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WIRTSCHAFTSPRESSESCHAU

Dienstag, 18. Juni 2013 13:55 Uhr

Vorherrschendes Thema in den Kommentarspalten zur Wirtschaft ist der Startschuss für Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG begrüßt diesen Schritt:

"Die angestrebte Vertiefung des transatlantischen Wirtschaftsraums hat das Zeug, den alternden Volkswirtschaften Europas und Amerikas zu neuem Schwung zu verhelfen. Alle Berechnungen weisen auf große Vorteile hin - wobei der wichtigste Vorteil, der verstärkte Wettbewerbs- und Innovationsdruck, sich gar nicht beziffern lässt. Rasche Wachstumserfolge darf man freilich nicht erwarten. Wenn die Verhandlungen in zwei Jahren abgeschlossen wären, grenzte das schon an ein Wunder."

"Gemeinsame transatlantische Werte, Überzeugungen und Standards sollten eine Grundlage bieten, das ambitionierte Projekt des Freihandelsabkommens von EU und USA voranzubringen", glaubt die BÖRSEN-ZEITUNG, warnt allerdings:

"Wenn Europa wettbewerbsfähiger und flexibler werden will, dann sollte ein solcher Freihandel, der das Wachstum stärkt, aber nicht durch die Ausklammerung einzelner Branchen entwertet werden. Dass Frankreich eine Ausnahmeregelung für den Kultursektor durchsetzen konnte, schadet dem Projekt. Denn nun droht mit weiteren Zugeständnissen eine Aushöhlung."

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG aus der Schweiz hält die Ausnahmen ebenfalls für ein schlechtes Omen und mutmaßt:

"Auch in Deutschland wird es Widerstände geben. So kann man sich kaum vorstellen, dass die Amerikaner genmanipulierte Lebensmittel oder mit Hormoneinsatz produziertes Fleisch schrankenlos einführen dürfen. Bei den Fragen nichttarifärer Handelshemmnisse wird es harte Konflikte zu lösen geben."

Die britische FINANCIAL TIMES ist überzeugt:

"Dass sich der Schwerpunkt des Welthandels in Richtung Asien verlagert, ist nicht mehr zu verhindern. Ein umfassendes Abkommen wird aber vermutlich dazu beitragen, die Auswirkungen dessen auf den wirtschaftlichen Einfluss der transatlantischen Handelspartner zu verzögern. Durch die Verflechtung ihrer Märkte zum jetzigen Zeitpunkt können sich Europa und die USA ihre Fähigkeit bewahren, Marktstandards für die restliche Welt zu setzen. Dieser Effekt würde noch verstärkt durch eine Öffnung des Abkommens für Länder wie Kanada und Mexiko, wenn diese dafür bereit sind."

 
 
 

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