Beschämend seien die Ergebnisse aus Kopenhagen, sagen die einen, andere fordern mehr klimawirtschaftlichen Wettbewerb um die umweltfreundlichsten Autos. Ein Wissenschaftler hingegen provoziert: Der Klimawandel sei nicht menschgemacht.
Deutschlandradio · Aktuell · 22.12.2009
Die Hoffnungen waren groß, die Vorbereitungen dauerten Jahre, die Konferenz zwei Wochen - am Samstag ist der UN-Klimagipfel im dänischen Kopenhagen zu Ende gegangen und lässt die meisten Teilnehmer und Verfolger in Katerstimmung zurück.
Salomon Kroonenberg, früher Professor an der Universität Delft, bezeichnet sich als Klimarelativist: Der Mensch sei nicht am Klimawandel schuld, auch der viel zitierte Einfluss von CO2 sei gar nicht so sicher. Den Beweis für Kroonenbergs These liefert ihm die Erdklimageschichte selbst.
Das Verhandlungsergebnis der Klimakonferenz ist für Deutschland und die Europäische Union ein Schlappe - dagegen gilt es in China offiziell als Erfolg. Das Schwellenland mit der rasant wachsenden Industrie pustet weltweit am meisten Treibhausgase in die Atmosphäre.
Statt global zu denken, hätten die in Kopenhagen versammelten Politiker Kleinstaaterei betrieben und nationale Vorteile gesucht, sagt der Polarforscher Arved Fuchs. "Hier muss wirklich jetzt ganz deutlich gemacht werden, dass man sich damit nicht zufrieden gibt."
Auch wenn er mit den Ergebnissen beim Klimagipfel nicht zufrieden sei, glaube er an einen Durchbruch spätestens 2010, sagt der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth. Kopenhagen sei der Anfang einer neuen Weltklimaordnung, mit der das Machtgefüge weltweit in eine andere Bahn gelenkt werde.
Der Weltklimagipfel in Kopenhagen geht ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Die 193 Teilnehmerstaaten votierten lediglich dafür, die Abschlusserklärung zur Kenntnis zu nehmen. Darin ist das Ziel genannt, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.
Ingrid Nestle, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin der Grünen-Fraktion für Fragen der Energiewirtschaft, appelliert an die Staats- und Regierungschefs, auf der UN-Klimakonferenz ein verbindliches Abkommen zu vereinbaren. "Eine solche Chance wird so bald nicht mehr kommen", sagte die Grünen-Politikerin.
Auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in Kopenhagen sind die Verhandlungen ins Stocken geraten. Gestern zogen sich die Gespräche zwischen Ministern und Staatschefs vom Abend bis vier, fünf Uhr heute Morgen. Dabei sind einige Themen und Probleme, die eigentlich schon geklärt waren, wieder aufgebrochen - dazu gehört auch und vor allem die Finanzierung des Klimaschutzes.
Es wird höchste Zeit für ein weltweites Umdenken bezogen auf den Klimaschutz und für ein verbindliches internationales Abkommen - das zeigt auch die Situation in Brasilien. Das südamerikanische Land hat zwar angefangen, seinen Regenwald stärker zu schützen - dadurch wird auch verhindert, dass mehr klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre gelangt - aber das Klima in Brasilien hat sich teilweise schon deutlich verändert.
Wer überwacht eigentlich die Einhaltung der Klimaschutzverträge, um die Kopenhagen so erbittert gerungen wird? Bisher gibt es nur einen japanischen Forschungssatelliten, der aus dem All Kohlendioxid messen kann. Deutschlands und Frankreichs Raumfahrtagenturen feilen derweil an dem weltweit ersten Satelliten, der das Treibhausgas Methan erfasst.
Auch am dritten Pol der Erde, wie der Himalaja zuweilen bezeichnet wird, schmilzt der Gletscher beunruhigend schnell. Anscheinend gibt es neben der globalen Erwärmung noch einen anderen Mechanismus, der dazu beiträgt.
Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion Australiens findet im sogenannten Murray-Darling-Becken statt, im Südosten des fünften Kontinents. Doch seit 1995 leidet die Region unter massiver Trockenheit.
Strittig ist, wie das Bewahren der Wälder berechnet und vergütet werden soll. Nicht in Form von Verschmutzungsrechten, meint die Umweltorganisation Greenpeace in einer neuen Studie.
Die Industrienation Japan steht weltweit auf Platz fünf beim Ausstoß von Kohlendioxid. Bei den Haushalten hat sich der CO2-Ausstoss seit 1990 nahezu verdoppelt. Deshalb soll der Einsatz der Brennstoffzellen für den Wohnbereich gefördert werden.
In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen findet seit einer Woche der so genannte Klimagipfel der Vereinten Nationen statt. Darauf haben Klimaschützer, Wissenschaftler und auch Politiker teilweise jahrelang hingearbeitet – denn hier sollen wichtige Entscheidungen fallen.
Auf dem aktuellen Klimaschutz Index - der Liste mit den Ländern, die am meisten für die Umwelt und das Klima tun - steht China nicht so gut da. Platz 52 von rund 60 aufgelisteten Ländern. Das ist auch den Chinesen selbst durchaus bewusst. Viele wollen, dass ihr Land mehr tut für die Umwelt.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die Forderung, den weltweiten CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren, bekräftigt. Nur so lasse sich die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen. Ein Scheitern der Klimaverhandlungen sei "Keine Option", sagte Röttgen.
In Kopenhagen sind Zehntausende Klima-Aktivisten für ihre Forderung nach einem globalen Klimaschutzabkommen auf die Straße gegangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte unterdessen, um ein entsprechendes Abkommen zu erreichen, werde es vonseiten Deutschlands keine weiteren Vorleistungen geben.
Der Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien, Hermann Scheer, kritisiert die Verhandlungen um CO2-Einsparungen beim Klimagipfel als "Gefeilsche". Man verhandle so, als sei der Wechsel zu erneuerbaren Energien eine wirtschaftliche Belastung, dabei gehe es um eine technologische Revolution, die auch ohne Vorbedingungen erfolgen müsse.
Am 12. Dezember 1999 havarierte der Öltanker "Erika" vor der Küste der Bretagne. An Bord des Tankers waren rund 30.000 Tonnen Schweröl. Rund die Hälfte konnte abgepumpt werden, der Rest trieb auf die französische Atlantikküste zu.
Heute ist internationaler Tag der Berge - ausgerufen von den Vereinten Nationen. Nach deren Angaben ist mehr als die Hälfte der Menschheit auf das Wasser der Bergregionen angewiesen - doch der Klimawandel gefährdet die Versorgung.
"Es ist nicht ganz umsonst", kommentierte der Extrembergsteiger und Grünen-Aktivist Reinhold Messner die derzeitige Klimakonferenz. Doch viel werde sich damit nicht ändern. Vor allem Bergregionen in den Anden und Alpen sieht Messner vom Klimawandel bedroht.
Der brasilianische Amazonasregenwald gilt als größtes Biotop der Welt - wichtig für das regionale und globale Klima. Nun versucht die Stiftung "Nachhaltiges Amazonien", den Regenwald unter ökonomischen Vorzeichen zu schützen.
Wenn es um das Thema Klimaschutz geht, so dreht sich die Diskussion in erster Linie um sparsame Autos oder Haushaltsgeräte und alternative Energien. Auch beim Lebensmittel-Einkauf können Verbraucher etwas für den Klimaschutz tun.
Seit Jahren wird daran getüftelt, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. In Ansätzen gelungen ist das bisher nur wenigen Ländern, darunter Schweden oder auch Deutschland.
Die amerikanische Umweltbehörde Environmental Protection Agency hat sechs Treibhausgase für gesundheitsschädlich erklärt. Was das für die Klimapolitik der Amerikaner bedeutet, beantwortet Josef Braml, Experte für die USA bei der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik.
Einen Ruf als besonders umweltfreundliches Volk haben die Briten nicht unbedingt - aber als Vorreiter des Klimaschutzes sehen sie sich trotzdem. Doch ehrgeizige Klimaschutzziele sind das eine - die konkrete Umsetzung das andere. Und da hapert es in Großbritannien noch recht deutlich.
Auch wenn manche es noch so sehr leugnen wollen: Der Klimawandel ist Realität. Unter solchen Wetterextremen leiden Länder auf der ganzen Welt. Welche am stärksten betroffen sind, untersucht der Verein Germanwatch. Er stellt seit dem Jahr 2006 den sogenannten Klima-Risiko-Index zusammen.
Zwei Grad bedeuten die Welt: Mehr darf sich unser Planet nach Stand der Wissenschaft nicht weiter aufheizen. China und die USA werden bei der UNO-Klimakonferenz um Prozentpunkte der CO2-Reduktionen feilschen. Anders Levermann formuliert ehrlicher: Das Ziel heiße null Emissionen - und der Abschied vom gewohnten Lebensstandard.
Zu Beginn der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen haben Politiker die Konferenzteilnehmer zu entschiedenem Handeln gegen die Erderwärmung aufgerufen. Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard warnte, man dürfe diese Chance jetzt nicht verpassen.
Eigentlich wollte Al Gore US-Präsident werden wollte. Aber als Dalai Lama des Klimaschutzes lebt es sich bestimmt auch nicht schlecht. Sein jüngstes Buch zeigt erneut: Al Gore ist ein begnadeter Erzähler.
Deutschlandfunk · Andruck · 7.12.2009
Auch Hans-Peter Dürr und Lord Nicholas Stern stellen sich in ihren neuen Büchern die Frage, wie der Klimawandel in beherrschbaren Grenzen zu halten ist.
Der Zukunftsforscher Matthias Horx vermutet, dass die Amerikaner die Deutschen im Umweltschutz letztlich überholen werden. Während die US-Bürger dem Klimawandel pragmatisch begegneten, werde in Deutschland Weltuntergangsstimmung erzeugt.
Holz schlagen, transportieren, lagern - zum gemütlichen Kaminfeuer bedarf es handfester Eigenarbeit oder kostenintensiver Lieferungen. Ein deutsches Unternehmen hat sich die Leichtigkeit des Heizens auf den Firmenkamin geschrieben - Pellets heißt der zündende Unternehmensgedanke.
In Willich bei Mönchengladbach baut Pro2 hocheffiziente Blockheizkraftwerke, mit denen Biogas, aber auch klimaschädliche Methangase aus alten Bergwerken oder Mülldeponien verfeuert werden können.
Das Auto der Zukunft fährt angeblich mit Strom. Trotzdem muss es tanken und dafür an eine Steckdose, die die Firma Mennekes aus dem Sauerland entwickelt. Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Stecker und Steckdosen.
Der Klimaschutz kann nach Ansicht des Globalisierungsexperten Johannes Wallacher das Wirtschaftswachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern bremsen, das zur Überwindung von Armut beitrage. Es seien daher verschiedene Strategien nötig, so Wallacher.
Führende Klimaforscher haben neue Forschungsergebnisse präsentiert: Trotz geringer Erwärmung, machen sich deren Folgen doch sehr dramatisch bemerkbar, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Instituts für Klimafolgenforschung an der Universität Potsdam.
Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer hofft, dass die deutsche Regierung auf dem Kopenhagener Klimagipfel über die Ziele der EU hinausgeht. Es sei an der Zeit, sich eine Reduktion der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2020 ohne Bedingungen vorzunehmen.
Die Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze ist nach Ansicht des Meteorologe Mathias Zöllner ein anspruchsvolles, aber realistisches Ziel. Damit könne man die Folgen der Klimaänderung in einem bestimmten Rahmen halten, appellierte der Forscher der Neumayer-Station in der Antarktis.
Seit Beginn des Industriezeitalters ist die Durchschnittstemperatur um fast 0,8 Grad gestiegen - und die Erwärmung geht weiter. Schon bald könnte die steigende Temperatur sogenannte Kipppunkte erreichen, die das Klima schlagartig in einen anderen Zustand bringen würden.
Die Erde wird wärmer, seit Beginn der Industrialisierung um rund 0,7 Grad Celsius. So steht es im Bericht des UN-Klimarats. Doch wie entstehen diese Zahlen eigentlich?
Deutschlandradio Kultur · Wissenschaft und Technik · 6.12.2009
Nach Ansicht des Physikers und Mitautors des UN-Klimaberichts, Niklas Höhne, ist die Aufregung um angebliche Datenfälschungen in der Klimaforschung übertrieben.
Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kommen auf Deutschland in den nächsten 50 Jahren volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 800 Milliarden Euro durch den Klimawandel zu. Die Bundesländer sind davon unterschiedlich betroffen.
Was wäre, wenn jeder Bürger eine CO2-Quote zugewiesen bekäme? Was wäre, wenn Privatautos verboten würden? Am 7. Dezember beginnt der Klimagipfel in Kopenhagen. Das Radiofeuilleton blickt in die Zukunft.
Bis zum Jahr 2015 will Deutschland 0,7 Prozent des heimischen Bruttoinlandsproduktes für die weltweite Armutsbekämpfung bereitstellen. Am Donnerstag beschloss der Deutsche Bundestag, dass die Beiträge zur Finanzierung des internationalen Klimaschutzes künftig aus diesem Budget zur Armutsbekämpfung bezahlt werden sollen.
Das erhoffte Abkommen von Kopenhagen zum globalen Klimaschutz ist ernsthaft gefährdet, so die Einschätzung einiger Umweltverbände. In Berlin forderten die Organisationen die Bundesregierung auf, sich deutlich für den Klimaschutz einzusetzen.
Wie teuer wären Lebensmittel, wenn man die Preise inklusive der entstandenen Klimakosten berechnen würde? Alleine beim Frühstück käme man "auf den etwa drei- bis vierfachen Preis", sagt die Biologin Christa Liedtke.
Das Wissenschaftliche Komitee für Antarktisforschung hat einen Klimareport über den Südpol herausgegeben. Der Bericht, an dem Dutzende Wissenschaftler mitgeschrieben haben, dokumentiert, dass sich selbst die Gefrierkammer der Erde nicht der Klimaerwärmung entziehen kann.
Wenn wir den Klimawandel stoppen oder zumindest bremsen wollen, müssen wir schnell handeln. Allerdings gibt es Skeptiker und Menschen, die nicht glauben, dass sich das Klima tatsächlich ändert - so in Russland.
Globaler Klimaschutz unter amerikanischer Führung wird viel schwieriger als die allermeisten im Jubel um den neuen US-Präsidenten angenommen haben. Denn anstatt mit unterschriftsreifen Klimaschutzzielen, reist Barack Obama mit unverbindlichen Absichtserklärungen nach Kopenhagen.
Der Klimagipfel in Kopenhagen steht vor der Tür. In einer Direktive hat die EU-Kommission ihre Mitgliedsstaaten verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen weiter zu senken und dafür den Anteil erneuerbarer Energieträger schrittweise zu erhöhen.
Der Politikwissenschaftler Klaus Leggewie und der Sozialpsychologe Harald Welzer fordern in ihrem Buch "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten" angesichts von Wirtschafts- und Klimakrise ein radikales Umdenken. Sie appellieren dabei vor allem an das Bürgertum.
Mitte Oktober hatte die Regierung der Malediven mit einer aufsehenerregenden Aktion auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam gemacht. Die Kabinettssitzung fand unter Wasser statt, um auf die Bedrohung des Inselstaates durch den steigenden Meeresspiegel hinzuweisen. Für den Notfall wird bereits an Umsiedlungsplänen für die Bevölkerung gearbeitet.
Im chinesischen Nangjing findet zurzeit ein Gipfeltreffen von China und der Europäischen Union statt. Es geht zum einen um Wirtschaftsfragen, zum anderen um Klimaschutz. China hatte in der vergangenen Woche seine Ziele veröffentlicht und sieht diese Zusagen als bedeutenden Beitrag. Die EU sieht das anders.
In vielen Ländern Afrikas sind die Folgen des Klimawandels inzwischen deutlich zu spüren. Das spüren nicht nur die Menschen, die dort leben und arbeiten, das beobachten auch Wissenschaftler. Seit Jahren, so ihre Feststellung, fällt in vielen Regionen immer weniger Regen und die Temperaturen steigen. So auch in Südafrika.
Was wäre, wenn jeder Bürger eine CO2-Quote zugewiesen bekäme? Was wäre, wenn Privatautos verboten würden? Am 7. Dezember beginnt der Klimagipfel in Kopenhagen. Das Radiofeuilleton blickt in die Zukunft.
Der Politikwissenschaftler Klaus Leggewie und der Sozialpsychologe Harald Welzer fordern in ihrem Buch "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten" angesichts von Wirtschafts- und Klimakrise ein radikales Umdenken. Sie appellieren dabei vor allem an das Bürgertum.
Auf dem bevorstehenden Welt-Klimagipfel in Kopenhagen ruhen große Hoffnungen. Von Industrie- und Schwellenländern wird erwartet, dass sie sich endlich auf eine nennenswerte Reduktion ihrer Kohlendioxid-Emissionen verständigen. Von zweistelligen Minderungsraten ist im Vorfeld die Rede.
Der Kopenhagener Klimagipfel wirft seine Schatten voraus. Länder wie China oder die USA haben bereits ihre Ziele für das Treffen genannt. Die Chancen auf ein rechtsverbindliches Klimaabkommen wurden wegen der schleppenden Vorverhandlungen zuletzt jedoch als gering eingeschätzt.
Deutschlandfunk · Eine Welt · 28.11.2009
Indien: Die Sonne ist in Neu-Delhi auch an wolkenfreien Tagen nur schwach zu sehen: gelblicher Smog verstellt den freien Blick. Doch angeblich hat eine Studie der Regierung ergeben, dass der Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 in Indiens Hauptstadt weitaus geringer sei als in Großstädten der Industrienationen.
Deutschlandfunk · Eine Welt · 28.11.2009
Brasilien: Das Amazonasgebiet stellt ein Drittel aller Urwaldflächen weltweit. Dennoch: Eine Fläche doppelt so groß wie Frankreich ist bereits den Motorsägen zum Opfer gefallen. Nun verspricht die brasilianische Regierung, dass bis 2018 die Entwaldung um 80 Prozent sinken wird.
Deutschlandfunk · Eine Welt · 28.11.2009
Australien: Bewahrheiten sich die Berechnungen des Klimawandelkomitees der australischen Regierung, dann steht den Besitzern von mehr als 900.000 Privathäusern das Wasser bald bis zum Hals. Denn kein Land der Welt hat so nah am Wasser gebaut wie Australien.
Deutschlandfunk · Eine Welt · 28.11.2009
China gilt als Klimakiller. Kein anderes Land pustet so viele Treibhausgase in die Luft wie das Reich der Mitte. Gleichwohl werden die Gefahren durch den Klimawandel gesehen: In der nordostchinesischen Stadt Dezhou sind fast alle Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet.
Klimaschutz lässt sich viel besser durchsetzen, wenn man das kommende Treibhaus lokal und konkret an die Wand malen kann. Nun soll die Vergangenheit den Blick in die Zukunft ermöglichen: 1500 Jahre weit reichen die in "Science" vorgestellten Klimainformationen zurück, mit deren Hilfe jetzt die Probleme von morgen aufgezeigt.
Die Teilnahme von US-Präsident Barack Obama am Klimagipfel in Kopenhagen sei ein Zeichen dafür, dass Amerika das Klima-Problem ernst nehme, sagt Peter Lemke, Leiter des Forschungsverbundes Regionale Klimaänderungen. Nun müsste Obama zeigen, dass er tatsächlich deutliche Reduzierungen beim Verbrauch fossiler Brennstoffe anstrebe.
Seit vergangenem Sommer betreibt ein internationales Forschungsprojekt unter Beteiligung des Geoforschungszentrums Potsdam eine Klimabeobachtungsstation am Inyltschek-Gletscher im kirgisischen Tien-Shan. Die beiden Teile des Gletschers, obwohl unmittelbar benachbart, verhalten sich genau entgegensetzt.
Die Laptewsee, ein Randmeer im hohen Norden, galt bisher als die Eisfabrik der Arktis. Auf verschiedenen Expeditionen haben Forscher dort Strömungen, Temperaturen und Wind gemessen. In Sankt Petersburg treffen sie sich nun, um die Ergebnisse dieser Untersuchungen zu diskutieren.
Kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen haben sich mehrere Wissenschafts- und Umwelt-Institutionen, darunter das Umwelt-Bundesamt und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt: Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen dürfe nicht den Anschluss an den Klimawandel verlieren, meint auch Ottmar Edenhofer, den stellvertretenden Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen erwartet, dass auf der internationalen Klimakonferenz Mitte Dezember in Kopenhagen eine politische Vereinbarung getroffen wird, die Einzelheiten für ein rechtlich verbindliches Abkommen für das kommende Jahr regelt.
Über die entwicklungspolitische Sicht auf die Klimaverhandlungen in Kopenhagen diskutieren derzeit Vertreter von verschiedenen Hilfsorganisationen - und fordern von der neuen Bundesregierung, sich wieder mehr für das Klima einzusetzen.
Inzwischen wird Wein auch in Helsinki in Flaschen gefüllt. Der Klimawandel, die Erwärmung der Temperaturen zeigt erste Wirkung. Für die deutschen Winzer heißt das: Sie müssen sich auf neue Anbautechniken einstellen.
US-Präsident Barack Obama und die weiteren Teilnehmer des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) erklärten am Wochenende in Singapur, dass ein Vertrag über weltweite Klimaziele vorerst wohl nicht zustande kommen werde.
Der Klimawandel bringt allmählich die Gletscher in den Alpen zum Schmelzen. Das ist nicht nur ein unwiderruflicher Verlust für die Berglandschaft. Schweizer Wissenschaftler haben auch noch entdeckt: Gletscher, die schmelzen, geben Umweltgifte ab.
Inzwischen macht sich der Klimawandel auch in Australien deutlich bemerkbar. Die Regierung will noch vor dem Welt-Klimagipfel in Kopenhagen Gesetze zum Klimaschutz beschließen lassen - und sie geht mit Skeptikern hart ins Gericht.
In etwa einem Monat beginnt der Weltklimagipfel in Kopenhagen, auf der ursprünglich ein Nachfolgeabkommen für den Klimaschutzpakt von Kyoto ausgehandelt werden sollte. Doch schon die Vorverhandlungen sind ins Stocken geraten.
Sind Angela Merkel, Barack Obama und sämtliche anderen Führungschefs in Europa, aber auch weltweit, bereit, auch politisches Kapital im Kampf gegen den Klimawandel zu investieren, fragt Julius van de Laar von der Nichtregierungsorganisation Awaaz. Zusammen mit seinen 3,4 Mitglieder kämpft er für ein "ambitioniertes Klimaabkommen".
Christoph Bals, Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch, schließt nicht aus, dass es auf dem Klimagipfel in Kopenhagen doch zu einer Einigung kommt.
Vom 7. bis zum 18. Dezember findet in Kopenhagen der Weltklimagipfel statt. Ab heute versammeln sich in Barcelona ein letztes Mal vor der Konferenz in der dänischen Hauptstadt 180 Staatsvertreter, um an Entwürfen für ein Nachfolge-Abkommen für Kyoto zu feilen.
Deutschlandradio · Aktuell · 2.11.2009
Doch im Grunde gibt es in Barcelona gar kein Material, das bearbeitet werden kann.
Die Klimapolitik werde in Osteuropa nicht als wichtig eingestuft, sagt der Parteivorsitzende der tschechischen Grünen, Ondrej Liska. Da es in der der Wirtschaft an frischem Geld mangele, sei die Bereitschaft der politischen Repräsentanten zu Ausgaben im Klimaschutz derzeit besonders niedrig.
Der finnische Außenminister Alexander Stubb begrüßt die Ergebnisse des EU-Gipfels. Vor allem die Position, dass die EU etwa ein Drittel der erwarteten 100 Milliarden Kosten für den Klimaschutz übernehmen werde, mache sie zum "Leader in dieser Frage".
Vor dem Kopenhagener Klimagipfel versucht US-Präsident Barack Obama, ein eigenes amerikanisches Klimaschutzgesetz durchzusetzen. Das Repräsentantenhaus hat schon vor der Sommerpause zugestimmt.
In der Nacht zum Montag startet die europäische Raumfahrtagentur Esa einen Erdbeobachtungssatelliten, der sich speziell um Bodenfeuchtigkeit und Salzgehalt der Meere kümmern soll. In SMOS setzt die Agentur große Hoffnungen, um künftig Wettervorhersagen und Klimamodelle zu verbessern.
Ein Thema beherrscht - neben dem Reformvertrag - das EU-Gipfeltreffen in Brüssel: der Klimaschutz. Es geht um finanzielle Hilfen für Entwicklungs- und Schwellenländer, und darum, dass einige Mitgliedsländer alte Verschmutzungsrechte gerne in die Zukunft übertragen wüssten. Was nicht allen gefällt.
Im Vorfeld des Weltklimagipfels in Kopenhagen setzt Polen auf Konfrontation. Zum einen behindert das Land die Unterstützung der EU für Klimaschutzprojekte in der Dritten Welt. Zum anderen wehrt es sich dagegen, dass noch ungenutzte Verschmutzungsrechte nach 2012 verfallen.
Am 21. Oktober diskutieren Experten in Berlin auf dem 35. Zeit-Forum Wissenschaft der Wochenzeitung "Die Zeit", der "Zeit"-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie des Deutschlandfunks und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften über das Für und Wider des Geo-Engineering.
Im Dezember findet der UNO-Klimagipfel statt. Damit sind große Hoffnungen verbunden, könnte doch nach dem Abtreten von George W. Bush endlich auch ein Klimabkommen gemeinsam mit den USA erreicht werden. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon fand in Kopenhagen überraschend klare Worte, was er sich erwartet.
Das Kyoto-Protokoll läuft im Jahr 2012 aus. Deshalb soll in diesem Jahr auf einer Klimakonferenz in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen ein Folgeabkommen für die Zeit nach 2012 beschlossen werden. Geplant ist, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu verringern. 20 Prozent der Energie sollen bis dahin mittels erneuerbarer Quellen erzielt werden. Unterdessen aber häufen sich die Klima-Alarmsignale.
Das Kyoto-Protokoll hat den Klimaschutz zu einem Markt gemacht. Seit seinem Inkrafttreten muss die Industrie in Europa für ihre Abgase Verschmutzungsrechte nachweisen, die sogenannten CO2-Zertifikate. Wer kein CO2 einspart, muss Zertifikate zukaufen. Und die sind in Schwellen- und Entwicklungsländer besonders billig.
Die US-Abgeordneten streiten über das nationale Klimagesetz, und eine Einigung scheint in weiter Ferne zu liegen. Jedenfalls wohl jenseits des Termins für die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember - was deren Erfolgsaussichten schmälert.
Deutsche Unternehmen möchten in der marokkanischen Wüste ein großes Solarkraftwerk bauen. Umweltschützer und Unternehmen scheinen begeistert von der Idee - und glauben an die Durchführbarkeit des Projekts Desertec.
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