"Helden wie Opa und ich" ist das erste Kinderbuch der Autorin Nina Weger. Es erzählt die Geschichte des neunjährigen Nicks und seiner schrulligen Familie, die voller Verrücktheiten steckt, bis hin zum Großvater, der plötzlich Gott spielt. Ein rasantes und komisches Buch über Gott und die Probleme jeder normalen Großfamilie.
2004 wacht der Fußballer Martin Bengtsson, der auch im Nachwuchsteam bei Inter Mailand spielte, nach einem Suizidversuch auf. Drei Jahre später erscheint seine Biografie in Schweden, jetzt in Deutschland: Es ist aufrüttelnder Appell gegen die Leistungsfixierung im (Nachwuchs)Sport.
Knapp zwei Monate nach seinem umstrittenen Israel-Gedicht meldet sich Günter Grass erneut mit politischer Lyrik: In einem zornigen Gedicht verteidigt er das hochverschuldete Griechenland vor den europäischen "Rechthabern".
Immer freitags sprechen wir mit Buchhändlern aus ganz Deutschland. Von ihnen wollen wir wissen, wie sie Neuerscheinungen und aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt einschätzen. Heute mit Annette Pollmann von der Buchhandlung Ludwig in Köln.
Eine trostlose Siedlung in der chilenischen Atacama-Wüste, die einzige Hoffnung der Menschen hier ist der Fußball - bis plötzlich ein geheimnisvoller Fremder in dem Ort auftaucht. Daraus ergibt sich bei Hernán Rivera Letelier ein Sog, den man nur als hinreißend bezeichnen kann.
Bill Clegg war Mitinhaber einer New Yorker Literaturagentur, als er mit 30 sein Leben aufs Spiel setzte und zum Crack griff. In seinem "Porträt eines Süchtigen als junger Mann" schildert er den Teufelskreis aus Beschaffung der Droge, Verfolgungswahn, Vereinsamung und Todeswunsch.
In Frankreich ist der Romancier David Foenkinos derzeit in aller Munde: Im Rennen um den diesjährigen Goncourt-Preis gehört der 35-Jährige zu den heißen Favoriten, Ende des Jahres kommt die Verfilmung seines achten Roman "La Délicatesse" in die Kinos. Unter "Nathalie küsst" ist soeben die deutsche Übersetzung erschienen.
Abschied von einem Elternteil ist das Thema von Cornelia Manikowskys Roman "Die Mutter im Sessel im Krieg". Während eine erwachsene Tochter im Haus der verstorbenen Mutter auf den Entrümplungsdienst wartet, überkommt sie eine Flut von Erinnerungen. Es ist der Versuch, in die Haut der Mutter zu schlüpfen, wissend, dass das unmöglich ist.
Mit "Kein Feuer, das nicht brennt" setzt Rayk Wieland hinterlistig sein Debüt fort. Der altbekannte Protagonist, Herr W., bekommt diesmal als Reisereporter, der keine Grenzen überschreiten kann, ernsthafte Probleme seine Erfindungen scheitern an der Wirklichkeit.
Im 19. Jahrhundert blühte das Wiener Volkstheater noch einmal auf und erreichte mit Ferdinand Raimund und Johann Nepomuk Nestroy seinen Höhepunkt. Während Raimund die Feenwelt des Biedermeier herbeizauberte, sprengte Nestroy in seinen Stücken die Idylle mit bissigem Realismus.
Im Jahr 1972 hat die neue Ostpolitik Willy Brandts auch den Weg für die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission frei gemacht. Wie der Historiker und Kommissionsvorsitzende Michael Müller sagt, besteht zwischen den Schulbüchern von damals und heute ein "himmelweiter Unterschied".
Parallelen zu Döblins "Berlin Alexanderplatz" sind in Helmut Kuhns Roman "Gehwegschäden" nicht zufällig. In den Kneipen, in denen einst Proletarier beim Bier saßen, sitzt heute die digitale Boheme. Ganz bewusst greift Kuhn das Döblinsche Erbe auf, um ein Zeit- und Sittenbild des heutigen Berlins zu entwerfen.
Ein Reisereporter, der nicht reist, steht im Mittelpunkt des Romans "Kein Feuer, das nicht brennt". Darin entfaltet Rayk Wieland eine fundamentale Tautologie: Egal, wie weit man reist, man kann gar nichts Neues entdecken, da man sich selbst ja ohnehin immer mitnehmen muss.
Die "Augenblicke des Daseins" sind eine Offenbarung. Im Jahr 1976 aus Virginia Woolfs Nachlass herausgegeben, erschienen sie jetzt innerhalb der von Klaus Reicherts edierten "Gesammelten Werke" - und bieten einen aufrichtigen und erbarmungslosen Einblick in ihr Leben.
Sie war die Enkelin des berühmten "Troubadour-Herzogs" Wilhelm IX., wurde Frau des französischen König Ludwig VII. und später Gemahlin von Heinrich II. von England: Eleonore von Aquitanien. Turner stellt Leben in den historischen Kontext und erzählt es flüssig und sachlich.
Die südafrikanische Krimiszene boomt. Inzwischen ist der erste Thriller von Mike Nicol auf Deutsch erschienen: "Payback", der Auftakt einer Trilogie über Waffenschmuggel, Terrorismus und alltägliche Gewalt in Südafrika – in der der Autor seine Heimat Kapstadt in all ihren Facetten zeigt.
Er nannte sie "Kraut", sie ihn "Papa": Ernest Hemingway und Marlene Dietrich - eine innige Beziehung, auch auf dem Papier. Das zeigen Briefe, die die Kennedy Library Boston 2007 freigegeben hat. Hans-Peter Rodenberg hat sie studiert und beschreibt die Freundschaft in seinem neuen Buch.
Mit "Weitlings Sommerfrische" knüpft Sten Nadolny an frühere autobiografisch gefärbte Romane wie "Netzkarte" und "Er oder Ich" an. Diesmal verschlägt es seinen Helden auf eine unfreiwillige Reise in die eigene Jugend – ans Ende der 1950er-Jahre.
Gioconda Belli ist eine wichtige Figur für Nicaragua: In den 70ern galt sie als Ikone der Sandinisten. Da begann sie auch zu schreiben. In "Die Republik der Frauen" macht sie die titelgebende Utopie war - und beschreibt ein Land regiert vom Weiblichen.
Der Internationale Literaturpreis ehrt ausländische zeitgenössische Autoren, deren Bücher in deutscher Erstübersetzung erscheinen. Die Jury wählte den Roman "Der Körper" von Mircea Cartarescu. Der Mittelteil einer Trilogie führt in das Rumänien der 50er- und 60er-Jahre.
Deutschlandradio · Aktuell · 23.5.2012
Für den rumänischen Schriftsteller Mircea Cartarescu macht der realistische Roman keinen Sinn. Er ziehe es vor, zu träumen: Im eigenen Leben und auf allen Seiten, die er bisher verfasst habe, sagt der Träger des Internationalen Literaturpreises 2012.
Als Autor des Kultbuches "Der Fänger im Roggen" ist J.D. Salinger in die Literaturgeschichte eingegangen. Doch schon vorher hat er in mehreren Kurzgeschichten ein Amerika porträtiert, das noch vom Trauma des Zweiten Weltkriegs berührt ist.
Nicolas Dickners Erstling "Nikolski" war ein Überraschungserfolg. In seinem neuen Roman erzählt der Kanadier die Geschichte der wunderlichen Propheten-Familie Randall, die seit sieben Generationen den Weltuntergang vorhersieht.
Anne Delaflotte ist gelernte Buchbinderin. In ihrem Debütroman entführt sie uns in die beschauliche Welt von Mathilde, die in der französischen Provinz eine Buchbinderwerkstatt betreibt. Als eines Tages ein Fremder mit einem rätselhaften Buch bei ihr auftaucht, gerät ihr Leben aus den Fugen.
Zwei Männer, die derselben Frau verfallen. Diese Konstellation hat Schriftsteller und Leser immer wieder fasziniert. Eine aktuelle Variante legt der französische Romancier Patrick Lapeyre mit "Das Leben ist kurz und voller Begierden" vor. Der Roman wurde 2010 mit dem Prix Fémina ausgezeichnet.
Deutschlands berühmtestes Gemälde feiert seinen 500. Geburtstag: Raffaels Sixtinische Madonna. Seit seiner Ankunft in Dresden um die Mitte des 18. Jahrhunderts versetzte es Dichterseelen in Aufruhr. Kein Bild, das in der deutschen Literatur mehr Spuren hinterlassen hätte.
Das alte Lied: eine Frau und zwei Männer, der eine ist ihr gebrechlicher Ehemann, der andere dessen durchtrainierter Feind-Freund. In "Jim" packt Thomas Lang diese Geschichte in wohliges Manufactum-Bürgertum und liefert zugleich eine kulturelle Milieuananalyse der schreibenden Zunft.
Der Südafrikaner Andrew Feinstein skizziert in seinem Buch die Entwicklung des Waffenhandels im 20. Jahrhundert - und auch die aktuelle Lage. Dabei unterscheidet er nicht zwischen "legalem" und "illegalem" Waffenverkauf.
Seit 1998 lebt der marokkanische Autor Abdellah Taia in Paris. In seiner Heimat war er sehr beliebt, bis er sich zu seiner Homosexualität bekannte. In seinem neuen Roman "Der Tag des Königs" beschreibt er Marokko als ein Land, das von Ungerechtigkeit dominiert ist.
Vor 100 Jahren erschienen neun Gedichte des damals 26-jährigen Gottfried Benn unter dem Titel "Morgue und andere Gedichte". Sie machten Benn über Nacht zum umstrittenen "Sensationsautor des Expressionismus" - denn er entführt seine Leser in den Sektionssaal.
Deutschlandradio Kultur · Kritik · 21.5.2012
"La Morgue“ heißt das berühmte Leichenschauhaus in Paris. Der bis dahin völlig unbekannte Autor und angehende Militärarzt Gottfried Benn beschreibt in seinem gleichnamigen Gedichtzyklus Begebenheiten aus dem Leichenschauhaus - eiskalt und ekelerregend - und traf damit einen Nerv.
Die Short Story ist das Parkett der Autorin Gariele Wohmann. Eine Auswahl mit Arbeiten aus ihrer gesamten Schaffenszeit legt nun der Aufbau Verlag vor. Das Besondere ihrer Texte ist die gnadenlose Erzählstrategie: Dialogarmut. Es regiert das monologisierende Selbstgespräch.
Wandern ist für Freddy Langer eine elementare Erfahrung. Diese beschreibt der Reisejournalist in 17 Reportagen. Und er schafft es dabei, dass man beim Lesen selbst die Wanderschuhe schnüren möchte.
Beim Gedenken an die Geschwister Scholl und den Widerstand gegen Hitler steht meist Sophie Scholl im Vordergrund. Erst 70 Jahre nach der ersten Flugblattaktion erscheint nun ein Buch über ihren Bruder Hans - und dessen politisch-moralische Wandlung zum Gegner der Nazis.
In seinem Roman "Das Dorf des Deutschen" hat der Algerier Boualem Sansal eine Parallele zwischen der nationalsozialistischen Ideologie und dem Islam gezogen. Sansals Reise zum Internationalen Schriftstellertreffen nach Jerusalem stieß daher auf viel Kritik.
Der geläufigen Lesart nach geht der Machiavellist über Leichen, Macht bedeutet ihm alles, Moral nichts. Wer war der historische Niccolò Machiavelli wirklich? Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg, wagt eine neue Deutung.
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Vor dem Koalitionstreffen
Sendezeit: 26.05.2012, 18:12
Deutschlandradio Kultur
Vatikan bestätigt Festnahme des päpstlichen Kammerdieners
Sendezeit: 26.05.2012, 17:19
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Online- Talk 26.5.2012
Sendezeit: 26.05.2012, 11:05
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