Fast jeder erinnert sich an die Bilder vom 9. November 1989: Die Mauer fällt. In einer mittlerweile historischen Pressekonferenz gab Günter Schabowski - auf Nachfrage von Journalisten - die Reiseerlaubnis, die zur Öffnung der Grenzen, dem Fall der Mauer und schließlich zur deutschen Einheit führte. Eine Chronologie.
Seit dem Mauerfall ist immer wieder versucht worden, die Ereignisse dieses historischen Tages zu rekonstruieren. Florian Huber macht einen neuen Anlauf - und bringt einen Zettel ins Spiel, der die Welt veränderte.
Ab Oktober 1989 musste die SED ohnmächtig mit ansehen, wie ihr die Macht entglitt. Eine der ersten Forderungen der mündig gewordenen Bürger war konsequenterweise die Änderung der DDR-Verfassung, in der die führende Rolle der SED festgeschrieben war.
Am Abend des 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet. Das historische Jubiläum der Grenzöffnung wird heute in Berlin und anderen deutschen Städten mit Feierlichkeiten und Staatsgästen aus der ganzen Welt begangen.
"Mr. Gorbachev, tear down this wall!" - "Reißen Sie diese Mauer nieder!" Mit diesen Worten ging Ronald Reagan 1987 in die Geschichte ein. Sein Adoptivsohn Michael hält Reagans Vorstoß zwei Jahre vor dem Fall der Mauer für einen der Auslöser der späteren Wiedervereinigung.
Deutschlandfunk · Interview · 9.11.2009
Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker rief die Westdeutschen dazu auf, sich neugierig in den ostdeutschen Bundesländern umzusehen. Für das Zusammenwachsen sei es wichtig, dass sich die Lebensbedingungen noch stärker anglichen.
Deutschlandfunk · Interview · 9.11.2009
Der frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, sprach sich für eine weitere Aufarbeitung der Vergangenheit aus. Der Prozess der Benennung von Wahrheit und Schuld sei ein heilsamer und müsse fortgesetzt werden.
Deutschlandfunk · Interview · 9.11.2009
"Ich war etwas unruhig" - so erlebte der damalige DDR-Grenzsoldat Peter Kaminski den Mauerfall vor 20 Jahren. Er sei von den Ereignissen "überrollt" worden, sagte Kaminski.
Am 13. August 1961 begann die NVA der DDR mit der Abtrennung des östlichen Berlins: der Beginn des Mauerbaus. Der Deutschlandfunk sendet hierzu in den nächsten Monaten historische Ton- und vertonte Dokumente, die die Ereignisse hör- und begreifbar machen.
Sie hätten sich nicht kennengelernt, Sabine aus Magdeburg und Peter aus Gelsenkirchen, wenn nicht der Mauerfall den Stein der Liebe ins Rollen gebracht hätte. Gabriele Herbst befragt im Gedenkjahr "20 Jahre friedliche Revolution" ost-west-deutsche Paare, die zusammenwachsen wollten, weil sie zusammen gehörten.
Probstzella: ein Ort, der nie schuldig war, der seine Unschuld durch die DDR verlor und heute Ausgangspunkt ist, für eine Wanderung durch die Vergangenheit, durch die Gegenwart, in die Zukunft. Eine Geschichtswanderung in sechs Bildern, mit sechs Personen.
Das ehemalige Grenzgebiet zwischen Westberlin und Potsdam erinnert nicht nur an das geteilte Deutschland, sondern auch - mit Schloss Glienicke und Schloss Babelsberg - an die preußische Geschichte der Region: eine Führung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.
Einem Skatblatt, Freikarten fürs Theater, einem Onlineabonnement der Regionalzeitung sind in der "Heimkehrerbox". Diese soll Abwanderern aus Magdeburg ein Stück Heimatgefühl mitgeben, damit sie vielleicht irgendwann zurückkehren.
Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wird die Glienicker Brücke 1948 wieder aufgebaut. Die DDR nennt sie "Brücke der Einheit", doch 40 Jahre lang ist sie eher das Gegenteil: Quer über die Brücke ist eine weiße Linie gezeichnet; sie trennt DDR von BRD.
Ein früherer Stasi-IM und Grenzkommandeur, Michael Heinze, wurde in Schönberg zum Bürgermeister gewählt. Dies führte zum heftigen Streit unter den Bürgern - und zu einer Spaltung in Heinze-Befürworter und -Gegner.
Ein süßes Erfolgsprodukt kommt aus Halle an der Saale: die Hallorenkugel - eine Art Praline, die aussieht, wie ein kleiner Schaumkuss. Hergestellt wird sie in Deutschlands ältester Schokoladenfabrik, gegründet 1804. Nach dem Mauerfall gab es eine unsichere Phase, doch seitdem geht es steil bergauf.
Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Große Ausnahme: die Kohle. Und das bedeutet in Ostdeutschland: Braunkohle. In der Lausitz wird sie noch gefördert, im Braunkohletagebau. Heute wie vor 20 Jahren.
Die Großdemonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989 sei nicht nur durch Freiheits- und Äußerungswillen geprägt gewesen, sondern auch durch "Illusion und Blauäugigkeit", sagt der Autor und Schauspieler Steffen Mensching, der bei der Demonstration im Kulturprogramm aufgetreten ist.
Für Lampenfieber sei keine Zeit gewesen, meint Schauspieler Jan Josef Liefers, der vor 20 Jahren bei der Großdemonstration am Berliner Alexanderplatz vier Minuten Redezeit hatte. Als Stasi-General Markus Wolf ihm nach der Rede ein Stück Pflaumenkuchen anbot, habe er gedacht, das müsse das Ende der DDR sein, erinnert sich Liefers.
Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern hatten es schon immer schwer und standen bereits mehrfach vor dem Aus. Die Menschen in der Region haben kaum Alternativen zur Arbeit auf der Werft.
Unter der Leitung des Dirigenten Rolf Reuter spielte die Staatskapelle Berlin am 5. November 1989 in der Gethsemanekirche Beethovens 3. Sinfonie. Bei diesem Konzert forderte Reuter öffentlich: "Die Mauer muss weg". Jetzt dirigierte Daniel Barenboim das Gedenkkonzert.
In der Serie "Der Mauerfall - eine Chance für die Ost-Wirtschaft?" zeichnet der Deutschlandfunk die Transformation der Ostwirtschaft nach dem Mauerfall nach. Ein Beispiel ist, wie in Thüringen Lothar Späth aus den Resten des VEB Kombinats Carl Zeiss Jena den ostdeutschen Vorzeigekonzern Jenoptik schmiedete.
In seinem dritten Buch zum Thema DDR beschäftigt sich der Autor Roman Grafe nicht mit Tätern oder Opfern, sondern mit der großen Gruppe der Mitläufer. Sein Buch ist eine Sammlung persönlicher Texte über Anpassung und Widerstand in der SED-Diktatur.
Deutschlandfunk · Andruck · 2.11.2009
Das Jubiläum zum Fall der Mauer erfährt auch in Frankreich eine umfassende Würdigung. Die politische Literatur untersucht dabei vornehmlich, inwieweit die Deutschen ihre verbrecherische Vergangenheit aufgearbeitet haben.
Als vor 20 Jahren engagierte DDR-Bürger auf die Straße gingen, herrschten Angst und Gewalt. Egon Krenz, Honeckers "Kronprinz" hatte die "chinesische Lösung" öffentlich gut geheißen.
Er trug die Verantwortung für die Verhandlungen mit der DDR: Rudolf Seiters. Als Kanzleramtsminister hatte er kurz nach seinem Amtsantritt 1989 die Aufgabe, mit den Massenfluchten aus der DDR umzugehen, die dann später in der Einheit mündeten.
Welchen Anteil hatte die Kunst, hatten die Künstler am Fall der Mauer? Das fragt "Kultur heute" in loser Folge Dichter, Theatermacher und Maler wie den bildenden Künstler Via Lewandowsky. Er hat von 1982 bis '87 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studiert, '89 die DDR verlassen, wo er 1963 geboren wurde.
Der Herbst 1989 bedeutet eine Zeitenwende für Deutschland und die Welt: Die Mauer fällt, Tausende DDR-Bürger reisen in den Westen, kurz darauf findet die erste freie Volkskammerwahl statt, wenig später ist Deutschland wieder vereint. Der Themenabend durchleuchtet diese Zeit des Umbruchs.
"Ich find’s toll, wenn ein Westler anders ist und ich möchte aber als Ostler ein bisschen anders sein dürfen", sagt Thomas Rosenlöcher 20 Jahre nach der Wende - und vermisst als Lyriker insbesondere die Stimme des Ostens.
20 Jahre nach dem Mauerfall erinnern nur noch wenige Spuren an die innerdeutsche Grenze. Doch es gibt Mahnmale, Museen und Erinnerungsstätten entlang des deutsch-deutschen Radwegs, der durch die ehemaligen Grenzorte von Travemünde bis nach Hof führt.
Für Christian Führer, vor 20 Jahren Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche, war die friedliche Revolution in der DDR ein "Wunder biblischen Ausmaßes". Der Friedenszug durch die Stadt, an dem am 9. Oktober 1989 Zehntausende Menschen teilgenommen hatten, sei der Tag der Entscheidung gewesen.
Jana Kellermann, Moritz Leo und Johannes Hanf erlebten ihre Kindheit und ersten Jugendjahre in der DDR. Die Wiedervereinigung hat ihr Erwachsenwerden beeinflusst - eine Rückschau mit Blick auf die Gegenwart.
Als die DDR am 7. Oktober 1989 ihren 40. Geburtstag beging, war ihr Ende schon abzusehen. Sowjet-Präsident Michail Gorbatschow nahm das durchaus vorweg - wenn er es auch nicht so sagte, wie viele denken.
Der ehemalige Staats- und Parteichef der Sowjetunion Michail Gorbatschow hat Deutsche und Russen als die "Helden der Vereinigung" bezeichnet. Jetzt sei es wichtig, dass Europa Russland endlich verstehe und nicht ständig herumschubse.
Als junger ostdeutscher Absolvent der Filmhochschule habe er nach der Wende einen Bonus gehabt, erinnert sich Andreas Dresen. Was für ihn ein Glück gewesen sei, sei für viele seiner älteren Kollegen dagegen eine Tragödie gewesen.
Eines der besten Bücher über den Herbst 1989. Weil es eben nicht über den Herbst '89 schreibt, sondern aus dem lebendigen Geist dieser Zeit - erinnert von Menschen, die Bürger zweier Welten bleiben werden: angekommen zwar in der Bundesrepublik, aber eben hergekommen aus der DDR.
Ein historischer Moment der deutschen Geschichte: Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet am 30. September 1989 vom Balkon der deutschen Botschaft in Prag den dorthin geflüchteten rund 4500 DDR-Bürgern, dass ihrer Ausreise in die Bundesrepublik nichts mehr im Wege steht.
Der Historiker und Autor György Dalos liefert eine fundierte politische Analyse der Wendejahre, gespeist aus eigener Anschauung der Entwicklung in Budapest, Ostberlin, Warschau und Prag.
Seit der Wende hat sich Berlin enorm verändert. Einen künstlerischen Blick auf diesen Wandel unternimmt die Ausstellung "Berlin 89/09 - Kunst zwischen Spurensuche und Utopie".
Für DDR-Bürger war Ungarn stets ein beliebtes Urlaubsland. Auch im Sommer 1989 füllen sich die Campingplätze mit DDR-Zelten. Doch dieses Mal kommen so viele Urlauber, dass der Platz nicht mehr ausreicht - bis das Unglaubliche geschieht.
Zwischen FKK-Strand, Datsche und einem Kessel Buntem - zwei Berliner Wissenschaftler haben zusammengetragen, wie die Menschen in der DDR sich amüsierten, während das Politbüro verbitterte.
"Die Ungarn haben den ersten Stein aus der Mauer gelöst", sagt Horst Teltschik über deren Ermöglichung der Flucht für viele DDR-Bürger im August 1989 - für Menschen also, die nur eines im Sinn hatten: Freiheit.
Deutschlandfunk · Interview · 19.8.2009
Massenflucht von DDR-Bürgern über die ungarisch-österreichische Grenze während des "Paneuropäischen Picknicks" bei Sopron. Ein Reporter des österreichischen Rundfunks berichtet.
Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Hans-Georg Wieck, kann nicht bestätigen, dass es 1987 auf sowjetischer Seite konkrete Pläne zur Absetzung Erich Honeckers gegeben habe.
Ute Mahler, Mitbegründerin der Fotoagentur Ostkreuz, über die Ausstellung "Ostzeit - Geschichten aus einem verschwundenen Land" im Berliner Haus der Kulturen der Welt und über die Bedrohung der Profifotografie durch die digitale Revolution.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Daher publizierten bekannte und weniger bekannte Historiker schon in diesem Frühjahr eine Reihe neuer Studien über den Fall der Berliner Mauer, der sich im November zum 20. Mal jähren wird.
Knapp 30 Mal ging Radio Glasnost in den Äther und über die Mauer. Der Westberliner Sender wollte der DDR-Opposition die Möglichkeit bieten, Themen unzensiert zu diskutieren und darzustellen. Der Sender strahlte aus der DDR herausgeschmuggeltes Audiomaterial aus.
Der Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, sieht den Beweis für das Unrecht in der DDR durch die Bürger des Staates erbracht. In einem Rechtsstaat wären nicht Hunderttausende auf die Straße gegangen und hätten nicht Zehntausende ihre Heimat verlassen.
Die CIA hat eins, der Cognac-Clan Hennessy, George W. Bush Senior und das Museum of Modern Art. Sie alle besitzen ein Stützwandelement UL 12-11. Vulgo ein Segment der Berliner Mauer, 3,60 Meter hoch und 1,20 Meter breit, 2750 Kilogramm schwer. Und auch im kleinen polnischen Örtchen Sosnowka, unweit von Breslau, stehen Dutzende Mauerelemente auf der grünen Wiese.
Die DDR-Vergangenheit hat das Gesellschaftsspiel erreicht. In diesem Jahr werden gleich mehrere Spiele herausgebracht, die sich mit der Wende und der Zeit davor befassen. Die Spiele heißen "Mauerfall ´89" , "DDR-Spiel" oder "Mauerquiz".
Der Historiker Martin Schaad hat die Geschichten von 410 Mauerspringern recherchiert, die über die Grenze von West- nach Ostdeutschland geklettert sind. Einige sprangen, weil sie offiziell nicht einreisen durften, andere waren psychisch krank - und manche einfach nur betrunken.
Die Ausstellung "Bewegte Welt - Erzählte Zeit” in der Berliner Akademie der Künste erzählt von politischen und persönlichen Veränderungen: Künstler aus Georgien, Kasachstan, Russland und anderen meist osteuropäischen Ländern blicken auf das Wendejahr 1989.
Deutschlandfunk
Seit 20:10 Uhr
Studiozeit
Nächste Sendung: 21:00 Uhr
Nachrichten
Deutschlandradio Kultur
Seit 20:03 Uhr
Konzert
Nächste Sendung: 22:00 Uhr
Alte Musik
DRadio Wissen
Seit 20:05 Uhr
Hörsaal
Nächste Sendung: 21:00 Uhr
Nachrichten
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Kommentar: Regierung will Porno-Seiten löschen
Sendezeit: 09.02.2010, 19:12
Deutschlandradio Kultur
Kulturtipps - Dienstag, 09.02.2010 - 19.20 Uhr - Fazit
Sendezeit: 09.02.2010, 19:27
DRadio Wissen
Redaktionskonferenz vom 09.02.2010 18:30:00
Sendezeit: 09.02.2010, 18:30
dradio-Recorder
im Beta-Test: