Direkt nach dem Gipfel von Durban kündigte Kanada seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll an. Das Land hat seine in dem Protokoll festgelegten Ziele deutlich verfehlt. Ein Grund dafür ist der Abbau von Öl aus Ölsanden in der Provinz Alberta.
Als Riesenerfolg wertet Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) das neue Klimaschutzabkommen, das bis 2015 mit allen Staaten ausgehandelt werden soll. In seiner Regierungserklärung zu den Ergebnissen des Klimagipfels in Durban sagte er aber auch, dass noch zu wenig gegen den Klimawandel getan werde.
Seinen nationalen Egoismus unverhohlen zu Schau zu stellen das wird offenkundig zum neuen Modetrend im internationalen Politikbetrieb. Am Freitag verabschiedete sich Großbritannien aus der EU in die splendid isolation, nun folgt Kanada beim globalen Klimaschutz.
Wenn die Menschheit den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad begrenzen will, müsse die Wende beim CO2-Ausstoß schon vor 2020 erreicht sein, sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er hofft, dass die "Pioniere der Klimaschutzwilligen" schon bald enger zusammenarbeiten werden.
Bundespräsident Christian Wulff hat die Ergebnisse des Klimagipfels zurückhaltend bewertet: Das Treffen habe gezeigt, wie weit der Weg zu einem Kyoto-Nachfolgeprotokoll noch sei. Andere Christdemokraten äußern sich optimistischer.
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hat die Ergebnisse des UN-Klimagipfels in Durban als "großen Erfolg" gewertet. Der Weg sei jetzt frei für einen verbindlichen Klimavertrag, an dem alle Staaten beteiligt seien.
Die Staatengemeinschaft hat auch in Durban kein neues Weltklimaabkommen beschlossen. Stattdessen soll das bisher noch gültige Kyoto-Protokoll verlängert werden. Eine umstrittene Entscheidung, weil dieser Klimavertrag die größten CO2- Emittenten wie China, USA oder Indien nicht mit einbezieht.
Es hat sich gelohnt, gut einen Tag länger in Durban zu bleiben und bis heute Früh weiter zu verhandeln. Denn herausgekommen ist in Durban immerhin ein Fahrplan, wie die Welt bis 2020 zu mehr Klimaschutz kommen will und das ist mehr als nichts, meint Theo Geers.
Endspurt bei der Klima-Konferenz im südafrikanischen Durban: Ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll ist nicht in Sicht. Nur der geplante Klimaschutzfonds konkretisiert sich.
Deutschlandradio · Aktuell · 9.12.2011
Am letzten Tag des Klimagipfels in Durban liegt ein Scheitern in der Luft. Brasilien und Südafrika lassen zwar Kompromissbereitschaft auf dem Weg zu einem Fahrplan für einen verbindlichen Klimavertrag erkennen. Indien, China und die USA bleiben jedoch bislang bei ihrer harten Haltung.
Deutschlandfunk · Umwelt und Verbraucher · 9.12.2011
Ein Beschluss auf dem Klimagipfel könnte dazu führen, dass Industrieländer zukünftig CCS-Projekten in Entwicklungsländern fördern und so ihre Emissionsbilanz verbessern können. "Nicht der richtige Weg", meint Elmar Große Ruse vom NABU.
Deutschlandfunk · Umwelt und Verbraucher · 9.12.2011
Der Klimaexperte Niklas Höhne hält eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls noch für möglich. Er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man sich in Durban auf ein Klimaschutzabkommen einige, das dann nach 2020 gelte.
Welches Land spart wie viel Treibhausgase ein, das ist die zentrale Frage, die auf dem Klimagipfel in Durban festgelegt werden soll. Doch die verbale Einsparbereitschaft ist das eine, die tatsächliche Reduktion das andere.
Der Klimagipfel in Durban droht wie andere vor ihm zu einer Alibiveranstaltung zu werden. Immerhin ist ein Klimafonds im Gespräch, um die Folgen der Erderwärmung abzumildern. Grünen-Politikerin Renate Künast lehnt ab - sie fordert eine deutliche CO2-Reduktion mit Deutschland als Vorreiter.
Auf der Klimakonferenz in Durban habe Deutschland einen wichtigen Impuls gesetzt, indem es seine Beteiligung an einem Global Climate Fund zugesagt hat, findet Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Der Fonds soll Entwicklungsländern Mittel für den Klimaschutz bereitstellen.
Im südafrikanischen Durban geht der Klimagipfel in die entscheidende zweite Woche. Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, hat jetzt auf den Zusammenhang von Klimawandel und Artensterben hingewiesen.
Als erstes Bundesland will Nordrhein-Westfalen ein Klimaschutzgesetz verabschieden. Demnach soll bis zum Jahr 2050 der CO2-Ausstoß an Rhein und Ruhr um mindestens 80 Prozent zurückgehen. Die Wirtschaftsverbände fürchten dadurch Wettbewerbsnachteile und die Kommunen größere finanzielle Belastungen.
In Durban beim Weltklimagipfel geht heute die erste Arbeitswoche zu Ende. Ergebnisse gibt es zwar noch nicht, Fortschritte seien aber durchaus erkennbar, berichtet DLF-Reporter Georg Ehring aus Südafrika. Strittig sei nach wie vor die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls.
Nach Ansicht des designierten Direktors des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Ottmar Edenhofer mache die UN-Klimakonferenz kaum noch Sinn. Es sei sinnvoll, den Teilnehmerkreis bei den Verhandlungen auf die größten Industrienationen und Schwellenländer zu verkleinern.
Der Energiewende könnte das den Schwung rauben: In dem Brief an Bundeswirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Röttgen fordern Parlamentarier der Koalition harte Einschnitte bei der Förderung der erneuerbaren Energien. Für den Grünen Hans-Josef Fell wäre das ein fataler Schritt.
Der UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban ist nicht nur ein Thema für Politiker und Umweltaktivisten. Auch Künstler melden sich während der Konferenz zu Wort - mit einer panafrikanischen Ausstellung mit dem mehrdeutigen Titel "Don't/Panic".
Für die Südafrikaner, die Gastgeber der Weltklimakonferenz, ist Umweltschutz ein Fremdwort. Bis auf ein Ökodorf im Western Cape. In der von Trockenheit geplagten Region setzen die Bewohner auf gefiltertes Wasser und Solarenergie – und wollen ein Vorbild für das Land sein.
In China wächst die Wirtschaft rasant. Doch mit ihr auch die Verschmutzung von Flüssen, Böden und Luft. Die Regierung steckt viel Geld in erneuerbare Energien. Aber die Probleme haben sich weiter verschärft.
Artur Runge-Metzger, Chefunterhändler der EU-Komission auf dem Weltklimagipfel in Durban, mahnt, die Verhandlungen um ein neues Klimaschutzabkommen schnell voranzutreiben. In zwei bis fünf Jahren müssten substanzielle Fortschritte erreicht werden.
Wenn es gut läuft, endet der Klimagipfel mit einem Arbeitsauftrag, bis 2015 ein neues weltweites Abkommen auszuhandeln. Vielleicht müssen sich auch die Länder, die wie Deutschland und die EU mehr verlangen, damit zufriedengeben. Doch auch das wäre ein schlechtes Ergebnis.
Wird Treibhausgas so stark wie bisher ausgestoßen, beläuft sich die globale Erwärmung zum Ende dieses Jahrhunderts auf mehr als drei Grad, prognostiziert Professor Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Vielleicht gelingt es in Durban, die Interessen der Europäer mit denen der Chinesen zu verbinden. Eine solche Allianz wäre vorbildlich für jene, die beim Klimaschutz "im Bremserhäuschen" säßen, meint der emeritierte Professor für Umweltpolitik Udo Simonis.
Im südafrikanischen Durban sind Vertreter von über 190 Staaten zur 17. UNO-Klimakonferenz zusammengekommen. Ziel ist es, eine Nachfolgeregelung für das 2012 endende Kyoto-Protokoll zu finden. Russland, die USA und China stehen einer Regelung, die eine weitere Reduzierung von Klimagasen vorsieht, skeptisch gegenüber.
Deutschlandradio · Aktuell · 28.11.2011
Auf der Klimakonferenz in Durban herrschen "festgefahrene Fronten", sagt Stefan Krug. Der Greenpeace-Umweltexperte sagt, dass man einen Fahrplan beschließen müsse, auch wenn das Kyoto-Protokoll noch nicht verlängert werde. Die Frage sei, so Krug, ob der politische Wille dazu da sei.
Deutschlandfunk · Interview · 28.11.2011
Streitthema beim Weltklimagipfel im südafrikanischen Durban ist die Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Vor allem die USA, China und mehrere Schwellenländer sind nicht bereit, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu verringern. Die EU ist bereit, ergreift aber selbst nicht die Initiative.
Rund 20.000 Delegierte sind im südafrikanischen Durban zur Weltklimakonferenz zusammengekommen. Allerdings: In den wohlhabenden Ländern rangiert das Thema Klimawandel wegen der Finanzkrise im Moment eher unter ferner liefen. Derweil häufen sich anderswo Unwetter und Dürren.
Ziel des UN-Klimagipfels in Durban müsse ein Vertrag sein, bei dem die USA und China "nicht unbedingt von Anfang an mit dabei sind", sagt Hermann Ott. Der Grünenpolitiker forderte die Europäische Union auf, den Klimaschutz federführend voranzutreiben.
Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer hält es für unwahrscheinlich, dass auf der 17. Weltklimakonferenz in Durban eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll gefunden wird. Man dürfe dennoch nicht resignieren, sagte Töpfer.
Deutschlandradio Kultur · Interview · 28.11.2011
Bereits am Sonntag sagte Töpfer im Interview der Woche, dass aufgrund der Atomwende Deutschland in Durban zu den treibenden Kräften gehöre.
Dem Klimagipfel in Durban sehen viele Wissenschaftler, Politiker und Klimabeamte mit Skepsis entgegen. Einer, der sich nicht entmutigen lassen will, ist der 81-jährige Emil Salim. "Das Thema hält mich jung. Ich kann mich über all das so empören", sagt er.
Am Montag beginnt in Durban in Südafrika der nächste Klimagipfel. Siebentausend Delegierte aus 194 Staaten verhandeln zwei Wochen lang über den Klimaschutz und ringen um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das Ende 2012 ausläuft. Doch ein Durchbruch dürfte schwierig werden.
In Durban kommen Delegationen aus 180 Ländern zum Weltklimagipfel zusammen. Ob ein neues Klimaabkommen verabschiedet wird, ist fraglich. Südafrika will sich als grüner Gastgeber präsentieren. Dass man am Kap Wert auf Klimaschutz legt, liegt auch an der Lobbyarbeit von Kirchen.
So gering wie momentan waren die Erwartungen an den UN-Klimagipfel in Durban eigentlich noch nie. Ein verbindliches Klimaabkommen für die Zeit nach Kyoto scheint schwierig mit Akteuren wie den USA und China. Zur Stunde empfehlen Regierungsberater und Wissenschaftler in Berlin, wie die deutschte Delegation den Kampf ums Klima dennoch vorantreiben könnte.
Vom Klimagipfel in Durban verspricht sich Olav Hohmeyer vom Sachverständigenrat für Umwelfragen der Bundesregierung nichts. Er erwarte keine wesentlichen Fortschritte bei der Reduzierung der weltweiten CO2-Emissionen, sagte der Umweltexperte.
Wolfgang Lucht bemängelt, dass das Klimaproblem nicht als Zivilisationsaufgabe wahrgenommen werde. Im Hinblick auf die Klimakonferenz in Durban sagt der Klimaforscher des Potsdam-Instituts, dass die Zusagen zum Klimaschutz eine "höhere Verbindlichkeit" bekommen sollten.
Sven Harmeling von Germanwatch resümiert, dass die Verhandlungssitzungen in Panama "relativ konstruktiv" verlaufen sind. Vor dem Klimagipfel in Durban bedarf es jedoch noch deutlicher Engagement von höchster politischer Ebene.
Ab heute bereiten in Bonn rund 3000 Regierungsvertreter den nächsten Weltklimagipfel in Durban vor. In einer Vorkonferenz ging es nun um Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit von Städten an den Klimawandel.
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Schmalspurbahn in Lettland
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
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Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953, Roger Engelmann: DDR im Blick der Stasi
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Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
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