Über Polen kein gutes Wort. Preußenkönig Friedrich II. besaß nach einer Demütigung in jüngeren Jahren einen ausgeprägten Hass auf die Polen. Dass dies im Zuge der Veranstaltungen zum 300. Geburtstagsjahr des Monarchen nicht oder kaum erwähnt wird, stößt im Nachbarland auf Unverständnis.
Friedrich der II. von Preußen wäre in diesem Jahr 300 Jahre alt geworden. Zum Jubiläum wirft eine Ausstellung in der Kunstbibliothek am Berliner Kulturforum einen Blick auf das königliche Schreiben. An verschiedene Stationen "wird der König am Schreibtisch sichtbar", verrät Ausstellungskuratorin Everardus Overgaauw.
Dass Friedrich II. von Preußen in diesem Jahr 300 Jahre alt geworden wäre, das ist wahrscheinlich mittlerweile jedem bekannt. Es gibt Ausstellungen, Veranstaltungen, Theaterstücke und Musicals über ihn: ein Friedrich-Overkill?
Wer Friedrich II. auf der Straße sieht, hat entweder zu viel ferngesehen - oder er hat es mit einem Doppelgänger des Alten Fritz zu tun. Die sind am 300. Geburtstag des Preußenkönig sehr gefragt. Unser Reporter hat einige von ihnen getroffen.
In der Korrespondenz zwischen dem preußischen Diplomaten Johann Eustach von Goertz und seiner Frau Karoline geht es um alles und nichts: den Klatsch vom Potsdamer Hofleben, die neueste Frisurenmode, aber auch politische Hintergründe und versteckte Depeschen. Norbert Leithold hat sie veröffentlicht.
Der Titel der Schau "Friederisiko" soll die Risikofreude des Preußenkönigs betonen. Sie präsentiert sich im von ihm entworfenen Neuen Palais und erzählt von seiner Ruhmsucht bis zum banalen Tageslauf. Es ist die wichtigste Friedrich-Ausstellung des Jahres.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 26.4.2012
Seit über 200 Jahren streiten Historiker über die Verdienste von Friedrich II. Die Ausstellung "Friederisiko" im Neuen Palais in Potsdam will dem auf den Grund gehen und einen Menschen und Herrscher vorstellen, den man so noch nicht kannte.
Friedrich der Große feiert 300. Geburtstag und fast alles scheint gesagt. Für den Publizisten Eckhard Fuhr ist die Ausstellung "Friedrich der Große - verehrt, verklärt, verdammt" im Deutschen Historischen Museum in Berlin dennoch überaus erhellend, arbeite sie doch die vielen unterschiedlichen Facetten des Herrschers heraus.
Deutschlandfunk · Kultur heute · 21.3.2012
Leider wurde die ideale Gelegenheit vertan, die Unterschiede der deutschen und polnischen Wahrnehmung zu thematisieren, kommentiert Winfried Sträter.
Am 11. März 1812 genehmigte Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. das Emanzipationsedikt, auch "Judenedikt" genannt. Bis dahin war es ein langer Weg. Schon der heute so gerühmte Alte Fritz, in dessen Staat angeblich jeder nach seiner Facon selig werden konnte, war alles andere als ein Menschenfreund.
Deutschlandradio Kultur · Aus der jüdischen Welt · 16.3.2012
Das Jahr 1812 bildet mit dem "Emanzipationsedikt in Preußen" einen Markstein in der deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte. Um die davon ausgehende Emanzipation der Juden in verschiedenen Teilen Deutschlands und Frankreichs geht es nun auch auf einer Tagung und zwei Ausstellungen in Potsdam.
Preußenkönig Friedrich II. war auch ein Mann der Musik. So weit so bekannt. Im großen Geburtstagsjahr gibt das Buch der Musikwissenschaftlerin Sabine Henze-Döhring aber erstmals Gelegenheit zu erfahren, wie die Beziehung des Königs zur Musik wirklich aussah.
Schon Friedrich II. von Preußen wusste, dass es nicht reicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich jedoch nicht sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert in ihrem Buch das Herrschaftsverständnis Friedrichs.
Friedrich der Große war ein von vielen bewunderter Landesherr, der sehr den Künsten und der Wissenschaft zugetan war. Auf Erden hat er manche Schlacht geschlagen, doch konnte er seine Macht nicht ins Weltall ausdehnen. Am Himmel kassierte er posthum eine Niederlage - ausgerechnet gegen ein kleines Reptil.
Grenzgenial bis überbordend selbstverliebt: An Preußenkönig Friedrich II., seit heute 300 Jahre alt, scheiden sich die Geister. Kein Wunder, dass der "Alte Fritz" es auch zum Leinwandhelden brachte. Über 40 Mal wurde Friedrich II. verfilmt - genug Stoff für das Filmmuseum Potsdam.
Vor ihm war Preußen ein kleines, dünn besiedeltes Königreich im Zentrum Europas. Unter ihm wurde es nach England, Frankreich, Österreich und Russland zur fünften Europäischen Großmacht. Friedrich II. sah sich aber nicht in erster Linie als Politiker, sondern als Philosophenkönig.
"Genie auf dem Königsthron" hat man ihn genannt. Friedrich der Zweite von Preußen war Philosoph und Komponist, draufgängerischer Feldherr und feinsinniger Dichter, alles in einer Person. Und ein weitsichtiger und volksnaher Politiker war er auch. Die Pressefreiheit hat er eingeführt und die Kartoffel nach Brandenburg gebracht.
Als Friedrich II. an die Macht kam, führte er wieder das Beschwerderecht seiner Untertanen ein, das sein Vater nahezu außer Kraft gesetzt hatte, berichtet die Historikerin Ute Frevert. Das Volk sah das pragmatisch: Wenn wir dich lieben sollen, dann tu auch was für uns!
Der Schweizer Jacob Burckhardt ist unter den Historikern des 19. Jahrhunderts am lebendigsten geblieben: Die Chronik "Das Zeitalter Friedrichs des Großen" ist die Rekonstruktion seiner Vorlesungen - eine originelle Übersicht zur europäischen Geschichte seit 1763.
Der Friedrichbiograf Tillmann Bendikowski vergleicht die Popularität Friedrich des II. mit dem "Obama-Gefühl" vor Amtsantritt des US-Präsidenten: "Da kommt ein neuer König." Das junge Königreich Preußen habe viele Hoffnungen in den jungen König gesetzt.
Eine historische Figur in die Gegenwart zu transponieren sei problematisch, meint der Historiker Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen und warnt davor, den preußischen König auf seine Begabung zur Kriegsführung zu reduzieren. Damals habe jeder Kriege geführt.
Im öffentlichen Geschichtsbewusstsein ist er der wohl bekannteste deutsche Monarch, geachtet wie umstritten: Friedrich II. Jürgen Luh und Tillmann Bendikowski haben sich beide auf ganz unterschiedliche Weise mit der historischen Größe des Flöte spielenden Herrschers beschäftigt.
Friedrich den Großen mit anderen Herrschern oder Politikern zu vergleichen, das ist nicht neu. Einen neuen und zugleich kühnen Ansatz hat der Historiker Jürgen Overhoff gefunden. Er stellt den ersten amerikanischen Präsidenten George Washington neben Friedrich II. und macht dabei zwei Varianten von Aufklärung aus.
Im September 1740 wird der königliche Adjutant von Falckenberg im Wald zwischen Berlin und Charlottenburg getötet. Friedrich II. will genau wissen, was geschehen ist.
Zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen erscheinen zahlreiche Biografien. Als er 1786 starb, hielt sich die Trauer in der Bevölkerung in Grenzen, kaum einer weinte ihm eine Träne nach. Das änderte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts.
Aus der Flut an Publikationen zum Friedrich-Jahr 2012 ragen zwei heraus, die mit steilen Thesen den Diskurs um den Preußenkönig beleben: Während Jürgen Luh in seinem Buch Friedrichs Tun und Trachten aus dessen Streben nach Ruhm erklärt, widmet sich Wolfgang Burgdorf vor allem der Homosexualität des preußischen Monarchen.
Vor 300 Jahren, am 24. Januar 1712, wurde Friedrich der Große, König von Preußen, geboren. In den kommenden Monaten werden unzählige Veranstaltungen an den "aufgeklärten Absolutisten" erinnern, doch der Schriftsteller Rolf Schneider meint, dass wir den Rummel schnell wieder vergessen sollten.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 20.1.2012
Ein pensionierter Banker gründet ein Museum wider das Anti-Preußentum. Ein Kaufmann widmet sein Leben der Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses. Eine Potsdamer Geschäftsfrau feiert mit anderen Verehrern der Hohenzollern im eigenen Garten die Vermählung des jüngsten Prinzenpaars - leider in dessen Abwesenheit.
Friedrich II. wurde immer wieder zur literarischen Figur, sein Briefwechsel mit Voltaire zählt zu den geistvollen Zeugnissen Mitte des 18. Jahrhunderts. In seiner gerade erschienenen Novelle erzählt Hans Joachim Schädlich von absolutistischer Macht und freiheitlichem Denken und der Unmöglichkeit, sie zu versöhnen.
Deutschlandradio Kultur · Literatur · 17.1.2012
Lakonisch, kurz, präzise: Anhand der historischen Quellen schildert Hans Joachim Schädlich, wie sich das Verhältnis zwischen dem französischen Aufklärer Voltaire und dem preußischen König Friedrich II. entwickelt hat.
Die Feierlichkeiten für den 300. Geburtstag von Preußenkönig Friedrich II. haben in Potsdam begonnen. Im Theaterstück Fritz! kommt Friedrich der Große in Gestalt einer Frau auf die Bühne. Gespielt wird er von Rita Feldmeier. Die Schauspielerin beherrscht als Diva die Bühne.
Das, woran sich unsere Vorväter orientiert haben, habe auch für die heutige Zeit noch eine Funktion, sagt Julius Schoeps, Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. Er bedauert den Missbrauch der "preußischen Tugenden" während der NS-Zeit.
Friedrich II. könnte im Jahr 2012 seinen 300. Geburtstag feiern. Aber der Monarch und Philosoph ist ja bekannterweise vor 251 Jahren verblichen. Deshalb oder dennoch feiert das Land Brandenburg das ganze Jahr über ausgiebig das Jubiläum des Herrschers.
Kurz vor seinem 300. Geburtstag am 24. Januar ist Friedrich II., alias der Alte Fritz, in aller Munde. Wie bei Persönlichkeiten seines Ranges üblich, erscheinen aus diesem Anlass derzeit viele neue Biografien und CDs mit seiner Musik. Ein filmisches Bonbon erscheint dieser Tage auf DVD.
"Der Staat Preußen, seine Zentralregierung und alle nachgeordneten Behörden werden hiermit aufgelöst“. Als die Vertreter der alliierten Besatzungsbehörden das Gesetz Nr.46 am 25. Februar 1947 unterzeichneten, war Preußen tot, der Staat, der so eng mit dem Namen Friedrich des Großen verknüpft war, aufgelöst. Dabei heißt preußische Geschichte immer auch deutsche Geschichte.
Er wird verehrt und gefeiert - und ebenso verdammt und verteufelt. Friedrich II., der Große, der "Alte Fritz", ist eine der schillerndsten Figuren der preußischen, deutschen und europäischen Geschichte. In wenigen Wochen jährt sich sein Geburtstag zum 300. Mal.
Vor 300 Jahren wurde Friedrich der Große geboren. Aus diesem Anlass sind einige neue Bücher wie Tom Goellers "Der Alte Fritz. Mensch, Monarch, Mythos", Jürgen Overhoffs "Friedrich der Große und George Washington" und Jürgen Luhs "Der Große. Friedrich der II. von Preußen" erschienen.
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