Immer freitags sprechen wir mit Buchhändlern aus ganz Deutschland. Von ihnen wollen wir wissen, wie sie Neuerscheinungen und aktuelle Entwicklungen auf dem Buchmarkt einschätzen. Heute mit Wolfgang Zwierzynski von der Buchhandlung Quichotte in Tübingen.
Der Schriftsteller Peter Schneider erforscht das eigene Gewordensein - und findet eine depressive Mutter, die nur in ihren Liebesbriefen wirklich glücklich ist. Eine Doppel-Biografie.
Ein Dorf in Österreich: Die schöne Mutter ist verschwunden. Die Konflikte zwischen Vater und Sohn und die ständige Frage, was aus der Mutter geworden ist, thematisiert Evelyn Grill in ihrem Roman. Dabei ist ihr eine atemberaubende und zugleich poetisch-elegante Geschichte gelungen.
Die aus der Ukraine stammende Autorin Julia Kissina veröffentlicht nach zahlreichen Erzählungen nun ihren ersten Roman. Sie erinnert sich darin an ihre Kindheit im Kiew der letzten Sowjetjahre und rechnet in bitter-bösem Ton mit dieser Ära ab.
Im dritten Teil seiner Krimitrilogie "Die Spinne" setzt sich Olen Steinhauer mit dem amerikanisch-chinesischen Kampf um die Vorherrschaft in der Welt auseinander. Ein elegant erzählter Roman um einen Rachefeldzug, Loyalität und Verrat, der das Genre neu belebt.
Staat und Kirche sind heute in den meisten westlichen Staaten klar getrennt. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Der US-amerikanische Politologe Mark Lilla hat ihn nachgezeichnet.
Seit mehr als 20 Jahren bereist Rolf Bauerdick die Siedlungsgebiete der Roma in Osteuropa. In seinem Buch schildert er ihren von Ausgrenzung und sozialer Not bestimmten Alltag. Doch statt ziganes Selbstbewusstsein aufzubauen, hätten sie vielerorts ihren Opferstatus perpetuiert.
Der Zorn hat keinen guten Ruf. Und bei kaum einem Affekt klaffen Eigen- und Fremdwahrnehmung so weit auseinander. In seiner Essaysammlung lässt Helmut Ortner zwölf Stimmen zu Wort kommen, die den Zorn philosophisch, psychologisch, politisch, sozialgeschichtlich und moralisch beleuchten.
"Schneckenmühle" ist eine Coming-of-Age-Geschichte über den 14-jährigen Jens, seinen Ostalltag, über die Warenwelt und die Diskrepanz zwischen Westfernsehen und Ostrealität. Eine gedankliche Exkursion eines zufriedenen Jünglings, der nur den einen Wunsch hat - dass die Zukunft lange nicht kommen möge.
War der Avantgarde-Künstler Joseph Beuys den Nationalsozialisten näher als wir bisher dachten? Eine neue Biografie unterstellt ihm zumindest eine "Blut-und-Boden-Gesinnung". Der Autor Hans-Peter Riegel liefere für diese These aber "keinerlei Beweise", bemängelt der Kunstkritiker Carsten Probst.
Jahrhundertelang erlaubte der Islam im arabischen Raum eine offene Diskussion über Sex. In ihrem Buch "Sex und die Zitadelle" belebt die Autorin Shereen El Feki diese Tradition wieder und sucht darin nach Anzeichen, ob es nach dem arabischen Frühling auch eine sexuelle Revolution geben wird.
Unbemerkt von der Öffentlichkeit und mithilfe fragwürdiger Methoden führen die USA einen Schattenkrieg. Unter Präsident Obama wird die geheime Kriegsführung ausgeweitet. Das ist die zentrale These von "Dirty Wars", dem neuen Buch des Enthüllungsjournalisten Jeremy Scahill.
Man sprach vom "Sarah-Sound", jenem romantisch-schönen und gleichzeitig nüchternen Ton, mit dem die ausgebildete Biologin Dinge und vor allem die Natur betrachtete. Im Alter von 78 Jahren ist die Lyrikerin Sarah Kirsch gestorben - ein Nachruf von Sigried Wesener.
Der erste Teil der Sendung über Kenias lebendige Literaturszene konzentrierte vor allem auf die Hauptstadt Nairobi auf städtische Themen und Schreibweisen. Allerdings stammen die meisten Autorinnen und Autoren vom Land.
Michail Bulgakov provozierte mit seinem Buch "Das hündische Herz", in dem ein Mediziner einen Hund aus Versehen menschlich macht, genau so viel, dass es in der Sowjetunion verboten wurde. Leider stützte sich die im Westen veröffentliche Version auf ein altes Manuskript. Umso wertvoller ist jetzt die Neuübersetzung.
John ist reich, Neils Familie ist arm: In dieser Konstellation entsteht eine Freundschaft. Der begüterte Sohn zieht in den Wald und wird zum Einsiedler. Der weniger Privilegierte wird Lehrer und Familienvater. Wer hat es richtig gemacht? Diese Frage beschäftigt die beiden ein Leben lang.
Bekannt sind vor allem die Theaterstücke des Schriftstellers Samuel Beckett, in denen sich seine Figuren auf ungewöhnliche Weise die Zeit vertreiben. In seinen späten Prosaarbeiten konzentriert sich der irische Autor ganz auf seine Sprache.
Die Zerstörung der Meere durch Fischfang, Müll, Verklappung oder Ölförderung ist erschreckend. Der englische Biologe Callum Roberts hat darüber ein provokantes, informatives und Mut machendes Buch geschrieben.
Wenn man Alain de Bottons neues Buch liest, bekommt man den Eindruck, die katholische Kirche höchstpersönlich habe die DIN-Norm erfunden - so begeistert schaut er auf ihre Institutionen, die die Welt sortieren und einordnen. Leben möchte man in seiner Welt aber trotzdem nicht.
Ein Frosch als Schwangerschaftstest? Klingt ziemlich absurd, funktioniert aber. Grund für diese und andere Verrücktheiten sind die gemeinsamen biologischen Wurzeln des Menschen mit vielen Tieren. Mit zahlreichen Bildern und frischer Sprache zeigt der Biologe und Wissenschaftsjournalist Axel Wagner sie auf.
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Champions League: Nach der Pressekonferenz in London
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