Diese Inhaltsangabe klingt nach einer linearen Geschichte, der Geschichte zweier liebender Protagonisten, die die Wirren der Liebe in sieben Städten durchleben. Doch den wahren Helden dieses Buches nennt der Titel: das "Hinterland".
Etwas stimmt nicht auf dem Planeten Arbre: Uhren gehen falsch, Tatsachen und Spekulationen vermischen sich, am Himmel ereignen sich Dinge, die die Herrschenden vor den Wissenschaftlern verbergen wollen. Mit seinem Roman "Anathem" bietet Neal Stephenson clevere, gehobene Science-Fiction-Literatur.
Der Fall der jungen Autorin Helene Hegemann, der vorgeworfen wird, ganze Textpassagen kopiert zu haben, überrascht den Literaturwissenschaftler Philipp Theison nicht. Das Motto "Wir klauen überall" habe es schon öfter gegeben. Aber zu glauben, im Internet gelte kein Urheberrecht, sei "naiv".
Deutschlandradio Kultur · Thema · 8.2.2010
Mit 15 veröffentlichte Helene Hegemann das Theaterstück "Ariel 15", mit 16 ihren Kinofilm "Torpedo", und nun, mit 17 Jahren, ihren ersten Roman mit dem Titel "Axolotl Roadkill". Viele Feuilletonisten sind begeistert von der Berlinerin, von ihrem Umgang mit Sprache und von ihren Provokationen.
Ulrike Draesner unternimmt in ihrem neuen Roman den komplizierten Versuch, die Schwerelosigkeit des Weltalls gegen die Schwerkraft der Erde zu setzen, die körperliche Liebe, das Ineinander -Verschmelzen und Aneinander-Festhalten gegen das Bodenlose.
Richard Powers träumte als Kind davon, einmal Wissenschaftler zu werden. Und so handelt sein neuer Roman auch von einer glücklichen Frau, deren vermeintliche Glücksgene das Interesse eines Genetikunternehmers wecken.
Der Romanheld heißt "John Coetzee". Er ist ein weltberühmter Autor und bereits gestorben. Ein Biograf sammelt in "Sommer des Lebens" Material, um sein Leben zu beschreiben. Das Bild, das Coetzee vom fiktiven Coetzee entwirft, ist unbarmherzig.
Raffaele Cantone, zwischen 1999 und 2007 leitender Staatsanwalt der Antimafia-Behörde in Neapel, hat die großen Prozesse gegen die Camorra mit initiiert und wurde zur Symbolfigur im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Von seiner Arbeit erzählt er in "Allein für die Gerechtigkeit".
Mit Politik hat der Roman "Mysterien" des in den 50ern verstorbenen norwegischen Autor und Hitler-Verehrers Knut Hamsun wenig zu tun. Er ist vielmehr wie sein Autor: voller Winkelschläge, voller Widersprüche, voller Verwirrungen - wie das Leben.
"Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch" aus dem 17. Jahrhundert ist der erste deutschsprachige Roman von weltliterarischem Rang. Er bietet das grandiose Panorama einer verwirrten, verrohten Epoche: Leben und Leiden im 30-jährigen Selbstzerfleischungskrieg.
Den Dichter und Komiker Heinz Erhardt (1909-1979) hat man Zeit seines Lebens als verlässlichen Kalauerproduzenten geschätzt, dessen Heiterkeit berechenbar schien. Seine Scherze, auch wenn sie sich auf schlichte Sprachspiele beschränkten, kamen nicht wie bei heutigen Comedians als mühsam herbeigezwungene Zoten daher.
Eine Jury mit 29 Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ermittelt einmal im Monat die besten sieben Bücher für junge Leser.
Thomas Meinecke, Klaus Walter und Frank Witzel wurden im Westdeutschland der 60er-Jahre sozialisiert: Zu jung, um ein 68er sein zu müssen, aber genau im richtigen Alter, um die Popkultur aufzusaugen und sich heute darüber zu unterhalten.
Geschichten von "Oppa" mit seinem Selterbüdchen beim VfL Bochum und von anderen "Ruhries": Frank Goosens "Radio Heimat" ist ein gewitzter Versuch, das Image des Ruhrpotts durch kräftigen Humor aufzupäppeln.
Der "Geschenkte Tag" ist ein mitunter zwar zu glatt geratener, gleichwohl melancholischer Abgesang auf die Wunschträume einer Generation, die sich für immer jung hält.
Will Gattis Titel "Diebe!" trägt zu Recht ein Ausrufezeichen! Denn der Roman besitzt so viel Schwung und Spannung, so viel Ausdruckskraft und Vitalität wie ein lauter Schrei. Und dort, wo er spielt, im Dreck und Lärm einer namenlosen südamerikanischen Metropole, muss man laut schreien können, um sich zu verständigen - und zu überleben.
Was für ein Paar: Der Selbstmörder Heinrich von Kleist schreibt Liebesbriefe an die Schwester im Geiste Ulrike Meinhof. Die jenseitige Briefreise unterhält und lässt staunen angesichts der virtuosen Bespielung dieses einzigen Ortes, an dem die Toten wiederkehren können: die Literatur.
Das Modell des Literaturhauses habe sich in Ostdeutschland aufgrund fehlender Finanzierungsmöglichkeiten nicht durchsetzen können, sagt Stephan Porombka, Mitautor der heute vorgestellten "Studie zum literarischen Leben in den fünf neuen Bundesländern zu Beginn des 21. Jahrhunderts" und Professor für Kulturjournalismus und Literaturwissenschaft an der Universität Hildesheim.
Vieles, was im Alten Testament berichtet wird, hält der historischen Überprüfung nicht stand. Zu diesem Schluss kommt der Wissenschaftsjournalist Christian Schüle in seinem Buch "Die Bibel irrt".
Der junge Dichter Andreu Perramon gerät unschuldig in die Intrigen des Mächtigen Don Rafel Massó. In dem Kriminal- und Enthüllungsdrama "Senyoria" schildert Jaume Cabré das Leben in Barcelona des 18. Jahrhunderts.
Was für ein Paar: Der Selbstmörder Heinrich von Kleist schreibt Liebesbriefe an die Schwester im Geiste Ulrike Meinhof. Die jenseitige Briefreise unterhält und lässt staunen angesichts der virtuosen Bespielung dieses einzigen Ortes, an dem die Toten wiederkehren können: die Literatur.
In seinem 1972 geschrieben Roman "Die Zivilisation, Mutter" träumt Autor Driss Chraibi von dem Einzug des Feminismus und der Zivilisation in Marokko: Eine Mutter, bisher ans Haus gefesselt, bildet sich, verschafft sich Schritt für Schritt intellektuelle Freiheit und Eigenständigkeit.
Der neapolitanische Gelehrte Ferdinando Galiani (1728–1787) ist ein Meister der Spitzfindigkeit. In seinen Briefen schlägt er Pfauenräder, spart nicht an köstlichem Tratsch, versorgt uns mit Abschweifungen über die Liebe, klagt über das Provinznest Neapel und nimmt selbstironisch seine Altersgebrechen aufs Korn.
Slavoj Zizek hat mit "Auf verlorenem Posten" ein Pamphlet gegen alle geschrieben, die meinen, die neue globale Ordnung sei die beste aller Welten. Gegen den zügellosen Neoliberalismus setzt der slowenische Philosoph das Gerechtigkeitsideal im Kommunismus.
Swetlana Geier, deren Übersetzungen der großen Dostojewski-Romane Furore gemacht haben, will gegen das überlieferte pathetisch-religiöse Bild des Autors dessen Modernität herausarbeiten. Denn seine Romane schildern kein gottesfürchtiges, sondern ein sadistisches Universum voller Zweifel und Verzweiflung.
Wo Philosophen in der Art von Religionsführern ihrem Publikum Befehle geben und einen Weg vorzeichnen, den der Einzelne zu gehen hat, dort beginnt die Anti-Philosophie, wie der in Karlsruhe tätige Kunst- und Medienwissenschaftler Boris Groys sie definiert.
"Wie konnte ich nur so dämlich sein, freiwillig in dieses Heim zu gehen?" Das fragt sich die Heldin des ebenso klugen wie unterhaltsamen Romans "Letzte Liebe", in dem eine alte Frau allen Klischees trotzt und listig die Freiheit statt der betulichen Versorgung wählt.
Gerade ist der dritte Teil der "Underworld USA"-Trilogie des US-Amerikaners James Ellroy unter dem Titel "Blut will fließen" erschienen. Darin geht es um "schlimme Männer", die sich in die "rote Göttin" verlieben. Der Autor ist derzeit auf Lesereise in Deutschland.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 3.2.2010
"Blut will fließen" ist eine Tour durch die jüngere amerikanische Geschichte, in die Ellroy sämtliche Verschwörungstheorien einfließen lässt.
Warum um Himmels willen noch ein Buch über die Reformation, ist dazu nicht wirklich schon genug geschrieben worden? Zum Glück stellt die Kirchengeschichtlerin Athina Lexutt diese naheliegende Frage selbst – und bemüht sich in ihrem Buch um ausführliche Antwort.
Die Publizistin Hannah Arendt pflegte ausführlichen (Schrift-) Kontakt mit - meist jüngeren - Autorenkollegen. Darunter Größen wie Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson und Rolf Hochhuth. Der Politikwissenschaftler Thomas Wild beschreibt dieses kreative Netzwerk.
Deutschlandfunk
Seit 19:15 Uhr
Das Feature
Nächste Sendung: 20:00 Uhr
Nachrichten
Deutschlandradio Kultur
Seit 19:30 Uhr
Literatur
Nächste Sendung: 20:00 Uhr
Nachrichten
DRadio Wissen
Seit 18:30 Uhr
Redaktionskonferenz
Nächste Sendung: 20:00 Uhr
Nachrichten
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandfunk
Kommentar: Regierung will Porno-Seiten löschen
Sendezeit: 09.02.2010, 19:12
Deutschlandradio Kultur
Kulturtipps - Dienstag, 09.02.2010 - 19.20 Uhr - Fazit
Sendezeit: 09.02.2010, 19:27
DRadio Wissen
Spiele ohne Politik - Kanadas Parlament im Zwangsurlaub
Sendezeit: 09.02.2010, 18:07
dradio-Recorder
im Beta-Test: