16 Mitglieder umfasst die Technische Studiengruppe des Fußball-Weltverbandes. Die Experten beobachten während der WM neue technische und taktische Entwicklungen. Seit der WM 1998 in Frankreich wählen sie auch das Allstar-Team.
Ein gutes Zeugnis stellt ARD-Korrespondent Claus Stäcker der ersten Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent aus, deren Vorbereitung und Ablauf er als Beobachter vor Ort verfolgt hat. Die südafrikanische Regenbogennnation sei durch dieses Gemeinschaftsereignis enger zusammengerückt.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist vorbei, jetzt zieht die WM-Karawane weiter nach Brasilien. Bereits jetzt gibt es Kritik der FIFA an den schleppenden Vorbereitungen, möglicherweise muss die Zahl der bisher zwölf Spielorte reduziert werden.
Das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika könne auch Impulse für die deutsche Wirtschaft bringen - eine Abkehr von autoritärem Führungsstil und Hierarchiedenken bewirken.
Der Essener Sportpsychologe und Unternehmensberater Ulrich Kuhl glaubt an eine kurze Halbwertszeit des nationalen Wohlbefindens, das durch die Erfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgelöst worden ist. Der Mannschaft gibt er eine gute Perspektive, auch wenn bei diesen jungen Spielern Konstanz auf hohem Niveau nicht immer einzulösen sei.
Nach 13 Jahren sagt Günter Netzer leise Auf Wiedersehen. Sein Co-Moderator Gerhard Delling begrüßte ihn im März 1998 vor dem Länderspiel gegen Brasilien in Stuttgart.
Von den 64 Partien der Fußball-Weltmeisterschaft ist es das ungeliebte - das Spiel um Platz drei. Das "kleine Finale" war immer umstritten, einige Funktionäre dachten auch schon laut über die Abschaffung nach.
"Star of Apartheid. So wird die Daimler AG von den Opfern der Apartheid genannt. Sie werfen dem Unternehmen vor, an das südafrikanische Regime während der Zeit der Rassendiskriminierung über 2.000 Unimogs geliefert zu haben, die als Truppentransporter oder Raketenwerfer gegen die Bevölkerung eingesetzt worden seien.
Was bleibt von der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent? Vor allem für das Land, für Südafrika. Nicht viel, nur die Probleme könnten noch wachsen, sagt Karl Wirtz. Er ist Südafrika-Experte des Bischöflichen Hilfswerks "Misereor" und reist seit den 80er-Jahren regelmäßig ins Land. Zuletzt war er im Frühjahr, kurz vor der WM, am Kap.
Fast eine halbe Milliarde Euro hat das Greenpoint Stadion in Kapstadt gekostet. Acht Spiele fanden in der teuersten Arena statt. Nun sucht die Kommune einen Nutzen, sonst müsste der Steuerzahler den Unterhalt tragen. Kapstadt verdeutlicht die Sorgen der WM-Standorte. Viel Geld wurde investiert, das in Bildung oder Gesundheit hätte investiert werden können.
Bis zu 32 Millionen Zuschauer sahen das Halbfinal-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien. Die ARD-Übertragung vom WM-Halbfinale aus Durban setzte sich mit einer Durchschnittsquote von 31,10 Millionen an die Spitze der ewigen TV-Hitliste. Doch medial verwöhnt wurde das Publikum nicht gerade.
Brasilien richtet 2014 die nächste Weltmeisterschaft aus. Staatspräsident Lula war neben Supermodell Giselle Bündchen und zahlreichen ehemaligen brasilianischen Fußballern der Stargast bei einem Festakt, auf dem das Logo der Weltmeisterschaft in vier Jahren vorgestellt wurde.
Ghana war die erfolgreichste afrikanische Mannschaft bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft, der ersten auf dem afrikanischen Kontinent. Und eine große Stütze in dieser Mannschaft war ein Mann, der in Deutschland kein Unbekannter ist: Hans Sarpei. In Ghana geboren, kam er in jungen Jahren nach Deutschland, wuchs in Köln auf und spielt seit 2001 in der Bundesliga - erst beim VfL Wolfsburg, seit einigen Jahren nun in Leverkusen.
Als 2006 zur Fußball-WM in Deutschland eine schwarz-rot-goldene Begeisterungswelle übers Land schwappte, kommentierten ausländische Stimmen, die stets als selbstzerquält geltenden Exportweltmeister seien endlich in der patriotischen Normalität angekommen.
Der erneute Griff der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach den Sternen ist missglückt. Es war das Ende eines traumhaften Höhenfluges, das abrupt erfolgte, weil man sich gerade mit der scheinbaren Unverwundbarkeit dieser DFB-Auswahl vertraut gemacht hat.
Laut Uwe Harttgen verfügen erfahrene Spieler nicht unbedingt über die Fähigkeit, gegen einen schwierigen Gener mutiger vorzugehen als ihre jungen Teamkollegen. Wörtlich sagte der Diplompsychologe: "Wir haben auch schon mit älteren Spielern Spiele verloren".
Spanien besiegt die deutsche Mannschaft im Halbfinale bei der FIFA WM mit 1:0, und deutschlandweit leiden die Fans. Einen Tag nach der Niederlage analysieren viele Beobachter die Leistung - und sinnieren über den Kampf um den dritten Platz.
Deutschlandradio · Aktuell · 8.7.2010
Wie die Fans mit der Niederlage ihrer Idole umgehen sollten, erklärt der Berliner Sportphilosoph Gunter Gebauer. Trotz des Ausscheidens sei das Nationalteam ein gutes Vorbild - nicht nur für Migrantenkinder.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 8.7.2010
Der Traum vom WM-Finale ist geplatzt - damit bleibt dem jungen Team von Bundestrainer Joachim Löw wie schon 2006 bei der Heim-WM das Spiel um Platz drei gegen Uruguay - weil diesmal den Kickern und dem Trainer das nötige Quentchen Erfahrung fehlte.
Deutschlandfunk · Sport · 7.7.2010
Deutschland habe gegen "eine absolut herausragende Mannschaft" verloren, sagt Pierre Littbarski. Zur Diskussion um den Trainerposten erklärte der Fußballweltmeister von 1990, es gebe keinen Besseren als Joachim Löw.
Deutschlandfunk · Interview · 8.7.2010
Fußball-Lehrer Erich Rutemöller prophezeit der jungen deutschen Elf eine gute Zukunft - unter der Führung von Joachim Löw. Auch die Kapitänsfrage ist für Rutemöller beantwortet.
Die FIFA-Weltmeisterschaft läuft. Beiträge, Interviews, Reportagen sowie Links zu Spielplänen und Ergebnislisten finden Sie in unserer Übersicht.
Deutschlandradio · FIFA WM 2010
Vier Wochen lang blickt nicht nur die Fußballwelt nach Südafrika.
Italien 1990. Der letzte ganz große deutsche Triumph bei einer Fußball-Weltmeisterschaft jährt sich in diesen Tagen zum 20. Mal. Im WM-Finale von Rom siegte die Bundesrepublik damals gegen Argentinien durch einen Foulelfmeter von Andreas Brehme mit 1:0.
Keine Strafmaßnahme hatte das weiße Apartheidregime Südafrikas so gekränkt wie der Sportboykott. Der Weltfußballverband verweigerte jedoch lange ein Machtwort und stützte so indirekt die Rassentrennung. Auf ein Wort des Bedauerns warten die Südafrikaner auch während der WM vergeblich.
Dort spielt die Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Spanien – und in einem Jahr, am 6. Juli 2011, werden in Durban die Olympischen Winterspiele 2018 vergeben. München ist einer der drei Bewerber. Durban hegt aber selbst olympische Ambitionen.
Oliver Bierhoff ist bereit, die Arbeit mit dem Trainerteam um Joachim Löw und der Nationalmannschaft fortzusetzen. "Eine Fortsetzung meiner Arbeit gibt es nur mit Jogi Löw, nicht ohne ihn", sagt der bis zuletzt immer wieder von DFB-Chef Theo Zwanziger und Liga-Präsident Reinhard Rauball attackierte Manager der Nationalelf in Südafrika.
Die deutsche Nationalmannschaft sei ein gelungenes Beispiel für Integration, die Leistung der Fußballer ein gewaltiger Gewinn für Deutschland, sagt Thomas de Maizière. Ein Vorbild auch für untere Ligen - und selbst für die Regierungsmannschaft in Berlin.
Nach langem hin- und her beugte sich Nigeria dem langen Arm des Fußball-Weltverbandes FIFA. Nachdem enttäuschenden Abschneiden bei der WM in Südafrika wollte Nigerias Präsident seine Mannschaft eigentlich für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben zurückziehen. Doch die Regeln der FIFA untersagen staatliche Einmischung in die Belange der Fußball-Verbände - andersherum nimmt man es dagegen nicht so genau
Nichts verbinden wir mit dieser Fußball-WM so sehr wie die Vuvuzela. Man kann diese Plastetröten lieben oder hassen, dazwischen gibt es nichts. In Südafrika ist die Vuvuzela sogar in den Musikcharts vertreten durch eine junge Band namens Sergeant Fu aus Johannesburg.
Der UN-Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, Willi Lemke, widerspricht der Ansicht, die FIFA sei alleiniger Profiteur der Fußball-WM, während Gastgeber Südafrika auf den Kosten sitzen bleibe.
Angesichts der vielen Spieler mit Migrationshintergrund in der Nationalmannschaft könnten die Deutschen verstehen, dass ihr Land ein Einwanderungsland sei. Das habe man lange vergeblich versucht, klarzumachen, sagt Alfred Grosser.
"Es gibt ein neues Zusammenhaltsgefühl in Südafrika", sagt Leonie March, deutsche Journalistin, die in Südafrika lebt. Organisation und Sicherheit haben bisher gut geklappt - einzig sportlich war die WM für die Südafrikaner eine Enttäuschung. Dennoch ist das Land stolz auf sein Team.
Horst Hrubesch, Vize-Weltmeister von 1982 und Trainer der DFB-Junioren ist überzeugt, dass dieses knapp 25 Jahre junge DFB-Team das Zeug zum WM-Titel hat. Als Trainer hat er im Vorjahr die U21-Auswahl des DFB zur Europameisterschaft geführt. Darin standen mit Torwart Neuer und den Mittelfeldspielern Sami Khedira und Mesut Özil Korsettstangen der jetzt so großartig aufspielenden deutschen WM-Mannschaft.
Symbolik hin, Symbolik her – einen solchen Blitzstart wie das 1:0 nach drei Minuten für die deutsche Fußballnationalmannschaft heute ganz in schwarz mit goldenen Streifen und Zahlen gegen Argentinien hätte Angela Merkel sich wohl auch für das schwarz-gelbe Regierungsteam in Berlin gewünscht.
Deutschlandfunk · Kommentar · 3.7.2010
Dass Deutschland gegen Argentinien siegt, hatten viele gehofft - was die Nationalelf heute bot, geriet zur Blamage für Argentinien. Mit einem überzeugenden 4:0 fegte Jogi Löws Truppe Maradonas Gauchos förmlich vom Platz.
Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist stets auch ein Wettbewerb der Sportartikelkonzerne. Der amerikanische Konzern Nike, im Gesamtgeschäft weltweit die Nummer eins vor Adidas, hat der Firma aus Herzogenaurach gerade zwei WM-Teams abspenstig gemacht: Nike stattet künftig die WM-Skandalnudel Frankreich und Südafrika aus. Insgesamt aber bleibt Adidas im Fußballgeschäft die Nummer eins.
Für Sponsoren ist sie die große Bühne: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Präsenz dort lassen sich die Firmen viel Geld kosten - und machen so den Fußballweltverband FIFA reich.
Schmählich war die englische Fußball-Nationalmannschaft im Achtelfinale mit 1:4 gegen Deutschland aus dem Turnier "geflogen". Dabei waren die Kicker von der Insel mit großen Ambitionen nach Südafrika gefahren und hatten sogar vom Titel geträumt. Nun gilt es, das WM-Aus aufzuarbeiten.
Für den südafrikanischen Fußball-Autor Peter Raath ist das WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien ein sportlicher Festakt. Doch das Spiel in seiner Heimat Kapstadt ist für ihn auch eine Gedächtnishilfe, auf die er gern verzichtet hätte. Denn deutsche Spieler hatten Anfang der 70er-Jahre den Traditionsklub Hellenic zu neuer Blüte verholfen. Für kurze Zeit. Ronny Blaschke ging in Kapstadt, wo heute 25.000 Deutsche leben, auf Spurensuche.
Muss man sich sorgen um die WM-Berichterstattung in Südafrika? Seit die heimische Auswahl, die Bafana Bafana, aus dem Turnier geschieden ist, taucht die WM in den Zeitungen oft nicht mal mehr auf der ersten Seite auf. Man muss die WM schon suchen. Und nun ist Afrika gar nicht mehr dabei, nachdem Ghana in einer Partie mit historisch-dramatischer Zuspitzung gegen Uruguay verlor.
Der Fußball-Weltverband setzt gemeinsam mit den acht Viertelfinalisten ein Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus. Bei allen vier Partien werden die Mannschaftskapitäne eine Botschaft verlesen, in der sie Diskriminierung im Fußball und in der Gesellschaft verurteilen. Jedoch in Medien und Werbung tauchen immer wieder rassistische und diskriminierende Klischees auf.
Die Schiedsrichterleistungen stehen auch bei dieser WM wieder in der Kritik. Ex-Schiedsrichter Jürgen Aust meint, dass seine Kollegen durch starre FIFA-Vorgaben verunsichert seien.
Er fühlt sich nicht wohl beim Anblick des Meers von Deutschlandfahnen, sagt Hans-Christian Ströbele (Bündnis90/Grüne). Dennoch gönnt er allen Fans ihre Begeisterung - mit Abstrichen.
Im vergleichsweise winterlichen Südafrika rollt heute wieder der Ball, die ersten Viertelfinalspiele stehen an. Die Niederlande sehen sich mit Brasilien konfrontiert, Ghana will stellvertretend für den afrikanischen Kontinent ins Halbfinale vorrücken.
Sportlich besehen, entwickelt sich diese erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden zur reinsten Mogelpackung: Spätestens im Viertelfinale ist sie zu einer Art Copa America mit transatlantischen Gästen geworden.
Frankreichs Politiker hören nach dem blamablen WM-Aus nicht auf , sich plötzlich intensivst um den französischen Fussball zu kümmern: Ein Staatspräsident, der eine Krisensitzung zu diesem Thema einberuft, eine Ministerin, die vor dem Parlament eine Stellungnahme abgibt und jetzt der auch für den Sport zuständige Kulturausschuss des Parlaments.
Es lohnt sich sportlich und auch finanziell für die Teams, bei der Fußball-WM in Südafrika Schritt für Schritt in der K.O.-Runde weiterzukommen: Für den vierten WM-Titel hat der Deutsche Fußball-Bund beispielsweise 250.000 Euro für jeden Spieler des 23-köpfigen WM-Kaders ausgelobt, aber auch der Fußballweltverband lässt die Kassen klingeln.
Die ganze Welt diskutiert über die haarsträubenden Schiedsrichterfehler bei dieser WM. Hunderte Millionen Menschen haben gesehen, dass Englands reguläres Tor aberkannt und Argentiniens irreguläres Tor anerkannt wurde. Doch der Weltverband FIFA bleibt bei seiner starren Haltung, technische Hilfsmittel wie den Videobeweis nicht zuzulassen.
Im Stadion ist Lärm mehr als ein harmloser Ausdruck der Begeisterung: Mindestens so sehr ist er ein archaisches Mittel der psychologischen Kriegsführung. Die Gesänge und Hymnen der Fans lassen eine Mannschaft über sich hinauswachsen.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 29.6.2010
Olaf Thon, Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1990, ist begeistert vom bisherigen Auftreten der Nationalelf in Südafrika. "Der Sieg gegen England hat uns jetzt richtig befreit", sagt der ehemalige Bundesligaprofi.
Es war ein Experiment – nun ist es eine Erfolgsgeschichte: Die deutsche Mannschaft steht im Viertelfinale dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Das junge Team hat bewiesen, dass es der Anspruchshaltung der Fußball-Nation Deutschland standhalten kann.
Deutschlandfunk · Kommentar · 27.6.2010
Klose zum 1:0, Podolski erhöht zum 2:0, Upson verkürzt, Lampards klares 2:2 wird nicht gegeben. Müller trifft zum 3:1, kurz danach zum 4:1. Nun trifft Deutschland im Viertelfinale auf Argentinien oder Mexiko.
Franz Beckenbauer äußerte sich zur Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw und empfahl sinngemäß: Löw solle sich erst nach dem nächsten Sieg um seine Vertragsverlängerung beim DFB kümmern, dann hätte er noch bessere Karten. Das bezweifelt Thomas Kistner von der Süddeutschen Zeitung. Er behauptet, dass Löws Abschied feststeht.
Nordkorea war wohl die geheimnisvollste Mannschaft bei diesem Turnier. Zwei Spieler sind in Europa tätig, der Star der Mannschaft, Jong Tae-Se, spielt in Japan. Nun sollen weitere folgen: Es gibt Anfragen, sagt Karl Messerli, einer der Berater der Spieler. Kolportierte Strafen für die Spieler nach drei Niederlagen bei der WM hält er dagegen für "Märchen".
Viele deutsche Nationalspieler haben internationale Wurzeln, kommen aus der Türkei, Polen, Tunesien, Brasilien oder Bosnien. Das Nationalteam ist ein Beispiel für gelungene Integration, sagt Gül Keskinler, Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes. Aber sie warnt auch vor übertriebenen Nationenwechseln: "Es darf nicht nur um Geld gehen".
Zum US-Team gehört mit Clint Dempsey ein Mann, der zu den wichtigsten Akteuren in seiner Mannschaft zählt. An der Seite von Landon Donovan lenkt und leitet der Mittelfeldmann das Spiel der Amerikaner. Auch bei seinem Verein, dem FC Fulham aus der Premier League, ist Dempsey längst unverzichtbar.
Der Fußball-Weltverband FIFA und das lokale Organisationskomitee haben eine geradezu überschwängliche Vorrundenbilanz gezogen. Zwar räumte man kleinere Probleme beim Ticketing und im Schiedsrichterwesen ein, grundsätzlich aber lobten FIFA und OK die WM über den grünen Klee. Zeitgleich muss sich Organisationschef Danny Jordaan gegen den Verdacht der Vetternwirtschaft wehren.
Uruguay überrascht bei diesem Turnier bisher mit guten Leistungen. Die Südamerikaner sind ein heißer Kandidat für das Halbfinale. Besonders hervorgetan hat sich bei der Mannschaft aus dem kleinen Land ein junger Mann: Luis Suarez.
Fußball gehörte während der Apartheid zum Kampf gegen Rassismus. Die Stadien wurden zu wichtigen Versammlungsstätten gegen die Regierung. Keith Broad war der erste Spieler, der die strenge Farbenlehre des Sports aufbrach. Er war 1980 der erste weiße Spieler der Orlando Pirates. Durch seine Tore wollte er auch für Gleichberechtigung demonstrieren.
Nach dem 48 Vorrundenspielen dieser WM erhält der immer währende Streit um die Aufteilung der Endrundenplätze neue Nahrung. Die Verlierer der Vorrunde sind Europa und Afrika. Die Gewinner heißen Südamerika und Asien.
Kein Land leidet so sehr unter HIV und Aids wie Südafrika. 5,2 Millionen Menschen sollen infiziert sein, fast elf Prozent der Bevölkerung. Auch im Fußball bleibt Aids ein Tabu. Infizierte werden ausgegrenzt oder vergessen. Das Präventionsprojekt Grassroutsoccer in Kapstadt will die Mauer des Schweigens brechen und Jugendliche mit Hilfe des Sports aufklären.
Nun gibt's morgen eine Neuauflage der Begegnung dieser beiden Erzrivalen, und die Engländer blicken ihr durchaus mit gemischten Gefühlen entgegen. Doch, wenn auch etwas irritiert, muss man eines konzedieren. Vorbei sind die Zeiten, in denen es so richtig zur Sache ging.
Wenn Portugal spielt, drücken Fans und Spieler des Kapstädter Fußballvereins Vasco da Gama die Daumen. Vasco da Gama schlägt für Tausende Einwanderer eine Brücke in ihre Heimat.
Von den sechs afrikanischen Mannschaften, die sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatten, hat bislang nur Ghana die Vorrunde überstanden. Die Misere überrascht, denn gerade bei der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent waren die Erwartungen nicht nur der Afrikaner überaus groß.
In Nelspruit muss die Mannschaft aus dem kommunistischen Nordkorea gegen die Elfenbeinküste Wiedergutmachung versuchen. Nach der respektablen 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Brasilien waren die Nordkoreaner gegen Portugal mit 0:7 unter die Räder gekommen.
Frankreich scheint durch das katastrophale Abschneiden des Tricolore-Teams bei der Fußball-WM in Südafrika nachhaltig erschüttert. Dies geht so weit, dass die Politiker das Fiasko der Fußballnationalmannschaft nun sogar zur Staatsaffäre gemacht haben.
2000 evangelische Gemeinden bieten Public Viewing an. Nationalspieler wie Cacau oder Mesut Özil beten öffentlich vor dem Anpfiff. Fußball und Gott, geht das zusammen? Ja, meint Nikolaus Schneider, Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Dass der 2001 bankrott gegangene, langjährige Exklusivvermarkter der Fifa, die Zuger Agentur ISL, bedeutende Funktionäre des Weltsports über Jahre hinweg mit ingesamt mindestens 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeldern bedient hat, ist seit dem Strafprozess gegen die ISL im März 2008 bekannt. Jetzt aber macht die Zuger Staatsanwaltschaft den bisher heikelsten Punkt in der Affäre publik: Hohe Fifa-Funktionäre haben im Rahmen der Ermittlungen den Korruptionssachverhalt zugegeben.
"Ballkunst war das gestern von beiden Seiten nicht so wirklich", sagt Nia Künzer (links im Bild), die 2003 mit einem Golden Goal die Frauennationalmannschaft zum Weltmeister-Titel schoss - trotzdem ist sie voller Hoffnung für das junge deutsche Team.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 24.6.2010
Laut Willi Lemke hat die deutsche Mannschaft verdient gewonnen. Als UN-Sonderbeauftragter für Sport habe er sich aber gefreut, dass mit Ghana eine afrikanische Mannschaft das Achtelfinale erreicht habe.
Deutschlandfunk · Interview · 24.6.2010
Am Sonntag wird Deutschland dank eines knappen Sieges über Ghana im Achtelfinale der FIFA WM gegen England antreten. Auch Ghana ist weiter.
Eigentlich ist Kevin-Prince Boateng, Sohn eines Ghanaers und einer Deutschen, ein gelungenes Beispiel für Integration und Nachwuchsförderung - und dennoch spielt Boateng heute für Ghana. Sein Bruder Jerome wiederum steht im deutschen Aufgebot.
In Ghana leben gut 24 Millionen Menschen – doch offenbar gibt es dort keine professionellen Astronomen. Über ein astronomisches Institut verfügt das Land nicht.
Zulu, oder genauer: IsiZulu ist eine der elf Amtssprachen Südafrikas. Mit knapp elf Millionen Menschen sind die Zulu auch die größte ethnische Gruppe. Für deutsche Fußballfans vor Ort und erst recht die vor dem Fernseher sind Zulu-Grundkenntnisse also Pflicht.
Die wohl entscheidende Frage vor dem Spiel gegen Ghana lautet : Kann die sehr junge deutsche Mannschaft den Druck aushaltet, der nun unvermutet auf ihr lastet. Bereits in der Vorrunde ein Endspiel um den Verbleib im Turnier bestreitet zu müssen, das war nach dem glänzenden Auftakt nicht absehbar. Der Essener Sportpsychologe und Unternehmensberater Dr. Ulrich Kuhl spricht vom DFB-Team als einer "Potential- und Perspektiv-Mannschaft".
Die Fußball-Weltmeisterschaft läuft, und es scheint, als stehe die Welt still. "Fußball, Fußball , über alles", - was mal in einschlägigen Liedern erklang, ist inzwischen Beschreibung der gesellschafts-politischen Realität. Im Interview spricht Professor Helmut Digel, Soziologe , ehemaliger Handballer, Leichtathletik-Funktionär und Anhänger des packenden Ballspiels, von einem "Fußball-Imperialismus".
Wo stehen wir in der Welt, wie ist unser nationales Selbstbild? Diese Frage kann der Fußball über die deutsche Nationalelf mitbeantworten, meint Gunter Gebauer - und hat im Fall eines deutschen Ausscheidens bei der WM Mutmachendes parat.
Frankreich sitzt nach seiner Niederlage gegen Südafrika bei der WM auf der Zuschauerbank. "Frankreich ist hysterisch, Frankreich ist traurig", berichtet Benjamin Korn aus Paris.
Der Sturm auf die Bastille, die Pflastersteine des Mai '68: Das waren Stürme im Wasserglas. Die Rebellion von Frankreichs Nationalspieler erschüttert die Nation. Diese Mannschaft hält uns einen schrecklichen Spiegel vor, wir müssen uns darin erkennen, argwöhnt der Philosoph Alain Finkielkraut.
In Südafrika wird momentan Fußball gespielt, viel Fußball gespielt. Aber nicht nur: In den VIP-Logen der Stadien, in den Hotels wird auch viel Politik gemacht. Denn die gesamte Funktionärsprominenz ist natürlich auch in Südafrika.
"Mit Lärm tötet man den Pavian", sagt ein südafrikanisches Sprichwort. Wie sich das anhört, weiß man seit dem ersten WM-Spiel mit Vuvuzela-Getröte. Doch der Weg vom Fußball in Zeiten der Apartheid bis zum fröhlichen Feiern heute war lang.
Wie weit beim Fußball der Glaube an die Macht des Magischen geht, das hat Oliver G. Becker in seinem Buch "Voodoo im Strafraum" zusammengefasst. Und weil die Zauberei nicht das Einzige ist, was den afrikanischen Fußball einzigartig macht, hat Thilo Thielke ein Buch mit dem Titel "Traumfußball" verfasst.
Nach dem Eklat um den französischen Nationalspieler Anelka und der desaströsen Leistung der Équipe Tricolore in den ersten Gruppenspielen stellt sich die Frage, ob Frankreich überhaupt die nächste Runde erreichen will. Oder steckt gar mehr dahinter als nur der Streit um Strategie und Taktik?
Deutschlandfunk · Kultur heute · 21.6.2010
Die Rebellion der französischen Nationalspieler erschüttert die Grande Nation. Diese Mannschaft hält uns einen schrecklichen Spiegel vor, wir müssen uns darin erkennen, argwöhnt der Philosoph Alain Finkielkraut.
Vor zwei Jahren hat der kanadische Journalist Declan Hill behauptet, bei der WM 2006 in Deutschland sei die Partie zwischen Ghana und Brasilien im Achtelfinale von der Wettmafia verschoben worden. Das Thema Wettbetrug wird jetzt bei den letzten Gruppenspielen interessant. Denn selbst die FIFA räumt ein, dass bereits ausgeschiedene Mannschaften anfälliger für Betrugsofferten sind.
Jürgen Klinsmann ist in diesen Tagen ein vielbeschäftigter Reisender in Sachen Fußball. Für seine erste Weltmeisterschaft nach seiner Einlage als Trainer der deutschen Nationalmannschaft und von Bayern München ließ er sich für die WM 2010 gleich von drei Fernsehsendern in Deutschland, Großbritannien und den USA anheuern.
Köln entpuppte sich vor vier Jahren, als die Fußball-WM hier in Deutschland zum Sommermärchen wurde, als äußerst gastfreundlich und multikulturell. Als Ghana in der Domstadt Tschechien mit 2:0 besiegte feierten die Fans auf den Rängen und sangen "steht auf wenn ihr für Ghana seid“.
"Es ist der stolz auf das eigene Land ohne die Herabwürdigung andere", sagt der Sportsoziologe Eike Emrich von der Universität Saarland über die zahlreichen schwarz-rot-goldenen Flagge in Deutschland und den Jubel über die Nationalmannschaft.
"Football meets culture“ das ist ein Projekt des Goethe-Instituts in Johannesburg anlässlich der WM mit Ausstellungen, Aufführungen, Workshops. Institutsleiterin Dr. Katharina von Ruckteschell spricht die Spracharbeit des facettenreiche Projektes, das seinzeit von Außenminister Franz Walter Steinmeier angestossen wurde.
Im Vorfeld dieser WM hat es eine eklatante Häufung von Verletzungen bei Angriffsspielern gegeben. Zum Beispiel die pfeilschnellen Stürmer Arjen Robben, Aaron Lennon und Nicklas Bendtner plagten sich mit Muskelverletzungen beziehungsweise Leistenproblemen.
Die 0:1 -Niederlage der zuvor in den Medien hochgejubelten deutschen Mannschaft gegen Serbien ist weiterhin Gesprächsthema. Über die Gründe wird viel diskutiert. Hans-Reinhard Scheu, langjähriger ARD-Reporter vom Südwestfunk, der von etlichen Weltmeisterschaften berichtet hat, sieht eine Ursache im taktischen Fehlverhalten von Bundestrainer Joachim Löw.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika kommt es zu einer bemerkenswerte Begegnung: Das Zusammentreffen von Nordkorea und Portugal hat eine historische Komponente. Bei der WM 1966 in England, als Nordkorea zum ersten Mal teilnahm, standen sich beide Länder schon einmal gegenüber. Das wechselvolle, dramatische Duell ist in die Fußball-Geschichte eingegangen.
Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt nach Robben Island, zwölf Kilometer vor der Küste Kapstadts gelegen. Der alte Kutter schaukelt auf und ab. Früher brachte er Widerstandskämpfer auf die Gefängnisinsel, heute sind es Fußballfans. Sie tragen Trikots in allen Farben, sprechen Spanisch, Deutsch oder Japanisch und fotografieren aus der Ferne den Tafelberg. Für sie alle wird die Weltmeisterschaft zum Geschichtsunterricht. Zumindest für diesen einen Nachmittag.
Einer der herausragenden Fußballfunktionäre der letzten Jahrzehnte war der Schwede Lennart Johansson. Er war zwischen 1990 und 2007 UEFA-Präsident, war lange Jahre FIFA-Vizepräsident und ist der Gründungsvater der Champions League.
Die sogenannte Beer-Babe-Affäre sorgte bei der WM für Aufsehen. Eine niederländische Brauerei hatte bei der Partie Niederlande gegen Dänemark 36 Frauen mit orangefarbenen Minikleidern ins Stadion geschleust, die die Aufmerksamkeit der Fernsehkameras auf sich zogen. Eingeweihte erkannten den Zusammenhang des Outfits mit einer holländischen Brauerei.
Dass die Regierung unmittelbar vor der WM ein hartes Sparpaket präsentiert, hält der Kommunikationswissenschaftler Reimar Zeh für Zufall und nicht Kalkül. Die Koalition sei im Moment zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um derart strategisch auf ihre Politikdarstellung zu achten.
Deutschland hat die Chance verpasst, vorzeitig ins Achtelfinale der FIFA WM vorzurücken. Die Chance zum Ausgleich vergab der Kölner Lukas Podolski.
72 Jahre lang trat bei internationalen Fußball-Turnieren eine jugoslawische Nationalmannschaft an teilweise überaus erfolgreich. 1990 zog man bei der WM ins Viertelfinale ein. Zwei Jahre später war es damit vorbei. Die ethnischen Konflikte auf dem Balkan machten auch vor der Nationalmannschaft nicht halt.
Ich blicke in Abgründe. Denn wenn Deutschland Fußballweltmeister wird, wird's ganz schrecklich. Und die Deutschen werden Weltmeister. Nicht, weil sie ganz nett gespielt haben gegen Australien, und jetzt plötzlich zu den Favoriten gehören, sondern wegen der Mathematik.
Sportlich ist dieses Turnier keine Offenbarung, sondern ein Offenbarungseid. Mehr Party, als Fußball - das sind Tendenzen, die eine WM kennzeichnen. Sie sorgen für die totale kommerzielle Ausschöpfung des Fußballs.
Die Schlagzeilen beherrschte Honduras zuletzt wegen des Militär-Putsches gegen Präsident Zelaya. Die Bevölkerung des krisengeschüttelten Landes ist dankbar für jede Ablenkung - umso mehr wenn es um die zweite WM-Teilnahme ihres Landes geht.
Soziologen untersuchen die Fankultur - wenig Konkretes finden sie in diesem Sammelband heraus, aber immerhin lernen wir: Das Leben als Fan hat karnevalesken Charakter, bietet Exzess und Prügelei, wirkt aber auch oft bierernst und ein bisschen spießig.
Freikirchliche Kurzzeitmissionare wurden bereits im Vorfeld der WM nach Südafrika geschickt, berichtet der evangelische Pfarrer Thorsten Leißer. Sie sollen dort Jugendliche über den Fußball auch mit dem Glauben in Berührung zu bringen.
Nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes ist Nordkorea "weltweit eines der Ausländern am wenigsten geöffneten Länder". Erstmals seit 1966 nehmen die "Chollimas" - so der Spitzname des Teams - jetzt wieder an einer WM-Endrunde teil.
"Für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag." So kommentierte die ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein das Tor, des Nationalstürmers zum 2:0. Die Folge: Eine Flut von Zuschauerprotesten.
Auf dem Fußballplatz kann ein Quäntchen Glück den Ausschlag darüber geben, ob ein Team als Sieger oder Verlierer vom Platz geht. Diese Unberechenbarkeit ist es, die das Spiel mit dem Leder so packend macht
Spätestens , seitdem der Ball in Südafrika rollt, scheint die Medienwelt nur noch aus Fußball zu bestehen. Er ist Thema auch in den politischen Kommentarspalten, und in den Fernsehsystemen von ARD und ZDF herrscht täglich wechselnd Fußball-Monokultur. Der Frankfurter Journalist Jürgen Roth ist Fußball-Fan und Medienkritiker.
Die Ticket-Frage ist vor dieser WM ausgiebig diskutiert worden. Seit Januar versuchte die FIFA verzweifelt, die teuren Hospitality-Tickets, aber auch normale Eintrittskarten an den Endkunden zu bringen. Vor wenigen Tagen wurde behauptet, die WM sei nahezu ausverkauft. Nun aber klaffen große Lücken auf den Tribünen.
Deutschlandfunk · Sport · 13.6.2010
Der Fußball-Weltverband FIFA gerät bereits zum WM-Auftakt massiv unter Druck. Es werde bei dieser WM "nicht einen einzigen freien Sitzplatz geben", dies hatte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke den Veranstaltern am Kap öffentlich versprochen. Aber die Realität, wie sie sich deutlich in den Fernsehbildern mitteilt, sieht anders aus.
Die Nationalmannschaft ist der Goldesel für den Deutschen Fußball-Bund. 40 bis 50 Millionen Euro kassiert der DFB pro Jahr von seinen Werbepartnern. Dagegen schaffen es nur wenige Nationalspieler, als Testimonial für Unternehmen Millionen zu verdienen. Da stehen sie in Konkurrenz zu Größen aus der Unterhaltungsbranche, die für viele Firmen interessanter sind.
Mag heute vor allem der Fußball der "terra australis", des südlichen Landes, interessieren, so spielt dieser Kontinent auch auf dem astronomischen Erdball eine große Rolle. Denn die unbesiedelten Weiten des Landes und die günstigen klimatischen Bedingungen machen Australien zu einem guten Standort, um den Geheimnissen des Weltalls nachzuspüren.
Ihren ersten großen Erfolg hatten der Rapper Marabuh MC und sein Kollege Harmzinho zur Fußball-Europameisterschaft vor zwei Jahren. Jetzt haben sie einen neuen Fußballsong geschrieben - und der Bundestrainer ist Namenspate.
Podolski, Klose, Müller, Cacau - mit einem ansehnlichen Torreigen ist Deutschland in die FIFA-WM gestartet. Dennoch offenbarte das deutsche Spiel im Sturm Schwächen.
Es ist das Sportereignis: Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft. Die Konkurrenz um die Ausrichtung eines solchen Events ist groß. Erstmals findet das Turnier auf dem afrikanischen Kontinent statt. Umgerechnet 3,3 Milliarden Euro hat Südafrika aus Steuermitteln für Infrastruktur und Stadien ausgegeben - doch den überwiegenden Teil des Gewinns schöpft der Weltfußballverband FIFA ab.
Südafrika ist auf dem afrikanischen Kontinent die erste Wirtschaftsmacht, aber zugleich ist es ein Land mit sehr großen sozialen Problemen: Der Buch- und Filmautor Lutz van Dijk hat in Kapstadt das Hilfsprojekt Home for Kids in South Africa (HOKISA) gegründet und hofft, dass die WM vor allem die Aids-Problematik mehr in den Vordergrund rückt.
Der 28-jährige Landon Donovan ist nicht nur der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte der US-Nationalmannschaft, sondern gilt von New York bis nach Los Angeles auch als "das Gesicht des Soccers" in Amerika. Die US-Medien schreiben über ihn, wie über einen großen Star, Donovan hat TV-Spots im Fernsehen und füllt die Cover diverser Zeitschriften.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat Südafrika die WM im Mai 2004 zugesprochen. Eineinhalb Jahre lang hat damals ein Deutscher den südafrikanischen Bewerbungschef Danny Jordaan weltweit auf vielen Reisen begleitet und beraten: Der Münchner Kommunikationsmanager Andreas Abold. Er hat die WM mit nach Afrika geholt.
Fußball ist das crossmediale Ereignis schlechthin. Wer es physisch und psychisch verkraftet, der kann wöchentlich bis zu 50 Stunden televisionär dargebotene Fußballkost konsumieren.
Rawschan Irmatow heißt der Mann, dem die Fifa das WM-Eröffnungsspiel anvertraut. 32 Jahre, Schiedsrichter aus Usbekistan, einem Flecken in Zentralasien, dessen Existenz auf der Fußball-Landkarte nur vermutet werden kann.
In Johannesburg ist die FIFA WM 2010 offiziell eröffnet. Auftakt der insgesamt 64 Spiele sind die Begegnungen Südafrika-Mexiko und Frankreich-Uruguay.
Ein großer Teil der Kosten für die Fußballweltmeisterschaft bleibt am Gastgeberland Südafrika hängen. Ob sich diese Investitionen langfristig auszahlen, ist fraglich. Denis Huschka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hält die wirtschaftlichen Effekte solcher Großveranstaltungen für überschätzt.
Sollte es tatsächlich einmal dauerhaft besetzte Basen auf dem Mond geben, dann könnte auch dort Fußball eine wichtige Freizeitbeschäftigung sein. Aber lässt sich auf dem Mond überhaupt richtig kicken?
Man sollte die Vorrundenspiele der Fußball-WM genießen. Denn die Spiele ab dem Viertelfinale dürften keine Fußballfeste werden, warnt der Experimentalphysiker Metin Tolan, weil die guten Mannschaften die Räume sehr eng machen müssten. Immerhin werde Deutschland aber wahrscheinlich Weltmeister.
Der CDU-Politiker Thomas de Maizière hofft, dass von der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft eine afrikanische Begeisterung ausgeht, die "die Welt erfasst". Über die Chancen des deutschen Teams äußerte er sich der Bundesinnenminister optimistisch.
Craig Native zeigt, dass sich Fußball und Mode durchaus vereinen lassen. Der ehemalige Fußballspieler verschmilzt traditionell afrikanische Elemente mit einem modernen, westlichen Kleidungsstil.
Es ist gar nicht so lang her, da wäre eine Großveranstaltung in Südafrika eine rein weiße Angelegenheit geworden - Apartheid pervers. Es ist nicht vergessen, wie es damals war - doch die FIFA WM ist sichtbares Zeichen für menschlichen Fortschritt.
Deutschlandfunk · Hintergrund · 10.6.2010
Fußball war ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Apartheid. Das sagt der südafrikanische Filmemacher Don Edkins und wünscht sich, dass mit der Fußballweltmeisterschaft in seinem Land die Überwindung der Rassenschranken weiter vorangetrieben werde.
Fußball zu gucken, kann in seltenen Einzelfällen beim völlig untrainierten Couchmuffel zum Herzinfarkt führen. Dabei ist für die eigene Gesundheit nur moderater Sport und Bewegung nötig - und das geht sogar vor dem Fernseher.
Passgenau zur Fußballweltmeisterschaft erscheint die DVD-Rom "Fußballchronik 2010". Hier lässt sich per Mausklick genau nachverfolgen, wer wann wo in welcher Mannschaftsaufstellung bei welcher WM dabei war. Auch Ausschnitte der besten Spielszenen sind zu sehen.
Das Trikot vom Leib gerissen, grenzenloser Jubel. Nein, sagt die FIFA. Disziplinierter WM-Jubel - wie soll das denn aussehen?
Fußball-Legende Günter Netzer beklagt, dass es einen Mangel an Persönlichkeiten im deutschen Profi-Fußball gibt. Die Fußballer heute seien ihm zu brav, sagte Netzer. Ein Grund sei, dass es dem Fußball und den Spielern so gut gehe wie noch nie zuvor.
Die Bilder aus den WM-Stadien in Südafrika liefern ab morgen internationale Kamerateams. ARD-Regisseur Volker Drews vertraut auf diese eingespielten Teams und ihre Regisseure, die von circa 40 Monitoren die richtigen Bildsequenzen auswählen und zusammenstellen.
So, jetzt ist es soweit. Ich hole die schwarz-rot-goldene Fahne aus dem Keller und klemme sie wieder ans Fenster meines Ford Focus. Vier Wochen FIFA Fußball-Weltmeisterschaft sind angesagt, und das verpflichtet auch zu fröhlichem, entspanntem Patriotismus.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 10.6.2010
Noch nie gab es eine Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika. Dabei ist der Fußball auf diesem Kontinent, auf dem rund eine Milliarde Menschen leben, die beliebteste Sportart. Selbst in den Dörfern, wo die Jungen mit Stoffballen dribbeln, weil ihnen das Geld für den Ball fehlt.
Stefan Osterhaus, Fußballkorrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung", sieht gute Chancen für das deutsche Team bei der FIFA Fußball-WM. Zugleich hält er den Ausfall des Spielers Michael Ballack nicht unbedingt für einen Nachteil.
"Die Tragödie besteht vor allen Dingen darin, dass es afrikanischen Mannschaften bis heute nicht gelungen ist, ihr Potenzial zur Anwendung zu bringen", sagt Sportjournalist Christian Ewers. Mehr als Achtungserfolge kämen nicht heraus.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 8.6.2010
Das liege vor allem daran, dass die Nationaltrainer in Afrika nicht das alleinige Zepter in der Hand hielten. "Da gibt es viele Einflüsterer, da reden Politiker mit rein, da reden Altstars mit rein, da kaufen sich Manager ein".
Fußball aus Sicht der Physik zu beschreiben, auf diese Idee kann nur ein Physiker und leidenschaftlicher Fan kommen. Metin Tolan stellt in dem Buch "So werden wir Weltmeister" Fragen wie: Was ist die optimale Breite einer Mauer beim Freistoß?
Die Sendung über den Schriftsteller J. M. Coetzee spürt den Beziehungen der Romane zur Geschichte Südafrikas nach und zeigt, wie es dem Autor gelingt, politisches Engagement und Experimente mit der literarischen Form zu verbinden.
Afrika ist das Thema der heutigen Andruck-Ausgabe, und ausnahmsweise präsentieren wir Ihnen hier die gesamte Sendung in einem zusammenhängenden Dokument: Vier Rezensionen und ein Hintergrundgespräch. Die Einzelrezensionen finden Sie dennoch wie gewohnt auch auf unserer "Andruck"-Seite.
Fußball ist in Afrika, vor allem im Westen des Kontinents, fast schon Religion. Überall wird gekickt, notfalls auch mit Bällen aus zusammengeknoteten Lumpen. Viele Jugendliche träumen davon, eines Tages von europäischen Clubs engagiert zu werden.
In seinem Buch "Für Messi sterben?" spürt der argentinische Philosoph und Soziologe Pablo Alabarces Veränderungen und Brüchen des argentinischen Nationalbewusstseins anhand von Fußballereignissen nach.
Die Musikwelt Südafrikas wird während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im Musikprogramm des Radiofeuilletons abgebildet. Während in den Stadien die Vuvuzela das musikalische Regiment übernimmt, heißt es im Deutschlandradio Kultur Kwela, Cape-Jazz oder Afrikaans-HipHop!
Der Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, Willi Lemke, hofft bei der FIFA WM auf ein erfolgreiches Abschneiden mindestens einer afrikanischen Mannschaft. Die WM drohe ein jähes Ende zu finden, wenn keine afrikanische Mannschaft die Vorrunde überstehe.
Die Woche vor einer Weltmeisterschaft ist immer auch eine Woche voller sportpolitischer Tagungen: So tagt das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA, an das sich dann der 60. FIFA-Kongress anschließt.
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird das erste Turnier dieser Art in Afrika sein. Es ist, mehr als alle bisherigen in der langen Laufbahn, auch die Weltmeisterschaft des Joseph Blatter. Die Entwicklung des afrikanischen Fußballs in den vergangenen vier Jahrzehnten, bis hin zu dieser Weltmeisterschaft, ist eng mit der Karriere des FIFA-Präsidenten verbunden.
In Südafrika freuen sich fast alle auf die Weltmeisterschaft. Verdienen wird vor allem die Fifa an dem drei Milliarden Euro teuren Spektakel. Einheimische, die vom großen Kuchen ein Krümel abbekommen möchten, scheitern schnell an den Markenrechten der Fifa.
Deutschlandfunk · Sport · 24.5.2010
Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist die erste auf dem Kontinent, der bisher international eher mit Hungersnöten, Bürgerkriegen und korrupten Regimes Schlagzeilen macht, als mit Erfolgsgeschichten. Dieses Bild könnte sich mit der Fußball-WM wandeln. Nicht nur für die Veranstalter ist es deshalb wichtig, dass die Ränge voll werden.
Michael Ballack ist nicht zu ersetzen. Sein Ausfall bei der Fußball-Weltmeisterschaft wiegt für Trainer, Mannschaft, Land und natürlich ihn persönlich schwer. Den Traum, als DFB-Kapitän den WM-Titel zu holen, muss er wohl abhaken.
Nach Ansicht des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter bietet die Fußballweltmeisterschaft eine große Chance, nicht nur Wirtschaft und Infrastrukturen, sondern auch das Selbstvertrauen Südafrikas nachhaltig zu stärken.
Vor der Fußball-WM am Kap - das Fußballfieber hat inzwischen ganz Südafrika ergriffen. Für viele Südafrikaner gibt es nach Feierabend nur eines: Kicken wie Beckham. Selbst Großmütter haben inzwischen Mannschaften gebildet und treten an Wochenenden mit fliegenden, grünen Kopftüchern gegeneinander an.
Die Apartheid hat auch den Sport in Südafrika tief gespalten: Fußball war bei der schwarzen Bevölkerungsmehrheit der beliebteste Sport, die weiße Minderheit bevorzugte dagegen Rugby. Daran scheint sich nicht viel geändert zu haben.
Christian Ewers hat mehrere Monate auf dem afrikanischen Kontinent recherchiert und Porträts sowie Reportagen rund um den Fußball verfasst. Das "Hauptübel" für junge Afrikaner, so seine Erkenntnis, sei das "verzerrte Europabild".
Während "Voodoo im Strafraum" auf außergewöhnliche Dinge wie spezifische "Mannschaftsbetreuer" eingeht, zeigt "Laduuuuuma!", dass Fußball in Afrika ein viel großräumigeres soziales und gesellschaftliches Phänomen als hierzulande ist.
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Schmalspurbahn in Lettland
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
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Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953, Roger Engelmann: DDR im Blick der Stasi
Sendezeit: 16.06.2013, 12:34
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Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
Sendezeit: 15.06.2013, 15:05
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