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Sonic Arts Lounge

Im Rahmen der MaerzMusik vom 14.03-23.03.2003

 
Foto: Jörg Hesse

Mario Verandi

Gato Leiras

Jörg Buntenbach

KLANGO
= Tango + Klangkunst
= Hören + Tanzen
Die Formel für den Tango des 21. Jahrhunderts

Tango pur

Berlin ist die Tango-Metropole Europas. Waren es Anfang der 80er, als in Berlin die erste Tangoschule Deutschlands eröffnet wurde, nur einige Leute, deren Lebensinhalt mehr und mehr vom Tango bestimmt wurde, so ist der Tango mittlerweile eine Institution geworden: Tägliche Tangosalons bitten zum Tanz. Es gibt Tangoschulen, Tangomusiker, Modedesigner für Tangomode, Musikgeschäfte mit großer Auswahl an Tango-CDs, ein Tango-Restaurant und sogar einen Bandoneon-Bauer.
Der Berliner Tango wird immer facettenreicher. Längst hat nicht nur der Tango Nuevo eines Astor Piazzollas in den Salons Einzug gehalten, sondern darüber hinaus wird zu den modernen Klängen des Gotan Projects, die den Tango mit Jazzelementen verknüpfen, getanzt. Ende 2002 macht der Tango auch vor Pop- und Hip-Hop-Musik nicht halt. "It takes More" von Ms. Dynamite ist fester Bestandteil einiger Milongas. In Berlin wird also gerne experimentiert.

Tango & Klango

Auch im 3. Jahrtausend gehen die Experimente im Tango weiter. Auf der SONIC ARTS LOUNGE wird ein ganz neuer Tangostil seine Premiere haben.
KLANGKUNST + TANGO = KLANGO, ein Tango, der einmal ganz ohne Bandoneon auskommt, dafür aber aus Geräuschen, elektro-akustischen Elementen und konkreten Klängen komponiert ist. Viele internationale Klangkünstler - die meisten kommen aus Argentinien - zeigen ihre sehr persönliche Version vom Tango. Die unterschiedlichsten Kompositionen werden uraufgeführt, von kritischen Auseinandersetzungen mit dem Tanz und seiner Musik, der zum Symbol für eine Kultur, für ein Lebensgefühl geworden ist, bis hin zur humorvollen Variante eines Kriminaltangos, der fast ein Hörspiel geworden ist. Eines allerdings haben sie alle gemeinsam: Man kann zu ihnen Tango tanzen.

22 Uhr zwei Live-Performances zur Eröffnung der Klango-Tanznacht

Mario Verandi
Urbano Milonga

Rainer Volkenborn: Bandoneon
Martin Iannaccone: E-Bass und Violoncello
Pelado: Computer, E-Perkussion
Mario Verandi: Keyboard, Sampling, Elektronik, Leitung

In Urbano Milonga kommt eine Gruppe von internationalen Musikern aus den Bereichen Tango, Jazz, freie Improvisation und Weltmusik zusammen; die individuellen musikalischen Sprachen kollidieren und überschneiden sich, um Musik zu erschaffen, die Tango, elektroakustische Musik und freie Improvisation vereint.
Rhythmische Tangofragmente und -sequenzen sind für den Komponisten und Leiter der Gruppe Mario Verandi der Ausgangspunkt für dieses Musikprojekt, das klassischen Tango mit Gegenwartbeats wie Dub und Dance Electronica kombiniert.

Mario Verandi ist Komponist und Klangkünstler. Er wurde 1960 in Buenos Aires geboren und studierte Musik in Argentinien. Dort spielte er auch in Bands mit unterschiedlichen Stilrichtungen wie Rockmusik, Jazz, Tango und Experimentalmusik. Seine Studien setzte er in den Phonos Studios in Barcelona fort, wo er mit elektronischen Elementen arbeitete. 1992 zog er nach London und erhielt 2000 seinen Doktortitel im Fach Komposition an der University of Birmingham (GB). In Birmingham war er auch ein Mitglied der Gruppe BEAST (Birmingham Electro-Acoustic Sound Theater).
Mario Verandi hat elektroakustische Musik und Mixstücke komponiert und zudem Musik für Ensembles und Soloinstrumente geschrieben. Außerdem hat er Kunstinstallationen und Musik für Tanz, Kurzfilme und Theater sowie Radiohörstücke komponiert. Zuletzt im DeutschlandRadio Berlin "Spuren und Schatten" (2001).
Er war ein composer-in-residence in La Muse en Circuit in Paris und am Césaré studio de création musicale in Reims. 2000 kam er als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin.

Gato Leiras
Memorias S-XXL

Gustavo Bauchwitz: Bandoneon
Marek Barath: Keyboard und Live-Elektronik
Gato Leiras: E- und akustische Gitarre, Live-Elektronik

"Es gibt keine anderen Paradiese als die verlorenen Paradiese"
(Jorge Luis Borges, Posesión del ayer)

Der Musiker Gato Leiras mischt in seine Musik Klangcollagen aus manipulierten Radio-Aufnahmen und Originaltöne aus seiner Heimatstadt Buenos Aires. Zusammen mit den Musikern Gustavo Bauchwitz (Buenos Aires) und Marek Barath (Slovakei) steuert er seine digital bearbeiteten Klänge live am Computer, E- und akustische Gitarre, Keyboards und Bandoneon kommen hinzu.

"Ich spüre den Klango als Beschreibung einer ideellen Welt, als Erinnerung an die Kindheit, an eine Zeit, die einfach stehen geblieben ist. Es produziert eine andere Form von Sehnsucht. Die Melodien und Originaltöne aus Buenos Aires, diese Rhythmen versuchen uns, zu einem Ort der Sinne zu transportieren." (G. Leiras)

Gato Leiras, 1971 geboren in Buenos Aires, Argentinien, lebt seit 1997 in Berlin. Als Komponist und Performer, gehört er seit 1988 einer neuen Szene von Musikern aus Buenos Aires an, die die Grenzen zwischen Experiment und Rock aufheben wollen. Mit dieser Idee gründete er in Buenos Aires die Improv-Rock Gruppe "Las Orejas y La Lengua". Nach 8 Jahren gemeinsamer Arbeit kam er vor fünf Jahren nach Deutschland. In Berlin komponierte er Musik für mehrere Kurzfilme, Videos, Installationen, Theater und Tanzaufführungen.

Klango-Tanznacht

Tango DJ Buntenbach spielt seine persönliche Auswahl an Tangos und präsentiert Klango - Uraufführungen von:

David Behar
Klango?!
Frieder Butzmann
Tango Criminal 2003 (für Hazy Osterwald)
François Donato
N.P.M. #1
Denis Dufour
Le Tango de l'oubli
Chantal Dumas
Antivirus
Luc Ferrari
Patajaslotcha (1984)
Beatriz Ferreyra
Murmurln
Stefano Giannotti
Ornitango
Hanna Hartman
Last cigarette...
Elsa Justel
Purzelbäume
Diego Jacques Losa
Existe le tango en Japon ?
José Mataloni
Vida Mía
Dirk Schwibbert
Dolore al cuore
Daniel Teruggi
TanTan

Der Soundtrack von Astor Piazzolla zu dem Film "Sur-Süden" brachte Jörg Buntenbach, Jahrgang 1967, zum Tango. Seitdem lässt er ihn nicht mehr los. 1990 besuchte er einen Anfängerkurs im Berliner Tango Vivo und tat in den nächsten Jahren nicht viel mehr, als Tango zu tanzen. Im Oktober 1993 organisierte Jörg Buntenbach seinen ersten eigenen Tangoball, dem etliche weitere folgten. Seit Ende 1996 veranstaltet er die sonntägliche Tangobar im Berliner Jazzklub b-flat und wird europaweit als DJ zu Tangoveranstaltungen eingeladen. Jörg Buntenbach ist Autor des Buches "Tango Metropole Berlin", das im November 2001 im Kastell Verlag München erschien. Zudem kommt im Januar eine Tango-CD unter dem Titel: "b-flat-Milonga" auf den Markt .

Interne Links:
Tango Criminal 2003 (RealAudio)
Tango Criminal 2003 (mp3)
-> Programm Sonic Arts Lounge
-> Begleitende Sendungen im DeutschlandRadio Berlin
-> Symposium Material Re Material / remix & copyright
Externe Links:
-> Berliner Festspiele: MaerzMusik
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