", schildert die Schrecken der Arbeitslager in der Stalinzeit. Schalamow hat rund zwei Jahrzehnte in Lagern und Gefängnissen zubringen müssen. Jetzt ist der letzte, abschließende Band seiner Werkausgabe erschienen.
Zunächst sieht alles nach einer klassischen Liebesgeschichte aus: In "Ewig Dein" von Österreichs derzeit erfolgreichstem Autor Daniel Glattauer verlieben sich zwei Menschen. Doch als sie irgendwann den Schlussstrich zieht, geht die Geschichte erst richtig los.
Diese zwei Figuren passen auf den ersten Blick nicht zusammen: der Religionsphilosoph Jacob Taubes und der Staatsrechtler Carl Schmitt. Dennoch hat die beiden etwas verbunden, davon zeugt ein Briefwechsel zwischen diesen beiden Gegenpolen, der lange erwartet wurde und nun vorliegt.
Eine Adoption kann für alle Seiten eine große Chance sein, zeigt Eric Breitinger. Alle Adoptierten, die er untersucht hat, haben sich aber auf die Suche nach ihren biologischen Eltern gemacht. In der Kindheit fühlten sie sich fremd, die Recherche prägt ihre Suche nach Identität.
Die Geschichte der Tochter Agamemnons, die den Mord an ihrem Vater rächen will, inszenieren Regisseur Kay Metzger und Dirigent Tetsuro Ban in Regensburg musikalisch wie szenisch hochspannend und schlüssig mit einer erstklassigen Besetzung.
Die ägyptische Autorin zeichnet das Bild eines dörflichen Lebens in den 1980iger Jahren - und erzählt von Frauen, die aus diesem Leben ausbrechen. Die autobiografischen Bezüge sind deutlich wahrnehmbar.
Wiederentdeckt wurde Irène Némirovsky, die jüdische Autorin ukrainischer Herkunft, 2004 mit dem Roman "Suite francaise". In ihren "Meistererzählungen" zeigt sich erneut Némirovskys virtuoses Talent.
Wie geht unsere Gesellschaft mit Alter und Tod um? In seinem neuen Roman schildert Stewart O'Nan einige dunkle Winterwochen im Leben einer verwitweten Frau, ihren Kampf gegen die Resignation - und ihr Ringen um Würde und Selbstständigkeit.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Ist der Bundespräsident reif für den Rücktritt?
Sendezeit: 13.02.2012, 01:05
Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons 12.02.2012
Sendezeit: 12.02.2012, 23:55
Wien, Burgtheater, Kasino: Luis Buñuel "Der Würgeengel" Regie: Martin Wuttke
Sendezeit: 12.02.2012, 23:52
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