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LITERATUR
Feridun Zaimoglu   (Bild: Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das ruhige Land hinter der Front

Feridun Zaimoglu: "Hinterland". Kiepenheuer & Witsch

Diese Inhaltsangabe klingt nach einer linearen Geschichte, der Geschichte zweier liebender Protagonisten, die die Wirren der Liebe in sieben Städten durchleben. Doch den wahren Helden dieses Buches nennt der Titel: das "Hinterland".

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 9.2.2010

 
Auf dem Planeten Arbre ist man der Entwicklung auf der Erde mehrere tausend Jahre voraus. Weil die dortige Zivilisation aber mehrmals zusammenbrach, entspricht die Technik dort weitgehend der unsrigen.  (Bild: AP)

Ein Abenteuer jenseits von Raum und Zeit

Neal Stephenson: "Anathem", Manhattan Verlag

Etwas stimmt nicht auf dem Planeten Arbre: Uhren gehen falsch, Tatsachen und Spekulationen vermischen sich, am Himmel ereignen sich Dinge, die die Herrschenden vor den Wissenschaftlern verbergen wollen. Mit seinem Roman "Anathem" bietet Neal Stephenson clevere, gehobene Science-Fiction-Literatur.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 9.2.2010

 
Autorin Helene Hegemann: Nur naiv abgeschrieben? (Bild: Mae Ost)

Theisohn: Hegemanns Verweis auf die Webkultur ist "naiv"

Zürcher Literaturwissenschaftler: Alles klauen ist wenig originell

Der Fall der jungen Autorin Helene Hegemann, der vorgeworfen wird, ganze Textpassagen kopiert zu haben, überrascht den Literaturwissenschaftler Philipp Theison nicht. Das Motto "Wir klauen überall" habe es schon öfter gegeben. Aber zu glauben, im Internet gelte kein Urheberrecht, sei "naiv".

Deutschlandradio Kultur · Thema · 8.2.2010

Mit 15 veröffentlichte Helene Hegemann das Theaterstück "Ariel 15", mit 16 ihren Kinofilm "Torpedo", und nun, mit 17 Jahren, ihren ersten Roman mit dem Titel "Axolotl Roadkill". Viele Feuilletonisten sind begeistert von der Berlinerin, von ihrem Umgang mit Sprache und von ihren Provokationen.

Deutschlandradio Kultur · Profil · 8.2.2010

 
Die Erde im Schwerkraftfeld: Der Astrophysikerin Henriette und dem Bibelforscher Ash gelingt das Abheben aus dem irdischen Dasein nur im Liebesakt.
 (Bild: stanford.edu)

Vom Aufprall der Systeme

Ulrike Draesner: "Vorliebe", Luchterhand Verlag

Ulrike Draesner unternimmt in ihrem neuen Roman den komplizierten Versuch, die Schwerelosigkeit des Weltalls gegen die Schwerkraft der Erde zu setzen, die körperliche Liebe, das Ineinander -Verschmelzen und Aneinander-Festhalten gegen das Bodenlose.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 8.2.2010

 
Wer so glücklich ist, muss dazu genetisch besonders gepolt sein. (Bild: Stock.XCHNG / joana franca)

Schicksal und Genetik

Richard Powers: "Das größere Glück". S. Fischer Verlag

Richard Powers träumte als Kind davon, einmal Wissenschaftler zu werden. Und so handelt sein neuer Roman auch von einer glücklichen Frau, deren vermeintliche Glücksgene das Interesse eines Genetikunternehmers wecken.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 8.2.2010

 
John Maxwell Coetzee (Bild: AP Photo/Viking Press)

Distanzierendes Verwirrspiel

J. M. Coetzee: "Sommer des Lebens", S. Fischer Verlag

Der Romanheld heißt "John Coetzee". Er ist ein weltberühmter Autor und bereits gestorben. Ein Biograf sammelt in "Sommer des Lebens" Material, um sein Leben zu beschreiben. Das Bild, das Coetzee vom fiktiven Coetzee entwirft, ist unbarmherzig.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 8.2.2010

 
Raffaele Cantone kämpfte gegen das organisierte Verbrechen in Neapel. (Bild: Stock.XCHNG / Nate Nolting)

Die Mafiosi aus der Sicht eines Ermittlers

Raffaele Cantone: "Allein für die Gerechtigkeit", Antje Kunstmann Verlag

Raffaele Cantone, zwischen 1999 und 2007 leitender Staatsanwalt der Antimafia-Behörde in Neapel, hat die großen Prozesse gegen die Camorra mit initiiert und wurde zur Symbolfigur im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Von seiner Arbeit erzählt er in "Allein für die Gerechtigkeit".

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 8.2.2010

 
In Norwegen ist Hamsun ein umstrittener Literat. (Bild: Uli Burgwinkel)

Ein Roman voller Wirrungen

Knut Hamsun: "Mysterien", dtv

Mit Politik hat der Roman "Mysterien" des in den 50ern verstorbenen norwegischen Autor und Hitler-Verehrers Knut Hamsun wenig zu tun. Er ist vielmehr wie sein Autor: voller Winkelschläge, voller Widersprüche, voller Verwirrungen - wie das Leben.

Deutschlandradio Kultur · Lesart · 7.2.2010

 
Eine Hornbrille liegt auf einem Terminplaner (Bild: Stock.XCHNG / Matt Aiello)

Modernes Wortpanorama

Von Grimmelshausen: "Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch"

"Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch" aus dem 17. Jahrhundert ist der erste deutschsprachige Roman von weltliterarischem Rang. Er bietet das grandiose Panorama einer verwirrten, verrohten Epoche: Leben und Leiden im 30-jährigen Selbstzerfleischungskrieg.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 7.2.2010

 
 Heinz Erhardt (Bild: AP)

"Urlaub im Urwald"

Gedicht von Heinz erhardt

Den Dichter und Komiker Heinz Erhardt (1909-1979) hat man Zeit seines Lebens als verlässlichen Kalauerproduzenten geschätzt, dessen Heiterkeit berechenbar schien. Seine Scherze, auch wenn sie sich auf schlichte Sprachspiele beschränkten, kamen nicht wie bei heutigen Comedians als mühsam herbeigezwungene Zoten daher.

Deutschlandfunk · Lyrikkalender · 7.2.2010

 
Lesendes Mädchen (Bild: Stock.XCHNG / Matthew Bowden)

Die besten 7 Bücher für junge Leser

Die Deutschlandfunk-Bestenliste im Februar

Eine Jury mit 29 Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ermittelt einmal im Monat die besten sieben Bücher für junge Leser.

Deutschlandfunk · Bücher für junge Leser · 6.2.2010

 
Die hier in Rede stehenden Zeit- und Fahrgefühle sind vom Käfer geprägt worden. (Bild: AP Archiv)

Pop-Gespräche

Frank Witzel, Klaus Walter, Thomas Meinecke: "Die Bundesrepublik Deutschland". Edition Nautilus

Thomas Meinecke, Klaus Walter und Frank Witzel wurden im Westdeutschland der 60er-Jahre sozialisiert: Zu jung, um ein 68er sein zu müssen, aber genau im richtigen Alter, um die Popkultur aufzusaugen und sich heute darüber zu unterhalten.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 5.2.2010

 
Zeche

Geschichten aus dem Pott

Frank Goosen: "Radio Heimat". Eichborn Verlag

Geschichten von "Oppa" mit seinem Selterbüdchen beim VfL Bochum und von anderen "Ruhries": Frank Goosens "Radio Heimat" ist ein gewitzter Versuch, das Image des Ruhrpotts durch kräftigen Humor aufzupäppeln.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 5.2.2010

 
Die Geschwister zieht es aufs Land. (Bild: AP Archiv)

Geschwister auf Wochenendausflug

Anna Gavalda: "Ein geschenkter Tag", Carl Hanser-Verlag

Der "Geschenkte Tag" ist ein mitunter zwar zu glatt geratener, gleichwohl melancholischer Abgesang auf die Wunschträume einer Generation, die sich für immer jung hält.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 5.2.2010

 
Ein Dieb entwendet unbemerkt eine Brieftasche. (Bild: AP)

Oliver Twist aus dem Slum

Will Gatti: "Diebe!", Verlag Beltz & Gelberg

Will Gattis Titel "Diebe!" trägt zu Recht ein Ausrufezeichen! Denn der Roman besitzt so viel Schwung und Spannung, so viel Ausdruckskraft und Vitalität wie ein lauter Schrei. Und dort, wo er spielt, im Dreck und Lärm einer namenlosen südamerikanischen Metropole, muss man laut schreien können, um sich zu verständigen - und zu überleben.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 5.2.2010

 
Reine Fiktion: Kleist schreibt einen Brief an RAF-Terroristin Meinhof. (Bild: AP Archiv)

Wiedergänger per Post

Dagmar Leupold: "Die Helligkeit der Nacht", C.H. Beck Verlag

Was für ein Paar: Der Selbstmörder Heinrich von Kleist schreibt Liebesbriefe an die Schwester im Geiste Ulrike Meinhof. Die jenseitige Briefreise unterhält und lässt staunen angesichts der virtuosen Bespielung dieses einzigen Ortes, an dem die Toten wiederkehren können: die Literatur.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 5.2.2010

 
Aufgeschlagenes Buch mit Lesebrille (Bild: Deutschlandradio / Bettina Straub)

Porombka: Für Literaturhäuser im Ostdeutschland fehlt das Geld

Studie zum literarischen Leben in den neuen Bundesländern vorgestellt

Das Modell des Literaturhauses habe sich in Ostdeutschland aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten nicht durchsetzen können, sagt Stephan Porombka, Mitautor der heute vorgestellten "Studie zum literarischen Leben in den fünf neuen Bundesländern zu Beginn des 21. Jahrhunderts" und Professor für Kulturjournalismus und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim.

Deutschlandradio Kultur · Fazit · 4.2.2010

 
Nur eine Geschichte? - Die Bibel (Bild: AP)

Urbuch des Glaubens

Das Alte Testament auf dem historischen Prüfstand

Vieles, was im Alten Testament berichtet wird, hält der historischen Überprüfung nicht stand. Zu diesem Schluss kommt der Wissenschaftsjournalist Christian Schüle in seinem Buch "Die Bibel irrt".

Deutschlandfunk · Studiozeit · 4.2.2010

 
Schauplatz von

Intrigen und Dekadenz im alten Barcelona

Jaume Cabré: "Senyoria". Suhrkamp Verlag

Der junge Dichter Andreu Perramon gerät unschuldig in die Intrigen des Mächtigen Don Rafel Massó. In dem Kriminal- und Enthüllungsdrama "Senyoria" schildert Jaume Cabré das Leben in Barcelona des 18. Jahrhunderts.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 4.2.2010

 
Reine Fiktion: Kleist schreibt einen Brief an RAF-Terroristin Meinhof. (Bild: AP Archiv)

Wiedergänger per Post

Dagmar Leupold: "Die Helligkeit der Nacht"

Was für ein Paar: Der Selbstmörder Heinrich von Kleist schreibt Liebesbriefe an die Schwester im Geiste Ulrike Meinhof. Die jenseitige Briefreise unterhält und lässt staunen angesichts der virtuosen Bespielung dieses einzigen Ortes, an dem die Toten wiederkehren können: die Literatur.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 4.2.2010

 
Vom Schicksal der Frauen in Marokko handelt der Roman

Als die Frauen frei wurden

Driss Chraibi: "Die Zivilisation, Mutter". Unionsverlag

In seinem 1972 geschrieben Roman "Die Zivilisation, Mutter" träumt Autor Driss Chraibi von dem Einzug des Feminismus und der Zivilisation in Marokko: Eine Mutter, bisher ans Haus gefesselt, bildet sich, verschafft sich Schritt für Schritt intellektuelle Freiheit und Eigenständigkeit.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 4.2.2010

 
Neapel und Vesuv (Bild: AP Archiv)

Klatschmaul in Hochform

Ferdinando Galiani: "Nachrichten vom Vesuv", Verlag Galiani

Der neapolitanische Gelehrte Ferdinando Galiani (1728–1787) ist ein Meister der Spitzfindigkeit. In seinen Briefen schlägt er Pfauenräder, spart nicht an köstlichem Tratsch, versorgt uns mit Abschweifungen über die Liebe, klagt über das Provinznest Neapel und nimmt selbstironisch seine Altersgebrechen aufs Korn.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 4.2.2010

 

Für eine Wiederkehr der kommunistischen Idee

Slavoj Zizek: "Auf verlorenem Posten". Insel Verlag

Slavoj Zizek hat mit "Auf verlorenem Posten" ein Pamphlet gegen alle geschrieben, die meinen, die neue globale Ordnung sei die beste aller Welten. Gegen den zügellosen Neoliberalismus setzt der slowenische Philosoph das Gerechtigkeitsideal im Kommunismus.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 3.2.2010

 
Swetlana Geier wurde mit ihren Dostojewski-Übersetzungen berühmt. (Bild: AP)

Universum eines Schriftstellers

Buchempfehlung Februar: Fjodor Dostojewski: "Der Spieler"

Swetlana Geier, deren Übersetzungen der großen Dostojewski-Romane Furore gemacht haben, will gegen das überlieferte pathetisch-religiöse Bild des Autors dessen Modernität herausarbeiten. Denn seine Romane schildern kein gottesfürchtiges, sondern ein sadistisches Universum voller Zweifel und Verzweiflung.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 3.2.2010

 
Es ist nur ein kleiner Unterschied, der aus einer Hypothese, einer Setzung, einer Behauptung einen Befehl macht.  (Bild: Stock.XCHNG / Ivan V.)

Wider die Warenförmigkeit der Wahrheit

Boris Groys: "Einführung in die Anti-Philosophie". Hanser Verlag

Wo Philosophen in der Art von Religionsführern ihrem Publikum Befehle geben und einen Weg vorzeichnen, den der Einzelne zu gehen hat, dort beginnt die Anti-Philosophie, wie der in Karlsruhe tätige Kunst- und Medienwissenschaftler Boris Groys sie definiert.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 3.2.2010

 
Überall ist es besser, wo man gebraucht und nicht nur beschäftigt wird.  (Bild: Deutschlandradio / Bettina Straub)

Ein letztes Mal das Herz verlieren

Dorothea Razumovsky: "Letzte Liebe", Verlag Weissbooks

"Wie konnte ich nur so dämlich sein, freiwillig in dieses Heim zu gehen?" Das fragt sich die Heldin des ebenso klugen wie unterhaltsamen Romans "Letzte Liebe", in dem eine alte Frau allen Klischees trotzt und listig die Freiheit statt der betulichen Versorgung wählt.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 3.2.2010

 
Der US-amerikanische Autor James Ellroy stellt sein neues Buch in Paris vor. (Bild: AP)

Ein Leben in dunklen Zimmern

Autor James Ellroy über die Arbeit an "Blut will fließen"

Gerade ist der dritte Teil der "Underworld USA"-Trilogie des US-Amerikaners James Ellroy unter dem Titel "Blut will fließen" erschienen. Darin geht es um "schlimme Männer", die sich in die "rote Göttin" verlieben. Der Autor ist derzeit auf Lesereise in Deutschland.

Deutschlandradio Kultur · Thema · 3.2.2010

"Blut will fließen" ist eine Tour durch die jüngere amerikanische Geschichte, in die Ellroy sämtliche Verschwörungstheorien einfließen lässt.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 21.1.2010

 
Kern der Reformation nach Lexutt: Luthers Erkenntnis, dass der Mensch allein durch Glauben gerettet wird. (Bild: AP Archiv)

Die Geschichte der Reformation

Athina Lexutt: "Die Reformation – Ein Ereignis macht Epoche", Böhlau Verlag

Warum um Himmels willen noch ein Buch über die Reformation, ist dazu nicht wirklich schon genug geschrieben worden? Zum Glück stellt die Kirchengeschichtlerin Athina Lexutt diese naheliegende Frage selbst – und bemüht sich in ihrem Buch um ausführliche Antwort.

Deutschlandradio Kultur · Kritik · 3.2.2010

 
Die Publizistin Hannah Arendt im Jahr 1969.  (Bild: AP Archiv)

Kreativnetzwerk

Thomas Wild: "Nach dem Geschichtsbruch. Deutsche Schriftsteller um Hannah Arendt"

Die Publizistin Hannah Arendt pflegte ausführlichen (Schrift-) Kontakt mit - meist jüngeren - Autorenkollegen. Darunter Größen wie Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson und Rolf Hochhuth. Der Politikwissenschaftler Thomas Wild beschreibt dieses kreative Netzwerk.

Deutschlandfunk · Büchermarkt · 2.2.2010

 
 

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