Boyd liebt es, dem Bösen auf die Pelle, unter die Haut, ins Ich zu kriechen. Immer wieder packt einen der Zorn ob der möglichen, wohl allzu möglichen Wahrheitsgehalte dieser penibel recherchierten und glänzend geschriebenen Fiktion.
Die Geschichte des Verlages Klett-Cotta spiegelt auch die Geistesgeschichte Deutschlands wider, wurden hier doch illustre Namen wie Klopstock, Goethe oder Carl Amery verlegt. Zum 350. Verlagsjubiläum erscheint nun ein Band mit Briefen von Autoren an die jeweiligen Verleger. Allein die Anreden und Abschiedsformeln sind mehr als sprechend.
Im August 1974 schreitet der Hochseilartist Philippe Petit über ein Drahtseil, das er zwischen die Zwillingstürme des World Trade Centers gespannt hat. Um dieses Ereignis herum drapiert der Autor Colum McCann seinen Roman "Die große Welt", für den er jetzt mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.
William Shakespeare, der große Dichter, war nur eine Erfindung, ein Tarnname, um den adligen Urheber der Werke zu schützen. Das zumindest behauptet der Publizist und Autor Kurt Kreiler. Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, habe die Werke, die William Shakespeare zugeschrieben werden, unter Pseudonym verfasst.
Aus den zwölf Reportagen der "Nacht von Wildenhagen" ergibt sich ein spannendes Panorama deutsch-polnischer Befindlichkeiten. Dabei bewältigt Wlodzimierz Nowak auch die großen Themen ohne Pathos.
Der S. Fischer Verlag zählt zu den bedeutenden Verlagen in Deutschland. Seinen Erfolg verdankte der Verlag seinem Gründer Samuel Fischer, der das Verlagssignet eindeutig interpretierte.
Seit der jüdisch-serbische Schriftsteller David Albahari Jugoslawien den Rücken kehrte und ins Exil ging, brauchte es einige Zeit, bis das hiesige Feuilleton den Erzähler entdeckte: Sein neuer Roman "Ludwig" widmet sich einer paradoxen Selbstverständigung des exilierten Schriftstellers.
Jean-Louis Fournier ist Vater zweier behinderter Söhne, von denen lediglich einer gerade mal "wo fahren wir hin, Papa?" sagen kann. Fournier erzählt Ausschnitte aus dem gemeinsamen Leben, erzählt von seiner Sehnsucht, sich mit ihnen unterhalten zu können, und von seiner Verzweiflung angesichts der Unmöglichkeit von Entwicklung.
In seinem Werk stellt Martín Kohan die politische Geschichte Argentiniens auf den Prüfstand, einschließlich der Jahre der Militärdiktatur von 1976 bis 1982. Allerdings thematisiert Kohan nicht die Diktatur an sich. Ihm geht es vielmehr um das absurde Räderwerk der Macht.
Der 34-jährige Regisseur und Theaterautor Olivier Kemeid leitet seit drei Jahren das Theater "Espace Libre" in Montreal. In seinen Stücken beschäftigt er sich häufig mit der Übertragung antiker Mythen in die Gegenwart. So auch in dem Stück "Die Aeneis", das in Potsdam zu sehen ist.
Gekonnt karikiert Nelson DeMille hier den Gegensatz zwischen altem New Yorker Geldadel und dem zu Geld gekommenen Mafia-Nachwuchs und kombiniert dies mit einer Lovestory und einem Mord.
Die Witwe des Schriftstellers Walter Kempowski, Hildegard Kempowski, hat die Veröffentlichung von Teilen einer bisher nicht publizierten Textsammlung mit dem Titel "Whispering" aus dem Nachlass des Autors in einer Zeitung verteidigt. Die Publikation dieser Texte sei von Kempowski sehr wohl geplant gewesen.
In Los Angeles hat DJ Darky den "perfekten Beat", ein hypnotisches Tanzstück, kreiert. Mit dieser Aufnahme kommt er ins Westberlin der Wendezeit, um dort den legendären, verschollen gegangenen Freejazzer Schwa zu finden.
Im Vergleich zu den Psychotrips der letzten drei Romane wirkt Edward St. Aubyns gebeutelter Held Patrick Melrose im neuen Roman "Muttermilch" so abgesichert wie nie. Doch natürlich birgt selbst das Vaterglück für jemanden wie Patrick noch Albtraumpotenzial.
Der südamerikanische Autor Alan Pauls schreibt mit Vorliebe lange, aus einem Satz bestehende Monologe, ausufernde Einschübe und eine Flut von scheinbar abschweifenden Vergleichen und Metaphern - allerdings mit solcher Intensität, Dichte und Spannung, dass man sich die Augen reibt.
Der Rostocker Pastor Joachim Gauck war der erste Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde. In der Öffentlichkeit bürgerte sich rasch der Begriff Gauck-Behörde ein. Im Januar feiert Joachim Gauck seinen 70. Geburtstag - schon jetzt hat er seine Memoiren vorgelegt.
Nach der Einigung von Google mit amerikanischen Verlagen erwartet Günter Berg vom Verlag Hoffmann & Campe, dass das Unternehmen jetzt auf die deutschen Verlage zugeht. Hätte man vorher mit einander geredet, hätte man sich den "Zirkus" der letzten Monate sparen können.
"Wozu sind Wurzeln gut, wenn man sie nicht mitnehmen kann?" Diesen Gedanken von Gertrude Stein greift in ihrem neusten Buch die polnische Autorin Olga Tokarczuk auf und erklärt die Wurzellosigkeit, die Instabilität, die Bewegung zum Kern der Natur des Menschen.
Zwischen Kompakt-Anlage, Römertopf und VW Polo: Gerhard Henschel arbeitet im „Jugendroman“ weiter am Porträt der Familie Schlosser und ist dabei mittlerweile in den 70er-Jahren angekommen.
Unter 35, keine eigene Buchveröffentlichung, Text 15 Minuten lang und bisher unveröffentlicht. Das sind die Teilnahmebedingungen für den "openmike“-Wettbewerb, dem bedeutendsten Nachwuchsliteratur-Wettbewerb im deutschsprachigen Raum, der gestern und heute in Berlin ausgetragen wurde.
An Friedrich Schillers 250. Geburtstag wurde in dessen Geburtsort Marbach am Neckar das renovierte Schiller-Nationalmuseum wiedereröffnet. Der Berliner Philosoph Rüdiger Safranski beschäftigte sich in seinem Festvortrag mit Friedrich Schiller und dem deutschen Idealismus.
Der Verlust der Heimat, Fremdsein und sich fremd fühlen, Einsamkeit und Integration, das sind die Themen, die den australischen Künstler Shaun Tan beschäftigen und die man in all seinen Büchern wiederfindet.
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Sportministerkonferenz/ Treffen mit dem neuen Bundesinnenminister
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