Wenn man Alain de Bottons neues Buch liest, bekommt man den Eindruck, die katholische Kirche höchstpersönlich habe die DIN-Norm erfunden - so begeistert schaut er auf ihre Institutionen, die die Welt sortieren und einordnen. Leben möchte man in seiner Welt aber trotzdem nicht.
Ein Frosch als Schwangerschaftstest? Klingt ziemlich absurd, funktioniert aber. Grund für diese und andere Verrücktheiten sind die gemeinsamen biologischen Wurzeln des Menschen mit vielen Tieren. Mit zahlreichen Bildern und frischer Sprache zeigt der Biologe und Wissenschaftsjournalist Axel Wagner sie auf.
Als der Roman 1955 erschien, avancierte er sogleich zum Bestseller. Sein Held Thomas Rath strebt nach Zufriedenheit und Erfolg im Beruf, verliert bei all seinen Bemühungen aber aus den Augen, dass das Leben mehr ist als Arbeit. Jetzt liegt "Der Mann im grauen Flanell" in einer Neuübersetzung vor.
Die 16-jährige Sue Ellen findet beim Fischen die Leiche von May Linn. Weil die Ermordete immer von Hollywood geträumt hat, macht sich Sue Ellen mit zwei Freunden auf den Weg, dort ihre Asche zu verstreuen. Joe R. Landsdales "Dunkle Gewässer" ist eine brillante Mischung aus Entwicklungsroman, Krimi und Schauergeschichte.
Auch Dan Browns neuer Roman "Inferno" dürfte in Deutschland wieder ein Bestseller werden. Der Theologe Rainer Kampling hat das Buch schon gelesen. Wir sprechen mit ihm über diesseitige Höllenvorstellungen, schwarze Pädagogik und vormoderne Verschwörungstheorien.
Aus der Sicht von 16 Frauen nähert sich Rafael Cardoso jener Stadt, die wohl jeder automatisch mit Brasilien verbindet: Rio de Janeiro. Ihre Geschichten verknüpft er zu einem unterhaltsamen Roman, der den Blick für Licht und Schatten in einer der aufregendsten Metropolen der Welt schärft.
In der Provinz im äußersten Südwesten Frankreichs spielt der Roman von Marie Darrieussecq. Sie erzählt in Momentaufnahmen wie die Hauptfigur Solange ihre Reize systematisch erkundet. Denn sie wurde nicht aufgeklärt und muss dem Geheimnis der Sexualität alleine auf die Spur kommen.
Das literarische Motiv des Klons setzt sich aus verschiedenen Traditionslinien zusammen, erläutert Stefan Halft. Parallel zu den Fortschritten der Wissenschaft sei seine Darstellung weniger negativ und immer menschlicher geworden, so der Literaturwissenschaftler.
In Österreich kennt Prinz Eugen jedes Kind. Als Kriegsherr bezwang er das osmanische Heer, als Baumeister prägte er Wien. Was das Buch zeigt: Dahinter steckte ein Mann mit traumatischer Kindheit. Die wählen die Autoren als Ausgangspunkt für ihre Biografie.
Eine fette Marketingkampagne und viel Geheimnistuerei gibt es um den neuen Roman von Dan Brown. In "Inferno" malt der Bestseller-Autor eine zeitgemäße Apokalypse aus: Ein superschneller Thriller, der sich zeitweise jedoch wie ein verschnarchter Reiseführer liest, meint unser Kritiker Kolja Mensing.
Peter Carey, zweifacher Träger des Booker-Preises, hat sein neues Buch vorgelegt, das nun auf Deutsch erscheint. "Die Chemie der Tränen" ist eine Geschichte voll eruptiver Überraschungen mit vielen starken Bildern und Szenen.
"Nachhinein" heißt der zweite Roman von Lisa Kränzler. Er war in diesem Frühjahr nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse - und ist alles andere als ein Wohlfühlbuch. Die 29-jährige schreibende Malerin erzählt darin von zwei Mädchen aus ganz unterschiedlichen Elternhäusern.
"Am Ende des Tages" ist bereits das sechste Buch der Inspektor-Kajetan-Reihe. Im München der Weimarer Republik soll der Ermittler einem jüdischen Rechtsanwalt helfen, einen Mord zu untersuchen. Ein kluges Stück Kriminalliteratur, das ganz nebenbei Geschichte erklärt.
Nancy Hünger hat Bildende Kunst studiert, und dieser Zugang von der Kunst zur Literatur prägt offenkundig ihr Schreiben. Bislang hat sie in der edition Azur zwei Gedichtbände veröffentlicht. Mit "Halt dich fern" ist nun ihr Prosadebüt erschienen.
Die Schriftstellerin Olga Martynova ist in Sibirien geboren, in Leningrad aufgewachsen - seit 1991 lebt sie in Deutschland. Für ein Kapitel aus ihrem zweiten Roman erhielt sie 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Jetzt ist er in Gänze erschienen.
Kleine Verlage habe es in der Regel schwer in Deutschland. Eine schillernde Ausnahme stellt kookbooks dar. Immer am finanziellen Abgrund balancierend, schafft er es, seit mittlerweile zehn Jahren immer wieder neue Impulse zu setzen.
Susanne Schedels Erzählungen sind vielmehr Romanminiaturen. In ihrem erst zweiten Buch schafft sie es, die Bewegungen der Welt und ihre feinsten Verwerfungen und Brüche sichtbar zu machen. Ihre Sprache bleibt dabei frei von abgegriffenen Vokabeln.
Richard von Schirach gelingt es in seinem Buch, jener Nacht neue Aspekte abzugewinnen, in der sich zehn deutsche Physiker ihrer eigenen Unzulänglichkeit bewusst wurden: der Nacht von Hiroshima.
Mit Akribie zeichnet der Historiker Becker die Verstrickungen der Allensbacher Meinungsforscherin mit dem Nazi-Regime nach. Einige Details sind ihm in seiner Gegendarstellung zu Noelle-Neumanns Autobiografie aber entgangen.
Peter Carey, bereits geehrt mit einer Briefmarke in seinem Geburtsland Australien, und zweifacher Träger des Booker Preises hat sein neues Buch vorgelegt, das nun auf Deutsch erscheint: "Die Chemie der Tränen" - eine Geschichte voll eruptiver Überraschungen mit vielen starken Bildern und Szenen.
Aus ungewöhnlichen Blickwinkeln erzählt dieser Band neun Geschichten über Liebe, Tod und Aufsteigerträume. Die Ich-Perspektiven sind dabei genau das Richtige, um die eigenwilligen, bizarren Charaktere zur Sprache zu bringen.
Die Zerstörung der Meere durch Fischfang, Müll, Verklappung oder Ölförderung ist erschreckend. Der englische Biologe Callum Roberts hat darüber ein provokantes, informatives und Mut machendes Buch geschrieben.
Von einer Löwen-Safari zum Diani Beach. Oder Top-Hotels und Urlaub mit Biss. Das sind die Angebote, die man im Internet findet, wenn man Kenia eingibt. In den Nachrichten dagegen kommen vor allem Hungersnöte, Terroranschläge und Kriminalität vor. Kenias Literatur schreibt über all diese Themen.
Das harte Leben von Minenarbeitern, die leidenschaftliche Liebe einer Frau und ein Mordkomplott gegen den chilenischen Präsidenten: Das ist der Stoff des neuen Romans von Hernán Rivera Letelier. Ein opulentes und unterhaltsames Buch, das kluge Einblicke in Chiles Geschichte gibt.
Sex, Adorno, Rock'n'Roll das sind die Hauptzutaten für diesen knallbunten, pornografischen Graphic Novel über die 68er. In dem wird Adorno mal eben Bundespräsident, Gewalt dient der sexuellen Stimulation und Professoren schreiben Porno-Drehbücher. Nicht alles ist frei erfunden.
In diesem Roman gibt es keine Bücher und Zeitungen mehr. Das Buch spielt im Jahr 2035 und schildert die Welt aus der Sicht des Mittzwanzigers Rob und seinem Freund. Ein Zukunftsthriller über Freundschaft in digitalen Zeiten: mit Tempo und keinem Moment Langeweile.
In diesem poetischen Buch für Kinder ab drei Jahre geht es um das Mädchen Dana. Ihre Eltern sind immer beschäftigt. Darum setzt sie in ihrer Werkstatt unter dem Dach wunderbare Uhren zusammen und lässt heimlich Zeit in sie einrieseln.
Er war einer der prominentesten Trommler für die SPD: Der Schriftsteller Günter Grass zog 1965 und 1969 als SPD-Wahlkämpfer durch die Republik obwohl sein Verhältnis zur Partei immer ambivalent blieb. Seine Erfahrungen verarbeitete er im "Tagebuch einer Schnecke".
Der schweizerisch-tunesische Schriftsteller Amor Ben Hamida erzählt in "Aufgetaucht zum Paradies via Lampedusa" vom Schicksal zweier Männer. Er appelliert an die jungen Tunesier, sich etwas in ihrer Heimat aufzubauen und unterstützt sie dabei auch ganz praktisch.
Der Zeithorizont dieses gigantischen Geschichtsromans mit mehr als 1000 Seiten reicht vom Ersten Weltkrieg bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen die Diktaturen Hitlers und Stalins und ihr großer Krieg gegeneinander.
Mit einer zartbitteren Science-Fiction-Romanze kopiert der italienische Autor Manuele Fior nicht etwa die Erfolgsrezepte seiner bisherigen Werke: Ganz in Schwarz-Weiß und im Genre sucht er eine neue Ausdrucksform.
Im neuen Roman von Marina Lewycka versucht eine Familie, mit ihrer Vergangenheit in einer Hippiekommune fertig zu werden. Herausgekommen ist ein Text mit durchsichtiger Konstruktion und funktionalen Figuren, der Lesevergnügen und satirische Zeitkritik bietet.
Auf der Internationale Buchmesse in Buenos Aires sind Bücher, die mit Papst Franziskus zu tun haben, besonders gefragt. Sein Bild prangert von vielen Titeln. Interesse wecken aber auch Veröffentlichungen über die Militärdiktatur.
Das Mittelmeer ist Sehnsuchtsort und Mythos. In Berlin beschäftigten sich Autoren aus Deutschland, Italien, Kroatien und Albanien mit der Frage, welche Rolle das Erbe der antiken Mittelmeerkulturen noch für die Gegenwart spielt.
Erinnerungsbücher von Söhnen sind fast durchweg von Seelenpein und Düsternis gekennzeichnet. Aris Fioretos fällt absolut aus diesem Rahmen. Der schwedisch-griechische Schriftsteller hat mit "Die halbe Sonne" ein Meisterwerk liebevoller Zuwendung geschrieben.
Die Unterstützung für den kambodschanischen Schlächter Pol Pot war einer der fürchterlichsten Irrtümer der europäischen Linken. Dieses Buch erzählt, wie vier Antiimperialisten aus Schweden dem Kult um die Roten Khmer verfielen - und wie sie 40 Jahre später darüber denken.
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