Der Fußball-Rausch ist zu Ende. Was hat die EM der Ukraine gebracht? Der Schriftsteller Andrej Kurkow über die Stimmung in seinem Land, die Boykottaufrufe des Westens und die Chancen der Opposition bei der kommenden Parlamentswahl.
Im Halbfinale gegen Italien habe die deutsche Mannschaft nicht auf dem höchsten Level gespielt, sagt Tom Bartels. Er schaut jedoch zuversichtlich in die Zukunft. Der ARD-Fussballkommentator ergänzt, dass viele große Talente aus den Nachwuchsabteilungen in Deutschland nachwachsen.
Im Endspiel der Europameisterschaft haben die Spanier nicht nur ihren Titel verteidigt. Sie sind auch die erste Mannschaft, die drei internationale Turniersiege in Folge geholt hat. Fans und Mannschaft feierten ausgelassen.
Europa ist wieder im Fußballfieber. Was bei der EM neben dem Geschehen auf dem Platz passiert, darüber berichten der Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur in den Informationssendungen sowie in Reportagen und Interviews.
Eines der Themen, das vor der EM aufgeregt diskutiert wurde, war die illegale Prostitution in der Ukraine. Auch darüber hinaus werden Frauen in Beruf und Alltag systematisch benachteiligt. Noch steht die Emanzipationsbewegung auf einem schwachen Fundament kann die EM daran etwas ändern?
Zwei chaotische italienische Spitzen ohne System gegen den Diplomingenieur-Fußball Made in Germany mit System. Präzises Kurzpassspiel gegen chaotische Systemverweigerung: Beim Spiel der Deutschen gegen die Italiener sah auch das System Löw nicht gut aus.
Er könne keinen klaren Fehler erkennen, sagt Sportreporter Manfred Breuckmann und meint damit den Einsatz der überwiegend jungen Spieler bei dieser EM. Bei der Aufstellung gegen Italien allerdings "stimmte so einiges nicht", meint Breuckmann - und macht Hoffnung auf die WM 2014 in Brasilien.
Deutschlandfunk · Interview · 29.6.2012
Die deutsche Abwehr sah beim Halbfinalspiel gegen Italien nicht gut aus, meint Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Er glaube aber, dass die noch junge Mannschaft irgendwann die gleiche Sicherheit und Abgezocktheit haben wird wie die Italiener.
Deutschlandradio Kultur · Interview · 29.6.2012
Aus der Traum. Die deutsche Elf ist im EM-Halbfinale ausgerechnet gegen Italien ausgeschieden. Mann des Spiels war Mario Balotelli. Erst in der Schlussminute gelang der deutschen Mannschaft ein Treffer - zu spät.
Nicht nur die Fußballstars, auch ihre Partnerinnen stehen während der EM im Mittelpunkt. Mal gelten die Spielerfrauen als schmückendes Beiwerk, mal als eiskalte Managerinnen. Die Journalistin Christine Eisenbeis blickt in ihrem neuen Buch hinter die gängigen Klischees.
Italien ist so etwas wie der Angstgegner der deutschen Nationalmannschaft: Noch nie haben die Deutschen das italienische Team bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft geschlagen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass manche Niederlagen geradezu traumatisch nachwirkten.
Die Italiener seien "beileibe nicht mehr Schurken", sagt Hajo Steinert. Ihr Spiel zeichne sich heute durch eine Liebeserklärung an den Ball" aus, sagt der Literaturredakteur. Die deutsche Elf könne aus der Defensive heraus "vielleicht leichter aufspielen".
Spanien steht im Endspiel der Fußball-Europameisterschaft. Im Halbfinale schlug der Titelverteidiger die Mannschaft aus Portugal. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen.
Im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft trifft Deutschland auf Italien. Die Entscheidung zwischen England und Italien fiel erst im Elfmeterschießen.
Beim EM-Viertelfinale in der Ukraine hat Titelverteidiger Spanien den Einzug ins Halbfinale geschafft. In der Partie gegen Frankreich setzte sich die Mannschaft mit 2:0 durch. Die Treffer schoss Xabi Alonso in der 19. Minute sowie in der 90. Minute mit einem Elfmeter.
Dem Kabarettisten Hans Werner Olm wird die EM-Euphorie der Deutschen allmählich zu viel. Nach dem Sieg gegen Griechenland habe es in Berlin bis um fünf Uhr morgens ein Hupkonzert in den Straßen gegeben: "Man kann es auch ein bisschen übertreiben.“
Vier Siege in Serie: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft einen Lauf. Nach dem 4:2-Sieg gegen Griechenland im Viertelfinale jubelt die deutsche Elf und mit ihr Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dennoch gab es ein wenig zu mäkeln.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht nach dem Sieg über Griechenland im Halbfinale der Europameisterschaft. In der zweiten Halbzeit der Partie konnte die Elf von Bundestrainer Löw die Abwehr der Griechen endgültig bezwingen.
20 Teams haben in der Lausitz bei der "EUROPEADA" gespielt - der Fußball-EM der europäischen Minderheiten. Die Veranstaltung will zeigen, dass Europa mehr Volksgruppen zu bieten hat, als es die bekannten Nationalmannschaften glauben machen.
Nach dem nicht gegebenen Tor für die Ukraine im Spiel gegen England sei die Stimmung im Keller, berichtet Christoph D. Brumme. Er fährt mit dem Fahrrad durchs Land und studiert während der EM-Wochen Land, Leute und Politik.
Er ist Besitzer des ukrainischen Fußballklubs Schachtar Donezk und milliardenschwer: der Oligarch Rinat Achmetow. In seinem Dokumentarfilm "The Other Chelsea" beleuchtet Jakob Preuss den bizarren Weg dieses Superreichen in einem armen Land.
Danzig hat darum gekämpft, die deutsche Nationalmannschaft unterzubringen - und sogar finanzielle Zugeständnisse gemacht. Die Stadt hat durch den Stadionbau große Schulden angehäuft und hofft nun, dass das Geld auch nach dieser EM wieder eingespielt wird.
Ästhetik gegen Antike, moderner Angriffsfußball gegen klassisches Abwehrbollwerk. Deutschland geht als klarer Favorit ins EM-Viertelfinale gegen Griechenland. Die Vorzeichen stehen gut: Bislang verlor man noch nie gegen die Hellenen. Die letzte Begegnung gewann die DFB-Elf vor elf Jahren mit 4:2 - auch dank eines Treffers des damals 22-jährigen Miroslav Klose.
Europa ist wieder im Fußballfieber. Was bei der EM neben dem Geschehen auf dem Platz passiert, darüber berichten der Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur in den Informationssendungen sowie in Reportagen und Interviews.
Ehemalige Nationalspieler im Fernsehstudio? Bundestrainer Jogi Löw, der angeblich selbst beim Stand von 0:0 noch cool am Spielfeldrand agiert? Die Fußballübertragungen könnten mehr Distanz und einen kritischeren Blick vertragen, findet der Sportjournalist Stefan Osterhaus.
Anders als in der Vergangenheit, wurde die Zustände in der Ukraine klar beim Namen genannt – zumindest vom Deutschen Fußball-Bund. Das war nicht immer so: Ein Negativbeispiel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien.
Die Fußball-EM sei nicht so prägend, dass sich die politische Situation in der Ukraine verändern werde, sagt die Journalistin Natalka Sniadanko aus Lemberg. Die Begeisterung sei aber groß, da gebe es keine Unterschiede: Fußball kenne keine Grenzen "und im eigenen Land schon sowieso".
Über eine Initiative in der Ukraine können Fußballfans bei Familien kostenlos wohnen. Damit sollen auch weniger betuchte Fußballanhänger zur Europameisterschaft ins Land gelockt werden. Viele Ukrainer setzen dafür auf Gastfreundschaft.
Die Funktionäre der Uefa präsentieren sich gern als mächtige Strippenzieher. Nun wollen sie sich an eine Unterhose hängen, um ihr Image zu festigen. Der dänische Nationalspieler Nicklas Bendtner hatte im Spiel gegen Portugal den Schriftzug einer Wettfirma während seines Torjubels entblößt.
2006 lieferten die Sportfreunde Stiller mit dem Song "'54, '74, '90, 2006" die Hymne zur Fußball-WM in Deutschland. Der Song wurde 2010 aktualisiert. Stiller-Sänger Peter Brugger freut sich, dass die DFB-Elf ins Viertelfinale eingezogen ist. Gegen Griechenland seien die Deutschen jetzt in der Favoritenrolle.
Bei der Fußball-Europameisterschaft hat die deutsche Mannschaft das Viertelfinale erreicht. Im dritten Gruppenspiel siegte das Löw-Team gegen Dänemark mit 2:1. Portugal kam durch einen Sieg gegen die Niederlande ebenfalls weiter.
Seit der WM 2006 in Deutschland werden Fußballturniere zu Massenspektakeln. Hunderttausende feiern das deutsche Team beim Public Viewing, sie singen die Nationalhymne und schwenken schwarzrotgoldene Flaggen.
Die UEFA geht hart gegen rassistische Gesänge, verbotene Fahnen oder Pyrotechnik bei der Europameisterschaft vor. Thomas Kistner, Redakteur der "Süddeutschen Zeitung", hält das für blinden Aktionismus. Der Verband wusste von den Problemen und sei schlecht vorbereitet.
Charkiw am vergangenen Mittwoch: Sieben deutsche Nationalspieler singen die Hymne mit, vier schweigen. Wegen ihrer ausländischen Wurzeln haben Boateng, Khedira, Özil und Podolski die Hymne noch nie mitgesungen, seitdem sie für Deutschland kicken.
Seit Jürgen Klinsmanns martialischen Ansprachen bei der WM 2006 gilt die Kabinenpredigt des Trainers als hohe psychologische Kunst. Die Spieler werden aufgeputscht, stark geredet und kritisiert - von der Bundes- bis zur Kreisliga.
Seit der WM 2006 in Deutschland werden Fußballturniere zu Massenspektakeln. Hunderttausende feiern das deutsche Team beim Public Viewing, sie singen die Nationalhymne und schwenken schwarzrotgoldene Flaggen.
Deutschlandfunk · Sport · 17.6.2012
Wenn bei der Europameisterschaft Tore fallen, dann werden Fahnen geschwenkt, Ländernamen gegrölt - warum eigentlich? Der Nationalstolz hat historisch gesehen ausgedient, sagt der Schriftsteller Rolf Schneider. Die Erziehungswissenschaftlerin Astrid von Friesen dagegen meint: Wir sollten in Deutschland ruhig an unserem Nationalgefühl üben.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 18.6.2012
Der EM-Fußball auf dem alten Marktplatz von Lviv wirkt wie ein Fremdkörper inmitten der alten Gebäude. Seit zwei Jahren arbeitet Stadtplanerin Iris Gleichmann an einem Entwicklungskonzept für die Altstadt. Mit mehr als 3000 denkmalgeschützten Gebäuden gehört die zum Weltkulturerbe.
Sollte das schwedische Team nach dem 1:2 gegen die Ukraine auch gegen England verlieren, dann wären die Skandinavier mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in der Vorrunde gescheitert. Doch in einem Bereich steht Schweden an der Spitze: Kein Team wird bei großen Turnieren von so vielen Fans begleitet. So ist eine schwedische Kleinstadt mitten in der ukrainischen Metropole entstanden.
Letztlich sei das 2:1 ein souveräner Erfolg gewesen, meint der frühere Stuttgarter Meisterspieler Thomas Hitzlsperger. Das junge deutsche Team sei "gut drauf" und könne beim EM-Turnier weit kommen.
Die deutsch-holländische Fußballfeindschaft ist historisch gewachsen. Und auch bei der diesjährigen EM steht ein Spiel auf dem Programm, dass große Emotionen weckt. Es könnte also ein denkwürdiger Fußballabend werden.
Deutschlandradio · Aktuell · 13.6.2012
Die Niederlage der niederländischen Nationalelf im WM-Finale 1974 gegen Deutschland hallt noch immer, wenn auch abgeschwächt, nach. Grund genug für eine Handvoll EU-Abgeordneter aus beiden Ländern, das heutige Spiel demonstrativ gemeinsam zu gucken.
Die Deutsche Sporthochschule analysiert die Gegner der deutschen Elf bei der EM. Im Auftrag des DFB untersuchen Professor Buschmann und sein Team zum Beispiel Mannschaftstaktik und Ballkontakte der Gegner. Die Ergebnisse gehen dann direkt an Co-Trainer Hansi Flick und Scout Urs Siegenthaler.
Das Nachspiel nimmt die Fußball-EM in Polen und der Ukraine zum Anlass für ein buntes Fußball-Magazin - von einem Porträt der Fußball-Publikation "11 Freunde" über den Auf- und Abstieg eines hoffnungsvollen Nachwuchstalents bis hin zu einer Betrachtung des ewigen Klassikers Deutschland gegen die Niederlande.
Deutschlandradio Kultur · Nachspiel · 10.6.2012
In Polen und der Ukraine rollt der Ball, und das allein interessiert die Sonderhefte von "Kicker", "Sport Bild" und "11 Freunde". Ließe sich aus deutscher Sicht nicht Substantielleres etwa zu den Gastgeberländern der EM berichten?
Deutschlandradio Kultur · Nachspiel · 10.6.2012
Bei der kleinen Frauen-EM von Charkow treten vier Länder an: Russland, die Ukraine, Polen und Deutschland. Die Frauen von Türkiyemspor Berlin vertreten Deutschland.
Die Ukraine und Polen verbindet nicht nur eine Kooperation bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft, sondern auch eine wechselvolle Nachbarschaft über viele Jahrhunderte. Polen, Ukrainer, Deutsche, Juden, Armenier - sie alle hinterließen Spuren.
Zu Beginn der Europameisterschaft spricht der polnische Botschafter über die Hoffnungen der Gastgeber: "Ich hoffe sehr, dass die EM die Menschen neugierig auf Polen macht. Sie werden ein Land im Wandel sehen", sagt Prawda.
Die deutsche Mannschaft hat ihr Auftaktspiel bei der Fußball-EM gewonnen. Doch sowohl Deutschland als auch Portugal ließen bei der Partie im ukrainischen Lemberg meisterliches Niveau vermissen.
Der Fanbeauftragte des VfL Bochum, Ralf Zänger, reist zum EM-Auftaktspiel der Deutschen mit sechs Gleichgesinnten im Kleinbus nach Lemberg. Daher stehe für ihn ein 0:0 oder gar ein 1:2 gegen Portugal nicht zur Diskussion: Die Nationalelf solle sich zerreißen für einen Sieg, sagte er.
Der Pole Pavel Popolski war vor der EM-Eröffnung ganz aufgeregt: "Wir haben uns eine kleine sportliche Wodka genehmigt." Der Deutsche Achim Hagemann dagegen ist auf das Spiel Deutschland gegen Portugal gespannt. Beide sind ein und dieselbe Person - und gleichermaßen fußballnärrisch.
In Warschau hat am Freitagabend die Fußball-Europameisterschaft 2012 begonnen. Das dreiwöchige Fußballfest in Polen und der Ukraine startete zu Klängen des aus Polen stammenden Komponisten Frédéric Chopin. Anschließend spielten Polen und Griechenland 1:1 unentschieden.
Die EM lockt wieder Millionen von Fans in die Stadien, zum Public Viewing und an den Fernseher. Aber ist Fußball noch die viel gefeierte "schönste Nebensache der Welt" oder ist er nicht längst zu einer gigantischen und milliardenschweren Unterhaltungsmaschine geworden?
Fußball sei in Polen sehr beliebt, aber in den letzten 20 Jahren hätten einfach die Erfolge gefehlt, sagt Steffen Möller. Der Kabarettist hat ein Buch mit EM-Reisetipps geschrieben. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat er auf die EM eingestimmt und mit ihr "ein paar wichtige Worte geübt".
Heute eröffnet die UEFA Euro 2012 mit dem Auftaktspiel Polen gegen Griechenland - ein Land, das sich im Wahlkampf befindet und ganz andere Sorgen hat als Fußball. Dementsprechend sind auch die Erwartungen der griechischen Fußballfans eher zurückhaltend.
Schweizer und deutsche Chirurgen nutzen den Hype um die großen Fußballfeste, um Geld zu sammeln für Operationen an kranken Kindern in den Gastgeberländern in diesem Fall in der Ukraine. Teammitglied Klaus Exner berichtet von unglaublichem Leid - und wie er und andere Ärzte es zu lindern versuchen.
Die EURO 2012 ist die erste Europameisterschaft in Osteuropa. Zum Auftakt des dreiwöchigen Fußballfestes in Polen und der Ukraine gibt es eine große Eröffnungsfeier im Warschauer Nationalstadion. Anschließend trifft Polen auf Griechenland, das 2004 mit Trainer Otto Rehhagel selbst Europameister war.
Deutschlandradio · Aktuell · 8.6.2012
Gewalt, animalische Gesänge und Hurra-Patriotismus: Ab heute hebt die Fußball-Europameisterschaft unsere Welt mal wieder aus den Angeln. Solche Feste dienen als Ventil für die kontrollierte Triebabfuhr, meint Sieglinde Geisel.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 8.6.2012
Die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Viola von Cramon, hat die Bundesregierung aufgefordert, nicht zu den Spielen der Fußball-Europameisterschaft in die Ukraine zu reisen. Es sei wichtig, die Menschenrechtslage in der Ukraine auch über die EM hinaus zu beobachten.
Irreguläre Elfmeter, absichtlich verlorene Fußballspiele, Beruhigungsmittel im Wasser am Spielfeldrand. Was nach einem schlechten Drehbuch klingt, ist nicht nur in Italien Realität. Unter Experten gilt Wettbetrug mittlerweile als größere Gefahr für den Fußball als Doping.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet ihr erstes EM-Spiel gegen Portugal im westukrainischen Lwiw, dem früheren Lemberg. Der historische Stadtkern ist Teil des Weltkulturerbes, doch viele Gebäude verfallen. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) versucht zu helfen.
Weil man bei all den Welt- und Europameisterschaften schnell den Überblick verlieren kann, gibt es die Geschichte des Fußballs jetzt als digitale Chronik. Die DVD-Rom ist vollgepackt mit Fotos, Audios und Videos sowie mit Fakten, mit denen man beim Stammtisch glänzen kann.
Korrupte Funktionäre, rechtsradikale Hooligans, Gewalt und jede Menge Alkohol: Die Fußballwelt Osteuropas, die der Journalist Olaf Sundermayer in "Tor zum Osten" schildert, ist eine äußerst raue. Seine Reportagen liefern - gut lesbar - Tiefenschärfe und Fakten zum Umfeld der Fußball-EM.
Fast parallel zur Fußball-EM tritt die deutsche Autorennationalmannschaft gegen die Teams der Gastgeberländer Polen und Ukraine an. Über 30 Schriftsteller sind im Kader der Autonama: im Angriff der Autor und Theaterregisseur Moritz Rinke.
Rechtlich seien die Fußballverbände FIFA und UEFA eingetragene Vereine, die dem allgemeinen Wohl und dem Sport im Besonderen dienen, sagt der Medienwissenschaftler Dietrich Leder. In Wirklichkeit handele es aber sich um hochprofitable, privat geführte Wirtschaftsunternehmen.
Auch kurz vor Beginn der EM gibt es keinen gemeinsamen Geist, der auf beiden Seiten der polnisch-ukrainischen Grenze spürbar wäre. Im Gegenteil: Die Blockbildung in Europa wird durch das Turnier noch verstärkt, meint Thomas Urban.
Eigentlich beginnt an diesem Freitag ein großes Sportfest, die Fußball-EM. Doch die Probleme der Ukraine haben die Debatten über Mannschaftsaufstellungen längst eingeholt. Boykott - ja oder nein - fragen Politiker im Westen. Profit - ja oder nein - fragen dagegen Politiker in der Ukraine.
Julia Timoschenko wurde im Herbst 2011 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ist sie eine korrupte Frau mit Blut an den Händen oder eine Märtyrerin, die die Ukraine retten kann? An Julia Timoschenko scheiden sich die Geister, gerade vor dem Beginn der Fußball-EM in Polen und der Ukraine.
Wer als Architekt ein Stadion entwirft, muss immer damit rechnen, dass autoritäre Regime dieses für ihre Inszenierung missbrauchen. Dem könne man sich nicht entziehen, sagt der Architekt Volkwin Marg. "Es geht nur darum, ob das Milieu, das ich erzeuge, einer solchen Inszenierung förderlich ist oder hinderlich."
In Lviv, dem alten Lemberg, ging die infrastrukturelle Vorbereitung für die EM nur sehr langsam voran. Am ersten Spielort der deutschen Mannschaft blockierten sich Stadtverwaltung und der örtliche Oligarch gegenseitig. Am Ende setzte sich die Stadtverwaltung durch. Und musste viele ihrer Pläne zu den Akten legen.
Die Technische Universität Danzig hat die Fußball-EM als Geldquelle entdeckt: Sie will Fans in ihren Studentenwohnheimen einquartieren und damit Geld verdienen. Für die 24.000 Studentinnen und Studenten ein Problem, denn die angehenden Ingenieure werden früher in die Ferien geschickt und müssen mehr Stoff in kurzer Zeit lernen.
"Es wird auf jeden Fall spannend für Europa", freut sich Kirill Golovchenko aus der Ukraine. Drei Wochen reiste der Fotograf und Fußballfreund von Stadion zu Stadion und legte mehr als 1.500 Kilometer zurück, um die Vorbereitungen auf die Europameisterschaft zu dokumentieren.
Die Manipulationen im italienischen Fußball brachten jüngst Nationaltrainer Prandelli dazu, mit einem EM-Verzicht zu kokettieren. Doch auch dieser Umgang mit der Krise täuscht nicht über die Missstände hinweg: Tom Mustroph, Kenner des italienischen Fußballs bilanziert: "Die letzten fünf Spieltage in Italien sind im Grunde alle verschoben."
Die derzeitige Nationalelf sei "eine erschreckend wohlerzogene Truppe“, sagt der Chefredakteur des Philosophie-Magazins Wolfram Eilenberger. Es fehle dieser neuen Generation an Grundaggressivität und an Charakteren, die große Turniere entscheiden.
Am 13. Juni trifft die deutsche Mannschaft in Charkiw auf die Niederlande. Ausgerechnet in Charkiw. Die ostukrainische Stadt ist in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen geraten, weil die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko dort im Gefängnis sitzt.
Die Technische Universität Danzig hat die Fußball-EM als Geldquelle entdeckt: Sie will Fans in ihren Studentenwohnheimen einquartieren und damit Geld verdienen. Für die 24.000 Studentinnen und Studenten ein Problem, denn die angehenden Ingenieure werden früher in die Ferien geschickt und müssen mehr Stoff in kurzer Zeit lernen.
Die NADA war zuletzt zwei Mal im DFB-Trainingscamp und kontrollierte insgesamt zwölf Nationalspieler auf Doping. Die Kontrollen im Fußball scheinen hart zu sein. Also alles gut? Nein, es gibt noch immer Lücken im Kontrollsystem. Wer geschickt dopen will, kann das auch.
Man könnte den Eindruck haben, dass im Sommer zwei völlig verschiedene Fußball-Turniere stattfinden: eines in Polen und eines in der Ukraine. Denn immer noch überwiegen trotz vieler Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gastgebern Gegensätze und Vorbehalte.
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