Amerikanische Außenpolitik ist primär von Interessen gesteuert. Barack Obama wird diesem Prinzip in seiner zweiten Amtszeit ebenso folgen wie seine Vorgänger. Seine größte Herausforderung: der Aufbau eines vernünftigen Verhältnisses zu China, auf Augenhöhe, kommentiert Nana Brink.
Nach seinem Wahlsieg wird Barack Obama seine zweite und laut Verfassung letzte Amtszeit als US-Präsident antreten. Frei von Sorgen um eine mögliche Wiederwahl kann er sich nun mehr der Außenpolitik widmen.
Die Politik in den USA habe sich immer mehr polarisiert zwischen religiösen und liberalen Ansichten, beschreibt Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. "Dieses Filibustern, dieses Gesetze systematisch aus ideologischen Gründen zertrümmern, wie wir es jetzt von den Republikanern erlebt haben, das war auch in der Reagan-Ära nicht der Fall."
"Es ist schon interessant, dass innerhalb von so kurzer Zeit in diesem Jahr wie in einem Brennglas die großen Mächte dieser Welt politische Entscheidungen treffen", beschreibt Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag. Für Deutschland stelle sich hier die Frage, wie es sich positionieren soll.
Jan van Aken, Mitglied der Linken im Auswärtigen Ausschuss, sieht viele Handlungsfelder für den wiedergewählten US-Präsidenten. Zwar werde er sich nicht den Friedensnobelpreis verdienen, aber vielleicht ergreife er die Möglichkeit, zum Beispiel "doch noch etwas für Abrüstung, für eine friedliche Lösung mit Iran zu erreichen".
Nach der US-Wahl sei das "fiscal cliff" die wichtigste anstehende Aufgabe für Barack Obama, sagt Jackson Janes, Politikwissenschaftler, AICGS Washington. Er müsse hier mehr seine Rolle wahrnehmen. Bei den Republikanern werde die "Schockwirkung" dazu führen, dass sich langsam die moderaten Kräfte durchsetzen.
Der neue und alte US-Präsident wird beweisen müssen, dass er der Versöhner ist, der die Gräben zwischen den beiden großen Lagern zuschütten kann. Die Finanz- und Wirtschaftsprobleme dulden keinen Aufschub mehr, meint Peter Lange.
Deutschlandradio Kultur · Kommentar · 7.11.2012
Schon jetzt ist Obama als der Präsident in die Geschichte eingegangen, der mit seinen pazifischen Verweisen die historisch gewachsenen transatlantischen Bindungen gelockert hat, meint Stephan Detjen.
Deutschlandfunk · Kommentar · 7.11.2012
Barack Obama hat sich in Chicago vor jubelnden Anhängern zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl erklärt. Herausforderer Mitt Romney gestand seine Niederlage ein und wünschte Obama Glück für die neue Amtszeit.
Die pfälzischen Wurzeln von US-Präsident Barack Obama waren ein Thema bei der Wahlparty der Atlantischen Akademie in Kaiserslautern. Das andere war seine Wiederwahl. Fast allen Besuchern war die Erleichterung darüber anzumerken.
Deutschlandfunk · Deutschland Heute
Obama wird es auch in der kommenden Legislaturperiode mit einem schwierigen Parlament zu tun bekommen. Medienberichten zufolge verteidigten die Republikaner bei den Kongresswahlen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus.
Hier finden Sie die Stimmenverteilung nach Bundesstaaten geordnet - zudem die Ergebnisse der Senats- und Gouverneurswahlen in den USA.
Mit der Wahl Barack Obamas hat sich nichts geändert. Die Republikaner behalten im Repräsentantenhaus die Mehrheit und die Demokraten im Senat. Damit bleibt der Stillstand, der "Gridlock in DC". Das sei Gift für die Märkte, fürchten die Händler.
Der Bonner Ökonom Moritz Schularick sieht US-Präsident Barack Obama nach seiner Wiederwahl vor erheblichen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Sollte die "Lokomotive Amerika voll auf die Bremse" gehen, hätte dies auch spürbare Folgen für Deutschland.
Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen wünscht Barack Obama "eine glückliche Hand". Man werde sehr konstruktiv mit ihm zusammenarbeiten, sagt Harald Leibrecht (FDP).
Die Relevanz Europas in Amerika nehme ab, sagt der CDU-Politiker Friedrich Merz - erst recht unter dem "pazifischen" Präsidenten Obama. Doch die gemeinsamen Werte seien nicht überholt.
Die USA hätten sich unter Barack Obama in eine bessere Richtung entwickelt, meint der Romanautor Jeffrey Eugenides. Sein "ziemlich überzeugender Sieg" sei ein Indiz dafür, dass die progressiven Kräfte allmählich die Oberhand gewinnen würden.
Obamas Wiederwahl zeigt, dass trotz latent-rassistischer Nuancen im Wahlkampf im Endeffekt die Politik des Amtsinhabers wahlentscheidend war, sagt der US-Diplomat John Kornblum.
Deutschlandfunk · Interview · 7.11.2012
Andrew Denison, US- Politikwissenschaftler, sieht den Umgang mit den hispanischen Wählern als wahlentscheidend an. Die Republikaner müssten mit Einwanderern anders umgehen.
Deutschlandfunk · Interview · 7.11.2012
Der Politikwissenschaftler Michael Werz sieht die Latinos als wahlentscheidend an, Verlierer Mitt Romney habe diese wichtigste Minderheit verprellt. Zusätzlich habe man zu sehr auf die rechte Tea Party gesetzt.
Deutschlandfunk · Interview · 7.11.2012
"Es wird mit Obama zwar auch Meinungs- und Interessenunterschiede geben, aber insgesamt gesehen sind die Schnittmengen mit ihm größer", meint der USA-Kenner und SPD-Politiker Karsten Voigt.
Deutschlandfunk · Interview · 7.11.2012
Die USA hätten sich unter Barack Obama in eine bessere Richtung entwickelt, meint der Romanautor Jeffrey Eugenides. Sein "ziemlich überzeugender Sieg" sei ein Indiz dafür, dass die progressiven Kräfte allmählich die Oberhand gewinnen.
Deutschlandradio Kultur · Interview · 7.11.2012
Für Barack Obama käme es jetzt darauf an, dass er bei Gesetzesvorhaben im Repräsentantenhaus die Zustimmung der Republikaner bekomme, sagt der Politikwissenschaftler Thomas Jäger. In den vergangenen zwei Jahren sei ihm das nicht gelungen.
Im US-Wahlkampf werde deutlich, dass das alte gegen das junge Amerika antrete, sagt der Politologe Michael Werz. Vereinfacht gesagt würden junge Amerikaner und Minderheiten die Demokraten, die alt eingesessenen Weißen eher die Republikaner favorisieren.
In Rhinbeck, einer kleinen Stadt im Staate New York treffen sich Geschwister, um ihre Familienangelegenheiten und die politische Lage der Nation zu besprechen. Es ist der Tag der Präsidentschaftswahl. In diesem Theaterstück gelingt dem Autor Richard Nelson der Ton einer authentischen Unterhaltung
Schriftsteller John Irving engagiert sich für die Demokraten. Die Positionen der Republikaner seien erschreckend, Mitt Romney stehe für sexuelle Diskriminierung, verrät er im Interview mit Hajo Steinert. Obama selbst sieht er als einen Vertreter der Mitte - seine wirkliche Bewunderung aber gilt Hillary Clinton.
Das einzige, was bei dieser US-Wahl anders ist: Es fehlt der Glitzer und Glamour der letzten Wahl, weil sich Hollywood und das Showgeschäft merklich zurückhalten. Verschiedene Stars haben sich geäußert.
Beide Präsidentschaftskandidaten haben in den letzten 24 Stunden kaum geschlafen, um bei dieser Wahl "das letzte Fünkchen Mobilisierung herauszuquetschen", sagt der Wissenschaftler Crister Garrett. Er betont: Ganz gleich wer gewinnt, der Sieger wird politische Kompromisse eingehen müssen.
Die Initiative Proposition 37 fordert in Kalifornien eine Kennzeichnungspflicht für genetisch manipulierte Lebensmittel nach europäischem Vorbild. Gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl können die Bürger des Sonnenstaates nun darüber abstimmen.
"Dieses Land ist kulturell gespalten in verschiedene Interessen und auch politische Gruppen", beschreibt Thomas Kleine-Brockhoff, Senior Director German Marshall Fund. Die beiden Präsidentschaftskandidaten würden diese Spaltung auf ganz besondere Weise symbolisieren. Entscheidend für den Ausgang der Wahl werde so die Höhe der Wahlbeteiligung sein.
Unsere Korrespondenten Nana Brink, Jasper Barenberg, Klaus Remme und Marcus Pindur berichten aus Washington, Chicago und Berlin - und schildern in diesem Blog auch ihre ganz persönlichen Eindrücke vom Kampf um die Macht in den USA.
Mitt Romney hatte im Wahlkampf erklärt, Russland sei ohne Frage der Hauptfeind der USA. Obama wies ihn im Fernsehduell darauf hin, der Kalte Krieg sei vorbei. So haben die Russen eine klare Präferenz für den Ausgang der US-Wahl, mögen aber die Amerikaner ohnehin nicht sonderlich.
Der Klimawandel habe bis zum Hurrikan Sandy fast keine Rolle gespielt, sagt Arne Jungjohann von der Heinrich-Böll-Stiftung. Obama und Romney hätten fundamental unterschiedliche Positionen. Er erwarte in den nächsten vier Jahren von keinem ein umfassendes US-Klimagesetz.
Während die Europäer interessiert auf den Wahlkampf blicken, spielt Europa im US-Wahlkampf keine Rolle: "Wenn wir uns in unsere Einzelteile zerlegen, was wir bedauerlicherweise sehr oft tun, dann sind wir als Europäer irrelevant", kritisiert Martin Schulz (SPD), Präsident des EU-Parlaments.
Im Swing State Florida zählt jede Stimme. Mit dubiosen Briefen, die irreführende Angaben zur Wahl machen oder ihnen generell das Recht zur Wahl absprechen, sollen US-Bürger offenbar vom Urnengang abgebracht werden. Betroffen sind besonders demokratische Wähler.
Arm geboren werden und reich sterben: Millionen Menschen wollen den "American Dream" leben. Doch besonders die Einkommenunterschiede zwischen der oberen und unteren Mittelklasse in den USA klaffen immer weiter auseinander und der Glaube an den kontinuierlichen Aufstieg sinkt.
Deutschlandfunk · Informationen am Morgen · 5.11.2012
Das Einkommen der US-Mittelschicht habe real gerechnet seit Mitte der 70er-Jahre nicht mehr zugenommen, sagt der Harvard-Ökonom Hans-Helmut Kotz. Besonders die Gefahr des sozialen Abrutschens sei für viele Amerikaner wesentlich präsenter als für Nordeuropäer.
Der amerikanische Journalist John Jeremiah Sullivan hat in seinem jüngsten Buch "Pulphead" Reportagen aus dem Innenleben der USA veröffentlicht. Diese Essays sind jetzt auch auf Deutsch erschienen. Die politische Rechte sei tief verunsichert, da ihr die alte Ordnung entgleite, erklärt Sullivan.
Zu mehr als zwei Dritteln haben die sogenannten Hispanics bei der letzten Wahl US-Präsident Obama gewählt. In Colorado machen die Wähler mit lateinamerikanischem Hintergrund rund 18 Prozent aus. Die Obama-Kampagne hofft, den Bundesstaat mithilfe ihrer Stimmen erneut für sich zu gewinnen.
Die Wahlempfehlungen, die "Endorsements" amerikanischer Zeitungen, waren in der Vergangenheit einflussreich. Heute sind andere Medienformen wichtiger - aber auch die Endorsements zum Beispiel von Schauspielern, sagt Friederich Mielke.
Es bleibt spannend einen Tag vor der US-Wahl: Die jüngste landesweite Umfrage sieht Präsident Barack Obama und seinen Herausforderer Mitt Romney gleichauf bei etwa 48 Prozent, berichtet Jasper Barenberg aus den USA.
Unumwunden gebe ich an dieser Stelle zu: Ich wollte nie in einer Wohngemeinschaft leben. Die Müll-runter-bring-Diskussionen und die Barthaare-im-Waschbecken-Streitereien fand ich schon immer überflüssig. Doch in den USA ist es nun passiert.
Wenn Barack Obama will, zelebriert er seine Auftritte mit einem religiösen Pathos, das viele seiner Bewunderer in Europa befremden dürfte. Denn in den USA ist der Glaube eines Politikers nicht dessen Privatsache. Trotzdem wird die religiöse Karte in diesem Wahlkampf kaum gespielt.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 5.11.2012
Mitt Romney und Barack Obama überziehen die noch unentschlossenen Swing States mit Wahlwerbung, 2,5 Milliarden Dollar wird ihr Wahlkampf am Ende verschlungen haben. Doch die Wähler sind so unentschlossen, wie selten.
Wahlkampfhelfer in den USA sind bis zur letzten Minute unterwegs, um desinteressierte Wähler zu motivieren. In Los Angeles waren Helfer des US-Präsidenten unterwegs und haben erfahren, warum es so vielen Wählern völlig egal ist, wer sie in Zukunft regieren wird.
Elf Jahre währt nun schon die amerikanische Intervention in Afghanistan, doch der Staat steht immer noch nicht auf stabilem Fundament. Doch obwohl der Einsatz am Hindukusch im US-Präsidentschaftswahlkampf kaum eine Rolle spielt, versprechen beide Kandidaten einen Truppenabzug bis 2014.
Momentan hat Barack Obama bei der US-Wahl wohl die Nase vorn: Er konnte bei Hurrikan "Sandy" als Krisenmanager punkten. Doch wenn der Präsident nicht anfinge, ehrlich über den Reformbedarf des Staatswesens zu reden, drohe den USA noch der "perfect storm" - ein Staatsinfarkt, meint Gregor Peter Schmitz.
Dank der Fracking-Bohrtechnik und gewaltiger Schiefervorkommen könnten die USA bald zum weltgrößten Gasproduzenten aufrücken. Präsident Obama und Herausforderer Romney setzen gleichermaßen auf das Schiefergas. Doch dieser Schritt in Richtung Energie-Unabhängigkeit ist im Land umstritten.
Das Wort 'Klimawandel' hatten weder US-Präsident Obama noch sein Herausforderer Romney in ihren TV-Debatten bislang auch nur den Mund genommen. Doch mit dem Hurrikan Sandy rückt das Thema plötzlich ins Zentrum des Wahlkampfs.
Keine vier Jahre ist es her, da standen die US-Autoriesen GM, Chrysler und Ford am Abgrund. Nur milliardenschwere Hilfen der Obama-Regierung retteten die Branche vor dem Kollaps. Die Rettung der "Big Tree" ist eine Erfolgsstory für den Präsidenten im Endspurt des Wahlkampfs.
Das Klima- und Energiepaket von Obama war 2010 im US-Senat gescheitert. Die CO2-Emissionen sind um acht Prozent trotzdem deutlich zurückgegangen. Das läge laut Alexander Ochs vom Worldwatch Institute an der Wirtschaftskrise, dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem zunehmenden Wechsel von Kohle zu Erdgas.
Amerika aus der Krise holen, das Haushaltsdefizit halbieren, eine Gesundheitsreform verabschieden, das sind nur einige der Versprechen, die Barack Obama im Januar 2009 beim Amtsantritt traf. Vier Jahre später hat er einige Ziele gehalten, aber auch viele gebrochen - eine Bilanz.
Nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom Mittelständler zum Obdachlosen verliefen derzeit die Karrieren in den USA, beklagt der Armutsforscher Christoph Butterwege. Dennoch richte sich der Wahlkampf der US-Politiker eher an Privilegierte, da arme Menschen kaum wählen gingen.
Das staatliche Gesundheitssystem Medicare ist auch ein wichtiges Thema bei den Präsidentenwahlen in den USA. Die Kosten dafür steigen allerdings, weshalb das System in der Kritik ist. Ein Blick nach Florida: Florida ist ein "Swingstate" bei den Wahlen - mit vielen Rentnern, die von einer Veränderung direkt betroffen wären.
Der Übersetzer Hans Christian Oeser und die Politologin Constanze Stelzenmüller diskutieren über Mark Twains "Geheime Autobiographie" und David Remnicks Buch "Die Brücke – Barack Obama und die Vollendung der schwarzen Bürgerrechtsbewegung".
Bei den kommenden US-Präsidentschaftswahlen sind nicht alle amerikanischen Staatsbürger über 18 wahlberechtigt. Wer einmal im Gefängnis war, hat sein Wahlrecht verloren - manchmal sogar für immer. Das trifft besonders Schwarze und Lateinamerikaner: Sie stellen über die Hälfte der Gefängnisbevölkerung.
Die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und Mitt Romney haben über ihre außenpolitischen Konzepte debattiert, und hier kam Europa fast nicht vor. Über dessen passivere Rolle bei der Ordnung der Welt seien sich jedoch der alte und der neue Kontinent weitestgehend einig, sagt Christoph von Marschall.
Barack Obama hat mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen die amerikanische Wirtschaft vor dem Kollaps bewahrt. Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es auch weiterhin viel Schatten. In der Serie "USA vor der Wahl" nehmen wir die US-amerikanische Wirtschaft genau unter die Lupe.
Bei dieser US-Wahl werde ein Präsident gewählt, der Amerikas Rolle in der der "neuen Welt" definiere, sagt Fred Kempe. Der Präsident des Amerikanischen Atlantikrates ergänzt, dass die USA nicht dominant, sondern künftig auf internationaler Ebene durchdachter auftreten müssten.
Deutschlandfunk · Interview · 24.10.2012
Im US-Wahlkampf haben die beiden stärksten Kontrahenten beim letzten TV-Duell gezeigt, ob sie die Nation führen und vor Bedrohungen von außen schützen können. Der republikanische Herausforderer Mitt Romeny wirkte dabei wenig sattelfest. In einer Schnellumfrage ging Präsident Barack Obama als Sieger des Rededuells hervor.
Deutschlandradio · Aktuell · 23.10.2012
Barack Obama habe das dritte TV-Duell mit Mitt Romney zwar nach Punkten gewonnen, sagt Thomas Jäger, Politologe an der Universität Köln. Für die Wahlentscheidung spiele die Debatte um die Außenpolitik aber wahrscheinlich nur eine kleine Rolle.
Deutschlandfunk · Interview · 23.10.2012
Barack Obama habe immer wieder versucht darzustellen, dass sein Herausforderer Mitt Romney keine Erfahrung im außenpolitischen Bereich habe, sagt der amerikanische Politikwissenschaftler Steven Sokol. Romney habe sich aber relativ gut gehalten.
Millionen US-Bürger erwarten mit Spannung das erste Fernsehduell zwischen Präsident Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. Vor allem der Republikaner muss dringend punkten.
US-Präsident Barack Obama verdankte seinen Wahlsieg 2008 vor allem den Wählerinnen. Knapp drei Wochen vor der Wahl rückt die weibliche Wählergruppe in den Fokus der Auseinandersetzung: Obama und Herausforderer Mitt Romney bemühen sich um die Stimmen der Amerikanerinnen.
Schon bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen in den USA war der twitternde Barack Obama Top-Thema in allen Medien. Auch in der laufenden Kampagne spielt das Internet eine große Rolle.
In den USA ist die Lüge im Wahlkampf derart notorisch, dass sogenannte Fact Checker, Faktenchecker, sie bekämpfen. Auch beim zweiten TV-Duell zwischen Präsident Barack Obama und Mitt Romney seien sie gut beschäftigt gewesen, sagt der Journalist Friedrich Mielke.
US-Präsident Barack Obama sei im zweiten TV-Duell aktiver und aggressiver gewesen und habe Mitt Romney ein paar Mal erwischt, sagt Charles King Mallory IV, Direktor des Berliner Aspen-Instituts. Entscheidend sei aber, ob er mit dieser aggressive Positionierung bei den unabhängigen Wählern ankommen werde.
Er war angriffslustiger als bei der ersten Debatte: US-Präsident Obama präsentierte sich beim zweiten TV-Duell mit seinem republikanischen Herausforderer Romney deutlich offensiver. Erste Umfragen sehen Obama als Sieger.
Im zweiten TV-Duell müsse US-Präsident Barack Obama engagierter und zugewandter sein, als im ersten Aufeinandertreffen mit Herausforderer Mitt Romney, sagt US-Korrespondent Marcus Pindur. Vor allem müsse er aber einen Plan für die nächsten vier Jahre vorstellen.
In den USA tobt Wahlkampf um das Weiße Haus. Es ist ein hochprofessionelles Rennen mit vielen Beteiligten: Politiker, Parteien, Think Tanks, Medien. Und mittendrin ist ein Unternehmen, das vor fünf Jahren als einfache Website begann: Die Newsorganisation "POLITICO".
US-Präsident Barack Obama habe die Mehrheit von dem erfüllt, was er im Vorfeld versprochen hat, sagt die Amerikanerin Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums Potsdam. Und das, obwohl die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus jeden Kompromiss blockiert habe.
Im einzigen Fernsehduell der Bewerber um das Amt des Vizepräsidenten haben sich der Demokrat Joe Biden und der Republikaner Paul Ryan eine hitzige Debatte geliefert. Hauptthema: die Außenpolitik.
Es sei für ihn auch schmerzlich, dass das amerikanische Wahlvolk belogen werden wolle, sagt der US-Schriftsteller Richard Ford. Die Republikaner tischten wieder und wieder ihre Lügen auf und auch Präsident Barack Obama pflege einen eigenwilligen Umgang mit der Wahrheit.
Barack Obama und Mitt Romney kämpfen um das Präsidentschaftsamt. In Reden, Debatten und Werbespots greifen sie auch zu Halbwahrheiten und Übertreibungen. Diese zu entdecken und bloßzustellen ist ein eigener Beruf geworden - der Fact-Checker.
Entschieden ist nichts. So war es vor der ersten Fernsehdebatte von Präsident Barack Obama und Mitt Romney vom Donnerstag, und so ist es auch jetzt. Entschieden wird über den künftigen amerikanischen Präsidenten erst am Wahltag, und der ist in einem Monat.
Natürlich ging es um Obama-Care, die umstrittene Gesundheitsreform, und um den Einfluss des Staates überhaupt: Barack Obama hatte alle Hände voll zu tun, um sich seines republikanischen Herausforderers um die US-Präsidentschaft zu erwehren - und verlor.
Deutschlandradio · Aktuell · 4.10.2012
Mitt Romney war gut vorbereitet. Man nahm ihm ab, dass er sich in der Debattensituation wohlfühlte. Barack Obama dagegen wirkte, als wäre er lieber Fischen gegangen, als 50 Millionen Wähler von seiner Politik zu überzeugen. Jetzt muss ihm sein Wahlkampfteam auf die Sprünge helfen, kommentiert Marcus Pindur.
Vor dem ersten TV-Duell im US-Wahlkampf steht vor allem Mitt Romney unter Druck. Die Republikaner hoffen, dass ein guter Auftritt des Herausforderers von Präsident Barack Obama die in den letzten zwei Wochen in den Umfragen zurückgefallene Kampagne wieder aufrichten kann.
Kurz vor dem TV-Duell zwischen Barack Obama und Mitt Romney werden die Kanäle des Wechselwählerstaates Colorado mit Wahlwerbespots überschwemmt. Gelassen in die Debatte kann der amtierende Präsident gehen: Er liegt in allen Umfragen deutlich vor seinem Herausforderer.
Bei letzten US-Wahlen haben 30 Prozent der Bürger ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag abgegeben - entweder persönlich oder durch Briefwahl. In 34 amerikanischen Bundesstaaten gibt es das sogenannte vorzeitige Wählen. Im "Swing State" Iowa hat es schon begonnen.
Die unbedachten Äußerungen des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten sind arrogant, weil sie eine Hälfte der amerikanischen Wähler ins Abseits stellen. Eine Hälfte, die auch Anteil am amerikanischen Traum haben will und hart dafür arbeitet, meint Marcus Pindur.
In einem heimlich gefilmten Video bezeichnete Mitt Romney die Hälfte der Amerikaner als Nichtsnutze und Sozialschnorrer. Weiter lästerte der Kandidat über eine Zwei-Staaten-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Haben die Republikaner damit einen möglichen Sieg bei den US-Wahlen verspielt?
Fernsehmoderator Bill Maher nimmt in seiner Politikshow "Real Time mit Bill Maher" kein Blatt vor den Mund und seine Studiogäste in die Mangel. Dadurch vertritt er eine machtvolle Position im US-Wahlkampf - und erreicht für die Demokraten vor allem die jungen Wähler.
Das anti-islamische Schmähvideo hat in der arabischen Welt antiamerikanische Proteste entfacht. Sie sind ein schlechtes Omen für den US-Präsidentschaftswahlkampf und werfen ein Schlaglicht auf die mäßige Bilanz von Amtsinhaber Barack Obama in Sachen Nahostpolitik.
Deutschlandfunk · Eine Welt · 15.9.2012
Die Gewalt gegen US-Botschaften im Nahen Osten haben das Thema Außenpolitik auf das politische Tableau im Wahlkampf gebracht. Mitt Romney nutzte die Gelegenheit zu harscher Kritik an Präsident Obama.
Am 6. November wählen die US-Amerikaner ihren Präsidenten. Amtsinhaber Barack Obama will sein Amt gegen Mitt Romney verteidigen. Keine leichte Aufgabe, denn die amerikanische Wirtschaft schwächelt und die Arbeitslosigkeit liegt bei acht Prozent. Doch gegenwärtig führt der Präsident in Umfragen.
Im Endspurt vor der US-Präsidentschaftswahl kommt nun eine ultrakonservative Politdokumentation in die Kinos, die US-Präsident Barack Obama beschuldigt, bewusst den Untergang der USA herbeizuführen. "Obama's America 2016" ist ein Kassenschlager und spielte inzwischen fast 30 Millionen Dollar ein.
Für einen Kater oder auch nur zum Verschnaufen ist keine Zeit. Weniger als zwei Monate sind es noch bis zu den Präsidentenwahlen und die Demokraten und ihr Kandidat Barack Obama müssen alle Kräfte mobilisieren. Denn es droht die Niederlage.
Nach den Nominierungsparteitagen von Republikanern und Demokraten geht der Präsidentschaftswahlkampf in den USA jetzt in die heiße Phase. Was ist von Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney zu erwarten?
Von Partnerschaft und Rücksichtnahmen ist bei dem Republikaner Mitt Romney keine Rede - weder in der Außen- noch in der Wirtschaftspolitik. Thomas Nehls warnt daher vor einem Wechsel im Weißen Haus. Sonst drohe den USA der Sog in den Strudel reiner nationaler Interessen.
Barack Obama gibt sich beim Parteitag der Demokraten kämpferisch. Unter dem Jubel seiner Anhänger nahm der Präsident die Nominierung der Demokraten für die Kandidatur an. Doch sein Herausforderer Mitt Romney bleibt gefährlich - und das Rennen völlig offen.
Deutschlandradio · Aktuell · 7.9.2012
Gereift und nüchtern hat sich US-Präsident Barack Obama bei seiner Wahkampfrede in Charlotte präsentiert. Bei diesen Wahlen gehe es nicht nur um zwei unterschiedliche Kandidaten, sondern um zwei unterschiedliche Wege für Amerika, sagte er.
Deutschlandfunk · Informationen am Morgen · 7.9.2012
US-Präsident Barack Obama hat auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten für mehr Zeit und Geduld geworben. Es werde noch einige Jahre dauern, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen und Schulden abzubauen.
Deutschlandradio · Aktuell · 7.9.2012
Barack Obama hat in seiner Rede die Aufgaben der nächsten vier Jahre thematisiert und sich nicht mit seinem Gegner Mitt Romney auseinandergesetzt, findet der Politikwissenschaftler Michael Werz.
Die US-Demokraten haben Barack Obama offiziell als ihren Präsidentschaftskandidaten nominiert. Beim Wahl-Parteitag in North Carolina entschieden sich die Delegierten klar für den amtierenden Präsidenten. Ex-Präsident Clinton zog eine positive Bilanz von Obamas bisheriger Politik.
Deutschlandradio · Aktuell · 6.9.2012
US-Präsident Barack Obama brauche mehr Zeit, um das von Amtsvorgänger George W. Bush hinterlassene ökonomische Chaos zu bereinigen, sagt die in Deutschland lebende Kathleen Burnett, die als Delegierte am Parteitag der Demokraten teilnimmt.
Zum Auftakt des Nominierungsparteitags der US-Demokraten hat Präsidentengattin Michelle Obama zur Wiederwahl ihres Mannes aufgerufen. Barack Obama sei ein "Mann, dem wir vertrauen können", um das Wirtschaftswachstum weiter voranzutreiben.
Republikaner wie Demokraten leisten sich manche Schwindelei und auch handfeste Unverschämtheiten bei ihrem Werben um die Wähler. Licht ins Faktendickicht zu bringen ist nicht leicht - und mittlerweile ein Vollzeitjob.
Rund 6000 Delegierte treffen sich in Charlotte in North Carolina, um "ihren Präsidenten" Barack Obama offiziell für die Präsidentschaftswahl im November ins Rennen zu schicken. Viele sind enttäuscht von seiner erster Amtszeit - und hoffen trotzdem, dass er für weitere vier Jahre die USA regiert.
Im Central Valley, dem kalifornischen Fruchtgarten der USA, arbeiten Tausende illegale Einwanderer aus Mexico als billige Erntehelfer. Latinowähler könnten bald das Zünglein an der Waage sein. In Kalifornien verfügen sie mittlerweile über 20 Prozent aller Stimmen.
Der Ausgang amerikanischer Präsidentschaftswahlen ist nicht allein rational zu ergründen, denn es kommt auch auf das Bauchgefühl der Amerikaner an. Romney bleibt der rätselhafte Kandidat, daran hat der Republikanerparteitag wenig geändert, meint Gregor Peter Schmitz.
Der Republikaner Mitt Romney wolle sich von den Versprechungen Obamas abgrenzen, sagt Michael Werz vom Center for American Progress. Romney befinde sich mit dem Fokus auf wirtschaftliche Besserung der USA in einer schwierigen Position, da er alle Kritik auf Obama richten müsse.
Mit einem Fünf-Punkte-Plan will der nun auch offizielle Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, Mitt Romney seine Wähler überzeugen. Sein Ziel: Die Arbeitslosigkeit halbieren und die Vereinigten Staaten aus der Wirtschaftsmisere führen.
Wenn die US-Bürger in November zwischen Barack Obama und Mitt Romney abstimmen, entscheiden sie sich zwischen zwei Wirtschaftsmodellen, sagt Constanze Stelzenmüller vom German Marshall Fund.
Viele Europäer verstehen nicht, warum der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney Sozialleistungen kürzen und Steuern für Besserverdienende senken will. Das liege an einem völlig anderen Staatsverständnis der Amerikaner, meint Außenpolitiker Ruprecht Polenz.
Mitt Romney ist nun auch offiziell der Herausforderer von US-Präsident Barack Obama. Die Republikaner wählten den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts zum Präsidentschaftskandidaten und schossen sich auf Obamas Wirtschaftspolitik ein.
Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, hat ein Problem: seine Unnahbarkeit. Dies störe viele Amerikaner, sagt der Historiker Bernd Stöver. Wahlentscheidend werde aber sein, wer die besseren Programme hat, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Mit einem bizarren Statement über Schwangerschaften nach Vergewaltigungen hat ein republikanischer Politiker die USA in Aufruhr versetzt. Welche Folgen das für die Kampagne von Präsidentschaftskandidat Romney haben könnte, erklärt der Politikberater Julius van de Laar.
Eigentlich wollte Mitt Romney eine Wahlkampagne führen, in deren Zentrum die schwach wachsende Wirtschaft und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit stehen. Damit wollte er Präsident Obama in die Defensive drängen, die Wahl am 6. November sollte ein Referendum über die wirtschaftliche Bilanz der Obama Administration werden.
Die Hitzeperiode in den USA wird wohl den höchsten Ernteausfall seit 1995 mit sich bringen. Ein Hilfegesetz für die Betroffenen ist nicht durch den Kongress gekommen. Nun wird die Dürre zum Wahlkampfthema.
Der US-Wahlkampf nimmt Tempo auf. Mit der Nominierung Paul Ryans als Vizepräsidentschaftskandidat will Mitt Romney sein inhaltliches Profil schärfen und die republikanische Basis mobilisieren. Den Demokraten bietet insbesondere Ryans Budgetplan Angriffsfläche.
Mitt Romneys Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan euphorisiert die republikanische Basis. Der Kongressabgeordnete aus Wisconsin gilt als Nachwuchstalent - aber auch als politisch angreifbar.
Dutzende Kandidaten wurden auf Herz und Nieren geprüft. Nun ist es offiziell: Paul Ryan, konservativer Kongressabgeordnete aus Wisconsin wird als Vizekandidat mit Mitt Romney in den US-Wahlkampf ziehen.
Neonazigruppen in den USA, die eine Weltvorherrschaftsanspruch der weißen Rasse ideologisieren, werden unter "White Supremacy" zusammengefasst. Seit mit Obama ein Farbiger Präsident ist, steigt ihre Überfremdungsparanoia.
Barack Obama verschärft den Ton im Wahlkampf. Strategie des US-Präsidenten: Herausforderer Mitt Romney als abgehobenen Reichen darzustellen. Romney sei "Robin Hood auf den Kopf gestellt". Er plane, mehr Steuern von der Mittelklasse zu nehmen und die Reichen zu entlasten.
Bei seinem Besuch in Europa hat der designierte republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen. Doch bei näherer Betrachtung erscheint mancher seiner Fehltritte kühl kalkuliert, kommentiert Dirk Birgel von den "Dresdner Neueste Nachrichten".
Der US-Präsident muss seine wichtigsten Entscheidungen im Weißen Haus meist alleine treffen. Ganz gleich, wie viel Unterstützung er auf dem Weg dorthin genoss. Doch vollkommen alleine sind Präsidenten nicht, wie die "Time"-Reporter Nancy Gibbs und Michael Duffy in ihrem Buch recherchiert haben. Denn es leben ja noch Vorgänger.
In der letzten CNN-Umfrage lag US-Präsident Barack Obama erstmals einen Prozentpunkt hinter Herausforderer Mitt Romney. In diesem Wahlkampf kann sich Obama weniger auf die Stimmen der weißen Mittelklasse stützen: Seine Kampagne fasst verstärkt ethnische Minderheiten ins Auge.
Die Gefahren einer weiteren Eskalation in Syrien sind so unabsehbar, dass selbst der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Boehner, jüngst konzedierte, die Obama-Administration tue gut daran, in Syrien mit Vorsicht und Umsicht zu agieren. Der anstehende US-Wahlkampf bestimme das Verhalten Präsident Obamas, meint Marcus Pindur.
Barack Obama könnte der erste US-Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg werden, der beim Spendeneintreiben von seinem Herausforderer überflügelt wird. Denn durch ein Gerichtsurteil des US Supreme Court können jetzt einzelne Firmen und Personen über sogenannte Super-Pacs so viel spenden, wie sie wollen.
US-Präsident Barack Obama liebäugelt mit der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Nur noch juristisch gibt es eine Hürde: ein Gesetz, noch aus der Zeit von US-Präsident Clinton, das zurzeit vor Gericht geprüft wird. Im November soll eine Entscheidung vorliegen.
Die Bestätigung seiner Gesundheitsreform durch das Verfassungsgericht war ein entscheidender Sieg für US-Präsident Obama im Vorwahlkampf. Auch, weil das pikante Enthüllungsbuch "Barack Obama: The Story" von Pulitzer-Preisträger und Washington-Post-Reporter David Maraniss die ersten 27 Jahre des Präsidenten beleuchtet und auf viele Ungereimtheiten stößt.
Auf den ersten Blick gilt: "Ende gut, alles gut". Die Republikaner haben zwar mit allen Mitteln versucht, die Gesundheitsreform zu verhindern, erst im Parlament und dann vor Gericht, aber Präsident Obama, seines Zeichens von den Demokraten, hat sich beide Male durchgesetzt.
In keinem Land der Erde spielt die Popkultur eine so wichtige Rolle in der Politik wie im Mutterland des Rock ‘n’ Roll. Ob Moby, Madonna oder Lady Gaga: Sie alle äußern sich oft und gern zu politischen Themen und machen keinen Hehl aus ihrer Unterstützung für Barack Obama.
Die Erleichterung im Weißen Haus war groß, das war Obama anzusehen. Denn nicht nur hatte der Supreme Court die inhaltlichen Bestimmungen seines Gesundheitsreformgesetzes aufrecht erhalten, sondern auch die umstrittenste Klausel: die individuelle Versicherungspflicht bei Strafandrohung.
In den USA beginnt im Herbst der Präsidentschaftswahlkampf. Obwohl in den Vereinigten Staaten durch die Verfassung Religion und Staat strikt voneinander getrennt sind, werden auch diesmal christlich-religiöse Stellungnahmen im Wahlkampf zu hören sein. Dies hat eine lange Tradition, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht.
Der damalige Senator Barack Obama profitierte 2008 von einem regelrechten Wahlboom in den USA. Vier Jahre später ist das Interesse besonders bei den Jungwählern stark gesunken. Deshalb gehen die Präsidentschaftskandidaten nun vor allem an den Unis auf Stimmenfang.
Obama werde durch sein Eintreten für die Homo-He vermutlich nicht viele Stimmen verlieren, sagt der Politologe Josef Braml. Stattdessen bringe der US-Präsident seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney in Zugzwang, der sich nun bei der christlichen Rechten als prinzipientreu zeigen müsse und dadurch Wähler der Mitte verprellen könnte.
Das US-Gesundheitssystem steckt seit Jahren in der Krise. Nach wie vor haben Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung. Gleichzeitig steigen die Kosten und die Nöte in den Krankenhäusern, denen mehr und mehr der Geldhahn zugedreht wird.
Derzeit liegt Präsident Obama in den Umfragen vor Romney, doch das kann sich noch ändern. Auch weil die Ehefrauen der Spitzenkandidaten in den kommenden Monaten eine Schlüsselrolle einnehmen werden, meint Christoph von Marschall.
Dass es nicht gereicht hat für Rick Santorum, lässt hoffen. Es zeigt die Machtgrenzen der radikalen evangelikal-geprägten Basis in der republikanischen Partei. Ob es nun Romney gelingt, die konservativen Wähler gegen Obama zu einen, ist offen, meint Klaus Remme.
Der Kolumnist des Magazins "The New Yorker", Calvin Trillin, hat im amerikanischen Vorwahlkampf der Republikaner bisher kein gutes Wort an Bewerber Mitt Romney gelassen. "Er ist einfach eine künstliche Figur", sagte Trillin.
Der Präsident hat 25 Millionen "Freunde" bei Facebook: Die Kanäle der sozialen Netzwerke werden 2012 ein entscheidendes Schlachtfeld im US-Wahlkampf. Die Analysten kennen die Profile der Wähler sehr genau, sagt Kampagnenberater Julius van de Laar.
Der soziale Aufstieg von ganz unten nach ganz oben ist möglich - das gehört zum Gründungsmythos der USA. Doch die soziale Schere geht auseinander und macht den amerikanischen Traum unwahrscheinlicher - auf dieses Thema setzt US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf.
In der Wahrnehmung vieler Europäer ist es mit der Trennung zwischen Kirche und Staat in den USA nicht sonderlich weit her, scheint doch der Glaube ausgerechnet hier in Rhetorik und Ritualen der Politik eine weitaus größere Rolle als etwa in Deutschland zu spielen, meint Politikwissenschaftler Leonard Novy.
Deutschlandradio Kultur · Politisches Feuilleton · 19.3.2012
Der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, Friedrich Merz, hält die hohe Arbeitslosigkeit in den USA für das zentrale Thema des Wahlkampfes. Der frühere CDU-Politiker räumte dem amtierenden Präsidenten Barack Obama dennoch Chancen ein.
Es nimmt kein Ende. Auch nach diesem vermeintlichen Super Tuesday stehen die vier republikanischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur mit erhobenen Armen vor ihren Anhängern und rufen mehr oder weniger fröhlich: Weiter geht's!
Für Charles King Mallory IV, Direktor des Berliner Aspen-Instituts, bleibt Romney der vielversprechendste Kandidat. Er habe immer noch die besten Chancen, zum Präsidenten gewählt zu werden.
Deutschlandfunk · Interview · 7.3.2012
Wenn er wählen muss, dann würde er Mitt Romney noch eher zutrauen, die amerikanischen Probleme zu lösen, sagt Reymer Klüver, USA-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung".
Die Journalistin Eva Schweitzer verbrachte vier Wochen im Bibelgürtel, also in den Südstaaten der USA, um der christlich-fundierten Ideologie der Tea Party auf die Spur zu kommen. Die Autorin schafft es, die Wurzeln der konservativen amerikanischen Bewegung buchstäblich bloßzulegen.
Der 1922 geborene Demokrat George McGovern gehört zum liberalen Flügel der Partei. Er war ein Gegner des Vietnam-Krieges, spricht sich für Sozialprogramme aus, für eine Bildungsoffensive und für einschneidende Kürzungen der Militärausgaben. Jetzt hat McGovern seine jahrzehntelangen Erfahrungen zusammengefasst.
Seit vielen Jahren arbeitet Christoph von Marschall als politischer Korrespondent in den USA. In einem neuen Buch stellt er die Frage: "Was ist mit den Amis los?" Und die Antworten passen nicht so recht in das Bild, was sich viele Deutsche gerne machen.
Die Olympischen Winterspiele 2002 waren für den Geschäftsmann Mitt Romney das Trampolin für einen großen Karrieresprung. Er ging in die Politik und bemüht sich zur Zeit zum zweiten Mal um das höchste Amt in den USA. Eine Gelegenheit, um seine Rolle als Chefmanager von Salt Lake City in ein allzu glanzvolles Licht zu rücken.
Barack Obama ist unterwegs von der Ostküste nach Kalifornien. Der US-Präsident hofft, dass seine Unterstützer dort das Scheckbuch zücken und reichlich für seinen Wahlkampf spenden. Doch die Stimmung gegenüber Obama ist abgekühlt.
Als vergleichsweise armer Schlucker habe der Republikaner Santorum seine Schwächen in puncto Ressourcen durch persönlichen Einsatz ausgeglichen, meint Klaus Remme.
Das Feld der republikanischen Präsidentschaftskandidaten hat sich gelichtet. Nach dem Überraschungssieg von Newt Gingrich bei der Vorwahl in South Carolina ist das Rennen wieder offen. Der bisherige Favoriten Mitt Romney muss nun unbedingt die Vorwahl in Florida gewinnen.
Die religiöse Rechte ist in den Vereinigten Staaten ein Machtfaktor - insbesondere bei den Republikanern. Das zeigt sich erneut, jetzt wo die Partei ihren Kandidaten sucht, der am 6. November Barack Obama herausfordern soll.
Newt Gingrich vertrete all jene in den USA, die enttäuscht seien von der Obama-Regierung, sagt der ehemalige US-Botschafter John Kornblum über den möglichen Kandidaten der Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen.
Für Barack Obama beginnt mit der letzten Phase seiner Amtszeit ein Doppelleben: als Präsident aller Amerikaner und als Kandidat des liberalen Amerika. Die Strategie seiner Vorgänger: Keine großen Gesetze anstoßen – und sich auf die Stammwähler besinnen.
Die Gesundheitsreform? Sozialistisches Teufelszeug! Präsident Obama? Muss dringend abgelöst werden! Im Vorwahlkampf der USA setzen die Republikaner auf schrille Konfrontation. Warum das so ist, erklärt der Journalist und Buchautor Christoph von Marshall.
Der US-Wahlkampf sei auch ein Kulturkampf, sagt der Journalist und USA-Kenner Friedrich Mielke. Dabei gehe es oftmals weg von der Sozial- oder Wirtschaftspolitik hinein in die Philosophie, Kultur und Moral. Zudem könnten mit einer Abgrenzung von Europa Stimmen gewonnen werden.
Es war ein knappes Ergebnis. Am Ende setzte sich Mitt Romney bei der ersten Vorwahl für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im US-Bundesstaat Iowa äußert knapp gegen den Außenseiter Rick Santorum durch. Entschieden ist damit aber noch nichts.
Die Stimmen in Iowa waren noch gar nicht vollständig ausgezählt, da rief Mitt Romney in die Menge: "Auf nach New Hampshire, wir haben zu tun". Er weiß aus eigener Erfahrung, dass es ab jetzt keine Verschnaufpausen mehr geben wird.
Um das Weiße Haus zurückzugewinnen, müsste die Republikanische Partei wieder mehr in die Mitte rücken, sagt der Direktor des Aspen Institute, Charles King Mallory. Dafür sei Mitt Romney der richtige Kandidat. Ob der rechte Flügel der Partei ihn mittrage, sei allerdings ungewiss.
Mitt Romney habe Probleme, die ganz konservativen Republikaner um sich zu versammeln, sagt auch Karsten Voigt, ehemaliger Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen. Vielen erscheine der Favorit auf die Herausfordererrolle gegen US-Präsident Obama als zu gemäßigt.
Ein riesiger Schuldenberg und schlechte Arbeitsmarktdaten: Für den Demokraten Barack Obama ist der Wahlkampf kein Selbstläufer. Und während er selbst in der Wählergruppe der Afroamerikaner kaum noch Zustimmung hat, feiert ein schwarzer Republikaner erste kleine Vorwahlerfolge.
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Schmalspurbahn in Lettland
Sendezeit: 16.06.2013, 11:30
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Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953, Roger Engelmann: DDR im Blick der Stasi
Sendezeit: 16.06.2013, 12:34
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Absolventenporträt - Die Harfenistin Marina Tsaytler vom 15.06.2013
Sendezeit: 15.06.2013, 15:05
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