Es gibt Gestalten der Vergangenheit, an denen haben sich schon immer die Geister geschieden. Zu ihnen zählt der Reformator Martin Luther - in all seiner Widersprüchlichkeit. Am schlimmsten aber wiegt Luthers Hass auf die Juden, der in diesem neuen Band ausgebreitet und analysiert wird.
Immer freitags sprechen wir mit Buchhändlern aus ganz Deutschland. Von ihnen wollen wir wissen, wie sie Neuerscheinungen und aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt einschätzen. Heute mit Viola Taube von der gleichnamigen Buchhandlung in Nordhorn.
Eislaufen im Europacenter, eine Kreuzberger Dichterlesung, die Erstbesteigung des Schönebergs: Rudols Lorenzen hat seine Impressionen aus dem Berlin der 60er- und 70er-Jahre in kleinen Feuilletons geschildert. Zu seinem 90. Geburtstag erscheint nun eine Sammlung dieser Texte.
Vor 200 Jahren wurde Charles Dickens geboren: der nach Shakespeare wohl wirkungsmächtigste englische Schriftsteller. Zum Jubiläum ist eine Box mit drei Hörspielen seiner berühmtesten Romane erschienen. Zehn Stunden Dickens zum Entdecken oder Wiederentdecken.
Der Roman "Die schwangere Witwe" beschwört das Jahr 1970 herauf, in dem freie Liebe en vogue ist. Aus dem Fokus eines alternden Mannes blickt der englische Schriftsteller Martin Amis selbstkritisch auf das "Goldene Zeitalter" zurück, in dem sich Sex vom Gefühl trennte.
Georg Trakls Erfolg hielt sich zu Lebzeiten in Grenzen. Nach seiner ersten Gedichtveröffentlichung im Jahr 1908 zwar sofort bemerkt, setzte der Ruhm erst nach Trakls frühem Tod im Alter von 27 Jahren ein.
Der polnische Publizist Adam Krzeminski hat an die verstorbene Lyrikerin Wislawa Szymborska als "Meisterin des Wortes" erinnert: Die Literaturnobelpreisträgerin sei eine sehr kluge Frau gewesen, die politisch, aber nicht plakativ geschrieben habe.
Hugh Hefner, Herausgeber des US-"Playboy", hat das Gegenstück zum unfreien Ehemann und Ernährer in den USA entworfen. Neu an dem von ihm propagierten Typ des urbanen Junggesellen war vor allem - seine Häuslichkeit. Eine kulturwissenschaftliche Analyse.
Mit "Babuljas Glück" legt Dorothea Razumovsky die Fortsetzung ihres Erstlingsromans "Letzte Liebe" vor. Diesmal verschlägt es ihre resolute Heldin aus dem Seniorenheim bis nach Sibirien – bester Lesestoff gegen etwaige Altersdepressionen.
Sie war sehr zurückhaltend, gab selten Interviews und nach Erhalt des Literaturnobelpreises veröffentliche Wislawa Szymborska erst einmal einige Jahre lang nichts. Ihr Tod ist ein schwerer Verlust für die polnische Literatur.
Deutschlandradio Kultur · Fazit · 1.2.2012
Wislawa Szymborska habe die Öffentlichkeit nicht gesucht, sondern gemieden, sagt Renate Schmidgall, die mehrere Gedichte der polnischen Lyrikerin übersetzt hat. Ihr Leben habe Szymborska augenzwinkernd in vor und nach der "Nobel-Katastrophe" geteilt.
Deutschlandfunk · Büchermarkt · 2.2.2012
Genauigkeit, Gelassenheit, Gedankenreichtum sind Kennzeichen der Poesie Wislawa Szymborskas. Was die Konzentration auf Alltägliches und Ironie oder Skepsis überhaupt nicht ausschließt. Szymborska als Gestalt war selbst ein bisschen wie Poesie. Sehr klein, sehr zurückhaltend, und sehr selbstkritisch.
James Joyce "Ulysses"erschien am 2. Februar 1922 in Paris und gelangte sofort zu Berühmtheit. Sein Held, der Dubliner Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom, ist der bürgerliche Jedermann der modernen Massengesellschaft, dessen Dubliner Alltag sich in den mythischen Abenteuern des Odysseus spiegelt.
Mit seinem Debütroman "Plan D" lässt Simon Urban die DDR als Staat wiederauferstehen und bis ins Jahr 2011 weiterexistieren. Dabei bietet er ein komplettes Modell - bis ins kleinste Detail.
Nächste Woche begeht die literarische Welt den 200. Geburtstag von Charles Dickens. Welchen seiner Romane man heute unbedingt lesen sollte und was Dickens mit Stephen King zu tun hat, erklärt der Journalist Dietmar Dath.
In seinem Roman nähert sich der Österreicher Martin Kubaczek dem Verlöschen des Lebens. Aus der Sicht des Sohnes beschreibt er einen Vater, der einmal voller Kraft war, mitten im Leben stand - und im Alter plötzlich auf die Obsorge seiner Frau angewiesen ist.
Mit dieser Erzählung hat Herman Melville vieles vorweggenommen, was bei Franz Kafka oder Robert Walser prägend wird. Hauptfigur Bartleby verweigert sich allem: Der Arbeit, dem Essen, dem Vergnügen. Dem Leser hinterlässt er ein Rätsel.
Die französische Mode-Ikone Inès de la Fressange lüftet in ihrem Stilratgeber das Geheimnis der Pariser Eleganz, das ihrer Ansicht nach darin besteht, "chic" und "cheap" zu mixen. Neben Tipps und Tricks in Sachen Mode und Lifestyle enthält das Buch auch jede Menge Shopping-Adressen.
Jeden Monat veröffentlicht Deutschlandradio Kultur eine Liste mit fünf Buchempfehlungen. Die Liste der lesenswerten Neuerscheinungen wird von der Literaturredaktion des nationalen Kulturradios zusammengestellt als redaktionelle Bestenauswahl.
Franz Hessel, der Vater des heute 94-jährigen "Empört euch!"-Autors Stéphane Hessel, hat in den 1920er Jahren die Berliner Literaturszene mitgeprägt. In seinem kleinen Roman "Heimliches Berlin" aus dem Jahr 1927 entführt er den Leser in eine Welt verarmter Aristokraten, Künstler und Glückssucher, die schon für die Zeitgenossen nicht mehr recht greifbar war.
Kathrin Gerlofs dritter Roman erzählt von einem Ehepaar, das im Jahre 15 nach dem Mauerfall noch immer auf der Suche ist nach dem richtigen Leben und sich verstrickt in Wut, Trauer, Liebe und Einsamkeit.
Dem ersten Roman Emmanuel Boves "Meine Freunde" folgten 22 weitere und zahlreiche Erzählungen. Nach seinem Tod im Jahr 1945 lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurde er von Peter Handke deutschen Lesern als Außenseiter der französischen Moderne bekannt gemacht.
Ein Sammelband voller komischer Texte, von den Brüdern Grimm bis Loriot. Heiko Arntz hat ein Lesebuch zusammengestellt, das den literarischen Qualitätsanspruch und die Vergnügungssucht am Text gleichermaßen befriedigt.
Der "Hipster" ist keine Erscheinung der 1990er-Jahre, wie viele Menschen glauben mögen. Angefangen hat es schon in den 1940er-Jahren mit schwarzen Jazzmusikern. Heute ist der Begriff meist negativ belegt.
Die Reportage "Auf der Fährte des Teufels" sucht nach den Gründen der brutalen Bürgerkriege Sierra Leones. Für seine Beobachtungen wanderte der englische Journalist Tim Butcher auf den Spuren des Schriftstellers Graham Greene durch das westafrikanische Land.
Hinter dem emotional eher flach gehaltenen Titel "Wie es war" verbirgt sich eine Sprachlandschaft, die auf den ersten Blick weniger schroffe Konturen aufweist als zu vermuten wäre. Liebe als existenzielle Grenzerfahrung zeichnet sich im Schatten der Sprache ab.
In der Adenauer-Ära galt der Literaturwissenschaftler Benno von Wiese als der bekannteste Repräsentant seines Fachs war. Seit Mitte der 60er-Jahre war er auch einer der umstrittensten.
Mit Helmut Frielinghaus zusammenzuarbeiten, sei immer reine Vertrauenssache gewesen, sagt der Literaturnobelpreisträger Günter Grass zum Tod seines Lektors und Freundes. Besonders für die Übertragung seiner Werke in andere Sprachen sei dieser unersetzbar, betont Grass.
Deutschlandfunk · Kultur heute · 30.1.2012
Frielinghaus war niemand, der apodiktisch auftrat, sagt Literaturkritiker Denis Scheck zum Tod des Autors, Lektors und Übersetzers. Wenn Frielinghaus jedoch "Qualität erkannte, konnte er missionarisch werden und dann auch sehr stark dafür werben".
Mit seiner Studie berührt Arno Lustiger eine zentrale Frage bei der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus: die nach den Handlungsspielräumen. Obschon die Hilfe für Juden spätestens ab Oktober 1941 unter Strafe stand, ließen sich Zehntausende nicht davon abhalten, "Rettungswiderstand" zu leisten.
Sie haben Lebensläufe, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Ost-Kabarettist Peter Ensikat und Egon Bahr, der Grandseigneur der deutschen Sozialdemokratie. In dem Gesprächsband "Gedächtnislücken" lassen sie höchst unterhaltsam 60 Jahre deutsch-deutsche Geschichte Revue passieren.
Wie entsteht Gewalt, warum töten Menschen? Um diese Fragen kreist Steven Uhlys Roman "Adams Fuge". Im Mittelpunkt steht Adam, Sohn einer Deutschen und eines Türken. Vom Vater in die Türkei verschleppt, kommt Adam zum Militär. Er gerät in einen Strudel von Verhängnissen und ist alsbald umstellt von Geheimdiensten.
Andreas Eschbach erzählt in seinem Roman "Herr aller Dinge" die Geschichte eines visionären Maschinenbauers, die zugleich die Geschichte eines grandiosen Scheiterns und einer einzigartigen Liebe ist. Eine kluge Meditation über das Wesen des Geldes und darüber, wie Menschen den Maschinen, die sie zu ihrem Heil ersonnen haben, anheim fallen können.
David Wagners Band setzt betont beiläufig ein. Der Erzähler will eigentlich nur den Müll runterbringen, wird aber von einer lauen Berliner Nacht auf die Straße gelockt. Er zeigt, wie anregend es in dieser Stadt sein kann, einfach loszulaufen, ohne irgendwo ankommen zu wollen.
Der Lyriker Hans Eckardt Wenzel forderte kurz vor dem Umbruch 1989 in einer Resolution von Musikern und Liedermachern Reformen in der DDR. Im Osten Deutschlands ist er heute sehr, im Westen eher wenig bekannt. Nun erscheint ein neuer Band mit seinen Gedichten.
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Wieder keine Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat
Sendezeit: 05.02.2012, 18:11
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"Fliegen auf zwei Rädern" - Freestyle Motocross
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