Das NSU-Verfahren wird ein langer Prozess - in jeder Hinsicht. Denn die Angeklagten schweigen oder reden, ohne etwas zu sagen. Richter Manfred Götzl und sein Senat werden eine glückliche Hand benötigen, meint Holger Schmidt.
Im NSU-Prozess setzte der Angeklagte Carsten S. seine Aussage vor dem Oberlandesgericht München fort. Er habe in der rechten Szene ein Gefühl der Sicherheit verspürt. Gestern hatte der 33-Jährige zugegeben, eine Pistole für das NSU-Trio Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe besorgt zu haben.
Der NSU-Untersuchungsausschuss tritt am Donnerstag zum letzten Mal zusammen. Nach 15 Monaten Ausschussarbeit spricht der Vorsitzende Sebastian Edathy (SPD) von einem beispiellosen, multiplen Versagen deutscher Sicherheitsbehörden.
Der NSU-Prozess wird nicht in einen größeren Sitzungssaal verlegt. Die Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe hatten das am heutigen zweiten Verhandlungstag beantragt. Doch das Gericht wies das Ansinnen zurück.
Benötigen wir einen Extremismusbeauftragten oder eine Behörde, wie sie Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ins Gespräch gebracht hat? Eva Högl, SPD-Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss, meint, es sei wichtiger, in den vorhandenen Institutionen "eine andere Mentalität einzuführen.
Die Ermittlungspannen bei der NSU-Mordserie haben gezeigt, dass es einen "Behördenegoismus" gegeben habe, räumt Innenminister Hans-Peter Friedrich ein. Die umstrittene Antiterrordatei und das Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus verteidigt Friedrich gegen Kritik aus den Ländern. Er werde sich nicht zurückhalten lassen.
Hakenkreuz-Schmierereien und Brandsätze auf Moscheen: Die Übergriffe auf Muslime nehmen zu, warnt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. Islamfeindlichkeit müsse endlich als gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen werden.
Im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht München am Freitag alle Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter zurückgewiesen. Damit kann die Verhandlung am 14. Mai wie geplant fortgesetzt werden.
Der Befangenheitsantrag der Verteidiger im NSU-Prozess sei zu erwarten gewesen, sagt die Strafrechtlerin Gabriele Kett-Straub von der Universität Erlangen. Mit den ungewöhnlichen Einlasskontrollen habe der Vorsitzende Richter Stärke beweisen wollen. Eine Befangenheit beweise das aber nicht.
Beate Zschäpe präsentiert sich als junge, seriöse Frau. Ihr Benehmen im Gerichtssaal soll unterstreichen, dass sie geläutert ist. Durch eine Aussage, bei der sie sich verplappern könnte, kann dieses Bild zerstört werden. Jetzt kommt es auf geschickte Verhandlungsführung des Gerichts an, meint Rolf Clement.
Deutschlandfunk · Kommentar · 6.5.2013
Am Montag hat der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU begonnen. Der ARD-Terrorexperte Holger Schmidt berichtet live vom NSU-Prozess. Außerdem geht es um die Berichterstattung in der Türkei und die Situation der Opfer in der Kölner Keupstraße.
Der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ist wegen mehrerer Befangenheitsanträge gegen die Richter bis nächste Woche unterbrochen worden. Die Verhandlung gegen Beate Zschäpe und ihre vier Mitangeklagten hatte am Montagmorgen begonnen.
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Oberlandesgericht München der NSU-Prozess begonnen. Zum Auftakt stellte die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter. Die Hauptangeklagte Zschäpe gab sich bei ihrem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit nach eineinhalb Jahren unnahbar.
Heute soll in München der NSU-Prozess beginnen. Der Mordserie der rechtsextremen Terrorzelle fielen zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen zum Opfer. Hinzu kamen zwei Sprengstoffanschläge mit insgesamt 23 Verletzten.
Fünf Angeklagte müssen sich im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten. Die Hauptpersonen sind Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben. Wir dokumentieren einige Details zu ihren biografischen Hintergründen.
Beim NSU-Prozess entscheide die Justiz über Schuld oder Nichtschuld. Deshalb sei bei Forderungen über die Höhe des Strafmaßes Zurückhaltung geboten, sagt Dierk Borstel. Wichtiger sei die Aufarbeitung der NSU-Morde. Hier gebe es für Medien, Politik und Staat genug zu tun.
Als der Nationalsozialistische Untergrund und seine Taten aufgedeckt wurden, war schnell klar: Der Kern der Gruppe kam aus Jena. Auch deswegen haben sich sich die thüringische Stadt und ihr Verhältnis zu Rechtsextremen verändert.
Der NSU-Prozess hat begonnen. In den letzten Wochen ging es allerdings weniger um den Fall der Angeklagten Beate Zschäpe, als um das Drumherum: die Vergabe der Presseplätze. Das Handeln von Richtern scheint oft undurchsichtig, zumindest für die Öffentlichkeit. Wie viel Einblick in die Justiz ist sinnvoll?
Es sei kein Zufall, dass sich das Strafrecht auf den Täter konzentriere und das Opfer nicht so sehr im Fokus habe, sagt der frühere Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Winfried Hassemer, mit Blick auf den NSU-Prozess. Es sei lediglich die Feststellung möglich, dass den Opfern Unrecht geschehen ist.
Für die Opfer der NSU-Morde steht eine wichtige Frage im Vordergrund: Warum haben diese Verbrechen ausgerechnet in Deutschland stattgefunden? Die Ombudsfrau Barbara John stellt klar, dass das Gericht diese Frage nicht beantworten kann. Die politische Aufarbeitung stehe noch bevor.
Der Saal 101 des OLG München ist zu klein - für das Leid und für die Fehler, die über mehr als ein Jahrzehnt hinweg passierten und für das Maß an mörderischer, rechtsextremistischer Unmenschlichkeit, über das in diesem Saal verhandelt werden soll, meint Birgit Wentzien.
Vor knapp eineinhalb Jahren flog der "Nationalsozialistische Untergrund" in Eisenach und Zwickau auf. Dessen Gründer Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen zehn Menschen ermordet haben. Was hat Beate Zschäpe davon gewusst? Das ist die Kernfrage im Münchener NSU-Prozess.
Beim NSU-Prozess ist Öffentlichkeit wichtig, um ein solches Verfahren auch zu kontrollieren, ob zum Beispiel der Prozess fair geführt wird, sagt Uwe Kammann vom Adolf-Grimme-Instituts. Durch die Vergabe der Journalistenplätze mittels des Zufalls habe es nicht in allen Fällen die Richtigen getroffen.
Das Los hat entschieden: Nach wochenlangen Querelen sind die festen Presseplätze für das NSU-Verfahren neu vergeben worden. Türkische Medien sind beim Prozess nun vertreten - ebenso wie RTL 2 und die Frauenzeitschrift "Brigitte". Viele große deutsche Zeitungen und internationale Presseagenturen gingen leer aus.
Das juristische Tauziehen um die Medienplätze beim NSU-Terrorprozess in München geht in die nächste Runde: Der freie Journalist Martin Lejeune hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Zudem wurde bekannt, dass es offenbar Pannen bei der Auslosung gab.
Das Los hat entschieden: Nach wochenlangen Querelen sind die festen Presseplätze für das NSU-Verfahren heute neu vergeben worden. Türkische Medien sind beim Prozess nun vertreten - ebenso wie RTL 2 und die Frauenzeitschrift "Brigitte". Viele große deutsche Zeitungen und internationale Presseagenturen gingen dagegen leer aus.
Deutschlandradio · Aktuell · 29.4.2013
Überblick: Diese Medien sind zum NSU-Prozess zugelassen
Deutschlandradio · Aktuell · 29.4.2013
In einem Gerichtsverfahren kommt es nicht darauf an, jeden einzelnen Medienwunsch zu berücksichtigen, sondern eine breite Öffentlichkeit herzustellen. Das ist geschehen, meint Michael Watzke. Auch wenn es natürlich bitter für die nicht berücksichtigten Journalisten ist.
Im Mai beginnt der NSU-Prozess in München. Zudem wird in Erfurt gegen Beate Zschäpe ermittelt. Das Verfahren stehe nicht im Zusammenhang mit dem Prozess in München und es müsse sich erst rausstellen, ob das Trio um Zschäpe am Silvesterabend 1996 Schüsse auf zwei Punker abgefeuert habe, so die Staatsanwaltschaft.
Die deutschen Behörden haben sich bei der Aufklärung der NSU-Morde nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Und doch sollten Deutschland und die Türkei an ihrer traditionellen Verbundenheit festhalten und einander weiter vertrauen, meint Baha Güngör.
Die Schriftstellerin Esther Dischereit porträtiert im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur Menschen, die fragen: Wie war es möglich? - Eine Sendereihe vom 15. bis 19. April 2013, jeweils um 11:55 Uhr.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 19.4.2013
Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König wurde vor 20 Jahren zum ersten Mal von Neonazis zusammengeschlagen.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 19.4.2013
Jahrelang waren die Bewohner der Keupstraße in Köln das Ziel unfairer Ermittlungen, kritisiert Kutlu Yurtseven.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 18.4.2013
Der Streetworker Thomas Grund arbeitet im Jugendzentrum "Hugo" in Jena. Den Club haben auch die späteren NSU-Terroristen Beate Zschäpe und Uwe Mundlos oft besucht.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 17.4.2013
Die Sozialwissenschaftlerin Eike Sanders aus Berlin bündelt mit dem Projekt "NSU Watch" das Wissen antifaschistischer Gruppen.
Deutschlandradio Kultur · Thema · 16.4.2013
Der Polizist Mario Melzer hatte schon 1998 die Pannen bei der Durchsuchungsaktion gegen das Neo-Nazi-Trio kritisiert.
Die 50 Presseplätze im NSU-Prozess werden im Losverfahren vergeben. Dabei werden drei Gruppen gebildet, wobei vier Plätze für türkische Medien reserviert sind, wie das Oberlandesgericht München mitteilte.
Sie wird Beate Zschäpe in die Augen schauen: Der Vater von Gamze Kubasik wurde von den NSU-Terroristen ermordert. Die 27-Jährige hat teilweise ihr Vertrauen in den deutschen Staat verloren. Trotzdem kann sie sich nicht vorstellen, das Land zu verlassen.
Bei der Vergabe von Presseplätzen beim NSU-Prozess habe das OLG München zu formal gehandelt, findet der ehemalige Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz. Das Karlsruher Urteil zur Berücksichtigung türkischer Medien begrüßte Mahrenholz. Dadurch sei eine spätere Revision eher unwahrscheinlich.
Wolfgang Heer ist einer der Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe im NSU-Prozess am Oberlandesgericht in München. Zur Übernahme des Mandats haben den Kölner Anwalt weder finanzielle noch rechtsextremistische Beweggründe bewogen.
Im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess hat der Kommunikationswissenschafter Matthias Kohring auf die wichtige Rolle der Medien hingewiesen. Sie hätten Öffentlichkeit herzustellen und den Prozess zu kontrollieren. Der Ausschluss türkischer Medien habe Zweifel am deutschen Rechtsstaat genährt.
Bei seinen Mandanten herrschten Entsetzen, Wut und Enttäuschung, sagt Rechtsanwalt Peter Stolle, der eine der Opferfamilien im NSU-Prozess vertritt. Bei der Entscheidung, den Prozess zu verschieben, sei auf die Angehörigen keinerlei Rücksicht genommen worden.
Auf Unverständnis stieß in der Türkei natürlich das Presseakkreditierungsverfahren des Münchener Oberlandesgerichts zum NSU-Prozess. Generell ist aber nicht das Vertrauen in den deutschen Staat gesunken - ganz anders sieht es bei den in Deutschland lebenden türkischen Bürgern aus.
Da beim NSU-Verfahren nicht alle Interessierten zugelassen werden können, sollte das Gericht einen zweiten Saals eröffnen, sagt Ernst Gottfried Mahrenholz. Wenn die Öffentlichkeit nicht ausreichend Zugang habe, könnte sich ein Revisionsgrund ergeben, ergänzt der ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts.
Deutschlandfunk · Interview · 16.4.2013
Es hätte von Anfang an viele Möglichkeiten gegeben, den NSU-Gerichtsprozess besser zu regeln, sagt Eva Högl (SPD). Sie befürwortet die Übertragung des Prozesses in einen anderen Saal. Dieses habe das Verfassungsgericht nicht untersagt, sagt die Obfau im NSU-Untersuchungsausschuss.
Für die Angehörigen der NSU-Opfer ist die Verschiebung des Prozesses "eine Zumutung", sagt deren Ombudsfrau Barbara John. Sie hätten "ihr Leben um diesen Prozess herum organisiert" und müssten nun noch länger warten, "bis endlich Recht gesprochen wird".
Das Oberlandesgericht München hat den Beginn des NSU-Prozesses vom 17. April auf den 6. Mai verschoben. Grund ist der Streit um die Presseplätze im Gerichtssaal. Die Akkreditierung von Journalisten beginnt nach Angaben des Gerichts jetzt von vorn. Es sei ein neues Akkreditierungsverfahren notwendig.
Das OLG München muss türkischen Pressevertretern Plätze beim NSU-Prozess gewähren. Welche das sein werden, ist unklar. Genau wie die Arbeitsbedingungen für Journalisten im Gericht. Deshalb gibt es weiter Kritik an den Richtern.
Die einen dürfen nur fotografieren, die anderen dürfen berichten, andere dürfen beides nicht. 50 Journalisten konnten einen Platz beim NSU-Prozess ergattern - alle anderen gehen bislang leer aus - oder rücken vielleicht nach. Das Bundesverfassungsgericht soll nun entscheiden, ob dieses Prozedere rechtens ist.
Nachdem die türkische Zeitung "Sabah" wegen der Platzvergabe im NSU-Prozess eine Verfassungsbeschwerde eingereicht hat, verteidigt sich das Münchner Oberlandesgericht jetzt in einer Stellungnahme.
Im Fall des Brandes in einem Kölner Wohnhaus, in dem vorwiegend Migranten wohnten, ist Kritik an den polizeilichen Ermittlungen nicht angebracht, so Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Die Platzvergabe durch das Münchener Gericht beim NSU-Prozess sei allerdings ein Skandal.
Auf den ersten Blick haben der NSU-Prozess mit nicht-akkreditierten türkischen Medien und der Brand in einem Kölner Wohnhaus nichts miteinander zu tun. Aber auf den zweiten Blick offenbaren sie ein bestürzend gestörtes Verhältnis zwischen türkischen Einwanderern und Deutschen, meint Dorothea Jung.
Es sei schade, dass die Justiz bei der Presse-Akkreditierung im NSU-Prozess "so unbeweglich dasteht", sagt Brigitte Zypries (SPD). Es gehe nicht um die Unabhängigkeit des Gerichts, sondern um organisatorische Fragen. Hier lasse das Gerichtsverfassungsgesetz durchaus Spielräume.
Deutschlandfunk · Interview · 28.3.2013
Das Gericht habe es "an Sensibilität fehlen lassen", kritisiert der Journalist Heinrich Wefing die Platzvergabe für Journalisten beim Prozess gegen Beate Zschäpe. "Jetzt braucht es Öffentlichkeit in jeder denkbaren Weise und das Gericht hat sich daran offensichtlich nicht orientiert."
"Das ärgert mich fast schon", sagt der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet angesichts der Diskussion um das Akkreditierungsverfahren für den NSU-Prozess. Deutschland müsse ein Interesse daran haben, dass die internationale Presse über diesen Prozess berichte.
Das Oberlandesgericht München hat türkische Medienvertreter nicht zum NSU-Prozess akkreditiert, der in drei Wochen beginnt. Der Berlin-Korrespondent der türkischen Zeitung "Zaman Avrupa" hofft, dass das Gericht einen Weg findet, auch türkischen Journalisten Zugang zum Prozess zu verschaffen.
Das Oberlandesgericht München steht wegen der Journalisten-Akkreditierung beim NSU-Mordprozess unter massiver Kritik. Kein einziges türkisches Medium soll einen der 50 festen Plätze für Journalisten im Gerichtssaal bekommen. Politiker, Journalistenverbände und türkische Vertreter schlagen Alarm.
Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat ein Versagen der deutschen Sicherheitsbehörden im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU eingeräumt. Er trage dafür gemeinsam mit den damaligen Landesinnenministern die politische Verantwortung.
Der Prozess gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte beginnt am 17. April. Dafür betreibt das Oberlandesgericht München einen Riesenaufwand: Sein Präsident spricht von einem erheblichen Gefährdungspotential im Hinblick auf Anschläge.
Am 17. April beginnt in München das Verfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der Terrorzelle NSU. Zu den Nebenklägern gehört Semiya Simsek, die Tochter eines der Opfer. Heute erscheint ihr Buch "Schmerzliche Heimat", in dem sie den Tod des Vaters verarbeitet.
Bundespräsident Joachim Gauck hat den Angehörigen der Opfer des NSU-Terrors versprochen, sich für dieAufklärung der Verbrechen einzusetzen. Bei einem Treffen mit etwa 70 Verwandten der Ermordeten sagte Gauck, er wolle mithelfen, dass ihr Leid "weiter wahrgenommen und anerkannt" wird.
Im Schloss Bellevue hat Bundespräsident Gauck Angehörige der NSU-Opfer empfangen. Doch mehrere Hinterbliebene wollten an dem Treffen nicht teilnehmen. Opfer-Anwalt Yavuz Narin über die Absage seiner Mandantinnen und Versäumnisse des Innenministeriums bei der Aufklärung der Verbrechen.
Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe muss sich wegen Mittäterschaft bei zehn Morden verantworten. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat das Oberlandesgericht München die Anklage gegen sie zugelassen.
Vor dem Untersuchungsausschuss zu den Neonazi-Morden sind schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitsbehörden in Thüringen erhoben worden. Die Autorin Esther Dischereit sieht in der Unterstützung rechtsextremistischer Gruppierungen durch Behörden wie den Verfassungsschutz eine große Gefahr.
"Der Rechtsextremismus in Deutschland konnte gedeihen im Schatten des 11. Septembers", kritisiert Aiman Mazyek, Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Und: "Es gibt noch viel zu viele Weggucker vor dem Rechtsextremismus."
Die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer, Barbara John, hat den Sicherheitsbehörden vorgeworfen, sich von Vorurteilen geleitet haben zu lassen. Lange Zeit seien die Ermittler davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um Ausländer gehandelt haben müsse.
Am Nachmittag des 4. November 2011 flog die Neonazi-Terrorzelle NSU auf. Seither ist die Kritik an den Sicherheitsbehörden wegen Pannen und schleppender Aufklärung nicht abgerissen. Die Warnungen vor institutionellem Rassismus in Deutschland werden lauter.
Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hat Fehler bei der Aufklärung der Neonazi-Morde eingestanden. Wichtige Informationen über einen rechtsextremen V-Mann seien nicht früh und klar genug an die zuständigen Stellen übermittelt worden.
Nach dem Rücktritt des sächsischen Verfassungsschutzpräsidenten Reinhard Boos kommt die Parlamentarische Kontrollkommission des Landtags heute zu einer Sondersitzung zusammen. Die erst kürzlich wieder aufgetauchten Akten zum Umfeld der Zwickauer Terrorzelle NSU sollen so schnell wie möglich ausgewertet werden.
Warum im Bundesamt für Verfassungsschutz Akten über die Zwickauer Zelle geschreddert wurden, konnte bislang nicht im Untersuchungsausschuss geklärt werden. Bis zum Schluss der rund sechsstündigen Vernehmung von Verfassungsschutzpräsident Fromm blieben Fragen zu den V-Leuten in der Neonazi-Szene und der Aktenvernichtung beim Verfassungsschutz offen.
Warum wurden im Bundesamt für Verfassungsschutz Akten über die Zwickauer Zelle geschreddert? Dazu soll Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm heute vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Neonazi-Terror aussagen. Bayerns Innenminister Herrmann will den Informationsfluss zwischen Geheimdienst und Kriminalpolizei verbessern.
Die Pannen bei den NSU-Ermittlungen haben weitere personelle Folgen. Thomas Sippel vom Thüringer Verfassungsschutz stand schon seit längerer Zeit in der Kritik - nun muss er seinen Posten räumen. Am Vortag bat bereits Verfassungsschutzpräsident Fromm um die Versetzung in den Ruhestand.
Ausschüsse im Bundestag und bald drei Landtagen sollen die Verantwortung für den Ermittlungspannen um die NSU-Mordserie aufklären. Eines scheint bereits klar: Nicht zuletzt führte mangelnde Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden zum Versagen der Ermittler.
Die Pannen bei den Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Zelle NSU haben erste personelle Konsequenzen: Der Präsident des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, bat um die Versetzung in den Ruhestand. Bundesinnenminister Friedrich nahm das Gesuch an.
Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hat schwerwiegende Fehler bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle eingestanden. Noch nach Auffliegen der NSU sollen Geheimakten über deren Vorgängerorganisation, Thüringer Heimatschutz, vernichtet worden sein.
Wer hat was wann gewusst? Warum dauerte die Aufarbeitung so lange? Über Jahre hinweg blieb die Zwickauer Neonazi-Zelle unentdeckt. Nun soll die Mordserie auf verschiedenen Ebenen aufgeklärt werden. Deshalb hat die Bundesregierung die Einsetzung einer Bund-Länder-Kommission beschlossen.
Die Fraktionen des Bundestages haben auf einen gemeinsamen Antrag hin einen Untersuchungsausschuss zum Rechtsterrorismus eingesetzt. Er wird sich mit den Ermittlungspannen nach der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle befassen.
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Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
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