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WIR ÜBER UNS: AKTUELL

Mobiles Hörspielprojekt vom 9. – 12. September am Alexanderplatz

RADIOORTUNG - Hörspiele für Selbstläufer

Am 9. September 2010 startet das neue Hörspielprojekt "RADIOORTUNG - Hörspiele für Selbstläufer" von Deutschlandradio Kultur. Mehrere Künstlergruppen entwickeln mobile Handyhörspiele, die über GPS-Ortung im öffentlichen Raum sowie im Internet und dem Deutschlandradio Kultur zu hören sein werden. Nach dem Projektstart in Berlin mit einem Hörspiel der Gruppe LIGNA folgen weitere Arbeiten, unter anderem von Rimini Protokoll (Berlin, Frühjahr 2011) und Hofmann & Lindholm (Köln, Herbst 2011).

Verwisch die Spuren!

Für den ersten Teil des Projekts "Verwisch die Spuren!" haben die Medien- und Performancekünstler der Hamburger Gruppe LIGNA zwischen dem Humboldtforum und dem Alexanderplatz 30 Hörminiaturen abgelegt, die mit einem Handy zum Klingen gebracht werden können. Das Stück lädt dazu ein, den umstrittenen Stadtraum im Zentrum Berlins und zugleich neue Formen des Hörspiels zu erkunden. Die Hörer werden dabei zu Handelnden. Sie bewegen sich mit GPS-Handys über die Spielfläche und geraten im Flanieren an Punkte, die das Abspielen der Miniaturen auslösen. Stimmen aus der Vergangenheit sprechen zu ihnen, sie hören Geschichten und bekommen Handlungsanweisungen. Die Teilnehmer entdecken nicht nur Spuren vergangener Zeiten, sondern legen neue und lernen, die eigenen zu verwischen. Dient GPS normalerweise der möglichst genauen Verortung des Nutzers, soll die Technik hier dazu einladen, sich treiben zu lassen und unbekanntes Terrain zu entdecken. Auf diese Weise schafft jeder Hörer seine persönlich einzigartige Collage.

Besucher und Hörer, die ein Handy mit dem Betriebssystem Android besitzen, finden ab 30. August die Applikation zum Download auf der Website www.dradio-ortung.de. Alle anderen können gegen Vorlage ihres Personalausweises Handys im Deutschen Theater Berlin ausleihen, Eintritt 6 €
Nähere Informationen unter www.deutschestheater.de/spielplan/spielplan/ligna_verwisch_die_spuren/

Parallel zum Projekt sind ab 30. August spezielle Wurfsendungen im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur zu hören.


Verfolgt Sie jemand?

Im Frühjahr 2011 wird die Gruppe Rimini Protokoll die Reihe fortsetzen und Observierungsprotokolle aus den Stasi-Archiven in die Gegenwart der Stadt Berlin ziehen. Die Protokolle werden am Ort ihres Entstehens hörbar - gelesen und kommentiert von den Observierten selbst. Dem Hörer stellt sich an diesem Ort, mit Blick auf die vertrauten Alltäglichkeiten der Stadt und den archivierten Protokollen im Ohr, ein seltsames Vexierbild dar: Wie leicht ist es, einer banalen Handlung einen doppelten Boden zu unterstellen. Die historischen Dokumente verwandeln sich auf der Tonspur durch die Überlagerung verschiedener Wahrnehmungsebenen und deuten dabei auch auf heutige Erfassungs- und Überwachungsmöglichkeiten.

Sie machen sich verdächtig!

Hofmann&Lindholm werden ihre RADIOORTUNG im Herbst 2011 in Köln realisieren. Hannah Hofmann und Sven Lindholm arbeiten seit einigen Jahren an interdisziplinären Projekten, die sich im Grenzbereich zwischen Theater, Film, Bildende Kunst und Hörspiel bewegen. In ihrem Auftrag führen 'Komplizen' verdeckte Aktionen im öffentlichen Raum durch und erkunden Handlungsspielräume im Alltag.

Alte und neue Technologie

Auf der Website www.dradio-ortung.de lassen sich ab 30. August 2010 die bespielten öffentlichen Räume auch virtuell begehen. Unter Verwendung der vom Medienkünstler Udo Noll entwickelten Klangkartographie "radio aporee ::: maps" werden Hörminiaturen in Form von mp3-Dateien an bestimmten Orten in Berlin und Köln auf einer virtuellen Karte im Internet 'abgelegt'. Die Sounddatei erscheint dann als roter Punkt auf der Karte und jeder User kann sich den Sound durch Klicken auf den roten Punkt anhören.

Die Aufnahmen für "Verwisch die Spuren!" wurden teilweise mit dem Kunstkopf-Verfahren gemacht, einer technischen Neuerung der siebziger Jahre, die damals in vielen öffentlich-rechtlichen Funkhäusern für Hörspielproduktionen verwendet wurde. Die Besonderheit dieser Aufnahmen ist die naturgetreue Abbildung des akustischen Raumes und die Möglichkeit der exakten Ortung von Schallquellen. Allerdings kann dieses Stereoverfahren seine Wirkung nur bei Kopfhörerwiedergabe entfalten und wurde deshalb wenig genutzt. Für das Projekt RADIOORTUNG wurde diese Technik wieder belebt.


Eine Produktion von Deutschlandradio Kultur
Teil Eins: Verwisch die Spuren" von LIGNA
Koproduktion Deutsches Theater Berlin
Medienpartner ist die taz

 

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