"Für eine Zukunft, die zu wählen es wert ist": Diese Zukunft aufzuzeigen war eigentlich das Ziel der UN-Konferenz Rio+20, die 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro zu Ende ging. Viel Auswahl gibt es danach allerdings (noch?) nicht - denn großartige Ergebnisse hatte der Gipfel nicht zu bieten.
Vorrang für Wirtschaftsinteressen, kolossales Scheitern oder ein Schritt in die richtige Richtung: Die Bilanz der UN-Konferenz "Rio+20" fällt höchst unterschiedlich aus. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung schildert auf der Jahreskonferenz in Berlin, wie er die Ergebnisse des Umwelt-Gipfels einschätzt.
Die ehemalige BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt hat davor gewarnt, dass auch "grünes Wachstum" die Erde belasten könne. Einspareffekte bei Ressourcen und dem CO2-Ausstoß würden inzwischen oftmals durch einen sorgloseren Umgang mit den verbesserten Produkten wieder aufgefressen.
Eine durchwachsene Bilanz ziehen die Teilnehmer des Mammutumweltgipfels von Rio. Wo Vertreter von Regierungen und UNO von Erfolgen sprechen, klagen Umweltorganisationen über zu viel Unverbindlichkeiten. Beobachter sehen in einem Punkt sogar einen gravierenden Rückschritt. .
Globale Nachhaltigkeitsziele oder Schutz der Fischbestände: Die Klärung vieler wichtiger Anliegen blieb auch nach "Rio+20" eine Hülse ohne Inhalt und wurde erstmal in die Zukunft verschoben. Doch bei allem Versagen habe der Umwelt-Gipfel in Rio trotzdem auch neue Prozesse bei vielen Einzelstaaten angestoßen, meint Jule Reimer.
Deutschlandfunk · Themen der Woche · 23.6.2012
Lili Fuhr, Referentin für Internationale Umweltpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung, hat sich enttäuscht über die Ergebnisse des Nachhaltigkeitsgipfels Rio+20 geäußert. Sie könne dem Gipfel "sehr, sehr wenig Positives abgewinnen", sagte Fuhr.
Rund 30.000 Menschen sind zum Gipfel Rio+20 gereist. Die bisher getroffenen Vereinbarungen - aus Sicht von Umweltschützern und Sozialverbänden - sind sie eine Enttäuschung.
Es sei wirklich schade, dass von deutscher Seite das Ergebnis der UN-Umweltkonferenz Rio+20 schöngeredet wird, sagt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hermann Ott. Da alles im Konsens der Staaten geschehen müsse, würden Vorreiter der Klimapolitik gebraucht. Deutschland könne ein Pionierstaat sein.
In Rio de Janeiro geht heute die UN-Konferenz über Nachhaltigkeit zuende - und sie hinterlässt bei den meisten Beteiligten einen schalen Nachgeschmack. Die Wissenschaftsjournalistin Monika Seynsche bilanziert das Ereignis im Gespräch mit Jochen Steiner.
In Rio de Janeiro tagt ein UN-Gipfel zur Nachhaltigkeit. 20 Jahre nach dem epochalen ersten Treffen unter dem Zuckerhut streitet man um weitere Schrittchen auf dem Weg in eine grüne Zukunft. Einer davon soll ein neuer Maßstab für das Wirtschaftswachstum sein.
Noch bevor der Weltumweltgipfel in Brasilien überhaupt zu Ende geht, wird schon heftig über den Abschlussbericht gestritten. Der Entwurf enthält nämlich keine verpflichtenden Ziele zum Schutz der Meere oder großer zusammenhängender Waldflächen.
Deutschlandfunk · Umwelt und Verbraucher · 21.6.2012
In der Erklärung der Länder auf dem Rio-Gipfel würden keine Ziele stehen, mit denen die ökologischen Herausforderungen gemeistert werden könnten, sagt Barbara Unmüßig, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung. Auch der Vorschlag der EU für eine "Road Map" grüne Ökonomie sei gestrichen worden.
Erneut gibt es jetzt einen groß inszenierten Gipfel - zugunsten der Umwelt, wie es heißt. Doch was wird der Umwelt-Gipfel in Rio wirklich bringen? Höchstens ein bisschen Ökolyrik, befürchten die Umweltschützer. Einer von ihnen ist der Polarforscher und Abenteurer Arved Fuchs. Er fordert deshalb ein breites politisches Umdenken in Bezug auf den Klimawandel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nicht zum Gipfel nach Rio de Janeiro gereist und es sieht so aus, als ob das Ergebnis der Veranstaltung ihre Absage rechtfertigt. Die Abschlusserklärung hat enttäuschend wenig Inhalt und sie war obendrein schon fertig, bevor die Veranstaltung begonnen hatte, meint Georg Ehring.
In Rio de Janeiro diskutieren die Großen der Welt erneut einen Kurswechsel in der Umwelt- und Entwicklungspolitik. Diesen Wechsel hat ein kleines Dorf in Südafrika bereits vollzogen: Im Ökodorf Lyndoch eine halbe Stunde von Kapstadt entfernt arbeiten weiße und farbige Südafrikaner gemeinsam an einer besseren Zukunft für Menschen und Umwelt.
Deutschlandfunk · Umwelt und Verbraucher · 20.6.2012
Umweltfreundlicher, sozialer, nachhaltiger soll unser Planet werden. Doch der Weg dorthin ist steinig. Auch auf dem UN-Umweltgipfel Rio+20 hat es im Vorfeld kräftig gepolter. Zum Beginn der Konferenz ist die Stimmung auf einem Tiefpunkt.
Connie Hedegaard ist das Gesicht der Europäischen Union bei der Umwelt- und Entwicklungskonferenz Rio+20. Die EU-Kommissarin wird sich bei der UN-Konferenz für die Interessen aller EU-Staaten einsetzen.
Über 100 Staats- und Regierungschefs treffen sich zum Rio+20-Gipfel, der 20 Jahre nach der ersten großen internationalen Konferenz zum Umweltschutz in Rio stattfindet. Die damals verabschiedete Agenda 21 blieb jedoch "total unterfinanziert", meint der Naturwissenschaftler und Philosoph Ernst Ulrich von Weizsäcker, der schon 1992 dabei war.
Nach zähen Verhandlungen haben sich die Delegationen in Rio auf einen Kompromiss geeinigt, einen Tag vor Beginn des eigentlichen Gipfels am Mittwoch. Umweltorganisationen reagierten geschockt - der vorliegende Deklarationsentwurf biete keine Antwort auf drängende Umweltfragen.
Die brasilianische Regierung baut in Amazonien den Staudamm Belo Monte. Es ist die größte Baustelle der Welt und in einigen Jahren wird Belo Monte der drittgrößte Staudamm sein. Der Lebensraum von Indio-Stämmen am Fluss ist bedroht. Bisher hatten Holzfäller und Goldsucher ihnen das Leben schwer gemacht, nun ist es Belo Monte.
Vor 20 Jahren tagten Hunderte Regierungsvertreter in Rio de Janeiro, um auf dem Weltgipfel über die Zukunft der Erde zu beraten. In Folge des Treffens wurde der Grundstein für drei konkrete Konventionen gelegt: zum Schutz des Klimas, der Biologischen Vielfalt und zum Kampf gegen Wüstenbildung.
Auch vor 20 Jahren beim ersten UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro war das Sterben der Korallen ein Thema. Das 2002 formulierte Ziel, weltweit zehn Prozent der Küstenmeere unter Schutz zu stellen, sei bis heute leider nicht erreicht worden, beklagt der Korallenforscher Claudio Richter.
Mit Green Economy soll Wirtschaftswachstum ohne Zerstörung der Umwelt und Ausplünderung der Naturreserven erreicht werden. Die Idee der Grünen Wirtschaft wird die UN-Konferenz in mehrere Lager spalten. Die Industriestaaten versprechen sich gute Geschäfte, die ärmeren Länder befürchten ausgebremst zu werden.
Nach der Umweltkonferenz "Rio+20" gibt das Abschlussdokument Antwort auf die Frage, worauf sich die Weltgemeinschaft geeinigt hat. Der Gastgeber Brasilien hat in Rio versucht, das Abschlussdokument schon vor dem Gipfel zu verabreden - Staatschefs und Umweltminister bräuchten dann nur noch zu nicken. Doch so wird es nicht kommen.
Klimawandel, Artensterben, Vernichtung von Wäldern: Die Lösung solcher Umweltprobleme gilt als Schlüsselfrage, aber die Ausstattung des UN-Umweltprogramms UNEP hält damit nicht Schritt. Finanziell steht es schlecht da, doch beim Weltgipfel "Rio+20" soll es nun auch um die Aufwertung des Umweltprogramms gehen.
Der Gipfel in Rio werde mit unverbindlichen Erklärungen enden, sagt der Vertreter des katholischen Hilfswerk Misereor, Benjamin Luig. Er hofft auf die Gegenveranstaltung "People's Summit". Deren Strategien sollen in den Rio+20-Gipfel "eingespeist werden".
Auf dem UN-Umweltgipfel will Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseff ihr Land als Musterknaben präsentieren: Waldzerstörung und CO2-Ausstoß sollen bis 2020 drastisch reduziert werden. Doch im größten Regenwald der Erde, rund um den Amazonas und seine Nebenflüsse, wird weiter gerodet.
1992 fand die erste UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro statt. Nun trifft sich die Welt erneut am Zuckerhut zum Erdgipfel. Von dem, was vor 20 Jahren beschlossen wurde, wurde das meiste nicht eingehalten.
Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel in nach Rio de Janeiro sucht die Weltwirtschaft nach Auswegen aus der Umweltkrise. Allerdings, so scheint es, finden diejenigen, die sich da einigen sollen, nur selten eine gemeinsame Sprache.
Chinas CO2-Emissionen könnten um 20 Prozent höher liegen als bisher angenommen, so eine neue Studie. Daher müssten die Klimamodelle überarbeitet werden, sagt Klaus Hubacek, ökologischer Ökonom an der Universität Maryland. Satellitendaten seien zum Beispiel ein zusätzliches Instrument.
Manche Experten zweifeln das Konzept der Nachhaltigkeit grundsätzlich an. Der Umweltphilosophen Michael Braungart ist so ein Querdenker. Er will nicht den Konsum beschränken, sondern die Warenwelt neu erfinden.
Deutschlandfunk · Kulturfragen · 17.6.2012
Die Vereinten Nationen haben in Rio ihre große Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung gestartet. 20 Jahre nach dem großen Vorläufergipfel in Rio, an dem die Weltklimakonvention zustande kam. Die Ökonomin Eva Lang erinnert sich.
In fünf Tagen beginnt in Brasilien der UN-Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20. Die Veranstalter hoffen, dass der Gipfel eine Erfolgsgeschichte wird. Viele Beobachter aber sind skeptisch. Zu groß waren die Versprechen beim Umweltgipfel in Rio vor 20 Jahren und zu viele dieser Versprechen wurden nicht eingehalten.
Tansania liegt nahe am Äquator, die Sonne scheint fast das ganze Jahr. Perfekte Bedingungen für eine Erfolgsstory mit Solarenergie. Antje Diekhans erzählt die Geschichte des Unternehmers Mohamed Parpia - dessen Geschäftserfolg hilft auch der ärmeren Bevölkerung in ländlichen Gebieten.
Auf höchstens zwei Grad Erderwärmung hat sich die Weltgemeinschaft nach zähem Ringen geeinigt. Eine wohlklingende Formel, sagt der Klimaforscher Oliver Geden. Doch die Klimapolitik steuern lasse sich so nicht.
In der Energiepolitik arbeiten der Bundesverband der deutschen Industrie und das Bundesumweltministerium derzeit eher nebeneinander. Doch vor dem UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio bekennt man sich nun einmütig zur "Green Economy".
Einmal in seiner Wahlperiode veranstaltet der Bundespräsident die Woche der Umwelt. In Berlin begrüßt Joachim Gauck die Besucher. Die waren gespannt, was der neue Bundespräsident zu sagen hat - bis dahin war er in dieser Beziehung wenig konkret geworden.
Strom und Gas aus CO2 zu gewinnen, könnte die Umwelt entlasten. Die Brandenburger Technische Universität in Cottbus arbeitet an einem entsprechenden Verfahren.
Auf deutschen Straßen sollen bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Man habe große Fortschritte gemacht. Die deutsche Industrie sei gut unterwegs, sagte Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität.
Heute ist der "Deutsche Aktionstag Nachhaltigkeit". Nachhaltig leben die meisten Deutschen deshalb aber noch lange nicht, erläutert Professor Harald Welzer, Sozialpsychologe und Direktor der Stiftung Zukunftsfähigkeit Futur Zwei.
Das Themenspektrum des diesjährigen Umweltgutachtens ist breit: Es geht um Wachstum und Wald, um Rohstoffe und Mobilität und um die Frage, was Umweltpolitik leisten kann und was darüber hinaus notwendig ist.
Mitglieder der grünen Bundestagsfraktion haben über eine ökologische Steuerreform nachgedacht. Mit neuen Abgaben für Dieselkraftstoff, Heizöl, Gas und Kohle könnten zum Beispiel kostenlose Nahverkehrstickets für Kinder und Jugendliche finanziert werden, so der Vorschlag.
Das Teilveto der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseffs gegen das Waldgesetz in ihrem Land enttäuscht Umweltorganisationen. Thomas Fatheuer von der Heinrich-Böll-Stiftung glaubt, dass der Druck der Agrarlobby auf Rousseff zu groß gewesen ist.
In fünf Wochen treffen sich die Vereinten Nationen zur Rio+20-Konferenz, um über nachhaltige Entwicklung zu reden. Anlass für den World Wide Fund For Nature (WWF) zu bilanzieren, wie sich Fauna und Flora seit dem Weltumweltgipfel vor 20 Jahren entwickelt haben.
In seiner Studie "2052" entwirft der "Club of Rome" ein düsteres Zukunftsszenario. Resignation sei jedoch die falsche Reaktion, sagt Klaus Töpfer. Der Vorsitzende der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung der Bundesregierung hofft, dass die Prognosen zu einem verstärkten Handeln führen werden.
"Planet unter Druck" heißt eine Konferenz in London, auf der rund 3000 Wissenschaftler über die Zukunft der Erde diskutieren. Es ist eine Vorbereitungsveranstaltung für die große UNO- Konferenz im Juni über nachhaltige Entwicklung, genannt Rio+20.
"Eine Zukunft, die zu wählen es wert ist" unter diesem Titel werben derzeit 22 prominente Politiker und Politikberater aus aller Welt im Auftrag der UN für die Rio+20-Konferenz, die im Juni in Brasilien zwei Jahrzehnte nach der UN-Weltumweltkonferenz abgehalten werden soll.
Der Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro war die Geburtsstunde der UN-Konventionen für Klima- und Wüstenschutz sowie zum Erhalt der Artenvielfalt. Zehn Jahre später brachte der Gipfel in Johannesburg die Akzeptanz der erneuerbaren Energien. Was die UN für den kommenden Rio+20-Erdgipfel im Juni planen, wurde jetzt in Berlin vorgestellt.
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Schmalspurbahn in Lettland
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Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953, Roger Engelmann: DDR im Blick der Stasi
Sendezeit: 16.06.2013, 12:34
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Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
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