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von Frieder Butzmann |
Vom, zum und über das Hören |
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Spunk |
Das Wort "Spunk" gibt es nicht. Es ist aber auch nicht der Phantasie des Autors, der das Spunkkrachlexikon geschrieben hat, entsprungen. Es kommt erstmals 1945 in einem Buch der Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels (1978) vor und bezeichnet nichts und alles zugleich: "Ein neues Wort!", sagte Pippi Langstrumpf. Und sie schaute
Thomas und Annika glücklich an. "Ein funkelnagelneues Wort!"
"Was für ein Wort?", fragte Thomas. "Ein wunderschönes
Wort", sagte Pippi, "Eines der besten, die ich je gehört
habe. Pippi Langstrumpf spricht hier vom Wort "Spunk", das Astrid Lindgren sie hier "hören" (!) läßt. Pippi und ihre Freunde bezeichnen in der betreffenden Geschichte fast alle Gegenstände als "Spunk", sprechen aber auch darüber, daß "Spunk" eigentlich gar nichts bezeichnet. |
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Am Pfingstsonntag des Jahres 2000 dann kam der Spunk über den Autor dieses Spunkkrachlexikons. Spunk materialisierte sich ihm an einem Kiosk in der 18000-Seelengemeinde Buchholz in der Nordheide nahe Hamburg. Er erschien in Form einer Schachtel Lakritze mit der Aufschrift "EXTRA STARK / Erwachsenen-Lakritz / Kein Kinder-Lakritz". Mann!, dachte sich Frieder Butzmann. Jahrelang hatte ihn "Spunk" verfolgt, immer wieder zitierte er es als Wort, das nichts bedeutet, aber alles bezeichnet. Für Butzmann hatte sich eine Form aus dem Nichts heraus materialisiert. Dies war wie ein musikalisches Hörerlebnis. Man hat einen Klang in sich, den niemand hört und plötzlich ist er da. Der Spunk als Übergang von der inneren Vorstellung einer bloßen Form - dem inneren Hören - hin zum Wahrnehmbaren. |
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