Wer wie Fritz Vahrenholt davon spricht, dass die Ölreserven in 50 Jahren verbraucht seien, sei noch zu optimistisch, findet der Autor Andreas Eschbach. "Wir werden es noch erleben zu unseren Lebzeiten, wie Öl an Bedeutung verliert, weil es weniger davon geben wird, weil die Preise steigen und steigen werden".
227 Milliarden Kubikmeter Schiefergas gibt es in deutschen Böden. Diese Menge könnte den deutschen Gasbedarf für zwei Jahre decken, sagt Wissenschaftsjournalist Ralf Krauter. Gefördert werden könnten davon aber höchstens 30 Prozent - und die Methoden dazu sind bislang umstritten.
In Kanada wird Öl aus Schiefervorkommen gefördert. Der Hauptabnehmer ist die USA. Eine Pipeline von der kanadischen Provinz Alberta durch fünf US-Bundesstaaten bis nach Texas soll die Öllieferung sichern – Gegner warnen jedoch vor Umweltrisiken und Klimafolgen.
18 Monate nach der Katastrophe auf der Bohrplattform Deepwater Horizon darf der Ölkonzern BP wieder im Golf von Mexiko bohren. Nach Einschätzung von Hans-Jochen Luhmann hat BP viel in die Sicherheit investiert - dennoch sollten weitere Ölquellen besser gar nicht erst angezapft werden.
E10 sollte dafür sorgen, dass Deutschland die Vorgaben der Europäischen Union bei der Einführung von Agrartreibstoffen einhält. Im Winter kam der neue Kraftstoff dann auf den Markt, doch kaum ein Autofahrer wollte ihn tanken. Sorgen um die Motorverträglichkeit und Umweltbedenken waren die Gründe. Umwelt und Verbraucher hat nachgehakt:
Ob Ölpest im Golf von Mexiko oder Unfall in der Nordsee: Es gebe weder neue Technologien noch neue Vorschriften für die Konzerne, kritisiert Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. Er fordert regelmäßige Kontrollen der Förderanlagen und eine Informationspflicht in Krisenfällen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es Erdgasvorkommen. Gas, das sich meist tief unter der Erde befindet. Die Lizenzen für die Suche nach dem Rohstoff sind bereits vergeben. Umweltschützer fürchten dagegen, dass in ganzen Landstrichen das Trinkwasser vergiftet wird.
Bei der Herstellung von Bioethanol falle Zuckerrüben-Vinasse als Futtermittel ab, beim Biodiesel sei es Raps-Schrot. Der Anbau dieser Rohstoffe diene daher nicht nur der Kraftstoffproduktion, betont Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Biokraftstoffindustrie.
Irgendwie ist das Thema inzwischen für alle Beteiligten peinlich: Drei Wochen nach dem Benzingipfel nehmen Bundesregierung, Mineralölindustrie und Autohersteller für sich in Anspruch, ihre Hausaufgaben gemacht zu haben - und der Verbraucher zeigt sich trotzdem bockig. Der Absatz von Super mit zehn Prozent Äthanol vom Acker stockt wie eh und je.
CCS steht für die Technologie mit der C02 aus den Abgasen der Kohlekraftwerke abgetrennt und gespeichert werden soll. Die Kohlebranche würde sich damit gerne eine bessere Klimabilanz verschaffen. Doch das Verfahren ist sehr umstritten.
Politker und Bevölkerung im Saarland fordern die Abschaltung des nur wenige Kilometer von der Landesgrenze entfernten französischen Atomreaktors Cattenom. Viele der Landtagsabgeordneten träumen von einer Renaissance der Kohle.
Datteln IV ist das größte Kohlekraftwerk Europas. Von Eon am Dortmund-Ems-Kanals für bisher 1,2 Milliarden gebaut, herrscht seit 2009 nahegehend Baustopp. Seit der Atomkatastrophe in Japan drängt es wieder auf die Tagesordnung.
Libyens Bruttoinlandsprodukt stamme zu 50 Prozent aus dem Öl- und Gasexport, sagt der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Deshalb sei Machthaber Gaddafi von Europa abhängig und nicht umgekehrt. Zum europäischen Ölmarkt trage Libyen nur zwei Prozent bei.
Der gestrige Benzingipfel in Berlin hat ergeben: Es braucht eine Informationsoffensive zum Biokraftstoff E10. Axel Graf Bülow, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Freier Tankstellen, betont: Die Listen, welches Auto E10 verträgt, gebe es längst an den Tankstellen - man müsse eben nur danach fragen.
Die Bundesregierung, die Mineralölwirtschaft und die Autoindustrie sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Beimischung von zehn Prozent Bioethanol im E10-Kraftstoff ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist. Mehr Informationen sollen davon auch die Autofahrer überzeugen.
Ohne verbindliche Garantien der Autoindustrie sei der Agrosprit nicht vermittelbar und werde über kurz oder lang wieder aus dem Verkehr gezogen, sagt der Verbraucherschützer Holger Krawinkel.
Uwe Fritsche kritisiert die Energieeinsparung des neuen Biokraftstoffes E10 als unzureichend. Andere Verkehrsmittel und ein Tempolimit brächten "viel mehr als die Beimischung von Biokraftstoffen".
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle lädt zum "Benzin-Gipfel", um Klarheit zum Thema Biokraftstoff E10 zu schaffen. Die Deutschen rätseln, ob ihre Autos den neuen Sprit vertragen - auch ein Versäumnis der Autohersteller, findet FDP-Politiker Michael Kauch.
An vielen Tankstellen gibt es ihn: Treibstoff mit zehn Prozent Bioethanol, der aus Klimaschutzgründen immer mehr angeboten wird. Er ist billiger als herkömmliches Superbenzin, doch nicht jeder Motor verträgt ihn. Hans-Ulrich Sander erklärt, warum.
Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, hat angesichts der steigenden Strompreise einen Anbieterwechsel empfohlen. Die Verbraucher seien bereit, für erneuerbare Energien zu zahlen - aber "nicht mehr als unbedingt notwendig".
Die EU will die Standards bei Gas- und Ölförderungen anziehen und plant auch Restriktionen. Norwegen beispielsweise kann sich einen längeren Förderstopp überhaupt nicht leisten, dabei ist das EU-Mitgliedsland für seine hohen Sicherheitsstandards bekannt.
Seit die Europäische Union Deutschland aufgefordert hat, seine Bergwerke schon 2014 zu schließen, herrscht Alarmstimmung in den Zechen. Die Kumpel unter Tage fragen sich, welches Spiel hier getrieben wird. Denn nach dem nationalen Kohlekompromiss von 2007 sollte erst 2018 Schluss sein.
Im Kampf um saubere Luft gehört Deutschland zu den Nachzüglern in Europa. Zu den Verursachern von verschmutzter Luft zählt Ruß aus älteren Dieselfahrzeugen. Noch bis Jahresende läuft ein Programm zur Nachrüstung von Filtern, die einen Teil der Rußpartikel zurückhalten.
Nirgendwo auf der Welt wird so viel Kohle verbraucht wie in China. 70 Prozent ihrer Energie bezieht die Volksrepublik immer noch aus Kohle. Doch während sich international die Aufmerksamkeit vor allem auf die CO2-Emissionen der unendlich vielen Kohlekraftwerke in China richtet, sieht es im Land selbst anders aus.
Weil sie kräftig klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft blasen, haben Kohle-Kraftwerke eigentlich keine Zukunft mehr. Doch es scheint eine lebensverlängernde Maßnahme für die fossil befeuerten Großanlagen zu geben.
Gehört die Verbrennung von Braunkohle in ein modernes Energiekonzept? Ja, sagt die Bundesregierung. Aber die moderne Zeit fordert ihren Tribut: Von einst 80.000 Arbeitsplätzen in der Kohle der Lausitz sind heute nur noch 5000 übrig.
Es gärt in der Niederlausitz in Brandenburg. Dort sollen demnächst Bagger des Energieversorgers Vattenfall Braunkohle fördern, die unter den Häusern der Menschen liegt. Die Einwohner wehren sich: mit Strom aus regenerativen Quellen.
Der Anstieg der Energiekosten entwickelt sich in Zeiten knapper werdender Ölvorräte ungleichmäßig. In den vergangenen Jahrzehnten gab es plötzliche Ausschläge. 2008 stiegen die Preise enorm, die Wirtschaftskrise führte wieder zu einer Energiepreis-Senkung.
Vermutete riesige Ölreserven unter Grönland könnten dem Land die Unabhängigkeit von Dänemark bescheren. Doch Umweltschützer mahnen, in der Arktis nicht nach Öl zu bohren – eine Katastrophe wie im Golf von Mexiko hätte im abgeschiedenen Norden verheerende Konsequenzen.
Finanziell hängt Grönland am Tropf Dänemarks, und das wollen die 56.000 Grönländer so schnell wie möglich ändern. Deshalb hoffen sie, dass vor der Küste Öl gefunden wird. Erste Explorationsbohrungen wurden bereits niedergebracht.
Immense Öl- und Gasvorkommen stabilisieren die autokratischen Verhältnisse in Aserbaidschan. Der Blick auf das geostrategisch günstig gelegene Land wird von wirtschaftlichen Interessen dominiert, doch Presse- und Meinungsfreiheit gibt es nicht.
An der Westküste Birmas haben die Bauarbeiten für die umstrittene Öl- und Gas-Pipeline begonnen. Die Leitung soll gegen hohe Zahlungen das energiehungrige China versorgen. Kritiker warnen vor ansteigenden Menschenrechtsverletzungen, da das Regime die Pläne rücksichtslos verfolgt.
Die geplante Gaspipeline Nabucco soll Europas Energiesicherheit erhöhen, indem sie Erdgas aus zentralasiatischen Ländern an Russland vorbei nach Westeuropa führt. Eine Konkurrenz für Russland auf dem Erdgasmarkt.
Herbert Reul (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie im Europaparlament, hat in der Debatte um die Risiken von Tiefsee-Bohrungen in der Nordsee vor Aktionismus gewarnt. Er sei dafür, dass man sachbezogen und nachdenklich damit umgehe.
Noch im Jahr 2000 verbrauchten die USA dreimal so viel Energie wie China. Nun hat die Volksrepublik aufgeholt. Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, hofft, dass sich auch China bald der umweltschonenden Energieerzeugung zuwenden wird.
Die schlimmste Ölkatastrophe in den USA hat die Welt in Atem gehalten. Experten wie Stephan Lutter vom Internationalen WWF-Zentrum für internationalen Meeresschutz in Hamburg warnen vor den verheerenden Folgen.
Australien hat jede Menge Kohle, von hoher Qualität und häufig so dicht an der Erdoberfläche gelegen, dass ein großer Teil in Tagebaubetrieben mit vergleichsweise wenig Aufwand abgebaut werden kann.
Chinas Kohlegruben zählen zu den gefährlichsten weltweit. Die Regierung in Peking will zwar schon seit längerer Zeit Druck auf Bergwerksbetreiber ausüben und unrentable und gefährliche Minen schließen lassen.
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