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Montag, 17. Juni 2013
01:00 Uhr
Presseschau

Presseschau - Blick in die Zeitungen von morgen.

Zunächst geht es um die Lage der SPD, nachdem in den vergangenen Tagen Berichte über Unstimmigkeiten in der Führungsspitze der Partei aufgetaucht waren.

Von einer Kommunikationspanne will die PFORZHEIMER ZEITUNG nicht sprechen:

"Als Steinbrück sagte, auch der Parteichef müsse loyal sein, wusste er, was folgen würde: ein lauter Aufschrei in den Medien und ein stummer Schrei der Verzweiflung in den eigenen Reihen. Sein Interview war eine Art Hilferuf an die Partei."

Die BADISCHE ZEITUNG präzisiert:

"Wer erlebt hat, wie Gabriel den eigenen Kanzlerkandidaten mal ignoriert und mal konterkariert, kann sich nicht vorstellen, wie daraus im Fall eines Wahlsieges noch eine gedeihliche Zusammenarbeit in einer Regierung erwachsen könnte."

Die EMDER ZEITUNG umschreibt den Zustand der SPD als "Dilemma":

"Es scheint so zu sein: Entweder hat die Partei den falschen Kandidaten oder den falschen Vorsitzenden. Oder beides."

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder bilanziert:

"Die SPD bietet 100 Tage vor der Bundestagswahl ein Bild, das starke Zweifel an ihrer Kampagnenfähigkeit nährt. Die Führung ist zerstritten, Steinbrücks sogenanntes Kompetenzteam eine Versammlung nahezu Unbekannter. Dazu kommt: Mit Inhalten ist kaum zu punkten, solange die Union unverfroren alles abschreibt, was ihr nützlich erscheint."

Viele Zeitungen blicken außerdem auf den Ausgang der Präsidentschaftswahl im Iran - auch die NÜRNBERGER NACHRICHTEN:

"Der Sieg des moderaten Geistlichen Hassan Rohani schon im ersten Wahlgang ist eine Sensation ersten Ranges. Es ist ein Versprechen für die Zukunft, doch eines, das nur unter bestimmten Bedingungen eingelöst werden kann."

Auch die HESSISCHE ALLGEMEINE aus Kassel mahnt zur Vorsicht:

"Eine Wahl macht noch keinen iranischen Frühling. Die sich nach Befreiung von staatlicher Gängelung sehnenden Iraner und auch der Westen werden sehr genau beobachten, welche Taten der neue Präsident seinen Worten folgen lassen wird; ob er sich gegen den mächtigen Wächterrat und den obersten religiösen Führer Ali Chamenei wird behaupten können. Denn nur mit deren Billigung sind Reformen überhaupt möglich. Und letztlich wird hier entschieden, welchen Weg Irans Atomprogramm nimmt."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG sieht die Verantwortung nicht allein in Teheran:

"Es liegt nun an Israel und den USA zu zeigen, ob sie ihrerseits zu einer solch versöhnlichen Haltung willens sind wie die Bürger des Iran, oder ob der brüske Stil Mahmud Ahmadinedschads ihnen bisher nur willkommener Vorwand war für eine ihrerseits dogmatische Haltung."