Am 24. August 2011 wäre der legendäre Theaterkritiker Friedrich Luft 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde an seiner alten Wirkungsstätte - heute das Berliner Funkhaus des Deutschlandradios - eine "Berliner Gedenktafel" enthüllt. Sie erinnert an Friedrich Luft, die "Stimme der Kritik", der in der Zeit von 1946 bis 1990 mehr als 2000 Sendungen für den RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) realisierte.
In seiner Laudatio würdigte der Intendant des Deutschlandradios, Dr. Willi Steul, Luft als einen der ganz großen Theaterkritiker seiner Zeit, der weit über die Grenzen Berlins Gehör fand. "Die Liebe zum Theater war der Antriebsmotor seines Schaffens, ja man kann sagen, er war theaterbesessen. Ganz in der Tradition der bürgerlichen Theaterkritik stehend, unterschied er sich in einem Punkt von seinen Kollegen: Er sagte auch, wie es dem Publikum gefallen hatte."
Sein Markenzeichen war eine gehetzte Sprechweise, eine stakkatohafte Diktion, die immer etwas atemlos wirkte. Hinzu kam, so Steul weiter, seine bildhafte Umgangssprache, mit der er auch Hörer erreichte, die keine Affinität zum Theater hatten. Das alles machte ihn höchst populär.
"Auch wenn das Programm des RIAS schon lange verstummt ist, so ist der Geist des Hauses doch immer noch geprägt von den Tugenden, die die Amerikaner den RIAS-Mitarbeitern einst mit auf den Weg gaben: Ehrfurcht vor der Meinungsfreiheit und ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Informationen." Die Gedenktafel erinnere aber nicht nur an Luft, sondern auch an die rundfunkhistorische Bedeutung des Hauses: "Sie mahnt uns, nie zu vergessen, welch kostbares Gut ein freier Rundfunk in einem freien Land ist."
"Berliner Gedenktafeln" werden von der "Historischen Kommission zu Berlin e.V." nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und vergeben.
Das Deutschlandradio ist der Rechtsnachfolger des RIAS.
Fotos stehen unter www.dradio.de/presse/ zur Verfügung.
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