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NACHRICHTEN

Dienstag, 22. Januar 2008 13:00 Uhr

Großdemonstration in Bochum für Erhalt des Nokia-Werks - Alternativkonzept der Arbeitnehmer

In Bochum haben sich mehrere tausend Menschen versammelt, um für den Erhalt des Nokia-Werks zu demonstrieren. Betriebsrat und IG Metall hatten zuvor erklärt, sie wollten als Alternative zu den Schließungsplänen ein eigenes Konzept zur Entwicklung des Standorts vorlegen. - Nokia hatte vor kurzem angekündigt, das Werk in Bochum zu schließen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. - Bundeskanzlerin Merkel ist skeptisch, dass das Unternehmen seine Pläne revidiert. Die Regierung werde aber alles tun, um den Beschäftigten zu helfen, sagte Frau Merkel im NDR. Die Bundeskanzlerin hat nach eigenen Angaben gestern mit Nokia-Chef Kallasvuo gesprochen.

 

Merkel: Deutschland droht keine Rezession

Bundeskanzlerin Merkel sieht trotz der Kursstürze an den Börsen nicht die Gefahr eines konjunkturellen Einbruchs. Es gebe keine Anzeichen für eine Rezession in Deutschland, sagte Frau Merkel im NDR-Hörfunk. Die Auftragsbücher der produzierenden Industrie seien voll. Für dieses Jahr rechne sie mit einem Wachstum von 1,7 Prozent. Die Kanzlerin betonte weiter, Europa sei ein Stabilitätsanker der Weltwirtschaft und nicht mehr so abhängig von der US-Wirtschaft wie früher. Besorgt äußerten sich die Finanzminister der Europäischen Union. Zugleich gebe es die Hoffnung, dass man dank eines soliden Fundaments die Lage meistern werde, sagte der amtierende Vorsitzende des EU-Finanzministerrats, Bajuk, in Brüssel. Dort findet derzeit eine Sitzung statt, auf der über die Lage beraten wird. EU-Währungskommissar Almunia und der luxemburgische Finanzminister und Regierungschef Juncker erklärten, sie rechneten nicht mit einem globalem Börsencrash. In Asien hat sich heute der Abwärtstrend an den Börsen fortgesetzt. Der Deutsche Aktienindex startete ebenfalls schwächer in den Handel, erholte sich aber zum Mittag etwas.

 

Deutschland und China wollen Beziehungen wieder normalisieren

Deutschland und China haben die Irritationen um den Empfang des Dalai Lama in Berlin offiziell für beendet erklärt. Außenminister Steinmeier sagte nach einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Yang, man habe ein Interesse an guten und partnerschaftlichen Beziehungen. Ähnlich äußerte sich Yang, der betonte, im gegenseitigen Verhältnis müsse das Prinzip des Respekts sowie der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten gelten. Weiter hieß es in Berlin, Steinmeier werde im Mai einer Einladung nach China folgen. Darüber hinaus wurde der Besuch einer deutschen Abgeordnetengruppe vereinbart, die sowohl China als auch Tibet bereisen will. - Steinmeier und Yang kommen am Nachmittag in Berlin mit ihren Kollegen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Russland zusammen. Dabei geht es um den Atomstreit mit dem Iran.

 

Erste Treibstofflieferungen in Gazastreifen seit Beginn der Blockade

Erstmals seit Beginn der Blockade des Gazastreifens hat Israel wieder Öl- und Treibstoff-Transporte passieren lassen. Im Laufe des Tages sollen auch Medikamente und Lebensmittel in das Palästinensergebiet geliefert werden. - Wegen der andauernden Raketenangriffe militanter Palästinenser hatte die israelische Regierung den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen in der vergangenen Woche abgeriegelt. Der UNO-Sicherheitsrat in New York will sich heute noch einmal mit der Lage im Gazastreifen befassen. Die Mitglieder der Arabischen Liga drängen auf ein Ende der Blockade.

 

Italien: Ministerpräsident Prodi will nach Verlust der Regierungsmehrheit Vertrauensfrage stellen

Der italienische Ministerpräsident Prodi will in beiden Kammern des Parlaments die Vertrauensfrage stellen. Die Abstimmung im Abgeordnetenhaus soll morgen stattfinden, die im Senat zu einem späteren Zeitpunkt. Der in der vergangenen Woche wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetretene Justizminister Mastella hatte gestern den Austritt seiner kleinen christdemokratischen Udeur-Partei aus der Koalition angekündigt. Die Mitte-Links-Regierung unter Prodi verliert damit die Mehrheit im Senat. Mastella fordert inzwischen ebenso wie Oppositionsführer Berlusconi Neuwahlen.

 

Vor Präsidentschaftswahl in Russland: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Oppositionskandidat

In Russland hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Oppositionspolitiker Kasjanow eingeleitet, der sich um das Präsidentenamt bewerben will. Es gehe um Fälschungsvorwürfe im Zusammenhang mit den eingereichten zwei Millionen Unterschriften für die Zulassung zur Wahl am 2.März, berichten russische Nachrichtenagenturen. Der frühere Ministerpräsident Kasjanow zählt inzwischen zu den Kritikern des scheidenden Staatschefs Putin. Er hat bereits mehrfach dem Kreml vorgeworfen, seine Kandidatur zu sabotieren.

 

Kenia: Sechs Tote bei Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und Oppositionellen

Im Westen Kenias sind bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Regierung und der Opposition sechs Menschen getötet worden. Bereits mehrfach war es in der Provinz Molo im Rift Valley zu Zusammenstößen gekommen. In der Hauptstadt Nairobi trieb die Polizei mit Tränengas hunderte Demonstranten auseinander, die um Unterstützung für Präsident Kibaki warben. - Heute wird der frühere UNO-Generalsekretär Annan erneut als Vermittler in der kenianischen Hauptstadt erwartet.

 

China Airlines bestellt 14 A350

Der Flugzeugbauer Airbus hat für seinen neuen Langstreckenflieger A350 einen Großauftrag erhalten. "China Airlines", Taiwans größte Fluglinie, habe 14 Maschinen dieses Typs bestellt, teilte der Airbus-Mutterkonzern EADS mit. Zudem gebe es eine Option für sechs weitere Flugzeuge. Laut Listenpreis hätte das Geschäft ein Volumen von mehr als 4,5 Milliarden Dollar.

 

Bahn-Verhandlungen über neue Entgeltstruktur fortgesetzt

Vertreter der Deutschen Bahn sowie der Gewerkschaften Transnet und GDBA haben in Hannover ihre Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem fortgesetzt. Ende vergangenen Jahres hatten sich beide Seiten auf Eckpunkte geeinigt. Demnach sollen die Löhne um 10 bis 14 Prozent steigen. Ein Bahnsprecher sagte, man strebe eine Einigung innerhalb der nächsten Wochen an.

 

Inzwischen fünf Prozent der Landwirtschaftsflächen von Bio-Bauern bewirtschaftet

Der Anteil der von Bio-Bauern bewirtschafteten Fläche in Deutschland ist leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, werden 5,1 Prozent der Äcker und Felder ökologisch genutzt. 2005 waren es 4,7 Prozent. Die Zahl der Bio-Betriebe wuchs von 14.000 auf 14.700. Insgesamt stieg die durchschnittliche Größe der Bauernhöfe etwas an. Rückläufig war die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft. Sie sank um 1,9 Prozent und liegt jetzt bei 1,3 Millionen Menschen.

 

Das Wetter:

In der Mitte und im Süden regnerisch, im Norden und später auch in der Mitte zeitweise sonnig. 2 bis 9 Grad
Der Wetterbericht, die Lage: Auf der Rückseite eines nach Osten abziehenden Tiefs wird die bisher wetterbestimmende milde Meeresluft durch Kaltluft aus polaren Breiten ersetzt. Die Vorhersage: In der Südhälfte stark bewölkt und zeitweise Regen, im Bergland teilweise in Schnee übergehend. Im Nordwesten, später auch in der Mitte nur noch vereinzelt Schauer, örtlich sonnige Abschnitte. Höchstwerte 3 bis 8 Grad. Die weiteren Aussichten: Morgen im Süden leicht bewölkt und sonnig, sonst dicht bewölkt mit Regen oder Nieselregen, im Bergland Schnee. 2 bis 8 Grad. Am Donnerstag im Süden noch sonnig, in den übrigen Gebieten bewölkt und örtlich Nieselregen, im Tagesverlauf von Nordwesten her neue Niederschläge. 3 bis 9 Grad. Der Seewetterdienst Hamburg teilt mit: Deutsche Ostseeküste: Nord bis Nordwest 5 bis 6, Böen 7.