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Tonhöhe
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Das Ohr braucht eine Zeit, um einen Ton und seine Tonhöhe zu erkennen.
Nehmen wir einen Klang
von immerhin 300 ms Dauer.
Ein Ton in der Dauer von 1 ms wird als leises Knacken wahrgenommen.
Mit ansteigender Dauer wird der "Ton immer lauter wahrgenommen. Die
Basilarmembran, die hinter den Ohrknöchelchen die Schallwellen aufnehmen
muß, braucht Zeit, um sich voll einzuschwingen:
Töne mit 2, 5, 8, 10, 15ms Dauer in Abfolge. "Der Ton wird
lauter! Bei 23 ms erreicht er seine endgültige Lautstärke."
(Webers, J., Tonstudiotechnik, 5. Auflage, München 1989)
( Alle
diese Töne in einer Reihenfolge)
Wenn ein Medium in Schwingungen gerät, empfinden wir die physikalisch
meßbare Frequenz subjektiv als Tonhöhe. Das schwingende Medium
ist zumeist Luft, aber nicht selten auch Wasser, Knochenmasse, Türen,
Häuserwände, Eisenbahnschienen.
Doch nehmen wir die Tonhöhe nicht absolut, sondern relativ wahr.
Wir können nicht sagen: Dieser Ton hat 400 Hz, dieser 410 Hz, dieser
420 Hz.
Ohne Stimmgerät können wir nur sagen:
Dieser ist höher
Dieser ist tiefer
Bereits ein Frequenzunterschied von 3 Hz kann vom Ohr wahrgenommen werden
( Tonfolge
mit 3 Hz Frequenzabstand)
Die
bekannteste akustische Tonhöhen-Täuschung dürfte die
von dem amerikanischen Psychologen Shepard angegebene Tonfolge sein, die
scheinbar ständig ansteigt, bei der aber in Wirklichkeit der letzte
Ton mit dem ersten identisch ist.
Die Täuschung ist so zu erklären: 4 Halbtonfolgen werden gleichzeitig
im Oktavabstand gespielt. Die vier Folgen beginnen bei c und enden auf
c.
Das Besondere an der Tonfolge sind nur die Lautstärken innerhalb
der Einzelstimmen.
Die Lautstärke der höchsten Stimme nimmt ab: Sie beginnt bei
halbem Volumen und erreicht am Ende der Oktave den Wert Null, verschwindet
ganz, und wird von der tiefsten Stimme abgelöst. Ihre Lautstärke
beginnt bei null und erreicht am Ende der Oktave das halbe Volumen.
Dort - in der Mitte eines zweimaligen Durchlaufs durch die Oktave - sind
die zweithöchste Stimme und die dritthöchste Stimme bei halbem
Volumen angelangt. Die eine Stimme geht weiter, um am Ende der Oktave
das volle Volumen zu erreichen. Die andere Stimme fällt ab, um am
Ende der Oktave ganz zu verschwinden.
Der Effekt dieser Konstruktionsvorschrift ist, daß die Tonfolge
permanent ansteigt, der letzte Ton aber mit dem ersten identisch ist.
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