Die Internationale Energieagentur fordert einschneidende Maßnahmen und mehr Ehrgeiz beim Energiesparen, um den weltweiten CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Sonst "haben wir keine zwei Grad Celsius plus, dann werden es fast sechs sein," so die IEA-Direktorin Maria van der Hoeven.
Der SPD-Außenexperte Rolf Mützenich glaubt nicht, dass Waffenlieferungen oder militärische Interventionen der USA geeignet sind, den Syrienkonflikt zu beenden. "Wir müssen jetzt alles unternehmen, dass die Diplomatie noch eine Chance hat", sagte er.
Die russische Staatsduma hat ein Gesetz verabschiedet, das es verbietet, öffentlich positiv über Homosexualität zu reden. Vor dem Parlament machte ein Mob Jagd auf Homosexuelle und ihre Unterstützer - angetrieben von einem unerträglichen Hass, kommentiert Gesine Dornblüth.
In der kommenden Woche kommt der amerikanische Präsident nach Berlin. 50 Jahre nach dem historischen Besuch Kennedys folgt er dem Rat seines Vorgängers: Hast du zu Hause Probleme, dann reise nach Deutschland. Doch ganz so einfach dürfte es nicht werden.
Der Historiker Daniel Schmiedke ist bei der Recherche zur Ausstellung "Sieger, Befreier, Besatzer" fast verzweifelt. Er wollte herausfinden, wie viele Juden aus Deutschland geflohen und dann als Soldaten der Siegermächte zurückgekehrt sind. Im Alliiertenmuseum skizziert er nun 14 Schicksale.
Deutschlandradio Kultur · Aus der jüdischen Welt · 14.6.2013
Der britische Historiker Timothy Garton Ash forscht über die Grenzen der Meinungsfreiheit und spricht sich für möglichst wenig Tabus aus. Für ihn endet die Meinungsfreiheit dort, wo Worte unmittelbar in Gewalt münden. Hier müsse der Gesetzgeber einschreiten.
Manchmal siegt die Vernunft und ein Großprojekt wird pünklich fertig, der Preis bleibt so hoch wie verabredet, und das Projekt ist dann auch noch funktionstüchtig - also anders als beim Berliner Großflughafen oder bei der Elbphilarmonie. Mit einem Augenzwinkern stellen wir Ihnen perfekt funktionierende Großprojekte vor.
Bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA soll es auch um die Kulturförderung gehen. Ein Horrorszenario der Kunstschaffenden sieht so aus: Buchpreisbindung, Filmförderung oder öffentlich-rechtlicher Rundfunk werden abgeschafft, weil die USA die staatliche Kulturförderung als Wettbewerbsverzerrung betrachten.
Der demografische Wandel stellt uns vor die Frage, wer sich künftig um die Alten kümmern wird. Thomas Klie, Professor an der Evangelischen Hochschule in Freiburg, plädiert für einen Mix aus professioneller Pflege und der guten alten Nachbarschaftshilfe.
Das einheitliche Asylrecht in Europa wirke nicht integrierend, kritsiert der Direktor des italienischen Flüchtlingsrates Christopher Hein. Zudem räumt er mit dem Vorurteil auf, dass Massen von Asylanten in Europa herumirren.
Seit knapp zwei Wochen demonstrieren Zehntausende auf dem Taksim-Platz und im Gezi-Park in Istanbul. Die Jugend der Türkei probt den Aufstand. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan beschimpft sie, nennt sie Marodeure - und hetzt Polizisten auf die Protestierenden.
Verbote scheinen ein bequemer Weg zu sein, Extremisten mundtot zu machen. Ihr Gedankengut ist damit aber nicht aus der Welt, meint der Publizist Albrecht Metzger. Das gelte auch für Salafisten, von denen viele aus Deutschland ins Ausland emigrierten und sich dort weiter radikalisierten.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 14.6.2013
Zuwanderer sind in Toronto herzlich willkommen - und ihnen nur Toleranz entgegenzubringen, wäre den meisten Menschen zu wenig. Schließlich stammen mehr als die Hälfte aller Einwohner aus anderen Ländern, und so dürfen sich auch die Neuen als Kanadier fühlen, als "Neu-Kanadier".
Die türkische Regierung unter Ministerpräsident Erdogan hat ein Referendum über die Umgestaltungspläne des Gezi-Parks in Istanbul angedeutet. Allerdings ist unklar, ob das Ergebnis des Referendums für die Regierung bindend sein würde und wann es stattfinden könnte.
Deutschlandradio · Aktuell · 13.6.2013
Kann ein Politiker wie der türkische Premier Erdogan sich in ein demokratisches politisches Gesellschaftssystem integrieren? Der Berliner Schriftsteller Zafer Senocak hat da so seine Zweifel - und hofft auf die Überwindung des autoritären Denkens in der islamischen Welt.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 13.6.2013
Atomstrom kostet deutlich mehr als Ökostrom. Seit 1970 wurde Energie aus Nuklearanlagen mit mindestens 187 Milliarden Euro gefördert. Für erneuerbare Energien gab es nur 54 Milliarden. Diese Zahlen hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft vorgelegt.
Die Enttäuschung bei den jungen, gut ausgebildeten Iranern sei groß, sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai. Denn keiner der Kandidaten vertrete bei der Präsidentschaftswahl am kommenden Samstag die Interessen dieser Generation.
Dass Unternehmen ihre riesigen Datenmengen den Geheimdiensten zur Auswertung überlassen, sei erschreckend und bedrohlich, sagt Konstantin von Notz. Die Bundesregierung müsse einen Grundrechtsschutz durchsetzen, auch gegenüber den USA, fordert der Netzpolitiker der Grünen.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 13.6.2013
Aus den Datenbergen, die Google, Facebook oder Microsoft den Geheimdiensten überlassen, lässt sich mit Algorithmen Verhalten sogar vorhersagen, erläutert Philip Banse. Wer das eigene Big-Data-Risiko minimieren will, sollte auf alternative Anbieter und Methoden ausweichen, so der Netzexperte.
Angesichts zunehmender Altersarmut haben die Sozialverbände diese Woche Alarm geschlagen: Fast jede zweite Rente hat 2012 weniger als 700 Euro betragen. Wie kann man damit leben? Unser Autor hat eine Berlinerin getroffen, die ganz offen über die Not im Alter spricht.
Sie können Passwörter stehlen, Skype-Anrufe mitschneiden oder die Webcam einschalten: Mit ausgefeilten Spionage-Programmen verschaffen sich Polizei und Nachrichtendienste Zugang zu privaten Informationen. Nun mehren sich die Hinweise, dass diese Methoden in weiten Teilen der Welt eingesetzt werden.
Wer sich im Internet bewegt, kann sich dem Zugriff von Geheimdiensten praktisch nicht entziehen, sagt der Kulturwissenschaftler und Blogger Michael Seemann. Der demokratischen Gesellschaft sei am besten gedient, wenn sie Überwachung selbst demokratisiert. Die Daten sollten jedermann zugänglich sein.
Seit mehr als zehn Jahren möchte Georgien sich der EU und der NATO annähern. Doch es hapert mit Reformen. Auch unabhängige Journalisten haben es in dem Land schwer. In der Hauptstadt Tiflis beginnt nun ein Prozess gegen einen Journalisten, der seit geraumer Zeit wichtigen Leuten im Weg ist.
Die EU mahnt den Sudan, warnt die Türkei, appelliert an Bosnien. Fast täglich meldet sich die Britin Catherine Ashton aus Brüssel. Aber Europas Hohe Vertreterin für Außenpolitik ist ohne Einfluss, beklagt der Journalist Rainer Burchardt.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 12.6.2013
Obwohl acht Bewerber zur Präsidentenwahl im Iran zugelassen wurden, kann keine Rede von einer demokratischen Wahl sein. Unumstrittener Machthaber ist nach wie vor der Ayatollah Khamenei. Unterdessen nimmt die Politikverdrossenheit im Lande zu und die Lebensbedingungen verschlechtern sich.
Aktuelle Zahlen aus Indien belegen es, weiterhin ist dort die Selbstmordrate von Bauern hoch. Grund dafür ist die steigende Verschuldung, aus der die Landwirte nur den Freitod als Ausweg sehen. Am schlimmsten ist der Staat Maharashtra betroffen, wo auch Monsanto und Bayer ihr Saatgut verkaufen.
Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wolle in ihrem Dokumentationszentrum die Geschichte der Gewaltmigration Europas im 20. Jahrhundert darstellen, sagt Manfred Kittel. Ein Auftrag sei es, Flucht und Vertreibung weltweit zu ächten, so der Stiftungsdirektor anlässlich des Baubeginns in Berlin.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 11.6.2013
Endlich geht es los: Die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung lud zum Baubeginn ihres Ausstellungs- und Informationszentrums in Berlin. Das Projekt, das die Große Koalition 2005 beschlossen hatte, war jahrelang im In- und Ausland umstritten.
Entwickler forschen derzeit an Kampfdrohnen, die ihre Opfer vollautomatisch auswählen und töten. "Aus technikethischer Sicht stellen sich da sehr viele Fragen", meint der Wissenschaftler Karsten Weber: Wer bei Softwarefehlern die Verantwortung für missglückte Einsätze trage, sei umstritten.
Der Flughafen BER reiht sich ein in Bauvorhaben, die von Pleiten, Pech und gewaltigen Kostensteigerungen begleitet sind. In Schönefeld greift seit einigen Wochen aber der nicht ganz unumstrittene Geschäftsführer Hartmut Mehdorn ordentlich durch und soll nun alles zum Guten wenden.
Schon jetzt haben die Proteste in der Türkei große Veränderungen hervorgerufen, sagt die türkischstämmige Theatermacherin Shermin Langhoff. Noch vor wenigen Wochen habe sich niemand vorstellen können, dass so viele verschiedene Gruppen gemeinsam auf die Straße gehen.
Statt immer höhere Deiche zu bauen, müsste mehr dafür getan werden, "dass das Wasser mehr Platz hat", sagt Winfried Lücking vom BUND. Er kritisiert, dass die Länder sich nicht ausreichend koordiniert hätten, um das neue Hochwasserschutzgesetz von 2005 umzusetzen.
Eine politische Union in Europa kann auf Dauer nur ohne die südlichen Länder funktionieren, sagt der britische Banker und Publizist David Marsh. Politisch und wirtschaftlich müssten sich die beteiligten Staaten vor allem an Deutschland orientieren.
In der Türkei macht sich der Ärger darüber Luft, wie selbstherrlich Premier Erdogan mit seiner Macht umgeht. Manch ein CSU-Politiker fühlt sich dadurch in seiner Ablehnung eines türkischen EU-Beitritts bestätigt. Dabei dürfte den Christsozialen ein solches Machtgebaren nicht fremd sein, meint der Journalist Uwe Zimmer.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 11.6.2013
Die Mehrheit der Deutschen ist sich einig: Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Land sind ungerecht. Die Gerechtigkeitslücke zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Die Partei DIE LINKE prangert das schon lange an - doch profitieren kann sie davon nicht.
Die Berliner sind vom Hochwasser nicht direkt betroffen - doch wer zur Zeit von Berlin aus in den Rest der Republik per Zug reisen will, dem wird die katastrophale Lage in anderen Landesteilen schnell bewusst. Denn die Züge kommen wegen des Hochwassers oft verspätet. Manchmal mehrere Stunden.
Tunesien ist der weltweit fünftgrößte Phosphat-Exporteur. In seinen Chemiewerken stellt es Phosphate und Phosphorsäure her. Als Abfallprodukt entsteht dabei der giftige Phosphor-Gips. 13 000 Tonnen dieses gefährlichen Materials leitet eine Fabrik in Gabes im Südosten Tunesiens ins Meer - Tag für Tag.
In Sitra, einer Hafenstadt im Inselkönigreich Bahrain, wird dem Meer neues Land abgerungen. Besitzer der neuen Küstenstreifen sind Mitglieder der Königsfamilie. Wenn diese das Land weitergeben, dann nur an Günstlinge. Das Nachsehen haben Fischer, die immer seltener freien Zugang zum Meer haben.
Im Bundesjustizministerium waren in den 50er- und vor allem 60er-Jahren NS-Juristen Abteilungs- und Referatsleiter, das erklärt der Historiker Manfred Görtemaker. Daher sei wohl nach 1949 kein einziger Richter für das, was er im Dritten Reich getan habe, je verurteilt worden.
Vorgestern waren noch 100.000 Euro ein dicker Batzen Geld, gestern waren es noch 1.000.000, heute kostet so dieses oder jenes steingewordene Vorhaben mal so schlappe 1.000.000.000 Euro. Oder auch mehr. Manchmal regen wir uns darüber auf. Aber war das schon immer so?
Beim Thema Frauenquote in Führungspositionen deutscher Unternehmen ist noch eine Menge zu tun. Die Gründe der Ungleichverteilung sind kein Geheimnis: Alles ist gesagt. Jetzt macht die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Buch Vorschläge, wie man das ändern kann.
Die Industrie- und Handelskammer Niederbayern hat in einer vorläufigen Bilanz des Hochwassers den Schaden in ihrer Region auf mehrere Hundert Millionen Euro beziffert. Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart rechnet mit 3000 bis 4000 Betrieben in Niederbayern, die jetzt pleite seien.
An Ideen, erneuerbare Energie aus Sonne, Wind, Wasser oder Pflanzen zu gewinnen, mangelt es nicht. Auf der Internationalen Bauausstellung in Hamburg ist nun ein Haus zu begutachten, an dessen Fassade Algen wachsen - ein hervorragender Rohstoff für Biogasanlagen.
Viel zu lange waren die Renditen auf Finanzanlagen so attraktiv, dass Investoren ihr Geld lieber in das x-te Derivat steckten, als es einem Mittelständler oder Start-up zu geben, sagt der Ökonom Thomas Fricke. Das sei derzeit zum Glück anders.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 10.6.2013
Nach Griechenland war jüngst auch Portugal dran: Um Hilfsgelder aus dem Euro-Rettungsfonds zu bekommen, mussten Gehälter gekürzt und Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen werden. Die Krise führt letztlich zu einer großen, undemokratischen Umverteilung, kritisiert der Soziologe Wolfgang Streeck.
Macht Wohlstand wirklich glücklich? Der Wirtschaftspublizist Max A. Höfer, ehemals Leiter der unternehmerfreundlichen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", ging dieser Frage nach - und ist skeptisch geworden. Sein Buch tut dennoch niemandem richtig weh.
Der britische Ökonom Robert Skidelsky und sein Philosophie lehrender Sohn Edward fordern in ihrem gemeinsamen Buch eine Abkehr vom Wachstumswahn. Um die endlose Gier zu besiegen, helfe ein sicheres Grundeinkommen - und die Einschränkung der Werbung.
17 Stunden diskutierten die Unterhändler, dann verkündeten Vertreter beider Seiten: Es soll wieder Gespräche zwischen den beiden Regierungen geben zum ersten Mal seit sechs Jahren. Dabei soll es unter anderem um die Zukunft der Sonderwirtschaftszone Kaesong gehen.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Neue Kicks für den Spielplan. Theaterautoren im Aktualitätsdruck
Sendezeit: 16.06.2013, 00:06
Netzwerk Recherche Treffen in Hamburg
Sendezeit: 15.06.2013, 23:45
Berlin: Lange Nacht der Autoren - Abschluss der Berliner Autorentheatertage
Sendezeit: 15.06.2013, 23:37
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