Anne Frank ist zur Symbolfigur für die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns geworden. Weniger bekannt hingegen ist das familiäre Umfeld Anne Franks. Die Autorin Mirjam Pressler erzählt in ihrem neuen Buch die Geschichte der deutsch-jüdischen Familie über drei Jahrhunderte.
In seinem Roman "Das Leben in Rot" holt Isaac Rosa das nach, was 1975 versäumt wurde: die Aufarbeitung der Franco-Diktatur. Er zeigt die Verflechtungen zwischen politischer und wirtschaftlicher Macht sowie einen Polizeiapparat, der sich seiner Geschichte immer noch nicht gestellt hat.
Ausgangspunkt dieses Gedichtbands sind die "falschen Freunde" aus der Sprachwissenschaft: Wörter, die im Deutschen und Englischen gleich klingen, aber eine andere Bedeutung besitzen. Die 30-jährige Schriftstellerin Uljana Wolf lebt in Berlin und New York.
Else Lasker-Schüler, eine der wichtigsten deutschen Dichterinnen, stand Anfang des 20. Jahrhunderts im Zentrum der Berliner Boheme. Mit ihrer expressionistischen Lyrik war sie die Radikalste unter den Radikalen. Kerstin Decker hat ihr Leben in einer fulminanten Biografie festgehalten.
Das Sommerbild, das die Lyrikerin Nadja Küchenmeister (geb. 1981) hier zeichnet, erlaubt zunächst einen Rückblick in idyllische Szenen einer Kindheit. Beim Schwimmen übt das Kind das bewegungslose Dahintreiben, den "toten Mann".
Corrigan, einer der Protagonisten in Colum McCanns Werk "Die große Welt", entdeckt schon früh die Leidenschaft für das Gute in sich, seine Zuneigung zu den Abgestürzten. Vielleicht zieht es ihn gerade deshalb in die New Yorker Bronx.
Deutschlandfunk · Büchermarkt · 22.11.2009
Im August 1974 schreitet der Hochseilartist Philippe Petit über ein Drahtseil, das er zwischen die Zwillingstürme des World Trade Centers gespannt hat. Um dieses Ereignis herum drapiert der Autor Colum McCann seinen Roman "Die große Welt", für den er jetzt mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.
Das Buch "Die SED" stellte die Geschichte der sozialistischen Partei dar. Dabei argumentieren Andreas Malycha, ehemals wissenschaftlicher Mitarbeiters beim ZK der SED, und Peter Jochen Winters, ein früherer "FAZ"-Redakteur, in ihren Kapiteln über die Ära Ulbricht und Honeckers Macht weitgehend ähnlich.
Boyd liebt es, dem Bösen auf die Pelle, unter die Haut, ins Ich zu kriechen. Immer wieder packt einen der Zorn ob der möglichen, wohl allzu möglichen Wahrheitsgehalte dieser penibel recherchierten und glänzend geschriebenen Fiktion.
Die Geschichte des Verlages Klett-Cotta spiegelt auch die Geistesgeschichte Deutschlands wider, wurden hier doch illustre Namen wie Klopstock, Goethe oder Carl Amery verlegt. Zum 350. Verlagsjubiläum erscheint nun ein Band mit Briefen von Autoren an die jeweiligen Verleger. Allein die Anreden und Abschiedsformeln sind mehr als sprechend.
William Shakespeare, der große Dichter, war nur eine Erfindung, ein Tarnname, um den adligen Urheber der Werke zu schützen. Das zumindest behauptet der Publizist und Autor Kurt Kreiler. Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, habe die Werke, die William Shakespeare zugeschrieben werden, unter Pseudonym verfasst.
Aus den zwölf Reportagen der "Nacht von Wildenhagen" ergibt sich ein spannendes Panorama deutsch-polnischer Befindlichkeiten. Dabei bewältigt Wlodzimierz Nowak auch die großen Themen ohne Pathos.
Der S. Fischer Verlag zählt zu den bedeutenden Verlagen in Deutschland. Seinen Erfolg verdankte der Verlag seinem Gründer Samuel Fischer, der das Verlagssignet eindeutig interpretierte.
Seit der jüdisch-serbische Schriftsteller David Albahari Jugoslawien den Rücken kehrte und ins Exil ging, brauchte es einige Zeit, bis das hiesige Feuilleton den Erzähler entdeckte: Sein neuer Roman "Ludwig" widmet sich einer paradoxen Selbstverständigung des exilierten Schriftstellers.
Jean-Louis Fournier ist Vater zweier behinderter Söhne, von denen lediglich einer gerade mal "wo fahren wir hin, Papa?" sagen kann. Fournier erzählt Ausschnitte aus dem gemeinsamen Leben, erzählt von seiner Sehnsucht, sich mit ihnen unterhalten zu können, und von seiner Verzweiflung angesichts der Unmöglichkeit von Entwicklung.
In seinem Werk stellt Martín Kohan die politische Geschichte Argentiniens auf den Prüfstand, einschließlich der Jahre der Militärdiktatur von 1976 bis 1982. Allerdings thematisiert Kohan nicht die Diktatur an sich. Ihm geht es vielmehr um das absurde Räderwerk der Macht.
Der 34-jährige Regisseur und Theaterautor Olivier Kemeid leitet seit drei Jahren das Theater "Espace Libre" in Montreal. In seinen Stücken beschäftigt er sich häufig mit der Übertragung antiker Mythen in die Gegenwart. So auch in dem Stück "Die Aeneis", das in Potsdam zu sehen ist.
Gekonnt karikiert Nelson DeMille hier den Gegensatz zwischen altem New Yorker Geldadel und dem zu Geld gekommenen Mafia-Nachwuchs und kombiniert dies mit einer Lovestory und einem Mord.
Die Witwe des Schriftstellers Walter Kempowski, Hildegard Kempowski, hat die Veröffentlichung von Teilen einer bisher nicht publizierten Textsammlung mit dem Titel "Whispering" aus dem Nachlass des Autors in einer Zeitung verteidigt. Die Publikation dieser Texte sei von Kempowski sehr wohl geplant gewesen.
In Los Angeles hat DJ Darky den "perfekten Beat", ein hypnotisches Tanzstück, kreiert. Mit dieser Aufnahme kommt er ins Westberlin der Wendezeit, um dort den legendären, verschollen gegangenen Freejazzer Schwa zu finden.
Im Vergleich zu den Psychotrips der letzten drei Romane wirkt Edward St. Aubyns gebeutelter Held Patrick Melrose im neuen Roman "Muttermilch" so abgesichert wie nie. Doch natürlich birgt selbst das Vaterglück für jemanden wie Patrick noch Albtraumpotenzial.
Der südamerikanische Autor Alan Pauls schreibt mit Vorliebe lange, aus einem Satz bestehende Monologe, ausufernde Einschübe und eine Flut von scheinbar abschweifenden Vergleichen und Metaphern - allerdings mit solcher Intensität, Dichte und Spannung, dass man sich die Augen reibt.
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