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WIR ÜBER UNS: AKTUELL

Nach Absprachen mit den Niederlanden

Kanalwechsel für Digitalradio in NRW beendet Störung des Polizeifunks

Mit einem Kanalwechsel für das bundesweite Digitalradio noch in dieser Woche werden in Nordrhein-Westfalen die aktuell aufgetretenen Störungen des Polizeifunks beseitigt. Bundesnetzagentur, Programmanbieter und Sendernetzbetreiber haben sich auf der Suche nach einer zeitnahen Lösung mit den Niederlanden verständigt. Nach kurzfristig einberufenen Gesprächen bei der Regulierungsbehörde des Nachbarlandes in Groningen stimmten die Programmanbieter beider Seiten einem sofortigen Wechsel vom Digitalradio-Kanal 5A auf den Kanal 5C zu.

Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul: "Die konstruktive Haltung unserer niederländischen Partner unterstreicht das gemeinsame Interesse, dem Digitalradio zu einem Durchbruch in ganz Europa zu verhelfen. Für unsere Hörer in NRW ist die Umstellung auf den Kanal 5C eine gute und auch auf Dauer angelegte Lösung. Es sind nun keine weiteren Abschaltungen wegen des Polizeifunks bei Großveranstaltungen zu befürchten. Damit sind wir der angestrebten einheitlichen Frequenz in ganz Deutschland ein großes Stück näher gerückt."

Die unzureichende Filtertechnik bei den herkömmlichen analogen Funksprechgeräten der Polizei hatte seit der Einschaltung des bundesweiten Digitalradios am 1. August zu Unverträglichkeiten mit dem bislang genutzten Kanal 5A geführt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken der Polizeiverfügte die Bundesnetzagentur Anfang September eine mehrtägige Abschaltung des Senders in Dortmund. Für die Veranstaltungen in Bonn zum "Tag der deutschen Einheit" gab es bereits eine weitere Abschaltankündigung für den dortigen Sender.

Bis Ende dieser Woche werden alle fünf Digitalradiosender in NRW auf den neuen Kanal 5C umgestellt. An den Standorten Köln (Colonius), Langenberg, Düsseldorf und Dortmund kommt es durch die Arbeiten lediglich zu kurzfristigen Senderunterbrechungen von bis zu drei Minuten. Beim Sender Bonn (Venusberg) ist technisch bedingt mit einer Ausschaltzeit von etwa 5 Stunden zu rechnen.

Die Absprachen mit den Niederlanden müssen jetzt von den Regulierungsbehörden zeitnah in bindende Koordinierungsverträge umgesetzt werden. Um auch die Senderstandorte im Südwesten Deutschlands auf den Alternativkanal 5C umstellen zu können, sind weitere Koordinierungsgespräche mit Belgien, Frankreich und der Schweiz erforderlich. Bei einem ersten Gespräch mit der schweizerischen Regulierungsbehörde Bakom gab es Anfang der Woche ebenfalls grünes Licht für einen Kanalwechsel. Dr. Chris Weck, Technik-Chef des Deutschlandradios: "Wir haben den Tausch sozusagen per Handschlag vereinbart. Die Kollegen in der Schweiz haben sich äußerst kooperativ gezeigt." Eine so schnelle Lösung sei in diesem Geschäft außergewöhnlich. Es handele sich schließlich um ein äußerst komplexes Problem mit Dominoeffekten, die umfangreiche Folgeverhandlungen nach sich ziehen könnten: "Mit jeder Veränderung des Frequenzplans können Nutzer auch in anderen Ländern betroffen und gestört werden."

 

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