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Das Spunkkrachlexikon

 von Frieder Butzmann

Vom, zum und über das Hören 

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spunk@friederbutzmann.de

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T

 Tonhöhe 

Das Ohr braucht eine Zeit, um einen Ton und seine Tonhöhe zu erkennen.
Nehmen wir einen Klang von immerhin 300 ms Dauer.

Ein Ton in der Dauer von 1 ms wird als leises Knacken wahrgenommen.
Mit ansteigender Dauer wird der "Ton immer lauter wahrgenommen. Die Basilarmembran, die hinter den Ohrknöchelchen die Schallwellen aufnehmen muß, braucht Zeit, um sich voll einzuschwingen:

Töne mit 2, 5, 8, 10, 15ms Dauer in Abfolge. "Der Ton wird lauter! Bei 23 ms erreicht er seine endgültige Lautstärke."
(Webers, J., Tonstudiotechnik, 5. Auflage, München 1989)
(Alle diese Töne in einer Reihenfolge)

Wenn ein Medium in Schwingungen gerät, empfinden wir die physikalisch meßbare Frequenz subjektiv als Tonhöhe. Das schwingende Medium ist zumeist Luft, aber nicht selten auch Wasser, Knochenmasse, Türen, Häuserwände, Eisenbahnschienen.
Doch nehmen wir die Tonhöhe nicht absolut, sondern relativ wahr. Wir können nicht sagen: Dieser Ton hat 400 Hz, dieser 410 Hz, dieser 420 Hz.
Ohne Stimmgerät können wir nur sagen:
Dieser ist höher
Dieser ist tiefer
Bereits ein Frequenzunterschied von 3 Hz kann vom Ohr wahrgenommen werden (Tonfolge mit 3 Hz Frequenzabstand)

Die bekannteste akustische Tonhöhen-Täuschung dürfte die von dem amerikanischen Psychologen Shepard angegebene Tonfolge sein, die scheinbar ständig ansteigt, bei der aber in Wirklichkeit der letzte Ton mit dem ersten identisch ist.

Die Täuschung ist so zu erklären: 4 Halbtonfolgen werden gleichzeitig im Oktavabstand gespielt. Die vier Folgen beginnen bei c und enden auf c.
Das Besondere an der Tonfolge sind nur die Lautstärken innerhalb der Einzelstimmen.
Die Lautstärke der höchsten Stimme nimmt ab: Sie beginnt bei halbem Volumen und erreicht am Ende der Oktave den Wert Null, verschwindet ganz, und wird von der tiefsten Stimme abgelöst. Ihre Lautstärke beginnt bei null und erreicht am Ende der Oktave das halbe Volumen.
Dort - in der Mitte eines zweimaligen Durchlaufs durch die Oktave - sind die zweithöchste Stimme und die dritthöchste Stimme bei halbem Volumen angelangt. Die eine Stimme geht weiter, um am Ende der Oktave das volle Volumen zu erreichen. Die andere Stimme fällt ab, um am Ende der Oktave ganz zu verschwinden.
Der Effekt dieser Konstruktionsvorschrift ist, daß die Tonfolge permanent ansteigt, der letzte Ton aber mit dem ersten identisch ist.

 


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