Maßstab für den Erfolg der Energiewende ist in nächster Zeit der Ausbau des Leitungsnetzes. Doch der kommt kaum voran. Auch bei der Energieeffizienz wird Deutschland viel zu langsam besser. 2012 hat sich Bedarf für schnelle Entscheidungen aufgestaut - doch die werden im Wahljahr 2013 voraussichtlich ausbleiben, meint Georg Ehring.
Die Obfrau im Gorleben-Untersuchungsausschuss, Ute Vogt (SPD), wirft Angela Merkel vor, als Umweltministerin in den 90er-Jahren gelogen zu haben. Obwohl es nie einen Vergleich mit anderen Standorten gegeben habe, habe Merkel so getan, als habe ein Gutachten Gorleben als erste Wahl dargestellt, sagte Vogt.
Der SPD-Umweltexperte Ulrich Kelber hat den 10-Punkte-Plan von Bundesumweltminister Altmaier (CDU) zur Energiewende kritisiert. Es werde nicht klar, wie die Kosten fair verteilt werden sollen. Bei einem Wahlsieg werde die SPD die Strompreis-Vergünstigungen für die Industrie wieder reduzieren.
Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hält Niedersachsen für das Schlüsselland, wenn es um die Energiewende geht. Er betonte, dass der Ausbau der erneuerbarer Energien stärker mit den Netzanschlüssen den Netzanschlüssen koordiniert werden soll, sagt Korrespondentin Susanne Schrammar.
Wie genau die Solarförderung gekürzt wird, das wird noch der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat beraten. Doch informell gibt es offenbar einen Kompromiss: Die Kürzung um 20 bis 30 Prozent tritt wie geplant in Kraft, aber mit ein paar Änderungen. Sie betreffen mittelgroße Solaranlagen.
Die Energiewende ist laut Agentur für erneuerbare Energien ein Jobmotor. Die EU-Kommission ist allerdings vom Potenzial, das in der Energiewende steckt, weniger überzeugt. Der zuständige EU-Komissar Günter Oettinger hat ein Strategiepapier zur Entwicklung des Marktes vorgestellt und war zurückhaltender.
Jahrzehntelang polarisierte das mögliche Endlager Gorleben Politiker und Anwohner. Erst jetzt scheint ein nationaler überparteilicher Konsens möglich. Bis Ende des Jahres soll ein Endlagersuchgesetz auf dem Tisch liegen, bis zum Sommer eine Einigung zwischen Bund und Ländern erzielt werden.
In Süddeutschland sollen Gaskraftwerke mögliche Engpässe in der Energieversorgung abfedern. Bis zu fünf neue Gaskraftwerke will Bayern bauen lassen. Von einer Realisierung ist der Freistaat jedoch noch weit entfernt.
Der Ausbau der Stromnetze wird neben den Netzbetreibern auch von Protesten der Bürgern verzögert, die sich gegen die Hochspannungsnetze und die Trassenführung wehren. Der genaue Trassenverlauf soll erst nach den Bürgerkonsultationen festgelegt werden.
Wie Robert. B. Laughlin in seinem neuesten Buch schreibt, werden sich die Menschen immer für die billigste Energieform entscheiden, unabhängig von ihrer klimaschädlichen Wirkung. Für die nachfossile Zeit müssten daher neue, innovative Konzepte entwickelt werden, sagt der US-Forscher.
CO2-Reduktion nur nach einer globalen Vereinbarung und Einstieg in die Atomenergie: Polen ist nach den Worten seines Wirtschaftsministers Waldemar Pawlak gegen "ideologische und bürokratische Hemmnisse" in der Energiepolitik.
Die EU will bis zum Jahr 2020 europaweit die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent senken, den Anteil an erneuerbaren Energien um 20 Prozent steigern und die Energieeffizienz um 20 Prozent verbessern. Das EU-Parlament hält an diesen Zielen fest, die 27 Mitgliedsstaaten sollen aber abweichen dürfen von den für alle gleichen festen Quoten.
Auch an den extrem kalten Tagen ist es zu keinem Blackout im deutschen Stromnetz gekommen. Der Härtetest werde dennoch erst in den nächsten zehn Jahren bestanden, wenn weitere Atomkraftwerke abgeschaltet würden, betont der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.
Der Vorsitzende des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK), Jochem Marotzke, hat die Kritik des RWE-Managers Fritz Vahrenholt an Prognosen zur Erderwärmung zurückgewiesen. Die Thesen aus dessen Buch "Die kalte Sonne" seien größtenteils nicht belegt oder längst widerlegt, sagte er.
Deutschlandradio Kultur · Interview · 7.2.2012
Der RWE-Manager und Umweltexperte Fritz Vahrenholt hält die gängigen Prognosen für die Erderwärmung durch CO2 für maßlos übertrieben. Dem Weltklimarat warf Vahrenholt vor, die Vorhersagen für die Erderwärmung falsch zu berechnen.
Nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Hans-Joachim Reck, müsse die Energiewende "politisch flankiert und begleitet werden". Er kritisiert die Vielfalt der institutionellen Zuständigkeiten.
Der Umweltminister und Vertreter der Energiebranche haben sich in Berlin getroffen. Oft herrschte Einigkeit. Einer Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes wollte Norbert Röttgen aber nicht zustimmen.
EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat ehrgeizige Pläne vorgestellt. Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen um 80 Prozent sinken. Problematisch sind allerdings die unterschiedlichen Konzepte EU-Länder. Polen setzt auf Kohle, Frankreich auf Atomenergie, Deutschland steigt aus dieser aus.
Wolfgang Lucht bemängelt, dass das Klimaproblem nicht als Zivilisationsaufgabe wahrgenommen werde. Im Hinblick auf die Klimakonferenz in Durban sagt der Klimaforscher des Potsdam-Instituts, dass die Zusagen zum Klimaschutz eine "höhere Verbindlichkeit" bekommen sollten.
Nicht einmal hundert Kilometer Hochspannungsleitungen konnten in Deutschland in den vergangenen Jahren neu gebaut werden - gebraucht werden über dreitausend. Die Initiative von EU-Kommissar Günter Oettinger, Bau und Planung zu beschleunigen, kommt vielleicht gerade noch rechtzeitig.
Mehr als zweieinhalb Jahre hat sich eine Projektgruppe der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen mit der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle beschäftigt. Nun liegen die Ergebnisse vor.
Acht Atomkraftwerke sind schon vom Netz, der Atomausstieg ist längst beschlossene Sache. Nehmen die Proteste nun wieder ab? Schließlich ist der Anti-Atom-Bewegung nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss 2001 schon einmal die Luft ausgegangen.
Für bessere Luft setzen immer mehr deutsche Städte auf Umweltzonen. Dort dürfen nur Autos mit bestimmten Plaketten fahren. Doch Umweltzone ist nicht gleich Umweltzone: Je nach Stadt gelten verschiedene Beschränkungen.
Aus Sicht der FDP und der Grünen sei die Einführung von E10 gescheitert, berichtet Christel Blanke aus dem Hauptstadtstudio Berlin. In der Bundeshauptstadt würden Forderungen laut, der Umweltminister solle künftig stärker auf reinen Biodiesel setzen.
Die Niederländer wollen erneuerbare Energien fördern. Aber Kritikern zufolge tun sie das nur halbherzig und nicht konsequent. Trotz idealer geografischer Voraussetzungen haben die Dänen sie bei Windkraft schon überholt. Und die EU-Energierichtlinie ist bis 2020 zu erfüllen.
Die Energiewende kommt. Doch der Teufel steckt oft im Detail: Mieterbund, Naturschutzbund und die Gewerkschaft Bau appellieren an die Bundesregierung, endlich die politischen Rahmenbedingungen für mehr Energieeffizienz zu schaffen.
Nun hat also auch die Länderkammer die Pläne der Bundesregierung für eine Energiewende weitgehend gebilligt und den Atomausstieg in Deutschland bis zum Jahr 2022 endgültig zur beschlossenen Sache gemacht. Ohne Frage, ein gewagtes Unternehmen - und eines mit fadem Beigeschmack.
Die Energiewende wird viel Geld kosten und muss finanziert werden. Folglich werden die Preise tendenziell steigen und Verbraucher und Industrie belastet, sagt Michael Vassiliadis, der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie.
Mit Polen übernimmt ein Staat mit Vorbildcharakter die EU-Ratspräsidentschaft. Einen Schwerpunkt möchte Warschau auf die europäische Energiepolitik legen - ein Gebiet, in dem Polen selbst mit seiner Abhängigkeit von der Kohle alles andere als zukunftsfest ist.
Die Grünen wollen dem Atomausstieg bis zum Jahr 2022 zustimmen, so wie ihn die schwarz-gelbe Bundesregierung plant. Auf dem Sonderparteitag in Berlin setzte sich die Parteiführung damit bei der Basis durch.
Deutschlandradio · Aktuell · 25.6.2011
Auf dem Sonderparteitag der Grünen haben sich die Pragmatiker durchgesetzt - das ist bemerkenswert. Zumal die schwarz-gelbe Regierung bei der Abstimmung im Bundestag nicht auf die Grünen angewiesen ist, kommentiert Ulrich Ziegler.
Um 20 Prozent soll die Energieeffizienz in Europa bis zum Jahr 2020 gesteigert werden, zum Beispiel durch Investitionen in Gebäudemodernisierung und Sparvorgaben für die Energieversorger. Doch die Pläne des deutschen EU-Energiekommissars Günter Oettinger sind umstritten.
Wenn ein Atommeiler endgültig vom Netz geht, dann hat die örtliche Bürgerinitiative ihr großes Ziel erreicht. So auch in Brunsbüttel, das dortige schon stillgelegte AKW gehört zu den acht Reaktoren, die endgültig vom Netz gehen. Ziel erreicht, also: weitermachen!
Der Atom-Ausstieg bedeutet zwangsläufig Brückenlösungen wie Kohle und Gas, die viel CO2 verursachen. Der Ausstoß hat zudem weltweit ein Rekordhoch erreicht: Viel zu tun also für die, die ab heute in Bonn den Klimagipfel in Südafrika im November vorbereiten.
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, unterstützt die Atomausstiegspläne der Bundesregierung, hält aber Nachjustierungen für notwendig. So müssten die bis 2020 gesetzten Klimaziele zeitlich gestreckt werden.
Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, rechnet nicht mit einem Erfolg möglicher Klagen der Energiekonzerne im Zusammenhang mit dem Atomausstieg. Die Politik dürfe sich nicht einschüchtern lassen.
Wer 30 oder sogar 40 Jahre lang auf dem Holzweg unterwegs war, wer zudem auch noch genau so lange glaubte, es wäre gar kein Holzweg, sondern ein Königsweg, dem muss schon Schwerwiegendes über besagten Holzweg laufen, damit er davon - endlich - herunter kommt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den von den Ländern geforderten Stufenplan für die Abschaltung von Atomkraftwerken bis 2022 akzeptiert. Jedes der neun Atomkrafwerke werde ein Enddatum zugeordnet. Trotz Kritik der Ministerpräsidenten sollen vorerst Reserve-Atomkraftwerke vor Stromausfällen schützen.
Deutschlandradio · Aktuell · 3.6.2011
Nun ist er in greifbare Nähe gerückt, der gesamtgesellschaftliche und parteiübergreifende Konsens, den die Bundeskanzlerin versprochen hat. Selbst die Grünen müssten dem neuen Energiekonzept nach dem heutigen Tag zustimmen können.
Was zu erwartende Klagen der Stromkonzerne gegen den Atomausstieg angeht, sehe er den Staat "auf der sicheren Seite", sagt der auf Energierechtsfragen spezialisierte Rechtsanwalt und Buchautor Peter Becker. "Man braucht jetzt einfach einen Maßstab der absoluten Sicherheit, und der ist mit Kernkraftwerken nicht zu erreichen."
Christian Lindner nennt den Atomausstieg Deutschlands "das ehrgeizigste Vorhaben bei der Energiewende" weltweit. Die von der Industrie infrage gestellte Brennelementesteuer werde bleiben - als Beitrag zur Beseitigung vorhandener Atom-Endlagerungsschäden.
Um drei Uhr früh meldete Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) Vollzug: In elf Jahren sollen alle deutschen Atommeiler vom Netz. Dennoch ist Ärger vorprogrammiert: Den Kraftwerksbetreibern dürfte das Beibehalten der Brennelementesteuer nichts in Konzept passen.
Nach dem Scheitern des Änderungsantrags zum CCS-Gesetz im Bundesrat sieht Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke) die Speicherung von CO2 in Deutschland auf absehbare Zeit "de facto unmöglich gemacht".
Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) will eine scharfe Wende in der Energiepolitik. CSU-Wirtschaftspolitiker Klaus Dieter Breitschwert mahnt die Finanzierbarkeit an, ihm fehle der Glaube daran.
Deutschlandfunk · Interview · 20.5.2011
Der Umstieg auf erneuerbare Energien könne eines der größten Konjunkturprogramme für Bayern und das ganze Land werden, sagt Markus Söder (CSU) und verteidigt damit sein Energie-Konzept gegen Kritik aus den eigenen Reihen.
Durch den schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien werden für den Verbraucher die Energiepreise langfristig sinken, glaubt der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters.
Die kleine Gemeinde mit 12.000 Einwohnern hat sich schon vor vielen Jahren für die erneuerbaren Energien starkgemacht. Seit 1994 die Windräder stehen, wird hier Ökostrom erzeugt.
Der Vorstandsvorsitzende des Ökostromanbieters LichtBlick AG, Christian Friege, sieht einen intensiveren Wettbewerb im Strommarkt als gutes Mittel gegen Preissteigerungen. Noch immer kontrollierten die vier großen Stromkonzerne 80 bis 85 Prozent der Erzeugung.
Raus aus der Atomkraft, und zwar schnell: Bund und Länder wollen eine zügige Energiewende, jetzt tobt ein Streit über die Finanzierung. Denn unklar ist bislang, was die Umstellung kostet - und wer sie bezahlen soll.
Deutschlandradio · Aktuell · 16.4.2011
Der Direktor des arbeitgebernahen IW Köln, Michael Hüther, hat die Ergebnisse des Energietreffens bei der Kanzlerin kritisiert. Für eventuelle Klagen der Stromkonzerne brachte er Verständnis auf, da diese ihr "Geschäftsmodell" verteidigten.
Deutschlandradio Kultur · Interview · 16.4.2011
Der Energiekonsens soll das Wachstum der Grünen stoppen. Der Dialog der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten ist eine Veranstaltung von Union und SPD. Es tagt eine informelle Große Koalition.
Ganz festlegen will er sich nicht, doch "teurer wird es schon", sagt Rainer Brüderle (FDP) über die geplante schnellere Einführung erneuerbarer Energien.
Für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) relativieren sich die hohen Kosten des Atomausstiegs: Kernenergie sei angesichts der Aufwendungen für die Endlagerung von Atommüll ein Zuschussgeschäft. Insofern könnten erneuerbare Energien zur Kostendämpfung beitragen.
Werden Kernkraftwerke abgeschaltet, gibt es weniger Strom, das wird nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage den Strompreis nach oben treiben. Nicht zwangsläufig, sagt Verbraucherschützer Holger Krawinkel - die Regierung müsse nur ein klares Konzept vorlegen.
"Wir müssen jetzt gerade ökologisch schädliche Subventionen abbauen," sagt der Grünen-Politiker Sven-Christian Kindler, der sich im Bundesumweltministerium mit den Kosten für einen Atomausstieg beschäftigt: 48 Milliarden Euro seien einsparbar.
Viele Kommunen und Kreise setzen schon länger auf alternative Strom- und Wärme-Erzeugung oder planen die Umstellung. Die Deutschlandradio-Korrespondenten in den Bundesländern berichten zwei Wochen lang über beispielhafte Projekte.
Künftig soll auch der CO2-lastige Luftverkehr in den EU-Emissionshandel einbezogen werden. Im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden heute die Rechtsgrundlagen beim deutschen Emissionshandel abgestimmt.
Der Verwaltungswissenschaftler Joachim Wieland gibt einer Klage der Betreiber von Atomkraftwerken gegen das Moratorium große Erfolgschancen. Letztlich säße aber die Regierung am längeren Hebel.
Atom-Moratorium, die endgültige Abschaltung älterer Kernkraftwerke: Zu unüberlegt geschossen, meint Christian von Boetticher. Er sei gerade in seinem Windenergieland für Erneuerbare - noch fehlten aber "grundlegende vernünftige Umstiegskonzepte".
Peter Hintze (CDU) findet trotz der Landtagswahlergebnisse vom Sonntag den bundespolitischen Kurs richtig. Man habe angesichts Japan schnell gehandelt: Das sei es, was die Bevölkerung erwarte.
Jürgen Trittin sagt Schwarz-Gelb nach dem Landtagswahldebakel einen Koalitionsstreit um die Kernenergie voraus. Für Kanzlerin Merkel werde das Regieren "sehr, sehr viel schwieriger". Die Grünen seien dagegen für ihre Beständigkeit in der Atomfrage belohnt worden.
Ab wann die Gefahren durch eine Technologie wie die Kernkraft zu groß werden für eine Gesellschaft, lässt sich nur diskursiv festlegen, sagt Michael Decker vom Institut für Technikfolgenabschätzung. So müsse man bei der gängigen Formel zur Berechnung des Restrisikos festlegen, welche Schadenshöhe noch gesellschaftlich akzeptabel sei.
Lange vor der Katastrophe von Japan wurde im Schwarzwald mit der Planung des größten deutschen Pumpspeicherkraftwerks begonnen. Die CDU spricht fünf Tage vor der Landtagswahl von einem großen Klima-Beitrag, die Gegner von Naturzerstörung.
Für die Atomlobby war er ein Hoffnungsträger, für die Kernkraftgegner dagegen ein rotes Tuch: der schnelle Brüter von Kalkar. Fast zwei Jahrzehnte lang wurde geplant und gebaut – doch ans Netz ging der Meiler nie.
Während die bayerische Landesregierung sich an die Atomkraft klammert und lange AKW-Laufzeiten fordert, gibt die Landeshauptstadt München bei der Energiewende Gas.
Die Ankündigung von Schwarz-Gelb, sieben deutsche Atomkraftwerke vorläufig zum Netz zu nehmen, mache deutlich, wie verzichtbar diese für die Stromversorgung in Deutschland seien - eine Stromlücke enstehe auch nicht durch die Abschaltung weiterer AKW, so Quaschning.
Sollte man die Kernkraft als Lösung für die Zukunft begreifen, seien "4000 neue Kernkraftwerke" nötig, um den weltweiten Energiebedarf zu decken, sagt der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner.
Atomkraftwerke sind offenbar keine Brücke mehr ins Zeitalter der regenerativen Energien. In Deutschland hat das Umdenken begonnen und der Umstieg von Atomstrom auf erneuerbar erzeugte scheint schneller möglich als geplant.
"Handlungsfähigkeit beweisen" lautet die Maxime. Entsprechend kraftvoll fallen die Entscheidungen aus. Kraftvoll heißt dabei nicht konsistent. Im Gegenteil. Noch vorgestern sollte es ein Moratorium sein, das Gesetz über die Verlängerung der AKW-Laufzeiten sollte ausgesetzt werden.
Jetzt müsse in aller Sachlichkeit geklärt werden, wie man den Übergang zu den erneuerbaren Energien schaffe, sagt Christian von Boetticher, CDU-Landeschef in Schleswig-Holstein. Alle Meiler, die für den Übergang notwendig seien, müssten ein absolutes Maß an Sicherheit gewährleisten.
Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1 wurde 1979 fertiggestellt - und wird dem heutigen Moratoriumsbeschluss der Regierung zufolge in Kürze vom Netz genommen werden müssen. Ein Rückblick auf eines der ältesten AKW Deutschlands.
Die Europäische Atomgemeinschaft, kurz EUROTOM, entstand 1957 und formuliert bis heute Standards für die Nutzung von Kernenergie. Mit Blick auf die Krise in Japan stellt sich aktuell die Frage, welche Kompetenzen die Organisation in Bezug auf die europäische Atompolitik wirklich hat.
Es sei lediglich eine Frage der Zeit gewesen, wann aus der Kernenergie ausgestiegen werden könne, sagt Christian Lindner: "Das Ziel sind die erneuerbaren Energien."
Michael Kauch, umweltpolitischer Sprecher der FDP, hält als eine Konsequenz aus der Atom-Katastrophe von Japan ein Moratorium für möglich. Allerdings müsse vor einem Beschluss eine gesetzeskonforme Regelung getroffen werden, so Kauch weiter.
Die umweltpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött, hält an der Laufzeitverlängerung der Koalition fest. Sie sei notwendig, um in das "Zeitalter der erneuerbaren Energien eintreten zu können", so Dött.
Nach dem ersten Schock über die nuklearen Unfälle in Japan ist die deutsche Politik wieder zum Tagesgeschäft übergegangen: Gestritten wird über die deutsche Atomsicherheit und Laufzeitverlängerungen: Vizekanzler Westerwelle schlägt ein "Aussetzen" vor.
Die Nuklearunfälle in Japan werfen ihre Schatten auf deutsche Kernkraftwerke: In Baden-Württemberg lässt Umweltministerin Gönner (CDU) ab heute die Notstromversorgung der AKW prüfen - zwei Wochen vor der Landtagswahl.
Die Probleme in japanischen Atomkraftwerken haben die Debatte um die Nutzung der Kernenergie neu entfacht. Sie dürfte die anstehenden Landtagswahlen prägen.
Die grüne Spitzenpolitikerin Renate Künast sieht durch die Katastrophe im japanischen AKW Fukushima die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke abermals in Frage gestellt: Die schwarze-gelbe Koalition habe eine "falsche Entscheidung" getroffen.
Die EU lässt nicht locker. Sie will die Energiemärkte noch weiter öffnen, doch die Mitgliedsstaaten bremsen und das zeigt sich gerade heute sehr deutlich. EU-Energiekommissar Oettinger macht Druck: Auf den Gas- und Strommärkten soll in der gesamten EU 2014 Wettbewerb herrschen.
Der Ausbau von Leitungsnetzen und Speichersystemen gilt als größte Herausforderung beim Übergang ins Zeitalter der regenerativen Stromversorgung. Gleichzeitig kämpfen Bürgerinitiativen gegen Hochspannungsleitungen vor ihrer Haustür.
Eigentlich sollte der spanische Senat in diesen Tagen festschreiben, dass die Atomkraftwerke des Landes nach 40 Jahren Laufzeit endgültig abgestellt werden. So stand es im Entwurf des Gesetzes zum nachhaltigen Wirtschaften. Doch es kam ganz anders.
Am Donnerstagabend machten NDR-Reporter bekannt, dass rund um das marode niedersächsische Atommüll-Endlager Asse die Blutkrebsraten bei Männern mehr als doppelt so hoch ausfallen als sonst in Niedersachsen und dass sich das Auftreten von Schilddrüsenkrebs bei Frauen seit 2002 verdreifacht habe.
Soweit Bundespräsident Christian Wulff das Gesetz zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten unterzeichnet, kann es Anfang 2011 in Kraft treten. Denn im Bundesrat fand sich in der heutigen Sitzung keine Mehrheit, um den Vermittlungsausschuss anzurufen.
Anfang kommender Woche beginnt im mexikanischen Cancun der UN-Klimagipfel. Dort müsse es Ergebnisse geben, sonst würden einige Staaten ihr Engagement wieder herunterfahren, sagt EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard.
Die Verabschiedung des Atomgesetzes im Bundestag ist begleitet von Protesten am Brandenburger Tor. Auch die Opposition macht mobil - SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber ist überzeugt die großen Fortschritte bei erneuerbaren Energien würden "jetzt kaputt gemacht".
Der Klimaexperte Jan Kowalzig kritisiert das "zweifelhafte Energiekonzept der Bundesregierung". Die AKW-Laufzeitverlängerung und der Neubau von Kohlekraftwerken behindere den Ausbau der erneuerbaren Energie - von einer Vorreiterrolle des Landes sei da nichts zu spüren.
Der Ausgleich von klimapolitischen Erfordernissen, wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gerechtigkeit, sei ihr Anliegen, versichert die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött.
Das Bundeskabinett hat heute das umstrittene Energiekonzept mit längeren Atomlaufzeiten verabschiedet. Die Meiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Die Opposition hat erneut Widerstand angekündigt.
Das Energiekonzept der Bundesregierung spart entscheidende Punkte aus, sagt Klaus Milke von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Ein großer Fehler sei die Laufzeitverlängerung, die den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen werde. Auch Aussagen über den Umgang mit Kohle fehlten.
Ende September will die Bundesregierung ein nationales Energiekonzept vorlegen. Der Streit darum ist nach der parlamentarischen Sommerpause bereits voll entbrannt. Weisen die Entscheidungen und Diskussionen nicht in die falsche Richtung?
Eine Revolution im Bereich der Energieversorgung: So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Energiekonzept vor ein paar Wochen genannt. Bevor es die Runde durch die Ministerien machte. Und dem einen oder anderen Ressortchef war es denn dann doch zu viel des gut gemeinten.
Mit ihrem Energiekonzept will die Regierung weg von fossilen Großkraftwerken und hin zu Wind-, Sonnen- und Biogasanlagen, um die CO2-Emissionen zu verringern. Selbst Klimaschützer finden für das Ziel des Energiepapiers lobende Worte - es ist der Weg dahin, der umstritten ist.
Es sei das anspruchsvollste, klimaverträglichste, effizienteste und langfristigste Energieprogramm, das es je gegeben habe, verteidigte Bundesumweltminister Norbert Röttgen den Atomkompromiss. Kernkraft also gleich Klimaschutz ? Georg Ehring hat für Teil 2 unserer Atomserie nachgefragt.
Längere Atomlaufzeiten laufen auf mehr Risiko und mehr Atommüll, auf weniger Wettbewerb und eine Zementierung der Verhältnisse auf dem Strommarkt hinaus, kommentiert Theo Geers.
Die deutschen Atommeiler sollen nach dem Willen der Koalition im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Die Kanzlerin sieht darin einen Beweis für die Handlungsfähigkeit ihrer Regierung, die Opposition unterstellt Schwarz-Gelb dagegen Käuflichkeit - und kündigt Widerstand an.
Mag die Bundeskanzlerin das heute bekannt gewordene Energiekonzept noch so sehr als Energierevolution preisen und der Wirtschaftsminister von einem großen Wurf sprechen: Der Blick an die Börse zeigt, wo die eigentlichen Profiteure sitzen.
Der Übergang ins Zeitalter der regenerativen Energien sei anspruchsvoll und nicht konfliktfrei, meint Katharina Reiche, Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Sie pocht dabei auf das Gemeinwohl - dazu gehörten Preisstabilität und Versorgungssicherheit.
Deutschlandfunk
Seit 13:05 Uhr
Informationen am Mittag
Nächste Sendung: 13:30 Uhr
Zwischentöne
Deutschlandradio Kultur
Seit 13:05 Uhr
Die Reportage
Nächste Sendung: 13:30 Uhr
Neonlicht
DRadio Wissen
Seit 13:05 Uhr
Online Talk
Nächste Sendung: 14:00 Uhr
Nachrichten
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Die Linke beendet Parteitag in Dresden
Sendezeit: 16.06.2013, 13:17
Deutschlandradio Kultur
Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953, Roger Engelmann: DDR im Blick der Stasi
Sendezeit: 16.06.2013, 12:34
DRadio Wissen
Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
Sendezeit: 15.06.2013, 15:05
dradio-Recorder
im Beta-Test: