Die Sommerspiele der XXX. Olympiade gehen heute Abend in London zuende. Trotz der Diskussion über die Medaillen-Zielvorgaben für die deutschen Olympioniken waren es erfolgreiche Spiele für die Bundesrepublik. Und auch diesmal haben sich einige Athleten einen Platz in den Geschichtsbüchern erkämpft.
Was bleibt, wenn 302 Entscheidungen in 26 Sportarten gefallen sind? An Olympia 2012 in London werden wir uns als das Sportgroßereignis erinnern, das mit bis zu sechs gleichzeitig angebotenen Live-Streams im Internet verfolgt werden konnte.
Jubel bei den deutschen Hockey-Herren: Am Abend besiegte das Team im Finale die Niederlande und sicherte sich wie schon in Peking den Olympiasieg. Der jamaikanische Sprinter Usain Bolt gewann auch mit der 4x100 Meter-Staffel Gold - in Weltrekordzeit.
Die deutschen Sportler haben die für London gesteckten Medaillenziele klar verfehlt. Das geht aus Unterlagen des Bundesinnenministeriums hervor, die am Freitag erstmals veröffentlicht wurden. Kritiker fordern nun eine grundlegende Änderung des Sportfördersystems und mehr Transparenz.
Deutschlandradio · Aktuell · 10.8.2012
Am Ende der Olympischen Spiele in London zeige sich mal wieder, dass so manches in Wahrheit ganz anders ist, als es am Anfang schien. Vor allem gelte das für die Deutschen - für Sportler, Politiker und Funktionäre, kommentiert Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegels".
Deutschlandradio Kultur · Kommentar · 11.8.2012
Im Lichte der Zielvorgaben für deutsche Athleten bekommen Medaillen eine ganz andere Wertstellung: Edelmetall ist so nicht Ausdruck einer besonderen Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt, in dem einfach alles passte, sondern es ist vorgeschrieben, sagt Jessica Sturmberg.
Der Traum vom Olympia-Gold ist geplatzt - aber freuen kann sich Thomas Lurz trotzdem: Der Freiwasserschwimmer hat in London den zweiten Platz belegt. Er musste sich über zehn Kilometer dem Tunesier Oussama Mellouli geschlagen geben.
Viele Spitzensportler beenden ihre Karriere ohne Ausbildung - und ohne Perspektive. Michael Hadschieff berät heute im Verein KADA ehemalige Sportler über die Zukunft nach dem Sport - und erklärt, warum manche nach Ende der Laufbahn der "Pensionsschock" trifft.
Die Olympischen Spiele sollen Jugendlichen aus aller Welt Vorbilder präsentieren, ihre Organisatoren sprechen von Fairness, Toleranz und gesunder Ernährung. Wie passt es dazu, dass zwei der wichtigsten Sponsoren des Internationalen Olympischen Komitees McDonalds und Coca-Cola heißen?
Sensation im Beachvolleyball: Die Deutschen Julius Brink und Jonas Reckermann haben als erstes europäisches Team Gold bei Olympia geholt. Am Abend besiegten sie die amtierenden Weltmeister aus Brasilien. Unterdessen wurde der Jamaikaner Usain Bolt zur Lauf-Legende.
Deutschlandradio · Aktuell · 10.8.2012
Jonas Reckermann ist einer der beiden Sportler, die Deutschland die Goldmedaille im Beachvolleyball bescherten. Vor drei Jahren wurde das Team bereits Weltmeister. Dennoch sei der Sieg bei Olympia "eine ganz andere Nummer", sagt Reckermann. Dort schaue nunmal die ganze Welt auf den Sport.
Für den langjährigen Chef des Nationalen Olympischen Komitees war die Organisation der Olympischen Spiele in London gelungen. "Die ganze Stadt lebt mit Olympia", bilanziert Walther Tröger zwei Tage vor dem Ende der Spiele. Ob das durchwachsene Abschneiden der deutschen Athleten systemische Ursachen habe, lässt Tröger offen.
In der Affäre Nadja Drygalla tritt eine Wende an. Eine Woche lang suchten der Deutsche Olympische Sportbund DOSB, der Deutsche Ruderverband DRV und Landessportfunktionäre nach der Kommunikations-Panne, die dazu führte, dass die Beziehung der Ruderin zu einem früheren Rechtsextremisten der Führung des deutschen Olympiasports erst nach Drygallas Auftritt in London bekannt wurde. Jetzt stellt sich sich heraus, dass die Panne auf der obersten Ebene stattfand.
Der Sportökonom Eike Emrich hat eine Reform der deutschen Sportförderung gefordert. Für jede Sportart müsse geprüft werden, ob die momentane Förderstruktur wirklich die beste ist. Besonders bei der Leichtathletik sei eine zwangsweise Zentralisierung wenig sinnvoll, so Emrich.
Im Fall von Nadja Drygalla sei vieles falsch gelaufen, kritisiert der Sportjournalist Herbert Fischer-Solms den DOSB. Bevor die Athletin noch einmal ein schwarz-rot-goldenes Trikot überziehe, müssten Klarheit und Ehrlichkeit herrschen.
Deutschlandradio Kultur · Kommentar · 7.8.2012
In Deutschland muss man aufpassen, dass nicht schon ein Verdacht reicht, um einen Menschen zu verurteilen, wenn es um rechtsextremistisches Gedankengut geht, kommentiert Rolf Clement.
In 78 der 204 Länder, die an Olympia teilnehmen, ist Homosexualität verboten, in sieben droht die Todesstrafe. Folgt man der gängigen Annahme, dass zehn Prozent der Menschen homosexuell sind, müssten im Olympischen Dorf mehr als 1000 Lesben und Schwule wohnen. Laut der Aktivistengruppe Outsports leben aber nur 23 der Athleten offen homosexuell, darunter drei Männer.
Diesmal schien es, als wäre Usain Bolt zu schlagen: Verletzung, Fehlstarts, zweite Plätze waren London vorausgegangen. Doch mit seinem Lauf am Sonntag strafte er Zweifler Lügen und lief souverän zu Gold über 100 Meter. Inzwischen ist Bolt allerdings in Reichweite seiner Mitbewerber.
Unsere Reihe "London Calling" wird im Verlaufe der Woche im Radiofeuilleton Musik verschiedenster Genres präsentieren, die die Stadt, ihre Atmosphäre zum Thema hat. Haydn und Johann Christian Bach, Jethro Tull, Elvis Costello und hunderte andere Künstler bis hin zu Tina Dico und "The Clash".
Das Départment Pas-de-Calais litt unter dem Klischee, es sei rückständig und arm. London ist von der nordfranzösischen Region jedoch mit dem Euro-Star in einer Stunde zu erreichen. Viele Olympioniken trainieren lieber hier als auf den britischen Trainingsstätten – vor allem wegen der Ruhe.
Erst holte sie Silber, dann wurde sie disqualifiziert und dann doch wieder Silber: die deutsche Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf wurde Zweite im Siebenkampf. Bei der Disqualifikation handelte es sich um eine Verwechslung: Eine andere Läuferin hatte die Begrenzungsmarkierung der Bahn übertreten.
In wenigen Tagen feiert Jamaika 50 Jahre Unabhängigkeit. Einen Tag vorher könnte der Sprinter Usain Bolt diesen Geburtstag mit einer Olympiamedaille versüßen. Ein Blick auf ein Land, in dem der Sport Hoffnung aus der Armut bedeutet.
Dabei sein ist alles? Von wegen: Die deutschen Sportreporter in London lassen eigentlich nur Edelmetall gelten. Die Entgleisung des ARD-Reitexperten - "seit 2008 wird zurückgeritten" - passt da in den Gesamtauftritt einer Zunft, die nur Sieger und Verlierer kennt, meint Klaus Deuse.
Die Ruderin Nadja Drygalla ist nach Bekanntwerden ihrer Anbindungen an das rechtsextreme Millieu abgereist. "Von uns wird sie nicht in Sippenhaft genommen", sagt Michael Vesper, DOSB-Generaldirektor. Und er bemängelt, dass die Hinweise nicht vorher schon gegeben wurden.
Im Fall der wegen Neonazi-Vorwürfen aus London abgereisten Olympia-Ruderin Nadja Drygalla stellen sich für Dagmar Freitag, Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses, viele Fragen. "Völlig unvorstellbar" sei, dass niemand im organisierten Sport von der Nähe zum Neonazimilieu wusste.
Deutschlandfunk · Interview · 4.8.2012
Michael Vesper ist als Gründungsmitglied der Grünen geschult in politischer Rhetorik. Im Umgang mit Nadja Drygalla offenbarte er sein Talent zur peinlichen Diplomatie, kommentiert Ronny Blaschke.
Dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages attestiert Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für biomedizinische und pharmazeutische Forschung in Heroldsberg, "keine so besonders tolle Veranstaltung" zu sein. Die "Erfuhrt-Affäre" sei zum Beispiel vor Olympia "aus der Agenda vertrieben" worden.
Die Welt schaut auf die Olympischen Spiele und erwartet Höchstleistungen. Doch während es im Spitzensport klar ist, dass sich die Sportler schinden, ihre Leistungen mit erlaubten und unerlaubten Mittel zu steigern versuchen, passiert Ähnliches längst auch im Breitensport.
Ob Olympische Spiele oder internationale Fußballmeisterschaften: Es geht nicht nur um Wettkämpfe. Für die Sicherheit der Zuschauer und Sportler soll gesorgt sein. Sind die damit steigenden Kosten sportlicher Großveranstaltungen zu rechtfertigen?
Sie möchten in London ungestört ihre Medaillenpartys feiern - die Funktionäre des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und die Lobbyisten aus dem für Sport zuständigen Innenministerium. Drohende Misstöne, so scheint es, werden im Keim erstickt.
Der Doppelvierer der Männer hat im olympischen Finale auf dem Dorney Lake die fünfte deutsche Goldmedaille von London gewonnen. Für die deutschen Ruderer war es nach dem siegreichen Achter und dem zweitplatzierten Doppelvierer der Frauen die dritte Medaille.
Schon bei Olympia in Athen war der Weltboxverband wegen umstrittener Kampfergebnisse unangenehm aufgefallen. In London greift er diesmal hart durch, und zwar gleich in zwei Fällen. Ein turkmenischer und ein deutscher Ringrichter müssen Strafen hinnehmen.
Bei den Olympischen Spielen geht es um Millimeter, Sekunden und Punkte. Dazu gibt es hochentwickelte Messtechniken und komplizierte Punktsysteme - doch nicht immer kann die Technik mithalten und auch der Faktor Mensch spielt eine Rolle.
Die Teamsprint-Weltmeisterinnen Kristina Vogel und Miriam Welte haben bei den Olympischen Spielen die Gold-Medaille geholt. China war wegen eines Wechselfehlers zurückgesetzt worden. Bronze gab es auch im Teamsprint der Herren. Zuvor waren bereits Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov und Judoka Dimitri Peters erfolgreich. Beide gewannen Bronze.
Die Freude über die Olympischen Spiele wurde am fünften Wettkampftag durch einen bösen Verdacht getrübt: Mehrere asiatische Badminton-Spielerinnen sollen versucht haben, ihre Spiele zu manipulieren. Der Welt-Badminton-Verband schloss die acht Verdächtigen heute aus.
Zum ersten Mal seit 1988 hat der deutsche Ruder-Achter wieder Gold bei Olympischen Spielen gewonnen. Zweite Plätze gab es für den Doppelvierer der Frauen, im Zeitfahren bei Männern und Frauen sowie im Judo. Und auch die Wildwasser-Kanuten holten wieder eine Medaille.
Wie vor vier Jahren in Peking haben die deutschen Vielseitigkeitsreiter auch in London Gold geholt. Nach dem Mannschaftssieg sicherte sich Michael Jung zusätzlich noch den Titel in der Einzelwertung. Beim Kanuslalom gewann Sideris Tasiadis Silber im Canadier.
Zweieinhalb Tage hat es gedauert, bis das deutsche Team bei den olympischen Spielen in London eine Medaille verbuchen konnte. Und auch das war ein Geduldsspiel: eine halbe Stunde lang musste die Fechterin warten, bis sie überhaupt wusste, ob sie das Finale erreicht hatte.
Es wird in die olympische Geschichte eingehen, das Halbfinale zwischen den Degenfechterinnen Shin A Lam aus Südkorea und der Leverkusenerin Britta Heidemann. Immer noch diskutiert die Sportwelt diese Entscheidung dieses Gefechts.
Die Briten sind im Olympiafieber - und erweisen sich dabei als Freunde der Dichtkunst. So sendet die BBC noch bis zum 4. August jeden Tag ein oder zwei Gedichte aus jedem der 204 teilnehmenden Länder. Doch die Verbindung zwischen Sport und Poesie ist nichts Neues.
Eine multikulturelle Gesellschaft sei kennzeichnend für London. Deshalb würden die Olympischen Spiele dort so gut hin passen, sagt Martin Roth. In Zukunft gehöre die Kultur nicht ins Beiprogramm, sondern "mitten rein" in die Spiele, so der Direktor des Victoria and Albert Museums.
Die Leistungen der chinesischen Schwimmer sind kaum zu glauben. Die 16-jährige Ye Shiwen schwamm über die 400m Lagen zum Olympiasieg und zu einem Fabelweltrekord. "Solche Leistungen hat man in den 80er Jahren bei den DDR-Schwimmerinnen und in den 90ern bei den Chinesinnen gesehen", sagt Hajo Seppelt, Doping-Experte der ARD.
Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre jung, leben aber schon wie berufstätige Erwachsene. Für Facebook und Partys haben sie überhaupt keine Zeit - weil sie Leistungssport betreiben. Ihr größter Traum: bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio dabei zu sein.
Kritik am Olympia-Spektakel ist über die Jahre langweilig geworden und selten frei von Heuchelei. Alle, nicht zuletzt die Medien, machen mit bei der großen Marketingmaschine. Vollkommen skandalös allerdings ist, wenn sich Staaten und Kommunen zu willfährigen Milliardeneseln machen, meint Hubert Maessen.
James Bond, Joanne K. Rowling und die Queen - very british ging es bei der Eröffnung der 30. Olympischen Sommerspiele in London zu. Rund 62.000 Menschen vor Ort im Olympiastadion und geschätzte vier Milliarden an den Bildschirmen in aller Welt verfolgten die Feier.
Erstmals werden in der Olympia-Geschichte alle Teilnehmerländer Frauen in ihren Mannschaften haben. Selbst Saudi-Arabien hat zwei Athletinnen zu den Spielen geschickt.
Bei der Eröffnungsshow der Olympischen Spiele in London habe man gesehen, was für ein Selbstbewusstsein die Briten haben, sagt Matthias Thibaut. Der Journalist ergänzt, dass die Emotionalität immer wieder durch den skurrilen Humor der Briten durchbrochen wurde.
Höher, schneller, weiter oder gilt doch: Dabeisein ist alles? Am 27.7. beginnen in London die Olympischen Spiele 2012, Millionen werden vor dem Fernseher mitfiebern, Millionen werden verdient - durch Werbung, TV-Rechte und Sponsoren. Was bleibt vom olympischen Gedanken?
Im Schaffen einzigartiger Bilder und unvergesslicher Momente sind die Olympischen Spiele unübertroffen. Daran können offenbar auch alle Skandale vor, während und nach den Spielen nichts ändern. Der Drang nach Emotionen und Voyeurismus ist stärker, kommentiert Jonas Reese.
Von 1912 bis 1948 gab es bei Olympia auch Wettbewerbe und Medaillen für Dichter, Bildhauer, Musiker, Maler, Architekten – mit teilweise kuriosen Ergebnissen. Ein Dokumentarfilm von Alexa Oona Schulz erzählt die Geschichte dieser Disziplinen.
14 Tage lang wird die Welt nach London zu den Olympischen Spielen schauen und auf Rekorde warten. Doch in welcher Sportart ist die Chance für bislang nicht gesehene Leistungen am höchsten? Ein britischer Sportingenieur hat es ausgerechnet.
Nur die eigentliche Organisation der Olympischen Spiele wird vom IOC, dem Olympischen Komitee bezahlt. Die Einnahmen dazu generiert es zu einem Teil über Sponsoren. Allein die elf internationalen Top-Sponsoren zahlen für die Vermarktungsrechte gut 780 Millionen Euro.
Trotz der Euphorie, die die Organisatoren kurz vor der Eröffnungsfeier verbreiten wollen: Das größte Sportfest der Welt krankt an einer erheblichen finanziellen Fehlplanung: Umgerechnet drei Milliarden Euro waren bei der Londoner Olympia-Bewerbung veranschlagt, das Vierfache ist es nun geworden. Professionell ist das nicht, meint Thomas Wheeler.
Der frühere NOK-Präsident Walther Tröger unterstützt die Weigerung des IOC, bei den heute beginnenden Spielen in London der Opfer des Olympia-Attentats von München 1972 zu gedenken. Die Olympischen Spiele seien ein globales Event, da gehöre so etwas nicht hin, sagte Tröger.
Er hat noch zwei Wochen Zeit, bis sein erster olympischer Wettkampf ansteht, da kann sich Zehnkampfhoffnung Jan Felix Knobel noch recht gelassen sein. Der 23-Jährige strebt eine persönliche Bestleistung an, sieht London aber vor allem als Vorbereitung auf die nächsten Sommerspiele im Jahr 2016.
Neben dem Favoriten Australien sieht Matthias Witthaus, Stürmer in der deutschen Hockey-Nationalmannschaft, Spanien und die Niederlande als größte Konkurrenten seines Teams bei der Olympiade in London. Es werde für die deutsche Mannschaft "sehr, sehr schwer", den Titel zu verteidigen.
Aus deutscher Sicht gilt der Ruder-Achter als Gold-Hoffnung in London. Einsatzbereitschaft gepaart mit Willen - das "macht uns sicherlich stark zurzeit", sagt Martin Sauer, Steuermann des Teams. Die "Hauptrivalen" seien Großbritannien und Kanada.
Thomas Essomba und Blaise Mendoua sind Afrikameister ihrer Klassen - und schnüren gerade die Boxhandschuhe für die Olympischen Spiele in London. Vorbereitet haben sie sich zu Hause in Kamerun – auch wenn die Bedingungen alles andere als gut waren.
Kaum ein Marathonlauf, bei dem sie nicht auf dem Siegertreppchen stehen: Die kenianischen Läufer und Läuferinnen gelten als fast unbezwingbar auf langen Strecken. Auch bei den bevorstehenden Olympischen Spielen in London räumen sie vermutlich wieder viele Medaillen ab.
2008 in Peking gewannen chinesische Athleten bei Olympia reichlich Goldmedaillen. In London will die Volksrepublik die USA von der Spitze des Gesamtmedaillenspiegels verdrängen. Der Erfolg Chinas basiert auf einem Sportsystem, in dem künftige Spitzensportler von klein auf hart trainiert werden.
Gut 9,3 Milliarden Pfund dürften die Ausrichtung der Olympischen Spiele kosten. Viel Geld - aber gerechtfertigt, befand der britische Ex-Premier Tony Blair. Denn der olympische Bauboom habe den Londoner Osten aufgewertet. Ob der entstandene Wohnraum bezahlbar ist, steht auf einem anderen Blatt.
Sanierung von Industrie-Brachen, bessere Verkehrsanbindung, spektakuläre Einzelbauten: Nach Ansicht von Matthias Thibault, dem Autor eines London-Reiseführers, hat der Entwicklungsplan für das Olympiagelände große Erfolge gebracht.
Für die 32-jährige Brenda Villa sind es bereits die vierten Olympischen Spiele. Die Wasserballerin war mehrfach Torschützenkönigin. Sie hat sich auf ihren Fuß die olympischen Ringe tätowieren lassen und wird in London mit ihrer Mannschaft alles geben.
Deutschlandradio Kultur · Ortszeit · 26.7.2012
In unserer Reihe "Mein Olympiafavorit" wollen wir Ihnen besondere Charaktere vorstellen - Sportler aus aller Welt, die nicht nur schnell laufen oder weit werfen, sondern die Fans auf eine andere Art berühren.
London 2012 - das bedeutet 26 gleichzeitig stattfindende Weltmeisterschaften mitten in der ohnehin proppenvollen Stadt. Es ist ein mehr als sportlicher Spagat zwischen Großereignis und dem ganz normalen Wahnsinn der Millionenmetropole.
Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele stehen die zahlreichen Sportstätten, an denen die Wettkämpfe stattfinden, bereit. Sorge bereitet dagegen der schon im Normalfall hoffnungslos überlastete Nahverkehr.
Zweieinhalb Jahre nach der Erdbebenkatastrophe nimmt auch Haiti mit einem kleinen Team an den Olympischen Spielen in London teil. Die Bedingungen sind für den Leistungssport im Inselstaat denkbar schwierig. Weil es kaum Anlagen gibt, trainieren viele Sportler in den USA oder in Frankreich.
Aufgrund der zunehmenden Terrorgefahr weltweit, wir die Sicherheit zu einem großen Kostenfaktor der sportlichen Großereignisse. Bei den beginnenden Olympischen Spielen in London hat die Sicherheitsfirma G4S die britische Regierung mit ihrer Fehlplanung zum Sicherheitseinsatz zum Handeln gezwungen.
Die Sommerspiele 1936 in Berlin waren die allerersten, die am Fernsehen übertragen wurden. 1960 zahlten Fernsehsender erstmals für Übertragungsrechte. Die sind seitdem immer teurer geworden und haben sich bis heute zu einem Milliardengeschäft entwickelt.
Anders als zu sozialistischen Zeiten ist in der Slowakei das Geräteturnen heute eine Randsportart. Dennoch hat sich der Turner Samuel Piasecky mit Disziplin und Stehvermögen international nach oben gekämpft. Mit der Qualifikation für London erfüllt sich sein Traum.
London präsentiere "eine hedonistische, urbane, globale Kultur, "die mehr auf den Bauch als den Kopf abzielt", meint Matthias Thibaut. Die Metropole schwimme auf einer Welle "ungeheueren Selbstbewusstseins". Bei allem Gemäkel steige die Begeisterung der Londoner für Olympia von Tag zu Tag.
Ein 25-jähriger BMX-Fahrer ist Vorbild für viele junge schwarze Südafrikaner. Sifiso Nhlapo verpasste bei Olympia 2008 in Peking knapp durch einen Sturz den Sieg. Auch ein Unfall im Training mit zwei gebrochenen Halswirbeln konnte ihn nicht entmutigen. In London will er nun endlich eine Medaille.
Für viele Bauunternehmen sind die Olympischen Spiele ein gutes Geschäft. Doch der Mittelstand profitiert bei Weitem nicht so sehr von den Spielen profitiert, wie Händler das erhofft hatten. Denn IOC und das Londoner Organisationskomitee schützen primär die Interessen der großen Sponsoren.
Vier Gewichtheber schickt das Team Albanien nach London. Einer musste kürzlich seinen EM-Titel wegen Dopings abgeben. Trotzdem reist er zu Olympia. Genauso wie Teamkollege Daniel Godelli. Er gilt kommender Star in Albanien - Godelli war Jugend-Europameister und Jugend-Weltmeister.
Schon jetzt hat die Royal Army ihren größten Militäreinsatz in Friedenszeiten - und das im eigenen Land - begonnen. Anthony Glees, Politikprofessor in Oxford, hätte dafür Verständnis, wenn die konservativ-liberale Koalition ihre Maßnahmen gut begründen würde. Doch eben dies vermisst er.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 23.7.2012
Bei den Olympischen Spielen geht es um Medaillen und das Treffen von Kulturen. Und es geht um Politik. Die Geschichte von Nationalismus und Patriotismus auf olympischer Bühne ist lang.
Wenn die deutschen Dressurpferde zu den Olympischen Spielen nach London reisen, dann wird einer fehlen: Totilas, der sogenannte Wunderhengst. Die deutsche Hoffnung auf Gold im Dressurreiten bleibt zu Hause, weil sein Reiter krank im Bett liegt.
Somalia kommt hierzulande als Rückzugsgebiet von Piraten vor. Im Land tobte ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg, dann folgte eine Hungerkatastrophe auf die nächste. In all diesem Chaos ist Zamzam Farah aufgewachsen. Die 18-jährige Athletin läuft in London über 400, 800 und 1500 Meter.
Bereits vor vier Jahren in Peking ging der Schwimmer Benjamin Hockin an den Start: als Mitglied der britischen Mannschaft. Bei den Olympischen Spielen in London wird er erneut dabei sein, doch tritt er diesmal nicht für das Gastgeberland Großbritannien an, sondern für - Paraguay!
Die Wirtschaft des ohnehin touristen- und finanzverwöhnten Londons dürfte dank der Sommerspiele Rekordsummen umsetzen. Doch nicht nur der Ausrichter profitiert - Olympia ist eine eigene Wirtschaftsmaschinerie geworden. Wirtschaft und Gesellschaft blickt hinter die Kulissen.
Mitchell Watt ist einer der Favoriten in London. Der 24-Jährige hatte wegen eines lukrativen Jobs in einer Anwaltskanzlei seine Karriere bereits beendet. Aber sein Trainer redete ihm ins Gewissen: "Gerichtstermine gibt's immer - Olympia nur einmal!" Mit einer Sprungweite von 8,54 Meter zählt er zu den Besten.
Gael da Silva ist der Pechvogel in der französischen Kunstturn-Nationalmannschaft. Vor den Olympischen Spielen 2004 verunglückte er mit dem Motorrad. 2008 riss sein Kreuzband. Nun, beim dritten Anlauf, will er endlich teilnehmen. Wohl die letzte Chance für den 27-Jährigen.
Sie ist die bislang einzige Chinesin, die ein Grand Slam Turnier gewonnen hat. Aber nicht nur sportlich fällt die chinesische Tennisspielerin Li Na aus dem Rahmen. Sie zeigt Charakter, ist unabhängig und lässt sich nicht vereinnahmen, weder von Fans noch von den Medien noch vom Staat.
Ausgerechnet eine Boxerin gehört zu den ganz großen Goldhoffnungen Indiens - ein Land, dem häufig konservatives Machogehabe nachgesagt wird. Doch Mary Kom beweist das Gegenteil: Sie will beim ersten olympischen Boxturnier für Frauen ganz vorne landen. Obwohl sie für die zugelassene Gewichtsklasse eigentlich zu leicht ist.
Im September 1972 starben nach einer Geiselnahme durch palästinensische Terroristen elf israelische Sportler im olympischen Dorf in München. Bis heute kämpfen Hinterbliebene und Angehörige um eine Gedenkminute bei Olympia - vergebens.
Deutschlandfunk · Kultur heute · 15.7.2012
35 Mitglieder der deutschen Leichtathletik-Mannschaften der Olympischen Spiele 1972 in München haben DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach in einem offenen Brief dazu aufgefordert, während der Olympischen Spiele in London mit einer Gedenkminute an das Olympia-Attentat von 1972 zu erinnern. Die Sache ist delikat für das IOC.
Noch zwei Wochen, dann beginnen die 30. Olympischen Sommerspiele. Gastgeber London hat zur Eröffnungsfeier am 27. Juli Spektakuläres vor. Doch eine Sensation gab es schon: Erstmals in der olympischen Geschichte schicken alle Nationen auch Frauen an den Start.
Denis Oswald ist ein Topfunktionär des internationalen Sports. Für die Olympischen Spiele in London ist der 65-jährige Koordinierungschef des Internationalen Olympischen Komitees. Der Schweizer Oswald gilt auch als möglicher Kandidat für die Nachfolge des im kommenden Jahr scheidenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge.
Ab dem 28. Juli wird es ernst. Dann starten in London die insgesamt zehn Fechtwettbewerbe. Außer im Damenflorett-Teamwettbewerb tritt die deutsche Equipe in allen Disziplinen an. Und das gewiss nicht chancenlos.
Unter den Taliban war Sport für afghanische Frauen verboten. Die radikalen Islamisten sahen darin einen Verstoß gegen den Islam. Doch im elften Jahr nach dem Sturz des Regimes von Mullah Omar reist die 18-jährige Sadaf Rahimi aus Kabul zu den Olympischen Spielen und steigt dort in den Boxring.
Das bekannteste Dressur-Pferd der Welt, der Hengst Totilas, wird nicht beim Internationalen Reitturnier CHIO in Aachen starten, weil sein Reiter Matthias Rath am Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist. Direkt im Anschluss an das Turnier soll aber die Olympia-Mannschaft der Reiter nominiert werden.
Nach Recherchen der britischen "Sunday Times" blüht der Schwarzmarkt-Handel mit Olympiatickets. 525 Olympia-Plätze, darunter 22 für das 100-Meter-Finale, seien zum Kauf angeboten worden. Zum Schnäppchenpreis von rund 80.000 Euro.
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat den Radprofi Alberto Contador wegen Dopings rückwirkend für zwei Jahre gesperrt. Der Spanier war positiv auf das verbotene Mittel Clenbuterol getestet worden und kann nun weder bei der diesjährigen Tour de France noch bei Olympia starten.
In Deutschland gibt es 39 Eliteschulen des Sports. Alle 39 Einrichtungen erfüllen die Kriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes. Junge Leistungssportler sollen hier die Chance bekommen, Training und Schule optimal zu verbinden.
Unter dem Dach der 39 Eliteschulen des Sports kommen im gesamten Bundesgebiet über 10.000 junge Leistungssportler in den verschiedensten Disziplinen zusammen. Ein Gespräch mit DOSB-Generaldirektor Michael Vesper und dem Sportsoziologen Eike Emrich über den Nutzen von Eliteschulen.
Nur noch wenige Wochen sind es noch bis zur Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele und Paralympics in London. Zum Stand der Vorbereitungen tagte der Sportausschuss mit Vertretern der Sportverbände - diesmal auf ungewohntem Terrain.
Olympia 2012 in London wird nicht dopingfrei. Nun wurde einer Imagekampagne die Absage erteilt, die wenigstens in der Vergangenheit überführte Doper von den Spielen ausschließen wollte. Ein lebenslanger Olympiabann für Ex-Doper ist nicht haltbar, urteilte der Sportgerichtshof CAS.
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Nachruf Gyula Horn - Ungarischer Politiker der den Eisernen Vorhang öffnete
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Hochsommer in Deutschland - wie kommen Sie mit der Hitze zurecht?
Sendezeit: 20.06.2013, 01:05
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